Fischfinder – Braucht man eine GPS Karte beim Angeln?

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Fischfinder – Braucht man eine GPS Karte beim Angeln?
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Viele Angler fragen sich, ob eine Kartenfunktion bei einem Echolot sinnvoll ist und ob sich der höhere Preis wirklich lohnt. Die Frage kann an dieser Stelle schon mit „Ja“ beantwortet werden, da eine Kartenfunktion so einiges leichter macht. GPS funktionsfähige Karten erleichtern nicht nur das Finden der Hotspots, sonder auch das immer wieder finden dieser Hotspots. Wer im Freiwasser eines Gewässers angelt wird wissen, dass 10 m an einem Hotspots vorbei geangelnt – einem den ganzen Angelausflug vermiesen kann. Die Jungs von Tacklefever.de haben sich in einem Artikel ausfürhlich dazu geäußert. Vielen Dank.

Einleitung: Zunächst eine kurze Erklärung

Eine elektronische Karte hat immer einen Bezug zu einem GPS-Signal im Gerät auf dem sie angezeigt wird. Wenn man eine solche Karte wirklich zielsicher nutzen möchte geht dies nicht ohne aktuelles GPS-Signal. Man kann daher die Karte und das GPS nicht trennen denn wir reden hier ja nicht über Papierkarten, die sicherlich auch noch eine gewisse Bedeutung haben, aber bei weitem nicht die gleichen Möglichkeiten bieten.

Wer kann sich noch an die Zeiten erinnern, als es noch keine GPS-Geräte sondern Fischfinder gab die nur das Echolotbild anzeigten? Bestenfalls konnte man dann etwas später mit einem GPS-Handgerät ein paar Punkte setzen oder seinen gefahrenen Track sehen, erst einige Zeit später konnte man solche Daten auch exportieren.

Nachdem bei den ursprünglich für die militärische Nutzung gedachten GPS Satelliten eine Funktion ausgeschaltet wurde welche das Signal für die Allgemeinheit ungenauer machte, wurde GPS auch für die allgemeine Nutzung im zivilen Bereich interessanter und hielt langsam Einzug in den Alltag und schließlich auch in unsere Echolot Geräte. Gleichzeitig kamen erste Hersteller mit Kartenprodukten auf den Markt.

Und das ist der Stand Heute

Dem Angler steht ein nahezu unübersehbares Angebot an GPS-Echolot-Kombinationen zur Verfügung. Gleichzeitig entwickelt die Industrie alternative Lösungen, die über die allgegenwärtigen Smartphones und Tablets als Anzeigegeräte Verwendung finden. Neben diesen Hardwarekomponenten stehen zahlreiche Kartenprodukte namhafter Hersteller zur Verfügung, die teilweise eine sehr hohe Qualität aufweisen. Die jüngsten Entwicklungen erlauben dem Anwender sogar eigene Karten aus seinen Daten oder den Daten anderer Anwender zu verwenden und dies bis hin zur Kartenherstellung oder -aktualisierung direkt auf dem Wasser, also noch während des Angelns.

Viele Angler, vor allem solche mit einer gewissen Distanz zu neuer Technik stehen der Entwicklung oft skeptisch gegenüber. Ihr Argument: Weder Echolot, noch GPS, noch Karte hat jemals einen Fisch gefangen. Ihnen reicht es vollkommen wenn Sie zum Beispiel in Norwegen ihr Revier anhand der ausgedruckten Karten die Sie vom Ferienhaus Vermieter bekommen haben in Augenschein nehmen. Oder sie kennen ihren See wie ihre Westentasche und brauchen den ganzen technischen Schnickschnack sowieso nicht.

Und selbstverständlich haben diese Leute Recht!

In der Tat fing noch nie ein Echolot einen Fisch. Das möchten wir doch alle gerne noch selbst erledigen. Und man kann sich auch ohne GPS auf dem Wasser einigermaßen orientieren.
Ein Angler mit 20 Jahren Angelerfahrung auf einem 10 ha See braucht in der Tat nicht zwingend eine technische Unterstützung in Form eines 1.000 € Echolotes.


Also wozu braucht man dann eine elektronische Karte, ein Echolot oder einen Kartenplotter?

Nun, zunächst sind nicht alle Angler bereits seit Jahren auf ihren Gewässern aktiv. Es gibt auch Angel Anfänger, Angler mit wenig Freizeit, Angler die gerne neue und viele Gewässer beangeln möchten.

Daher fragen wir uns nochmal, stimmen die Argumente gegen Echolot, elektronische Karten und GPS?

Wir meinen – nur zum Teil. Lasst uns ein paar Argumente darlegen, die für die Verwendung von GPS und elektronischer Karte sprechen.

Vorteile von Echoloten mit Kartenplottern bzw. Kartenfunktion

Mit einer Zeitersparnis hat man mehr vom Angeln

Zeit ist heutzutage ein überaus wichtiges Gut. Wer den Zielfisch schneller findet, hat mehr Spaß. Wer in einem fremden Gewässer Fisch finden will, braucht häufig besonders viel Zeit, um das Gewässer zu ergründen, vor allem wenn dies auch noch recht groß ist. Schneidertage und Rückschläge folgen beim Erkunden daher fast unausweichlich. Alle Erfahrung zeigt, dass eine vorhanden Karte oder eine Karte aus den eigenen Daten hier wesentlich helfen kann, schneller zum Fisch zu gelangen. Eine Karte kann auch helfen, Gewässerflächen auszuschließen, die keinen Fisch erwarten lassen, also z. B. Flachzonen, die man bei trübem Wasser gar nicht visuell abschätzen kann.

Auch wenn man jahrelang immer am selben Gewässer angelt, so kann es manchmal extreme Überraschungen geben. Die Fische scheinen nicht mehr da zu sein, sie beißen einfach nicht. Manchmal kann man da wirklich nichts machen. Es gibt aber bei vielen Experten die klare Erkenntnis, dass GPS-Echolote mit einer Karte hier Alternativen aufzeigen können. Ein klassisches Beispiel sind Norwegens Fjorde. Man kommt an und fährt gezielt zu den üblichen Stellen und nichts geht. Dann helfen die markierten HotSpots (Beste Stellen) schon mal weiter.
Und wenn auch das nicht zum Erfolg führt, wird der Angelbereich ausgeweitet, vielleicht in noch unbekannte Reviere. In diesem Fall wird eine Karte mit Sicherheit helfen. Auch im bisher bekannten Angelrevier sind garantiert irgendwelche Stellen vorhanden, die man noch nicht probiert hat. Im Zusammenspiel mit dem Sonar, kann man bereits wichtige Erkenntnisse sammeln.



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Auch die Sicherheit spielt eine Rolle.

Man stelle sich vor, man ist bei aufkommendem starkem Nebel auf dem Meer in einer Zone mit gefährlichen Untiefen (z.B. Norwegen, Schweden usw.). Oder plötzliche aufkommende Fallwinde machen die Rückfahrt zum Abenteuer. Dann sind alternative Routen ein Segen.

Und wenn es dann auch noch dunkel wird …

Plötzlich erscheinen das GPS-Echolot oder auch Karten auf dem Smartphone in einem ganz anderen Licht. So hat man einfach erheblich mehr Sicherheit „an Bord“. Noch besser sind beide Optionen gemeinsam, denn wenn eines der genannten Probleme auftritt und dazu noch das Echolot ausfällt, hat man wenigstens eine technische Reserve für die Navigation zur Verfügung. Erinnert euch an die Unfallberichte aus Norwegen: Meist hatten die Betroffenen Motorschaden, oder kein Handy dabei, oder kein Navigationsgerät oder keine Beleuchtung. Manchmal fehlte auch einfach alles.


Am Hospot vorbei geangelt, ist am Hotspot vorbei geangelt

Je größer und tiefer ein Gewässer ist, desto schwerer wird man ein zielsicheres Fischen durchführen können. Man wird aufgrund der eigenen Erfahrung vielleicht in die Nähe bekannter Hotspots gelangen oder diese sogar genau treffen, aber sicher nicht so schnell und mit der Genauigkeit die eine elektronische Karte und GPS ermöglicht. Auch kann man anhand einer Karte erkennen, ob man sich z. B. auf einen flacheren Bereich hin bewegt. Dies kann z.B. viel Ausrüstung und somit Geld sparen, denn manche Vorfachmontagen sind recht teuer und der Verlust schmerzt wenn sie in solchen Bereichen unnötig verloren gehen.

Noch wichtiger ist das exakte Angeln an Kanten, vor allem unter wechselndem Wind- bzw. Drifteinfluss. Für Kanten etwa beim Zanderangeln ist eine Karte fast schon ein Muss. Bei Wind und Drift zeigt die Trackspur den bereits zurückgelegten Weg und den neuen Driftansatz, sodass der Angler noch während der Drift oder beim nächsten Ansetzen korrigieren kann. Auch hier bietet Norwegen mit seinen stark wechselnden, oft felsigen Untergründen, sowie Wind- und Strömungsverhältnissen ein überzeugendes Beispiel.


Baue dir deine eigene Karte

Für viele Gewässer im Binnenland gibt es nach wie vor keine Karten oder nur Karten, die viel zu wenig Details zeigen und somit fast wertlos sind. Moderne GPS-Echolote können nicht nur die Tiefendaten aufzeichnen sondern bieten auch noch verschiedene Möglichkeiten, diese Daten sofort oder mit etwas Zeitversatz zu einer eigenen recht genauen Karte zu wandeln. Das funktioniert mit Teilen des Gewässers oder für das ganze Gewässer.

Eigene Echolotdaten kann man auch zu Spezialkarten verarbeiten. Damit ergeben sich zusätzlich zu reinen Tiefenwerten weitere Informationsquellen. Zum Beispiel sind besonders Zander- und Karpfenangler an der Bodenhärte interessiert. Und Raubfischangler generell können über ein Sidescanmosaik oder einer daraus abgeleiteten „Point of interest“-Karte Angelhotspots wie Steinhaufen, versunkenen Bäume, Wracks etc. finden. Selbst die Ausdehnung der Unterwasservegetation lässt sich in gewissen Grenzen ableiten.

Eine eigene Karte zu erstellen ist manchmal aber viel zu aufwendig. Wenn das zu kartierende Revier zu groß ausfällt sollte man auf eine Kaufkarte zurückgreifen. Der Aufwand für eigene Datenaufzeichnung, besonders wenn sie von guter Qualität sein sollen, kann da schon mal sehr hoch sein. Man sollte mit einem Motorboot bei ca.10 ha mit 1 bis 2 h rechnen, die man zum „mitschneiden“ der Daten benötigt. Diesen Vorgang des Daten Sammelns bezeichnet man als „Loggen“. Darüber hinaus kann die eigene Datensammlung manchmal eine Kaufkarte sinnvoll ergänzen. Wenn man bei wechselnder Drift mitloggt, kann man durchaus nebenbei eine große Fläche abgrasen und erstaunlich präzise Karten generieren. Die üblichen Gewässertypen für solche Detailkarten sind alle Meeresgebiete und sehr große Binnenseen.


Abstand halten und automatisch Kanten absuchen

Es gibt noch eine Reihe von Spezialnutzungen von denen wir wenigstens zwei nennen wollen. Manchmal muss man beim Angeln einen bestimmten Abstand halten, etwa in Nähe von Lachsanlagen. Setzt man sich bestimmte Wegpunkte, dann kann man mit der GPS-Abstandsfunktion anhand der Distanzringe, rechtzeitig erkennen, wann es Zeit wird den Motor anzuwerfen um wieder Abstand zu gewinnen. Eine weitere Möglichkeit, bei der auch Karten genutzt werden können ist das Folgen von Tiefenlinien z. B. beim Vertikalangeln mit einem Autopiloten. Obwohl wir bei weitem nicht alle Gründe aufgeführt haben die für die Nutzung von elektronischen Karten sprechen, kennt ihr jetzt schon eine ganze Reihe positiver Aspekte beim Einsatz von elektronischen Karten auf einem GPS-fähigen Gerät.


Für die Bastler unter euch

Allen voran z. B. die Zeit Ersparnis und nicht zu vergessen den FUN-Faktor beim Daten Loggen und dem AHA-Erlebnis, wenn man eine eigene Karte zum ersten Mal betrachtet. Technik begeisterte freuen sich über den zusätzlichen Spaß Faktor generell auf dem Wasser aber auch zu Hause, wenn man mal wieder nicht genug Zeit hat gleich zum Angeln zu gehen, aber doch genug Zeit hat um sich anhand der Karten, den Wetterdaten, des Wasserstands schon mal den nächsten Trip mit dem Boot im Voraus zu planen.

Klar kostet die technische Ausstattung auch Geld für dessen Ausgabe man aber auf vielfache Weise belohnt wird!


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