Wer sein Echolot richtig interpretiert – fängt mehr Fische – Runde 1

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Wer sein Echolot richtig interpretiert – fängt mehr Fische – Runde 1
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Mit dem folgenden Artikel wollen wir eine kleine Beitragsreihe starten, die zeigt wie ihr eurer Echolot richtig lesen und deuten könnt. Viele Boots-Angler entscheiden sich für ein Echolot, um so schneller Fische und Hotspots zu finden. Doch die Ernüchterung kommt schon kurz nach dem teuren Kauf und der Installation, denn die wenigsten Bilder eines Fischfinders sind auf den ersten Blick eindeutig zu interpretieren. Der Laie weiß oft gar nichts mit den Bildern anzufangen und verfährt Kilometer um Kilometer, bevor die Angeln überhaupt das Wasser sehen. Umso wichtiger ist es, sich selbst schlau zu machen, um schneller Fische zu finden und mehr Zeit zum Angeln zu haben.

Das Schlimme ist, dass es die meisten Hersteller von Echoloten nicht schaffen, wichtige und vor allem grundlegende Informationen zum Lesen der Echolotbilder uns Anglern zu vermitteln. Da wird von Frequenzen, DownScan, CHIRP oder was auch immer gefaselt und alle möglichen Details beworben, damit wir uns die teure Elektronik anschaffen. Und dann? Ja, dann ist es größtenteils vorbei mit dem Support … Nun ist man selbst verantwortlich, richtig zu suchen und sich zu informieren … irgendwo in diversen Foren im digitalen Raum des WorldWideWeb’s. Können wir das ändern? Die Vorgehensweiser der Hersteller bestimmt nicht, aber wir können in diesem Artikel zeigen, wie man mit grundlegenden Kenntnissen seine Echolotbilder deuten und interpretieren kann.

Grundlagen der Funktionsweise eines Echlotes

Echolot_Interpretation_fftest_Schall
Die Dauer bis zur Rückkehr der Schallwelle (Echo) ist die Grundlage für die Berechnung der Entfernung zum Objekt.

Zu Beginn möchten wir kurz auf die grundlegende Funktionsweise von Schall unter Wasser eingehen. Der Geber des Echolotes sendet oder pingt einen Ton ins Wasser. Dieser breitet sich kugelförmig in alle Richtungen aus, wobei es die Hersteller von Echoloten geschafft haben den Schall zu konzentrieren und den Ton besonders stark in eine Richtung zu leiten – beim 2D Geber nach unten. Sobald die Schallwelle auf ein Objekt trifft, wird ein Echo erzeugt, dass reflektiert wird. Erreicht das Echo den Geber, berechnet das Echolot die Entfernung vom Geber zum Objekt. Zusätzlich errechnet das Echolot, wie stark das reflektierte Signal ist. Aus dieser Infomation kann auf dem Bildschirm ein möglicher Fisch, Strukturen wie Pflanzen oder der Boden dargestellt werden.

Die Funktionsweise ist grundlegend für das Funktionieren der Echolote bzw. der Unterwasserkommunikation im professionellen Bereich. Der Schall breitet sich mit einer Geschwindigkeit von ca. 1.500 m/s unter Wasser aus. Hat das Wasser unter dem Boot eine Tiefe von 750 m, würde der Schall des Pings eine Sekunde für runter und wieder rauf benötigen.


Aus diesen Berechnungen wird das Bild des Echolotes aufgebaut – Stück für Stück

Echolot-A-Scope-RTS-Interpretation

Alle Echos eines Pings werden vom Echolot erfasst und berechnet. Dann wird jedem Echo eine Farbe als Stärke des Signals zugeordnet und im A-Scope oder RTS angezeigt. Diese beiden Anzeigen eines 2D Echolots passieren in Echtzeit. Alles was dort als Farbpixel auftaucht passiert gerade jetzt. Nach jedem Ping wird das Bild nun nach links geschoben und zeigt uns die Vergangenheit an.

Für uns heißt das, dass alles worauf die meisten auf einem Echolot schauen – nämlich das große Bild – schon längst vergangen ist. Fische die angezeigt werden sind nicht unbedingt mehr da, sondern können weiter gezogen sein. Es ist schon beängstigend, dass das was uns eigentlich interessiert „wo ist der Fisch aktuell“, nur in der klitze-kleinen Anzeige rechts gezeigt wird!!!

Das erschreckende ist, dass Anwender manchmal gar nicht wissen, dass ihr Echolot diese Anzeige überhaupt hat, da man bei einigen Fischfindern diese Option erst im Menü aktivieren muss. Vielen Dank liebe Hersteller – für die ausführlichen Bedienungsanleitungen. Anmerkung: Jeder soll sich den Schuh anziehen, der ihm passt. Einige Echolotanbieter versuchen aber durchaus ihren Job gut zu machen.


Starke und schwache Echos

Echolotbildlesen-Interpretation-Echolotbild

Eine Auflistung und Erläuterung aller Punkte findet ihr hier in diesem Artikel.

Wenn wir ein Echolotbild betrachten, erkennen wir unterschiedlich gefärbte Anzeigen. Fischsicheln sind je nach Farbpalette manchmal blau, gelb, rot oder farblich gemischt. Die Bodenlinie kann schmal, breit oder gelb, weiß oder blau sein. Auch hier spielt die jeweilige Farbpalette wieder eine entscheidende Rolle. In unserem Bild reicht die Farbpalette (Punkt A) von gelb (das stärkste Echo) bis dunkelblau (das schwächste Echo).

Ein starkes Echo wird nahezu immer vom Boden erzeugt. Je dichter also fester der Gewässergrund ist, desto breiter wird die Bodenlinie dargestellt. In unserem Beispiel ist ein sehr harter Boden als eine breite gelbe Bodenlinie erkennbar. Punkt C zeigt auf zwei Bodenausschnitte. Der linke Pfeil zeigt auf eine schmale Bodenlinie (weicher Boden) und der rechte Pfeil des Punktes C zeigt auf eine breite Bodenlinie (harter Boden).


Bei den Fischsicheln gibt es sehr viele Unterschiede:

Blaue Fischsicheln: Ein schwaches Echo (Punkt D). Das kann bedeuten, dass der Fisch recht klein ist und somit kein starkes Echo erzeugt wird. Auch kann der Fisch sich am Rand des Sonarkegels befinden. Hier ist der ausgehende Echolotschall selbst schwächer als im Hauptkegel, so dass auch von großen Fischen nur ein schwaches Echo erzeugt werden kann. Das Fleisch und die Knochen der Fische haben nahezu die gleiche Dichte wie das sie umgebende Wasser. Daher wird von ihnen kaum ein Echo erzeugt. Allein die Schwimmblase, die mit Luft gefüllt ist, ist für 90% der Echostärke verantwortlich.

Gelbe Fischsicheln: Fische mit einer großen Schwimmblase erzeugen ein starkes Echo und Fische mit einer kleinen Schwimmblase ein schwaches Echo. Aus diesem Grund können größere Barsche, die über zwei Luftkammern verfügen, oft als große Fische interpretiert werden. Z.B. kann ein größerer Hecht, der nur über eine Luftkammer verfügt, gleich groß wie die viel kleineren Barsche dargestellt werden. Gelbe Fischsicheln bedeuten, dass der Fisch ein starkes Echo produziert. Entweder ist der Fisch direkt unter dem Geber und erzeugt durch die starke Schallwelle ein starkes Echo oder der Fisch ist sehr goß, steht optimal zum Geber und ist noch am starken äußeren Rand des Geberkegels zu finden.

Auch ein Fischschwarm, den wir in Punkt E erkennen können, kann ein sehr starkes Echo produzieren, da die Schallwelle den Beutefischschwarm nicht durchdringen kann und vollständig refelktiert wird. Viele kleine Luftbalsen ergeben ein starkes Echo.

Rote Fischsicheln: Auch diese kann jeder auf dem Bild erkennen. Sie werden von einem mittel starkem Echo erzeugt und bedeuten kleine mittlere Fische im Hauptkegel oder größere Fische in den seitlichen Bereichen des abgeschwächten Sonarkegels sind.


Tipp

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In welcher Tiefe steht der Fisch?

Echolot Interpretation Airmar-S00004_2_Tiefe_Fisch_Echolotinterpretation

Das Echolot zeigt uns immer die Tiefe des Fisches an. Korrekt oder? Naaaa, also die einzige Tiefe die das Echolot annähernd als Tiefe anzeigt, ist die Tiefe zum Grund. Bei nahezu jeder Fischsichel, die wir auf diesem Bild sehen, können wir nicht sagen, in welcher Tiefe sich der Fisch befand.

Warum?

Der Geber des Echolotes berechnet nur die Entfernung, die das Signal und das zurückkomende Echo benötigen. Aus dieser Zeit wird die Entfernung des Objektes, wie z.B. der Fisch berechnet. Wenn wir also einen Fisch in 7,5 Meter Tiefe auf einem Echolot sehen, wissen wir lediglich, dass dieser 7,5 Meter vom Geber entfernt war. Wir wissen aber noch nicht, ob er sich 7,5 Meter unter, links, rechts, vor oder hinter dem Boot befindet.

Warum ist dann die Grundtiefe korrekt?

Als Bodenlinie wird vom Echolot starken zurückkomenden Echos aus zwei bis drei Pings gebildet. Da das stärkste Signal immer durch eine direkte Reflektion erzeugt wird, kommt auch fast immer das stärkste Echo vom Grund direkt unterhalb des Echolotes zurück. Ausnahmen bestätigen die Regel. Bei zerklüftetem Gewässergrund ist auch die Bodenanzeige nie korrekt.


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Können wir wirklich nie die Tiefe eines Fisches erkennen?

Doch, hier sind drei Merkmale, dass sich der Fisch direkt unter dem Boot befindet.

  1. Der Fisch steht am Grund: An dieser Stelle können wir davon ausgehen, dass der oder die Fische wirklich gerade unter dem Boot sind. Wären sie nicht unterhalb des Bootes, würden sie von der Grundlinie verschluckt und nicht mehr angezeigt werden.
  2. Fische kurz unter der Oberfläche: Fische im Oberwasser durchqueren die schmalste Stelle eines Sonarkegels. Damit kreuzen sie fast immer den stärksten Teil des Schallkegels.
  3. Fische die die stärkste Farbe haben: Schauen wir uns die große fette Fischsichel im Bild an. Sie glüht förmlich an ihrer Spitze. Wenn wir die Fischsichel mit der Farbpalette vergleichen (rechts im A-Scope), erkennen wir das es sich um das stärkste Echo handelt. Aus diesem Grund ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Fisch nicht nur groß ist, sondern sich auch nahezu direkt in 7,5 Meter Tiefe unter dem Boot befindet oder besser befand, da nur hier der Fisch ein solch starkes Echo erzeugen konnte.

Zur Verdeutlichung, dass das Echolot nur die Entfernung zum Fisch misst, haben wir das Prinzip in einer Grafik dargestellt. Beide Hechte haben in diesem Beispiel eine Entfernung

Tiefe_Fisch_Echolotinterpretation

von 7,5 Metern zum Geber. Für uns würden sie als zwei Fischsicheln in gleicher Tiefe auf dem Echolotbildschirm dargestellt werden. Sie würden sich quasi überlagern.

Die Fischsichel am äußeren Rand würde aber wohl in einer schwächeren Farbe dargestellt werden. Die Frage, die man sich stellen muss ist, ob man in diesem Momemt, in dem man zwei große Fischsicheln übereinander auf seinem Echolotbildschirm sieht, für sich interpretieren kann, dass die Fische nicht zwangsläufig in der gleichen Tiefe schimmen bzw. sich am gleichen Ort unter Wasser befinden?


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Der Fisch taucht ab

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Wer kennt dieses Bild nicht? Ein Fisch taucht förmlich ab. In unserem Bild ändert der Fisch seine Tiefe von knapp 11 Meter (A) auf 15 Meter (B). Er schiesst gerade um 3 Meter nach unten, oder?

Falsch – der Fisch taucht nicht ab, sondern er entfernt sich vom Geber. Für uns scheint es nur als ein abtauchen, da ein 3D Bild des Raumes unter Wasser nicht auf einem 2D Bildschirm des Echolotes dargestellt werden kann. Nicht in dieser Anzeige des Fischfinders.

Das hauptsächliche Indiz, dass uns die korrekte Interpretation des entfernen vom Geber erlaubt, ist die Farbveränderung der Fischsichel. Sie ändert sich von rot = starkes Echo (Punkt A) zu grün = mittel starkes Echo (Punk B). Das ist ein einwandfreies Zeichen, dass der Fisch sich entfernt und das Echo schwächer wird. Vielleicht aufgeschreckt von unserem Motor – in welche Richtung auch immer.


Mehr Infos?

So, das war es im ersten Teil der Echolot Interpretation. Im nächsten Teil beschäftigen wir uns mit mit Fischschwärmen und Räubern. Wenn Dir der Artikel gefallen hat und du gespannt auf die nächste Runde zur Echolotinterpretation hast, trage hier einfach Deine Mailadresse ein und wir geben Dir bescheid, sobald er online ist.


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