Hechte angeln – Gibt es falsche oder richtige Köder? – Erweiterung Hechtbuch

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Modernen Fische finden - Der Hecht exklusiv

Gibt es eigentlich falsche und richtige Köder für ein Gewässer? Eine spannende Frage, deren Antwort mit Sicherheit unseren Geldbeutel schonen könnte. Wie toll wäre es vor dem Köderkauf zu wissen, ob er wahrscheinlicher funktionieren wird als ein anderer. In diesem Artikel widmen wir uns mit ein paar wissenschaftlichen Fakten zu diesem Thema.

Grundlage dieses Artikels ist das Kapitel 3.2.2 “Angriff aus dem Hinterhalt oder aktiver Räuber?” Buch: “Modernes Fische finden – Der Hecht

Wie jagt der Hecht seine Beute?

Wir wir bereits in Kapitel 3.2 “Der Hecht und seine Beute” gelernt haben, sind einige Hechte auf bestimmte Beutefische spezialisiert. Sie wissen wie die Beutefische auf einen Angriff reagieren und wohin sie fliehen. Instinktiv stellen die Räuber ihre Angriffe genau auf dieses Fluchtverhalten der jeweiligen Beutefische ab. Nur so werden sie maximalen Erfolg haben. Das trifft allerdings nicht auf alle Hechte zu, denn vor allem lauernde Hechte sind Meister einer effizienten Jagd. Mit möglichst geringem Aufwand wird die Jagd auf die Beute betrieben. Im Ergebnis einer Jagd muss der Hecht mehr Energie aus der Beute ziehen, als er für die Jagd verbraucht hat.


Merke

Daraus resultiert, dass viele Hechte auf genau den richtigen Moment warten, in dem die Beute bzw. unser Köder, eine möglichst leichte Beute darstellt. Wichtig ist also, dass die Instinkte des jeweiligen Hechtes eine erfolgreiche Jagdsituation erfassen. Unser Köder muss je nachdem, welche Beute er darstellt nah am Hecht sein, eine verwundbare oder abgelenkte Beute darstellen etc. Haben wir mit unserem Köder diese Situation geschaffen, ist ein Angriff des Hechtes umso wahrscheinlicher.

Doch wie können wir die richtige Beute in einem Gewässer bestimmen?

Das Trophiesystem (Kap. 2.3) hilft uns, ein Gewässer schnell einzuordnen und z.B. das Vorkommen bestimmter Beute und Raubfische einzuschätzen. Beispielhaft nehmen wir uns diese tollen schicken riesigen 3D Forellenköder zur Brust. Jeder kennt sie.

Coole Best-of-Fotos mit Forellen in verschiedenen Hechtmäulern aus verschiedenen Quellen treffen auf den Leser und … irgendwann, wenn der Eimer leer bleibt, wird man anfällig für diese schicken vielversprechenden Forellenköder. Und dann Boom: tausche 20 € gegen geilen Köder. 

Der Köder ist gekauft und nun soll sich der Erfolg in der Praxis einstellen. Man angelt z.B. an einem flachen und meist wärmeren Gewässer. Forellen kommen dort “natürlich” nicht vor. Wer lauernden Hechten nachstellen möchte, muss sich spätestens jetzt zwingend folgende Frage stellen: 

Macht ein Forellenköder im diesem Gewässer Sinn?

Forellen sind Fische, die kaltes Wasser und einen hohen Sauerstoffgehalt brauchen. Sie kommen natürlich meistens in oligotrophen Gewässern vor. Die heimischen Hechte sind in ihrer Jagd auf bestimmte Beutefische spezialisiert und schießen sich häufig auf ein oder zwei Beutearten ein. Wir wissen das aus mehreren Studien. Welche Beutefische genau das sind, variiert von Gewässer zu Gewässer und variiert auch im Laufe eines Jahres. 

Die Instinkte des Hechtes sind auf Energiesparen ausgelegt. Er ist ein effizienter Jäger. Die meisten wollen Beute machen mit wenig Aufwand. Ein Angriff muss erfolgreich sein. Doch wie greift man eine Beute an, die so anders aussieht? Wie wird die Beute auf den Angriff reagieren? In welche Richtung wird sie fliehen? Dies sind Fragen, die die Instinkte des Hechtes beschäftigen, wenn er seine Beute sehen kann. 

Je klarer das Wasser ist, desto besser ist eine Beute bzw. unser Köder für einen Hecht sichtbar. Das Aussehen fließt in seine Entscheidung für oder gegen einen Angriff mit ein. Im trüben Wasser zählen vielleicht mehr die Konturen oder Vibrationen der Beute bzw. des Köders, und das Aussehen spielt eine weniger wichtige Rolle. 

Wir können Folgendes festhalten: Der Hecht ist ein effizienter Räuber und wendet für verschiedene Beutefische spezifische Jagdtaktiken an. Wir sollten das bei unserer Köderwahl unbedingt beachten! Der Hecht weiß, wie ein Barsch oder wie ein Rotauge flieht und kann seinen Angriff entsprechend darauf vorbereiten. Bei einer neuartigen Beute weiß der einzelne Hecht dagegen nicht instinktiv, wie sie reagieren wird. Aggressiven und aktiven Hechten wird das wahrscheinlich egal sein, solange die Situation als willkommene Gelegenheit erscheint.

Merke

Wir sind der Meinung, dass eine neuartige Beute den einen Hecht neugierig machen wird, während sie andere Hechte kalt lassen wird. Hechte fressen oft wenig und haben viel Zeit auf den richtigen Moment zu warten.

Am Ende wird für ihn entscheidend sein, leichte Beute zu machen. Wenn er den Forellenköder als Gelegenheit sieht, schnell und einfach an Beute zu kommen, wird er ihn attackieren. Wenn nicht, dann nicht. Wir sollten immer bedenken, dass es einen guten Grund gibt, warum viele Hechte vorwiegend die gleichen Beutefische jagen. Je trüber das Wasser, desto experimentierfreudiger können wir in der Köderauswahl sein.

 

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