Deeper · Auswerfen, vermessen und Angelplätze eingrenzen
Deeper CHIRP+ 4: Was bringen die neuen Funktionen gegenüber dem CHIRP+ 3?
Kurzantwort: Der CHIRP+ 4 ergänzt die auswerfbare Sonartechnik um KI-gestützte Fischerkennung und erweiterte persönliche Karten für Bewuchs und Bodenhärte. Der CHIRP+ 3 konnte bereits eigene 3D-Tiefenkarten erstellen. Ein Wechsel ist deshalb vor allem dann interessant, wenn die zusätzlichen Auswertungen eine konkrete Frage am eigenen Gewässer beantworten – nicht allein wegen der neuen Modellnummer.
Welche Daten sind beim Deeper CHIRP+ 4 entscheidend?
Der CHIRP+ 4 ist ein auswerfbares Sonar mit eigener Ortung und WLAN-Verbindung zum Smartphone. Es liefert Messungen unter dem schwimmenden Geber. Es ist weder ein nach vorn gerichtetes Live-Sonar noch ein SideScan-System, das den gesamten Bereich neben der Wurfbahn abbildet.
| Gewicht | 94 g |
|---|---|
| Sendekegel / Nennfrequenz | 7° / 675 kHz; 20° / 240 kHz; 47° / 100 kHz |
| Tiefenbereich / Verbindung | 0,15–100 m; WLAN-Reichweite bis 120 m laut Hersteller |
| Zieltrennung | 1 cm beim schmalen Kegel; 2,4 cm bei den anderen Kegeln |
| Akkulaufzeit | GPS an: bis 9 Stunden; GPS aus: bis 15 Stunden |
| Laden | USB-C; 80 % in 60 Minuten, 100 % in 110 Minuten laut Hersteller |
| Ortung | GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou und QZSS |
Datenbasis: Deeper CHIRP+ 4 – technische Spezifikation. Reichweite, Laufzeit und Zieltrennung sind Herstellerangaben, keine eigenen Messwerte. Für die Ladeangaben wird ein passendes 5-V-/2-A-Netzteil benötigt.

Die Zieltrennung darf man nicht als Mindestgröße eines erkennbaren Fisches lesen. Sie beschreibt unter passenden Bedingungen die Unterscheidbarkeit benachbarter Echos. Ein ein Zentimeter großes Tier wird dadurch nicht automatisch sicher erkannt, vermessen oder einer Art zugeordnet.
Für den Angeltag zählt außerdem das Smartphone. Ein voller Sonarakku hilft wenig, wenn das Telefon nach mehreren Stunden mit hellem Bildschirm leer ist. Ladestand, Wetterschutz und eine erreichbare Bedienposition gehören deshalb ebenso zur Vorbereitung wie Rute und Schnur.
Welche Neuerungen rechtfertigen überhaupt einen Vergleich?
Die wichtigsten neuen Schwerpunkte sind automatische Fischerkennung und die erweiterte Kartenauswertung von Bewuchs und Bodenhärte. Eigene 3D-Tiefenkarten allein sind kein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem CHIRP+ 3.
Das ergibt sich aus der Deeper-Modellgegenüberstellung und der CHIRP+‑4-Produktbeschreibung. Die Neuerungen betreffen also nicht nur die Frage, wie tief gemessen werden kann. Interessant ist, welche zusätzlichen Informationen man aus einer vorhandenen Aufzeichnung gewinnen möchte.
Wer bisher hauptsächlich die Tiefe an einer Spundwand, einer Kante oder einem freien Bereich vor dem Ufer kontrolliert, sollte den Wechsel nicht mit Funktionen begründen, die später kaum benutzt werden. Wer dagegen wiederholt dieselben Wurfsektoren kartiert und freie Stellen zwischen Bewuchs sucht, könnte von der zusätzlichen Darstellung profitieren. Ob sie am eigenen Gewässer zuverlässig genug hilft, ist eine Frage für eine echte Erprobung.
Der CHIRP+‑3-Artikel bleibt deshalb separat bestehen. Er beschreibt den Vorgänger, statt dessen Erfahrungen nachträglich dem neuen Modell zuzuschreiben. Einen belastbaren Vergleich der tatsächlichen Erkennungsleistung beider Geräte können Herstellerbilder nicht ersetzen.
Vor dem Kauf sollte man die benötigten App-Funktionen mit dem aktuellen Konto- und Tarifumfang abgleichen. Eigene Karten, weltweiter Kartenzugriff und mögliche Premiumleistungen sind nicht automatisch dasselbe. Eine kostenlose Beigabe für einen Zeitraum ist außerdem etwas anderes als dauerhaft kostenloser Zugriff auf sämtliche Dienste.
Kann die KI erkennen, ob unter dem Deeper ein Zander steht?
Eine automatische Fischmarkierung ist kein verlässlicher Nachweis einer bestimmten Fischart. Die KI soll bei der Einordnung von Signalen helfen. Daraus folgt weder eine hier belegte Erkennungsquote noch die Aussage, dass jeder markierte Fisch fangbereit ist.
Am Wasser wäre eine sinnvolle Vorgehensweise, Markierung und zugrunde liegendes Sonarbild gemeinsam anzusehen. Taucht das Signal bei einem weiteren Zug wieder auf? Liegt es an einer erkennbaren Struktur oder könnte Bewuchs die Interpretation erschweren? Die Wiederholung macht aus der KI-Ausgabe keine Gewissheit, liefert aber mehr Anhaltspunkte als ein einzelnes Symbol.
Auch das Fehlen von Markierungen beweist nicht, dass der gesamte Angelbereich leer ist. Der Geber hat eine begrenzte Abdeckung. Fische außerhalb dieses Bereichs oder dicht am Grund können in der Darstellung schwerer einzuordnen sein. Man sollte deshalb nicht nach einem unauffälligen Zug sofort den ganzen Abschnitt abschreiben.
Für den Angelversuch bleibt die Frage entscheidend, welche beobachtbare Information vorliegt: Tiefenwechsel, Bewuchs, wiederholte Echos oder tatsächliche Kontakte. Die automatische Auswertung kann das Lesen unterstützen, aber kein Wissen über das Gewässer ersetzen. Die allgemeinen Grundlagen sind unter Echolotbilder richtig interpretieren erklärt.
Ein zukünftiger eigener Test sollte genau diese Grenze untersuchen: gleichartige Strecken, dokumentierte Einstellungen, wiederholte Würfe und nachvollziehbare Gegenkontrollen. Ohne solche Daten wäre ein Urteil wie „erkennt Fische zuverlässig besser als der Vorgänger“ nicht begründet.
Wie viel Gewässer sieht ein einzelner Wurf wirklich?
Der Deeper misst unter seiner tatsächlichen Position, nicht im gesamten Bereich zwischen Angler und Geber. Der Sendekegel wird mit zunehmender Tiefe breiter. Deshalb kann ein Echo innerhalb desselben Bildes aus unterschiedlichen seitlichen Positionen stammen.
Als reine Geometriehilfe: In fünf Metern Tiefe ergeben die nominellen Winkel 7°, 20° und 47° rechnerisch Durchmesser von ungefähr 0,61 m, 1,76 m und 4,35 m. Berechnet wird 2 × Tiefe × tan(Winkel/2). Das ist eine idealisierte Kegelskizze, keine Messung der tatsächlichen Erkennungsfläche oder Reichweite dieses Geräts.
Ein breiter Kegel erfasst mehr Umgebung, ordnet ein einzelnes Echo aber nicht automatisch genauer zu. Ein schmaler Kegel grenzt den betrachteten Bereich stärker ein, kann danebenstehende Fische dafür leichter verfehlen. Die passende Einstellung hängt von der Frage ab: zunächst suchen oder einen bereits eingegrenzten Bereich genauer betrachten?
Bei Wind kann der Geber seitlich von der gedachten Wurfbahn abdriften. Dann wird eine andere Strecke gemessen als die Linie, die man vom Ufer aus im Kopf hat. Auch ein schneller, ungleichmäßiger Zug erschwert den Vergleich. Mehrere kontrollierte Würfe liefern oft eine verständlichere Grundlage als ein maximal weiter Wurf.
Eine Tiefenanzeige unter dem Deeper sagt zudem nicht, dass der Köder später genau dort in derselben Höhe läuft. Schnurbogen, Wurfrichtung, Absinkzeit und Köderführung bleiben eigenständige Aufgaben.
Wie helfen die neuen Karten beim Finden von Angelplätzen?
Die Karten können Hinweise auf Übergänge und freie Bereiche sammeln, die bei einzelnen Würfen schwer zu überblicken sind. Sie sind aus Sonarmessungen abgeleitete Darstellungen und keine fotografische Aufnahme des Gewässergrunds.

Man könnte eine erreichbare Bucht zunächst fächerförmig absuchen. Wiederholt erkennbare Tiefenwechsel und Übergänge zwischen Bewuchs und freiem Grund werden festgehalten. Beim nächsten Durchgang werden besonders interessante Bereiche enger untersucht. So entsteht schrittweise ein Bild, statt aus einem einzelnen Wurf bereits einen vollständigen Gewässerplan abzuleiten.
Eine als härter dargestellte Zone kann einen Versuch wert sein, etwa als freier Bereich zwischen weicherem Grund und Bewuchs. Sie ist aber kein Beweis für Kies, Muscheln oder eine bestimmte Bodenart. Die Einordnung sollte, soweit erlaubt und praktikabel, durch weitere Beobachtungen oder vorsichtiges Ertasten des Grunds ergänzt werden.
Wichtig ist auch der Zeitpunkt. Bewuchs verändert sich im Jahresverlauf; eine im Frühjahr freie Stelle kann später anders aussehen. Kartendaten mit Datum und kurzen Notizen sind deshalb wertvoller als eine scheinbar zeitlose bunte Fläche.
Wie könnte ein sinnvoller Ablauf beim Uferangeln aussehen?
Man beginnt mit einer konkreten Frage und einem überschaubaren Wurfsektor. Zum Beispiel: Wo endet das Kraut, wie tief liegt der freie Streifen und lässt sich dieser Bereich später mit dem Köder erreichen?
- Erlaubnis und Ausrüstung prüfen: Der Einsatz eines Echolots muss am Gewässer erlaubt sein. Rute, Schnur, Befestigung und Wurfablauf müssen zum Gerätegewicht passen.
- Vergleichbare Würfe setzen: Mehrere Richtungen mit kontrolliertem Einholen abdecken, statt nur maximale Entfernung zu suchen.
- Auffälligkeit wiederholen: Einen Tiefenwechsel oder eine freie Stelle erneut anwerfen und die Beobachtung vergleichen.
- Angelversuch planen: Wurfrichtung, Ködertiefe und Hindernisse berücksichtigen. Die Karte zeigt eine Möglichkeit, noch keinen Fang.
Für Karpfen könnte ein erreichbarer freier Streifen zwischen Bewuchs interessant sein. Für Barsche wäre vielleicht der Übergang zu tieferem Wasser der bessere Ausgangspunkt. Bei beiden Ideen bleibt offen, ob die Fische den Bereich zum fraglichen Zeitpunkt nutzen.
Die beworbene WLAN-Reichweite ist keine Aufforderung, um jeden Preis so weit zu werfen. Wurfkontrolle, Empfangsbedingungen, Hindernisse und sichere Rückholung setzen eigene Grenzen. Nach einem Verbindungsabbruch sollte man zuerst die Situation und Gerätevorgaben prüfen, nicht unkontrolliert weiterwerfen.
Zum Laden und Öffnen des Geräts gelten die Herstellerhinweise. Feuchtigkeit an Kontaktstellen oder eine unsauber geschlossene Abdeckung sind vermeidbare Risiken. Ersatzweise „irgendein starkes Ladegerät“ anzuschließen ist keine sinnvolle Abkürzung; maßgeblich sind die elektrischen Vorgaben.
Lohnt der Umstieg vom CHIRP+ 3 auf den CHIRP+ 4?
Ein Umstieg ist vor allem dann plausibel, wenn Bewuchs- und Bodenkarten oder die zusätzliche Signalauswertung regelmäßig gebraucht werden. Wer mit dem CHIRP+ 3 bereits die benötigten Tiefen und Strukturen findet, hat durch die Modellnummer allein keinen zwingenden Wechselgrund.
Ist CHIRP+ 4 ein Ersatz für Live-Sonar auf dem Boot?
Nein. Die Blickrichtung, Abdeckung und Arbeitsweise unterscheiden sich grundlegend. Eine persönliche 3D-Karte ist kein laufendes dreidimensionales Bild sämtlicher Fische im Gewässer.
Hält der Akku beim Kartieren 15 Stunden?
Diese Zahl darf nicht pauschal für den GPS-Betrieb verwendet werden. Deeper unterscheidet bis neun Stunden mit eingeschaltetem GPS und bis 15 Stunden ohne GPS. Bedingungen und Smartphone-Laufzeit müssen zusätzlich berücksichtigt werden.
Was wäre die Alternative ohne Modellwechsel?
Am vorhandenen Gerät Sendekegel, Einholgeschwindigkeit und Kartenaufzeichnung gezielt üben. Der Deeper-Einstieg bündelt vorhandene Artikel und historische Tests. Der Wurfecholot-Vergleich ergänzt andere Geräte, ohne diese Beratung als eigenen Praxistest auszugeben.
