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Lowrance · Struktur suchen und gezielt nachrüsten

Lowrance Elite FS 9: Was braucht man wirklich zum Fischefinden?

Fischfindertest Redaktion · Stand: 18. September 2026

Kurzantwort: Das Elite FS 9 ist ein ausbaufähiges Echolot mit Kartenplotter. Im hier betrachteten ROW-Paket liefert der Active-Imaging-3-in-1-Geber CHIRP, DownScan und SideScan. ActiveTarget 2 und Active Imaging HD sind dagegen zusätzliche Ausbaustufen – nicht Fähigkeiten, die der mitgelieferte Geber durch ein Update einfach dazubekommt.

Welches Elite FS 9 wird hier eingeordnet?

Gemeint ist das 9-Zoll-Gerät mit Active Imaging 3-in-1, Artikelnummer 000-15693-001. Angebote ohne Geber und Pakete mit anderem Zubehör sind nicht direkt vergleichbar. Die Bezeichnung „Elite“ allein reicht außerdem nicht: Ältere Elite-Ti-Tests beschreiben eine andere Gerätegeneration.

Modellspezifische Herstellerangaben, Abgleich September 2026
Display9 Zoll; 800 × 480 Pixel; Multi-Touch mit ergänzenden Tasten
Geber im betrachteten PaketActive Imaging 3-in-1: CHIRP, DownScan und SideScan
VerbindungenEin Ethernet-Port; NMEA 2000; ein Geberanschluss
KartensteckplatzEin microSD-Steckplatz, bis 32 GB
Versorgung10,8–17 V; Herstellerangabe 2 A bei 13 V und voller Beleuchtung
Karten / ErweiterungROW-Basiskarte; Detailkarten und Live-Sonar separat einplanen

Modellabgleich: Lowrance Elite FS 9, ROW-Paket. Preis, Verfügbarkeit und Kartenbeigaben sind nicht Bestandteil dieser Gerätebewertung.

Lowrance Elite FS 9 mit geteiltem Sonarbild und Bedientasten
Das Elite-FS-9-Display. Die Bildquelle zeigt die Variante ohne Geber; das Foto belegt keinen vollständigen Paketinhalt. Bildquelle: Herstellerdarstellung; kein eigener Testmitschnitt.

Für die Kaufentscheidung sollte man zunächst festhalten, welche Information bisher fehlt. Ist die Tiefe bekannt, aber nicht der Verlauf einer Krautkante neben dem Boot? Oder werden Strukturen gefunden, aber beim nächsten Besuch nicht wiedererkannt? Im ersten Fall hilft eine Seitenansicht, im zweiten eine nachvollziehbare Karten- und Wegpunktarbeit. Beides ist konkreter als die Frage nach dem Gerät mit den meisten Funktionen.

Was zeigen Active Imaging und FishReveal tatsächlich?

Active Imaging 3-in-1 verbindet drei Sonaransichten mit unterschiedlichen Aufgaben. CHIRP dient der klassischen Echodarstellung, DownScan der strukturbetonten Ansicht unter dem Boot und SideScan der Suche zu beiden Seiten. FishReveal kombiniert CHIRP-Fischsignale mit der DownScan-Darstellung.

Der Active-Imaging-3-in-1-Geber arbeitet mit 83/200 kHz für das klassische Sonar und 455/800 kHz für die bildgebenden Ansichten. Das sind Angaben zum konkreten Geber, keine Aussage, dass jede Frequenz unter allen Bedingungen gleich gut funktioniert.

Beim Überfahren eines versunkenen Baums könnte DownScan helfen, aufragende Äste deutlicher vom Grundverlauf zu unterscheiden. CHIRP liefert dazu eine andere Darstellung der Echos im erfassten Bereich. FishReveal kann die Suche nach Fischsignalen in dieser Struktur erleichtern. Es erkennt aber keine Fischart und entscheidet auch nicht, ob ein Fisch gerade frisst. Ein hervorgehobenes Signal ist zunächst ein Anlass zum genaueren Hinschauen.

SideScan erweitert vor allem die Suchfläche. Eine seitlich liegende Erhebung muss nicht direkt überfahren werden, um auffällig zu werden. Schatten und Objektform helfen bei der Einordnung. Aus einem hellen Fleck allein folgt hingegen kein harter Grund. Entfernung, Geberlage, Einstellungen und die Form des Untergrunds beeinflussen das Bild ebenfalls.

Wer noch unsicher ist, welche Bildhälfte welche Richtung zeigt, sollte zunächst eine bekannte Struktur abfahren. Ein überschaubarer Vergleich am eigenen Gewässer ist hilfreicher als der Versuch, aus jedem Echo sofort einen Fisch zu machen. Die Grundlagen erklärt der Beitrag Echolotbilder richtig lesen.

Wie nutzt man das System bei der Suche nach Barschen und Zandern?

Man sucht zunächst eine nachvollziehbare Kombination aus Struktur und möglichen Beutehinweisen. Die Fischart lässt sich aus dem Display nicht sicher bestimmen. Das Echolot grenzt einen Bereich ein; Beobachtungen, Jahreszeit und tatsächliche Kontakte entscheiden, ob die Annahme trägt.

Bei einer Krautkante könnte man parallel zu ihrem Verlauf fahren und auf Unterbrechungen achten. Eine Einbuchtung, ein freier Streifen oder ein Übergang zu tieferem Wasser lässt sich als Wegpunkt festhalten. Interessant wird die Stelle nicht allein durch ihre schöne Form. Erst weitere Hinweise, etwa wiederholt sichtbare Echos in ihrer Nähe, rechtfertigen eine genauere Prüfung.

  1. Suchfahrt eingrenzen: Ein Plateau oder einen begrenzten Uferabschnitt auswählen, statt ständig den gesamten See neu zu beginnen.
  2. Gleichmäßig beobachten: Mit vergleichbarer Geschwindigkeit fahren und Reichweite sowie Kontrast nicht bei jeder Auffälligkeit gleichzeitig verändern.
  3. Struktur kontrollieren: Einen markierten Bereich aus anderer Richtung erneut ansehen. Eine einzelne Aufnahme kann durch die Fahrtrichtung täuschen.
  4. Boot positionieren: Drift, Wind und die gewünschte Köderbahn berücksichtigen. Der Wegpunkt liegt am interessanten Bereich, nicht zwangsläufig dort, wo das Boot stehen sollte.

Für Zander könnte eine Kante mit angrenzendem flacherem Jagdbereich Anlass sein, unterschiedliche Tiefen abzuangeln. Für Barsche wären kleine Unterbrechungen einer ansonsten gleichförmigen Struktur einen Versuch wert. Das sind überprüfbare Angelideen, keine automatisch aus dem Sonar abgeleiteten Standortgarantien.

Bleiben Kontakte aus, lohnt der Blick zurück auf die ursprüngliche Annahme: Wurde tatsächlich Beute gesehen oder nur Bewuchs? Ist die gewählte Ködertiefe passend? Ein anderes Ködermodell löst diese Fragen nicht von allein.

Welche Erweiterungen benötigt man für Active Imaging HD und ActiveTarget 2?

Für Active Imaging HD am Elite FS werden ein S3100-Sonarmodul und ein passender HD-Geber benötigt. Für ActiveTarget 2 braucht man dagegen dessen eigenes Live-Sonarsystem. Das sind verschiedene Anschaffungen für verschiedene Aufgaben.

Das Lowrance S3100 ermöglicht die entsprechende HD-Erweiterung kompatibler Geräte. Man sollte sich das gewünschte Ergebnis schriftlich im Angebot zuordnen lassen: Welche Gebervariante liefert welche Ansicht? Insbesondere FishReveal im SideScan darf nicht aus der vorhandenen FishReveal-Funktion im DownScan abgeleitet werden.

Live-Sonar ist eher dann eine sinnvolle Ergänzung, wenn man Bewegungen im ausgerichteten Sektor beobachten möchte. Es ersetzt keine flächige Suche mit Karte und Seitenansicht. Wer noch keine brauchbaren Bereiche findet, bekommt durch einen zusätzlichen Live-Geber zunächst mehr Bilder, aber nicht automatisch einen besseren Suchplan.

Vor einer Nachrüstung gehören Display, Module, Geber, Kabel, Halterung und zusätzliche Stromaufnahme auf dieselbe Liste. So wird sichtbar, ob ein schrittweiser Ausbau sinnvoll bleibt oder ein anders zusammengestelltes Gesamtsystem günstiger zur Aufgabe passt. Ein vermeintliches Schnäppchen ohne die benötigten Komponenten kann diese Entscheidung verzerren.

Wo sollten Display und Geber am Boot sitzen?

Der SideScan-Geber braucht freie Sicht zur Seite; ein Live-Geber zusätzlich eine nachvollziehbare Blickrichtung. Rumpf, Motor und Anbauteile dürfen die benötigte Ansicht nicht verdecken. Verwirbeltes, luftdurchsetztes Wasser kann die Darstellung beeinträchtigen.

Für ActiveTarget kann eine drehbare Geberstange an der Bootsseite sinnvoll sein. Man kann den erfassten Sektor dann unabhängig von der Bootsrichtung schrittweise über die Seite führen. Ein fest nach vorn gerichteter Geber schaut dagegen nicht automatisch zum seitlich geworfenen Köder. Weder die Drehung noch die Live-Anzeige ergibt eine gleichzeitige Rundumsicht.

Rückseite des Elite FS 9 mit Anschlüssen und Gerätebügel
Die Rückseite macht deutlich: Kabelwege und Platz hinter dem Display gehören zur Planung. Bildquelle: Herstellerdarstellung; kein eigener Testmitschnitt.

Beim Display sollte man aus der tatsächlichen Angelposition prüfen, ob Entfernungszahlen und kleine Signale lesbar bleiben. Eine Karte neben einem Sonarfenster ist etwas anderes als vier kleine Ansichten. Im Zweifel helfen zwei gespeicherte Bildschirmaufteilungen: eine für die Suchfahrt, eine für das Angeln am gefundenen Bereich.

Aus der angegebenen Stromaufnahme ergibt sich als erste Rechnung: 2 A × 8 Stunden = 16 Ah nur für das Display mit Sonarbetrieb unter der genannten Herstellerbedingung. Das ist keine gemessene Tageslaufzeit. Reserve, nutzbare Akkukapazität und weitere Verbraucher kommen hinzu. Ein zusätzliches Sonarmodul darf dabei nicht vergessen werden.

Absicherung, Leitungsquerschnitt und Steckverbindungen werden nach den jeweiligen Installationsanleitungen ausgelegt. Der Echolot-Akku-Ratgeber hilft bei der Einordnung der Stromversorgung. Eine hohe Ah-Zahl gleicht schlechte Kontakte oder zu großen Spannungsabfall nicht aus.

Was sollte man bei einer Vorführung selbst ausprobieren?

Eine kurze Bedienprobe sollte den späteren Angelablauf nachbilden. Man lässt sich nicht nur eine fertige Demo zeigen, sondern setzt selbst einen Wegpunkt, öffnet die Karte und wechselt zurück zur gewünschten Sonaransicht. Dabei wird sichtbar, ob wichtige Handgriffe ohne langes Suchen gelingen.

Hilfreich ist außerdem der Vergleich einer großen Einzelansicht mit dem geplanten geteilten Bildschirm. Werden die Skalen zu klein oder überdecken Menüs relevante Bereiche, sollte man die Aufteilung verändern. Vorführbilder sagen nichts über die eigene Gebermontage aus; sie können aber durchaus zeigen, ob die Bedienung zur geplanten Nutzung passt.

Sind brauchbare Gewässerkarten schon enthalten?

Die ROW-Basiskarte ist nicht gleichbedeutend mit einer detaillierten Tiefenkarte des eigenen Sees. Kartenregion, freigeschaltete Inhalte und Updatebedingungen müssen zum konkreten Angebot passen.

Man sollte vor dem Kauf einen tatsächlich befischten Bereich auf der vorgesehenen Karte prüfen. Sind nur Uferumrisse vorhanden oder wirklich brauchbare Tiefeninformationen? Selbst detaillierte Linien sind kein Beleg dafür, dass jede kleine Kante aktuell vermessen wurde. Eigene Beobachtungen und Kontrollfahrten bleiben notwendig; einen Einstieg bietet der Ratgeber zu Gewässerkarten.

Ethernet und NMEA 2000 erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Für eine geplante Kombination aus zweitem Bildschirm und Sonarmodul sollte man deshalb nicht lediglich Steckertypen zählen. Die gewünschte Datenfreigabe muss für die konkreten Geräte bestätigt sein. Beim FS 9 steht ein Ethernet-Port zur Verfügung; mehrere Netzwerkteilnehmer können zusätzliche Netzwerkhardware erfordern.

Wann reicht das Elite FS 9 – und wann lohnt der Vergleich mit HDS PRO?

Das Elite FS ist besonders interessant, wenn Kartenarbeit und klassische Strukturansichten im Mittelpunkt stehen und der Ausbau überschaubar bleibt. Beim HDS PRO 9 sollte man den Nutzen der höheren Displayauflösung und des direkten HD-Geberaufbaus gegen den vollständigen FS-Ausbau vergleichen.

Nicht jede Vernetzungsfunktion ist ein exklusiver HDS-Vorteil. Man sollte konkrete Aufgaben vergleichen, keine pauschalen Aussagen wie „nur das teure Gerät kann vernetzt werden“. Umgekehrt macht die gleiche Bildschirmdiagonale beide Geräte nicht gleich: Bildauflösung, Bedienung und der Weg zur gewünschten Sonaransicht unterscheiden sich.

Ist ein vorhandenes Elite FS automatisch veraltet?

Nein. Solange es die benötigten Informationen zuverlässig liefert und das Zubehör passt, ist die Modellneuheit allein kein Grund zum Austausch. Erst eine konkrete Grenze – etwa die Lesbarkeit oder ein geplanter Ausbau – macht den Vergleich sinnvoll.

Ist das hier ein Elite-FS-Praxistest?

Nein. Es fehlen eigene vergleichbare Aufnahmen, Messungen und dokumentierte Angeltage mit diesem Aufbau. Die Lowrance-Übersicht trennt vorhandene historische Tests von neuen Geräteberatungen. Der Echolot-Vergleich ordnet Alternativen anderer Hersteller ein.