Erfolgreich angeln mit Navionics-Karten im Jahr 2022 🏆 klappt das wirklich? 🎣

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Im Bereich elektronische Navigation und Hotspotsuche auf dem Wasser ist der italienische Hersteller Navionics der bekannteste, da er die Hardware (Kartenplotter) unterschiedlicher Anbieter genauso wie mobile Geräte (Handy und Tablet) bespielen kann. Er gilt deshalb zu Recht als Marktführer im Bereich digitaler Seekarten und Karten für das Angeln.

Nach der Umstrukturierung im Zuge der Fusion mit Garmin (2017) hat Navionics seine Vormachtstellung beim Angebot und der Vermarktung von elektronischen Gewässerkarten noch weiter ausgebaut.

Mit dem ersten integrierten Navionics-Garmin-Datenprodukt (erschienen 2019) bedient der Hersteller praktisch den gesamten Kartenplottermarkt. Auch, wenn die Garmin-Bluechart-G3-Karten nicht mit den Navionics-Produkten für die anderen Echolot-Hersteller kompatibel sind.

Zusätzlich hinzu kommt noch der riesige Anwender-Pool der Navionics-App über Smartphone und Tablet (Android gleichermaßen wie Apple iOS).

Bleibt die Frage, welche Vorteile wir als Angler und Bootsfahrer von den Navionics-Karten haben – und ob wir überhaupt Seekarten bei unserer Lieblingsbeschäftigung brauchen? Diese Frage wollen wir in weiterer Folge des Beitrags klären. Genauso wie wir weitere häufig gestellte Fragen zum Thema Navionics nicht unbeantwortet lassen wollen.

Inhaltsverzeichnis

Welche Karten werden von Navionics angeboten?

Navionics verfolgt zwei Produktlinien an Gewässer- und Seekarten, die sich in einigen Ausstattungsdetails unterscheiden.

  1. Navionics+
  2. Navionics Platinum+

Navionics+ (die Standardlösung): Liefert vollständige Seekarteninformationen von Küstennähe bis zum offenen Meer, sowie Navigationsdaten zu Flüssen und rund 40 000 Binnengewässern auf der ganzen Welt.

Neben umfassendem Kartenmaterial (Navigationskarten), beinhaltet Navionics+ genauso Bathymetrie-Karten (Angelkarten) mit hochauflösenden Tiefenlinien (Tiefenkarten) sowie eine Vielzahl von lokalen Informationen (Community-Edits).

Erweiterte Funktionen wie Autorouting (Steg-zu-Steg-Navigationsvorschlag), Sonar Charts Live (Erstellen von eigenen Karten) und eine Vielzahl von Optionen für personalisierte Einstellungen sind ebenfalls integriert.

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Navionics+ Charts Angelkarte auf einem Lowrance HDS Carbon. Der Ausschnitt zeigt eine Fjordpassage südlich von Tromsö (Norwegen) mit bereits gesetzten Wegpunkten (Nr. 5 – 11), wo Hotspots vermutet werden.

Navionics Platinum+: Hat zusätzlich zu allen Navionics+-Funktionen Panoramafotos und Luftaufnahmen (z.B. Hafenanlagen), Satelliten-Overlay, 3D-Ansichten sowie Relief Shading integriert. 

Mit 3D erhalten sowohl die Navigations- als auch die Angelkarten reliefähnliche Ansichten, die von vielen Petrijüngern zur besseren Beurteilung der Gewässerstrukturen sehr geschätzt werden.

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Navionics Platinum+ Angelkarten auf einem Lowrance Elite Ti2. Der Gewässerausschnitt wird in 3-D dargestellt und ermöglicht eine sehr detaillierte Analyse der Verhältnisse unter Wasser.
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Beispiel für eine Navionics Platinum+ Seekarte in der 3D-Ansicht.

Was kostet Navionics?

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Der Preis um die Navionics-Karten zu kaufen hängt einerseits von der Version (Navionics+ oder Platinum+), zweitens vom abgedeckten Gebiet (die Gewässer der Welt sind in verschiedene Regionen eingeteilt) und drittens vom Zugang (SD-Karten für Kartenplotter oder Boating-App für Mobilgeräte) ab.

Im Folgenden siehst Du den Überblick über die aktuellen Preise (April 2022).

SD-Karten:

  1. Navionics+ und Garmin Navionics+: Normale Größe (160 €) und Übergröße (200 €).
  2. Platinum+ und Garmin Navionics Vision+: Normale Größe (250 €) und Übergröße (350 €).

Hier erhältst Du weitere Informationen zu den Preisen der Navionics-Karten für Kartenplotter.

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Drei Beispiele für die Gebietsabdeckung bei Navionics+, die unseren heimischen Bereich Deutschland mit einschließen. Die beiden ersten Karten sind „large“, die dritte „small“. Von links nach rechts: Europa Mitte und West, Baltic, Deutschland Binnengewässer. Bei Navionics Platinum+ sind die Gebietseinteilungen etwas anders.

Boating-App:

Hier hängen die Preise im Wesentlichen vom ausgewählten Gebiet ab, sind für Android und iOS dieselben und darüber hinaus bei weitem günstiger als wie für die SD-Karten für Kartenplotter.

Wir nutzen beispielsweise die Karte Central & Westeuropa auf unseren iPhones. Dafür zahlen wir jährlich 34,99 €. Die Karte Skagerrak & Kattegat würde uns 89,99 € im Jahr kosten. Wenn man vergleicht, was die Preise für Navionics+-Karten für die Echolote selbst kosten, ist der Preis ein Witz. Für unser Raymarine Dragonfly Pro 5 haben wir für die selbe Karte stolze 199 € auf den Tisch legen müssen.

Hier erhältst Du weitere Informationen zu den Preisen für die Karten in der Navionics-Boating-App.

Sowie auch die Antwort auf die Frage: Ist Navionics kostenlos?

Denn nein, ganz offensichtlich ist es das nicht. Die einzige (eingeschränkt nutzbare) Möglichkeit Navionics kostenlos zu nutzen ist über die Web-App. Diese beinhaltet alle Navionics+-Karten inklusive einiger eingeschränkter Funktionen.

Du kannst also ein Mobilgerät Deiner Wahl mit ans Wasser nehmen und z.B. zur Hotspotsuche einsetzen. Einzige Voraussetzung: Eine mehr oder weniger stabile Internetverbindung.

Anmerkung: Sowohl die SD-Karten als auch die Boating-App kommen im Abonnement. Dieses muss jährlich erneuert werden. Für die App fällt dabei neuerlich der volle Preis an, für die Kartenplotter-Version die Hälfte. Prinzipiell können die Navionics-Karten auch ohne Erneuerung des Abonnements weiter verwendet werden. Dann sind jedoch die Funktionen eingeschränkt und das Kartenmaterial wird nicht mehr aktualisiert. Sprich es ist kein Update mehr möglich.

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Was kostet die Navionics Boating App? Zwischen 20 und weit über 100 € - Immer in Abhängigkeit vom ausgewählten Gebiet. Hier siehst Du die aktuellen Preise (April 2022) für ein paar der aktuell erhältlichen - inklusive dem Mittelmeer oder der Ostsee.

Wie aktualisiere ich Navionics?

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Die Aktualisierung der GPS-Karten für Kartenplotter erfolgt über die Software “Chart Installer” in 3 einfachen Schritten:

  1. Lade “Chart Installer” auf Deinen Computer herunter und installiere das Programm.
  2. Stecke die Navionics-SD-Karte an den Computer an und öffne den “Chart Installer”. Stelle bei leeren Speicherkarten sicher, dass der Aktualisierungsmodus aktiviert ist.
  3. Wähle die Ebenen aus, die du aktualisieren möchtest. Das System zeigt die geschätzte Downloadzeit und die voraussichtliche Speicherbelegung an. Klicke auf “Starten”.

Hier findest Du weitere Informationen zu dem Programm und der Vorgehensweise bei der Navionics-Aktualisierung.

Und in dem folgenden Video alles Wissenswerte darüber, wie Du mit der Navionics Boating App Karten herunterlädst, aktualisierst oder auch löscht.

Kann man Navionics auf mehreren Geräten nutzen?

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Mit den GPS-Karten ist das ganz einfach möglich, indem diese von einem Echolot-Fischfinder in einen anderen umgesteckt werden.

Die App-Stores ermöglichen es Dir, die Boating App auf mehreren Geräten zu installieren: Bis zu 6 für Apple und unendlich viele für Android.

Jede gekaufte Region ist in Deinem Navionics-Konto gespeichert und kann deshalb auf jedem anderen Mobilgerät innerhalb der App  wiederhergestellt werden.

Lade dafür einfach die Boating App herunter und logge Dich mit Deinen Nutzerdaten (E-Mail und Passwort) in diese ein. Sobald Du eingeloggt bist, werden Deine Abdeckungen/Abonnements und Favoriten (Markierungen, Routen, Tracks) wiederhergestellt.

Du kannst Deine Einkäufe und Abonnements überprüfen, indem Du zu Menü > Profil (Dein Name) > Abonnement gehst. Falls diese dort nicht verfügbar sind, wähle einfach die Schaltfläche “Einkäufe wiederherstellen” weiter unten auf dem Bildschirm.

Tipps zum Kauf von Navionics-Karten (Entscheidungshilfe)

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a) Kartenplotter oder Boating App am Mobilgerät?

Zunächst ist das einmal eine Kostenfrage. Sind Plotter und Tablet vorhanden, sind die Kartenpreise für Ersteren um einiges höher. Entsprechend auch der Mehrpreis für die Updates.

Dem geringeren Kartenpreis steht aber eine den Einsatzzwecken schlecht angepasste Hardware bei Smartphone und Tablet gegenüber. Beide Geräte sind in der Regel nicht outdoortauglich. Nässeschutz und einen sonnenlichttauglichen Bildschirm besitzen nur Kartenplotter.

Auch ist es bei Mobilgeräten um die Energiereserve bei langen Angeltagen schlecht bestellt. Hinzu kommt ein unbequemes Handling, wenn ich zusätzlich zu diesem ein Echolot einsetzen möchte. Das geht beim einem Plotter-Kombigerät deutlich komfortabler.

Trotzdem ist eine Smartphone/Tablet-Lösung unter bestimmten Voraussetzungen nicht nur als Backup für den Plotterbetrieb zu empfehlen. Dazu unser

Tipp 1: Vor dem Kauf bietet sich die Möglichkeit einer gratis Testversion für die Boating App “Meer und Seen”. Was also liegt näher, als die Navigation und Hotspotsuche mit den Navionics-Seekarten zwei Wochen kostenlos lang zu testen.

b) Gebietsabdeckung „small“ oder „large“ bei den Navionics Charts kaufen?

Der Preisunterschied zwischen beiden Größen beträgt rund 100€. Für die Updates liegt der Mehrpreis bei 50€. Im Zweifel würden wir die kleinere Version empfehlen, wenn die Gebietsabdeckung aktuell ausreichend ist und sich auch zukünftig wahrscheinlich nicht erweitern wird.

Tipp 2: Wer seine Seekarten nur einmal im Jahr für einen kurzen Angeltrip nutzt, dem sollte die Boating App auf seinem mindestens 5 Zoll großen Smartphone (oder besser auf einem 10-Zoll-Tablet) aus Kostengründen genügen. Das Handy hat man sowieso immer dabei und eine kleine Halterung mit Saugnapf aus dem PKW reicht für die Anbringung auf dem Boot normalerweise aus.

c) Lohnt sich der Mehrpreis für die Navionics-Platinum-Plus-Kartenversion?

Zunächst einmal sind die 3D-Karten ausschließlich für den Plotterbetrieb vorgesehen. Für die Boating App gibt es „nur“ die Navionics-Plus-Karten. Bei einem Mehrpreis von 100€ ist entscheidend wie hoch der persönliche Mehrwert eingeschätzt wird.

Zur Beurteilung der Karteninformationen kann man auch ohne eine 3D-Darstellung auskommen, auch wenn es dreidimensional deutlich aussagekräftiger ist. Angler werden zudem auf die Satelliten- und Panoramafotos verzichten können, die allerdings für größere Fahrzeuge beim Mooring umso wichtiger sind.

Tipp 3: Die Boating App auf dem Smartphone sollte man auf jeden Fall, unabhängig von seiner Plotterbestückung, mit allen aktuell befischten Gebieten installiert haben. Als Backup zum Kartenplotter eigentlich ein Muss und wenn man gerade einmal mit fremden Booten unterwegs ist, bedeutet das ein Stück zusätzliche Sicherheit.

Navionics-Karten für Kartenplotter

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Navionics-Seekarten funktionieren praktisch auf allen Plottern der gängigen Hersteller wie Lowrance, Simrad, Humminbird und Raymarine.

Ein Wechsel zwischen den Geräten dieser Anbietern ist jederzeit problemlos möglich, falls der gleiche Datenträgertyp verwendet wird und ein Stecker für diesen vorhanden ist. Eine spezielle Geräteanpassung ist nicht erforderlich.

Alle Garmin-Echolote benötigen dahingegen Garmin Bluechart G3 Karten, sind also nicht mit dem übrigen Navionics-Kartenmaterial kompatibel.

Die Navigation mit dem Plotter arbeitet offline. Ein Online-Zugang ist jeweils nur für ein Kartenupdate notwendig.

Brauche ich überhaupt Seekarten zum Angeln?

Wer ein Echolot-Kombigerät oder einen separaten Kartenplotter sein Eigen nennt, wird

  1. regelmäßig mit einem Boot unterwegs sein. Sowie
  2. sicherlich nicht nur den heimischen Karpfenteich befischen.

Für den Fall, dass diese beiden Voraussetzungen gegeben sind, sind qualitativ hochwertige Seekarten dringend zu empfehlen.

Nur so kann der Plotter seine Möglichkeiten voll ausschöpfen und dem Angler die notwendigen Informationen liefern.

  • Das fängt beim sicheren Befahren des Reviers an,
  • geht über das gezielte Anfahren von Hotspots,
  • der zuverlässigen Orientierung bei schlechter Sicht
  • bis hin zum problemlosen Wiederfinden von lohnenden Angelplätzen.

Letztlich ist das Resultat immer dasselbe : „Mehr Fisch am Haken“.  Wie das genau geht, werden wir Dir im weiteren Verlauf des Beitrags noch genauer vorstellen. In der Zwischenzeit kannst Du aber schon einmal das Navionics-Webinar “Einblick in die Plotterkarten” anschauen.

Wie Du mit den Navionics Charts Fische findest

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Seekarten können im Gegensatz zu Fischfindern nicht unter Wasser schauen, auch sind auf ihnen keine Fangstellen markiert. Fische sind immer in Bewegung, auf Streifzug, um ergiebige Futterquellen zu finden.

Es macht also Sinn, genau diese Stellen zu finden, an denen unter bestimmten Bedingungen Futterströme zu erwarten sind. Fischpopulationen stellen sich dort zu gewissen Zeiten ganz automatisch sein.

Aus Erfahrung wissen wir, dass mit auflaufendem Wasser Übergänge von tief nach flach in allen möglichen Konstellationen (aufsteigende Rinne, Kanten, Brüche, Plateaus, Unterwasserberge usw.) Fische magisch anziehen. Zunächst die Kleinfischschwärme und in deren Gefolge die Räuber, wie beispielsweise den Hecht.

Um solche Stellen zu finden, brauchst Du auf der Angelkarte lediglich die Tiefenlinien Deines Zielgebietes zu studieren. Da fällt es leicht, schon vor dem Angeltörn vielversprechende Angelstellen zu finden. Immer Getreu der alten Binsenweisheit „Nur wer weiß, wo die Fische stehen, wird sie auch fangen“.

Die mutmaßlich fängigen Spots kannst Du in weiterer Folge auf der Karte markieren (Wegpunkt eintragen) und über den Befehl „Navigiere zu“ zielgenau anlaufen.

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Ein Kartenausschnitt aus Nordnorwegen, wo mit der Angelkarte bereits im Überblick sehr schnell mögliche Hotspots gefunden werden können. In der Detailansicht (Bild Mitte und rechts) kann man die Stellen genauer beurteilen. Das eine ist ein Plateau bei 36 m Tiefe mit allseits abfallenden Rändern bis rund 50 m. Das andere ist eine Untiefe bei rund 5m, die zur Gewässermitte hin (nach links) steil abfällt.

In großen Süßwasser-Revieren (Seen, Flüssen) geht man ganz ähnlich vor. Je nach Jahreszeit findest Du die Räuber an genau diesen Stellen im Flachwasserbereich und kannst sie dann gezielt anfischen.

Ohne die Strukturinformationen der Angelkarten ist das Fische Finden leider eher ein Zufallsprodukt. Oder gründet sich auf einen mehr oder weniger reichen Erfahrungsschatz, den jeder für ein bestimmtes Gewässer mitbringt.

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Ein Kartenausschnitt vom Plauer See in MeckPomm.

Hechtangeln ist angesagt. Mit der Angelkarte oben finden sich auf Anhieb zwei hervorragende Schleppstrecken.

Die eine (Rot) führt entlang des Sportboothafens an der 7-m-Kante entlang. Im Flachwasserbereich ist jede Menge Kleinfisch zu erwarten, die Räuber patrouillieren demzufolge die Kante entlang oder haben dort Standplätze. Im Frühjahr und Herbst sollte man hier auf jeden Fall einen von diesen fangen können.

Als zweites (Blau) bietet sich ein Freiwasser-Schlepptörn an, der je nach Jahreszeit in der Schlepptiefe variiert. Große Hechte sind außerhalb der Laichzeit das Jahr über häufig über tieferem Wasser zu finden, wo sie durchaus auch größere Strecken zurücklegen, um Futter zu suchen.

Navionics-Webapp (ChartViewer)

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Die Navionics-Web-App (auch Chart Viewer) bietet Dir die Möglichkeit ganz gemütlich vor dem heimischen Rechner (egal, ob Windows oder Apple) Deinen nächsten Angeltrip zu planen. Dir werden alle Spezifikationen des ausgewählten Gewässers inklusive der  Tiefenlinien angezeigt, sodass Du schnell und einfach die Hotspots ausmachen kannst. So lernst Du sowohl Dein Hausgewässer als auch unbekannte Tiefen im Nu kennen.

Wie nutzt Du die Navionics-Webapp (am PC) optimal?

Auf der rechten Seite kannst Du in die Details der Karte reinzoomen. Unten rechts kannst Du nautische Meilen oder Kilometer als Entfernung einstellen. Das wichtigste Element ist das SonarCharts-Symbol auf der linken Seite unten. Die Overlayeinstellung hingegen bietet keinen großen Mehrwert beim Echolot-Angeln. Die Navionics Web App sollte in jedem Browser darstellbar sein.

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In dieser Abbildung siehst Du die Darstellung der Navionics-Webapp inklusive der wichtigsten Elemente.

Die Vorteile der Navionics-Webapp?

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Mit ihr kannst Du erstens einmal prima Dein Hausgewässer besser kennen lernen und den nächsten Angeltrip planen. Sehr gut geeignet ist sie auch dazu, um vor geplanten Ulraubsreisen unbekannte Gewässer aus der Ferne erkunden.

So verschwendest Du keine Zeit mit der Hotspotsuche vor Ort und kannst Dich auf das Angeln konzentrieren. Auf dem Wasser, kommst Du aber ohne die Boating-App oder die Kartenplotter-Version nicht weit.

Die Webapp zeigt Dir zwar an, wo die heißen Stellen sind. Es ist allerdings mehr vorteilhaft, wenn das GPS Dich anschließend bis auf wenige Meter an diesen vielversprechenden Angelplatz heranlotst.

Was kostet die Navionics-Webapp?

Gar nichts. Denn die Webapp ist kostenlos – also ein toller Service von Navionics.

Wie interpretiert man die Kartendetails?

Die Karte umfasst alle Gewässerdaten, die Angler benötigen. Das Wichtigste unter diesen sind die Tiefenlinien. Mit Hilfe von diesen findest Du abfallende Kanten und fischreiche Erhebungen.

Gerade in größeren Gewässern, wie z.B. auf unserem Hausgewässer der Müritz, gibt es sehr viele gute Stellen und noch mehr fischleere Plätze. Fische tummeln sich an nahrungsreichen Plätzen und genau diese zeigen Euch die Karten der Navionics-Webapp einwandfrei an.

Hier geht es zur Navionics-Webapp.

Äußerst informative und hilfreiche Online-Seminare bietet Navionics zudem an. Hier zeigen die Echolotprofis, wie man richtig mit den Gewässerkarten umgeht. So findest Du garantiert die besten Angelplätze – egal, ob im Sommer oder Winter.

Lowrance ist übrigens ein ständiger Partner der Navionics-Webinare. Da die Seminare in den Abendstunden der USA stattfinden, ist es hier bei uns schon meistens 1 Uhr morgens. Das ist hart, aber aus unserer Sicht gut investierte Zeit.

Die Vorträge sind zwar auf Englisch, kommen aber immer mit einer Präsentation mit Folien. Du kannst Dir diese also bei Bedarf im Nachhinein mittels Screenshots übersetzen.

Außerdem werden die meisten Webinare anschließend auf den Navionics-YouTube-Kanal hochgeladen. Teilweise sogar in Deutsch.

Boating App: Mobile Seekarten für Smartphone und Tablet

Die Boating App für Smartphone und Tablet bot Navionics erstmalig im Jahr 2008 an. Ab diesem Zeitpunkt durchlief sie verschiedene Programmanpassungen und Namensänderungen mit unterschiedlichen Zielsetzungen, um im Jahr 2018 schließlich komplett neu konzipiert zu werden.

So wird aktuell nur noch eine sogenannte Mantel-App unter dem Namen „Navionics Meer und See“ angeboten, die im Google Play Store für Android oder im Apple Store für iOS kostenlos heruntergeladen werden kann.

Diese Basis-App ist jedoch nicht mehr als das Programmgerüst des „Plotters“, dem die Seekarten selbst noch fehlen. Diese müssen innerhalb der App kostenpflichtig heruntergeladen werden, da ohne sie der Nutzen der Anwendung nicht besonders groß ist.

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Mit der Boating App „Meer und Seen“ bietet Navionics nur noch eine einzige Mantel-App für Tablets und Smartphones an. Diese ist zwar kostenlos, das eigentliche Kartenmaterial muss jedoch kostenpflichtig erworben werden. Auf diesem Bild ist sehr schön zu sehen, wie wertvoll eine großer Bildschirm (Tablet) für die Detailwiedergabe der Angelkarten ist.
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Die Abbildung aus der Boating App “Meer und Seen“ mit der geladenen Europa-Karte zeigt Friedrichshafen am Bodensee in der Bathymetrie-Einstellung (Angelkarten) mit dem Overlay „Gebiet“. Da in der App Navionics+-Karten verwendet werden, könnte dies prinzipiell auch eine Darstellungsoption auf einem Plotter sein.

Welche Karten verwendet die Boating-App?

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Es werden die Navionics+-Karten, wie auch für die GPS-Karten für Plotter verwendet. D.h. für Smartphone und Tablet stehen dieselben hochauflösenden Seekarten mit derselben Funktionalität zur Verfügung.

Die üblichen Funktionen einschließlich Autorouting und Community Edits sind integriert, so dass im Anwendungsprofil die Vergleichbarkeit zum Kartenplotter gegeben ist. Die Platinum+-Versionen sind allerdings diesen vorbehalten, eine 3D-Option steht also auf Deinem Mobilgerät nicht zur Verfügung.

Warum dann noch auf einen Kartenplotter setzen?

Nun, der Knackpunkt mit Smartphone und Tablet ist die Hardware. Sie ist weder wasserdicht noch sonnenlichttauglich. Sowie in der Energieversorgung genauso wenig auf lange Angeltage eingestellt.

Natürlich kann man hardwareseitig etwas tun, wenn z.B. das Tablet mit aufs Wasser soll. Die eleganteste – oder auch komfortabelste – Lösung ist das allerdings nicht.

Hier erfährst Du mehr zum Thema Echolot-Batterien und -Akkus.

Wird das heruntergeladene Kartenmaterial komplett auf dem Smartphone oder Tablet gespeichert?

Nein, denn das gesammelte Kartenwerk würde den Speicher des Mobilgerätes überfordern und die Anwendung insgesamt sehr verlangsamen. Deshalb lädt man sich nur den Kartenbereich herunter, der aktuell verwendet werden soll. Innerhalb des bezahlten Gebietes ist das natürlich kostenfrei.

Wird ein neues Revier benötigt, lädt man es einfach nach und kann das alte löschen, wenn es nicht mehr gebraucht wird. Das ist effektiv und speicherplatzschonend zugleich. Natürlich arbeitet die App auch offline, dazu muss allerdings das aktuell befischte Gewässer im Speicher vorhanden sein.

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Vermeide diesen Echolot-Fehler und fange 50% mehr Fisch!

Versprochen - Jeder Bootsfahrer hat ihn schon gemacht.

Welche Navionics-Karte für Deutschland?

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Wähle die Karte mit Bedacht aus. Es gibt einerseits eine für Norddeutschland und Nordeuropa (inkl. Dänemark, Ostsee und Südnorwegen). Sie heißt “Skagerrak & Kattegat”.

Bist Du jedoch eher im Süden Deutschlands unterwegs, dann solltest Du die Karte “Central & Westeuropa” wählen. Diese reicht über Frankreich, Österreich, Schweiz und Norditalien, runter bis nach Spanien.

Selbst Karten erstellen mit Sonar Chart Live in der Boating App. Geht das?

So erstaunlich das klingt – ja, das geht. Natürlich hat ein Smartphone oder Tablet kein eingebautes Echolot, das Tiefenlinie bestimmen kann. Es lässt sich jedoch ein externes Gerät kabellos anbinden.

Leider läuft das nicht mit allen Modellen. Kompatibel sind aber viele onlinefähige Geräte von Lowrance, Simrad und Raymarine, so dass hier de Nutzung von Navionics SonarChart Live nichts im Wege steht. Die detaillierte Kompatibilitätsliste findest Du hier.

Welche Smartphones und Tablets sind für die Navionics-App geeignet?
  • Apple-Geräte: iOS 7.0 oder höher.
  • Android-Geräte: OS 4.0 (Ice Cream Sandwich) oder höher.

Noch tiefere Einblicke in die BoatingApp erhältst Du mit dem folgenden Webinar:

Welche Vorteile bietet die Boating App?

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Du hast Dein Smartphone beim Angeln wahrscheinlich sowieso immer mit bei. Wir haben das für uns so gelöst, dass wir auf dem Wasser ein wasserdichtes Case für die iPhones haben. Hier lassen wir uns die aktuelle Position auf der eingestellten Route anzeigen.

Das Echolot nutzen wir für die Sonar- und die DownVision-Anzeige. Da wir nicht 1.500 EURO für ein Riesendisplay ausgeben wollen, haben wir so die volle Flexibilität der drei verschiedenen Anzeigen.

Weitere Vorteile der Meer-und-Seen-App:

  1. Du kannst, egal ob Du mit dem Boot unterwegs bist oder nicht, Deinen Angeltrip genau planen.
  2. Du hast in jedem Urlaub eine lokale und aktuelle Angelkarte immer mit dabei!
  3. Nutzt Du ein Lowrance-, Raymarine- oder Garmin-Echolot, kannst Du die Sonarcharts mit Deinem Smartphone synchronisieren, da deren Anzeige unterstützt wird.

Die Anzeige auf einem Tablet ist natürlich viel komfortabler als auf einem Smartphone. Du kannst größer hineinzoomen und Dir mehr Details darstellen lassen. Bei der Verwendung eines Tablets lohnt sich natürlich ein wasserdichtes Case und ein Karten-Slot, damit Dir jederzeit die aktuelle GPS-Position angezeigt wird.

Wenn das Tablet in Verbindung mit einem Echolot oder Kombigerät eingesetzt wird, so kann man dessen GPS-Bilder  ganz einfach drahtlos übertragen und damit einen großen 10-Zoll-Bildschirm nutzen, der ansonsten ordentlich Geld kosten würde.

Letztlich heißt das, ein Tablet könnte sogar als Stand-Alone-Plotter mit Navionics+-Karten fungieren. Genauso wie als Zweitbildschirm für ein Sonargerät. Das ist doch was, oder?

Wie funktionieren Navigation und Hotspotsuche in der Boating App?

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Um einen bestimmten Hotspot gezielt anfahren zu können, sind nur wenige Schritte erforderlich.

  1. Zunächst legst Du zu den Hotspots Wegpunkte an und speicherst sie ab.
  2. Der Plotter nummeriert die Trackpoints in der Reihenfolge der Eingabe. Diese erfolgt entweder über Koordinaten oder ganz einfach durch Markieren auf dem Bildschirm.
  3. Du kannst jetzt – musst aber natürlich nicht – mit den Wegpunkten eine Tour festlegen.
  4. Um zu einem Wegepunkt oder auf einer Tour zu navigieren, rufst Du danach im Menü den Navigationsbefehl auf.
  5. Der Plotter gibt anschließend die Start-Ziel-Linie (direkter Kurs) vor und Du kannst direkt losfahren.

Die Hilfslinie macht es Dir leicht, „auf Kurs“ zu bleiben und den kürzest möglichen Weg zu verfolgen. Der beim Navigieren zurückgelegte Weg wird auf der Karte als „Track“ (Spur) aufgezeichnet, so dass Du diesen jederzeit nachverfolgen kannst.

Diese Tracks sind sehr hilfreich bei plötzlich eintretender Sichtbehinderung (Rauch, Nebel, Dunkelheit). Sie lassen sich nämlich über das Menü zur Navigation umkehren, so dass Du den „Weg zurück“ auch bei eingeschränkter Sicht sicher finden kannst.

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Kartenausschnitt einer Route, die entlang von vermeintlichen Hotspots führt. Die Wegpunkte legt man schnell und einfach mit einem Fingertippen an, wobei jeder Wegpunkt nachträglich verschiebbar ist. Die Route kann man automatisch einrichten lassen oder manuell anlegen. Das rote Dreieck warnt überall dort wo Flachwasserbereiche auf der Route vorhanden sind. Mit dem Klick auf den Button „Fahren“ geht’s dann auch schon los.

Navionics-Erfahrung beim Angeln in Norwegen

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Im Test hatten wir die Navionics Platinum+ Norwegen Nord-West (11P+ Large) mit einem HDS-7 Carbon Lowrance-Fischfinder, wobei ein HDS aus der Gen3-Serie vermutlich ähnliche Ergebnisse liefern sollte.

Als Team, welches ganz genau weiß, wie man selbst eine MAP erstellt – so verfügen wir seit Jahren über eine Angelkarte für Norwegen basierend auf eigenen Daten –  waren wir zunächst skeptisch, was das Preis-Leistungs-Verhältnis der Navionics-Karten angeht.

Und sind es immer noch, denn bei solch hohen Kosten – zuzüglich denen für ein anständiges GPS-Echolotkönnen wir uns nicht vorstellen, dass diese wirklich ein Umsatzrenner sind.

Denn am häufigsten fragen uns Echolot-Einsteiger im TACKLEFEVER-Forum nach Einsteiger-Geräten unterhalb von 500 €. Oder die Semi-Pro’s dann nach der nächsten Kategorie zwischen 500 bis knapp über 1.000 €.

Oftmals ist dann aber schon kein Budget mehr übrig, um noch eine extra Angelkarte zu kaufen. Aber es soll hier hauptsächlich um fachliche Fakten zur praktischen Nutzung gehen. Und erst im zweiten Schritt um den Kaufpreis.

Vorweg gesagt wurden unsere technischen Zweifel überwiegend ausgeräumt. Zumindest sprachen die Fänge des Hauptesters Jörg eine eindeutige Sprache – doch dazu mehr im weiteren Verlauf des Beitrags.

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Navionics-Erfahrung: Die Norwegenkarte befindet sich auf einer microSD und besteht im Wesentlichen aus einer Seekarte mit gröberen Tiefenlinien plus Sonarchart.

Das Detail, welches uns am meisten interessierte, war das Sonarchart Live. Die Berichte im Netz hatten uns gemeinsam mit vielen anderen Nutzer zunächst irritiert, weshalb im Vorfeld gewisse Zweifel aufgekommen waren.

Manche hatten z.B. den Eindruck bekommen, dass diese Option nur mit einem eigenes mitgeführten Smartphone oder Tablet in Kombination mit der „Boating App“ funktioniert. Dem ist nicht so – vielmehr konnte das Carbon zusammen mit der aktivierten Navionics-Karte, simultan eine eigene Tiefenkarte aus den gerade aufgenommenen Logdaten erzeugen.

Man sieht also tatsächlich in Echtzeit wie die Tiefenlinien entstehen bzw. beim erneuten Überfahren angepasst werden. Diese Daten werden zwar anschließend in der Karte gespeichert, entstehen aber offenbar im Gerät. Die Größe der Dateien bei einem mehrere Stunden (geschätzt 10 h) dauernden Mitschnitt betrug dabei keine hundert Kilobyte.

Auf der 8 GB microSD-Karte waren danach noch mehr als 700 MB frei, somit sollte wohl ausreichend Platz für die Kartierung großer Wasserflächen verfügbar sein.

Ein interessanter Nebenaspekt soll dabei nicht unerwähnt bleiben: Du kannst nicht nur im Abdeckungsgebiet der Platinum+ Karte über Sonarchart Live Daten erzeugen, sondern auch außerhalb. Sprich ebenso auf jedem beliebigen Gewässer hier in Deutschland.

Des Weiteren kannst Du Dir die erzeugten Karten auf dem heimischem PC anschauen. Natürlich nur, falls dieser über einen GPS-Fix verfügt. Also mal kurz mit dem Gerät raus, Satelliten anpeilen und schon kannst Du das Overlay heranzoomen.

Aus den Nutzer-Daten heraus kann man bei Sonarchart Live eine Kachelstruktur vermuten, was auf einen eventuell möglichen Datenaustausch per Kopie auf eine ebenso geeignete Navionics-Karte schließen lässt. (Der Test dazu läuft gerade)

Aber vorerst genug der grauen Theorie im Trockendock, kommen wir endlich in Bewegung und ins Wasser. Dazu wollen wir Dir ein paar Bilder zeigen, die Jörg beim Test in Norwegen aufgezeichnet hat.

Die folgenden 4 Screenshots zeigen ein und dasselbe Gebiet mit verschiedenen Sonarchart-Live-Einstellungen:

Der Grund für die verschiedenen Optionen der Einstellung “SC-Density” ist leicht erkennbar: Vor allem in tiefen und stark strukturierten Gewässern machen zu enge Tiefenlinien wenig Sinn, denn dabei entsteht ein Liniensalat, der kaum noch überschaut werden kann.

Die gleiche Einstellung wirkt sich auch auf die bereits vorhandenen Sonarchart-Linien  aus. Gleichzeitiges Anzeigen von “Sonarchart” und “Sonarchart Live” sollte deshalb ebenso wenig erfolgen, denn dabei gibt es als Resultat genauso Liniensalat.

Leider mussten wir feststellen, dass die Sonarchart-Linien gar nicht so genau sind, wie wir uns das vorgestellt und gewünscht hatten. Eigentlich sind sie meist nur plumpe Interpolationen zwischen zwei größeren Tiefenlinien aus der Navigationskarte (z. B. 40 und 50 m).

Zur Erklärung: Was ist Interpolation?

Einige Worte noch zur Interpolation, dem Prozess, der am Ende die Tiefenlinien hervorbringt: Die zugrunde liegende Rasterinterpolation bleibt zwar unsichtbar, eigentlich werden aber genau aus dieser die Tiefenlinien erzeugt.

Auch wenn Navionics das genaue Verfahren geheim hält, könnte man auf Kriging schließen. Die dabei erzeugte Spur an Tiefenlinien geht je 20 m nach beiden Seiten. Das ist eine Menge Holz für eine Linie von exakt senkrechten Daten.

Daraus folgt dann, man sollte nach Möglichkeit unter 20 m – möglichst 10 m oder noch näher – zur vorhandenen Spur die nächste parallel anlegen. Das wird im praktischen Gebrauch oft nicht wirklich möglich sein, wodurch die allseits bekannten Löcher bei der Kartierung entstehen.

Falls Du also ein gewisses Gebiet geloggt hat, dann musst Du wissen, dass alle Daten am Rand mit Vorsicht zu genießen sind, da ihnen quasi der Interpolationspartner fehlt.

Gleiches gilt für Uferbereiche, denn das Sonarchart Live interpoliert nicht gegen Ufer. Selbst, wenn diese in der ursprünglichen Seekarte vorhanden sind, angezeigt werden und eigentlich auch dafür geeignet wären.

Damit verhält sich Sonarchart Live ähnlich wie aktuell auch Autochart oder Quickdraw. Das Interpolieren gegen Ufer erfolgt vermutlich erst durch Navionics, wenn die Daten vorab übermittelt wurden und das Ergebnis dann per Online-Update zugänglich gemacht wird (Ähnlich wie z.B. bei C-Map Genesis).

Wie unterscheiden sich Sonarchart Live, Garmins Quickdraw und Humminbird Autochart Live?

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Wettbewerbsseitig schätzen wir das Ganze wie folgt ein:

  1. Humminbird‘s Autochart Live scheint besser als Sonarchart Live, unter anderem wegen der Farbnutzung.
  2. Sonarchart Live scheint besser als Quickdraw von Garmin, weil die Karte wirklich sofort (also live) entsteht. Sowie, für viele sehr wichtig, hier wird mit Meterwerten statt mit Fuß gearbeitet.
  3. Navionics und Navico könnten hier aber schnell gleich- oder sogar an den Mitbewerbern vorbeiziehen, falls sie die genannten Einschränkungen überwinden.

Wie genau ist der Hinweis mit den Farben zu verstehen?

Nun, üblicherweise entsteht das Sonarchart-Overlay in Form von beschrifteten schwarzen Linien auf weißem Grund (ohne Transparenzeinstellungen). Mit den Einstellungen „Sonarchart Live Optionen“ kann man im Flachwasserbereich abgestuft rote Tiefenbereiche erzeugen.

Dies hilft zwar prinzipiell bei der Orientierung. Ist aber unserer Einschätzung nach bezüglich der Anzahl der verfügbaren Farben bzw. Farbpaletten noch verbesserungsfähig.

Lowrance HDS-Echolote sollten technisch eigentlich viel mehr leisten können!

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Eingefärbte Flachwasserbereiche bei Sonarchart Live.

Ein dickes Minus gibt es für das immer noch nicht beseitigte Problem, dass mit bestimmten Echolotgebern keine Kartenupdates erzeugt werden können.

Man kann über die Navionics PC-Software „Chart Installer“ nur gpx-Dateien für ein künftiges Kartenupdate verwenden, da die auf der Karte gespeicherten Sonarchart Live Dateien oder evtl. auf einer weiteren microSD-Karte mitgeschnittene SL2/SL3-Dateien nicht akzeptiert werden. Somit muss man aus seinen Trackdaten eine gpx-Datei auf die Navionics-SD-Karte exportieren.

Nur – bei diversen Gebern (wie z.B. dem Airmar TM150M) klappt das derzeit nicht, denn es werden, anders als beim Lowrance-Standardgeber mit 200 kHz, keine Tiefenwerte in einer vom HDS exportierten gpx-Datei gespeichert. Wir können hierbei jedoch nicht ganz nachvollziehen warum dies so ist. Ein technischer Grund für diese Einschränkung existiert zumindest aus unserer Sich auf jeden Fall nicht.

Wie lange dauert das Update des Navionics Chart Installers?

Die Bearbeitung des Kartenupdates nach Übermittlung einer korrekten gpx-Datei mit Tiefenwerten sollte etwa eine Woche umfassen. Ein Problem von sehr großen Karten wie der „Norwegen-Nordwest“ ist dabei, dass immer nur ein komplettes Update möglich ist, welches aber knapp unter 2 GB Größe liegt.

Warum hier nicht Kachel für Kachel geprüft wird, was bleiben kann und was neu auf die MAP muss, bleibt ein Rätsel. Vielleicht ist dies einer internen Datenstruktur geschuldet. Wir wissen die Antwort auf diese Frage nicht.

Diese kleinen und großen technischen Probleme haben uns daher dazu bewogen, auch Logdaten als SL2/SL3 mitzuschneiden, um diese später im Reefmaster so zu verarbeiten, wie es uns am Besten passt. Das zusätzliche Mitschneiden der Logs funktionierte beim Test problemlos und simultan zum laufenden Sonarchart Live.

Wir haben uns letztlich aber immer wieder gefragt:

Warum gibt Navico die Option der live erzeugten MAP für höherpreisige Geräte nicht frei, sondern beschränkt diese auf eine Kombination mit Navionics-Kaufkarten?

Unseres Erachtens bedeutet dies bezogen auf Mitbewerber wie z.B. Garmin oder Humminbird einen deutlichen Wettbewerbsnachteil. Diese bieten ähnliche Funktion kostenlos bzw. zumindest mit viel geringerem finanziellen Aufwand zur Nutzung an.

Wir können nur vermuten, dass hier eventuell patentrechtliche oder auch tatsächlich technische oder ganz einfach „Know How“ Aspekte eine Rolle spielen. Es scheint nämlich so, als ob Navico lediglich die Navionics-Funktionen und -Bibliotheken lizenziert hat und nutzt. Dabei jedoch keinerlei Bestrebungen hat diese Funktionalitäten selbst zu entwickeln und in seine Geräte zu integrieren.

Vielleicht ändert sich dies ja durch den Kauf von Navionics durch Garmin. Wir wünschen es uns jedenfalls, denn damit entfiele der Kauf einer externen Angelkarte. Ob Navico diese Funktion in weiterer Folge jedoch kostenlos bereitstellen wird, ist eher fraglich.

Denkbar wäre z.B. eine Koppelung an das inzwischen abgespaltene “C-MAP Genesis”. Beispielsweise in Form eines Premium-Abos, um das ganze quer zu subventionieren. Das Schönste wäre aber natürlich eine kostenlose Bereitstellung – man darf ja wohl noch träumen 🙂

Nun aber weiter im Test: Als besonders brauchbar erweist sich bei den HDS-Geräten die neue Funktion „Farbige Tracklinien nach Geschwindigkeit über Grund“. Man sieht dabei sehr gut, welche Bereiche bereits befischt und welche einfach nur überfahren wurden. Dies ist etwa für einen Neuansatz des Drifts äußerst hilfreich.

Einen Nachteil gibt es für Sonarcharts Live aber auch noch zu erwähnen: Blendet man einmal den betreffenden Track aus – oder legt einen neuen an – dann verschwinden die Farbabstufungen und es bleibt nur eine einfarbiger Linie zurück. Hier sollte Navico eventuell noch nachlegen, um die Informationen dauerhaft zu erhalten.

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Sonarchart Live: Tracklinien mit unterschiedlichen Farben je nach Fahrtgeschwindigkeit.

Eine durchaus wichtige Funktion ist die, der Reduzierung von Tiefenlinien ab einer bestimmten Tiefe. Sie ist aber nur für Sonarchart und die Navigationskarte, nicht jedoch für Sonarchart Live, möglich.

Navionics Sonarcharts: Weitere Einstellungen

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Weitere Einstellungen und deren Anwendung zeigen wir nun anhand der Navigationskarte mit den groben Tiefenlinien.

Die Option “Schatten”

Eine überaus wichtige Option gerade für Angler im Uferbereich oder Flachwasser ist „Schatten“. Dabei handelt es sich um ein durchscheinendes oder transparent überlagerndes Overlay, was Reefmaster-Nutzern als ShadedRelief bekannt sein sollte. Im Prinzip wird dabei so getan, als wäre ein Unterwasserberg gar nicht unter Wasser und würde in der Sonne einen Schatten werfen.

Hierbei handelt es sich um ein gebräuchliches GIS-Element, welches den optischen Geländeeindruck deutlich verstärkt

Mit diesem erhältst Du in der Tat eine plastische Vorstellung vom Meeresgrund und kannst insbesondere Kanten besser erkennen und befischen. Diese Option war für uns ganz entscheidend und wir überlegen gerade, ob wir unsere eigenen Karten nicht auch mit ihr versehen sollten.

Technisch sehr interessant ist dabei, wie Navionics den doch erheblichen Speicherbedarf solcher Elemente relativ moderat gestalten konnte.

Allerdings muss man dabei auch bedenken, dass es einen Unterschied macht aus welcher Perspektive die Karte angeschaut wird. Hier kann es schon einmal leicht verwirrend wirken, wenn diese gedreht dargestellt wird.

Daher haben wir das bei unseren eigenen Maps nicht zum Standard gemacht, denn bei reinen Tiefenlinien ist dies kein Problem.

Die Option “sichere Tiefe”

Ein weiteres wichtiges Element vor allem für Uferangler ist die Option „sichere Tiefe“, denn man erhält damit einen Anhaltspunkt für interessante Fischgründe, obwohl es ursprünglich eigentlich um Sicherheitsfragen geht.

Wie in den obigen Bildern zu sehen ist, sind die Daten nicht immer ganz genau. So sind z.B. nicht alle Areale in Norwegen exakt vermessen, sodass in bestimmten Bereichen Tiefenangaben fehlen. Zu erkennen beispielsweise im linken oberen Bereich und unter anderem auch am etwas dunkleren Blauton.

Option “Gezeiten & Tiden”

Tiden spielen ja gerade in Norwegen eine große Rolle. Dummerweise hatten wir an einem Tag unser Smartphone vergessen und konnten nicht auf unsere geliebte App „Gezeiten“ zurückgreifen. In diesem Fall kann man auf der Karte aber nach Tidenstationen suchen und deren Angaben nutzen.

Option “Luftbilder”

Da wir ja ganz genau wissen, dass man Luftbilder wegen ihres Speicherbedarf nicht so ohne Weiteres auf einer durchschnittlichen Speicherkarte unterbekommt, waren wir gespannt, wie Navionics dieses Problem löst – Antwort: “Man verwendet einfach nur zwei Ebenen.”

Option “Highlight Tiefen oder Fischrange”

Aus dem Binnengewässer in Deutschland kennt man den Modus „Highlight Tiefen“ den verschiedene Kartenprogramme oder GPS-Echolote bereits beherrschen. Insofern hat ihn auch Navionics unter der Bezeichnung „Fischrange“ in seine Karten integriert.

Option “3D Maps”

Gleiches gilt für die 3D-Option. Diese scheint uns lediglich für Fahrten geeignet zu sein, wobei man dabei jedoch genauso gut auf die 2D-Karte zurückgreifen kann.

Sicherlich sieht es bei anderen Optionen wie Radar anders aus, für die praktische Angelei scheint uns der Nutzwert jedoch eher gering. Das mag auch daran liegen, dass man die künstliche Überhöhung nicht ändern kann, obwohl dies in anderen GIS-Anwendungen leicht möglich ist. Flache Bereiche erscheinen damit recht platt 

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Navionics-Karte mit 3D-Ansicht.

Fazit: Angeln in Norwegen mit Navionics-Seekarten

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Insgesamt gesehen stellt die Navionics Platinum+ Karte für Norwegen in Kombination mit den neueren HDS-Echoloten einen Mehrwert dar. Diesen kann der Anwender aber erst in Anspruch nehmen, wenn er bereit ist, den stolzen Preis für das Kartenmaterial zu bezahlen.

Wobei natürlich auch günstigere Karten mit gleichen Eigenschaften jedoch geringeren Abdeckungsgebieten wie die hier getestete aus dem Hause Navionics zur Verfügung.

Der Nutzwert ergibt sich vor allem aus

  1. sehr sinnvollen Einstellungen zu Tiefenbereichen,
  2. mehreren Themenkarten bzw. Overlays,
  3. sowie vor allem aber durch die Funktionen Schatten und Sonarchart Live.
  4. Auch das Kartenmaterial insgesamt ist sehr hilfreich, weil es tatsächlich Strukturen im Wasser zeigt, die andere Kartenhersteller nicht vorweisen können.

Die Kombination der Navionics-MAP mit dem HDS-Carbon (Das sollte wie bereits erwähnt auch für das Gen3 gelten können.) hat wie bereits erwähnt, eine Reihe kleinerer Einschränkungen, die vielleicht aus technischen oder Marketinggründen bestehen.

Da der Markt jedoch nicht schläft und insbesondere Humminbird eine starke Konkurrenz bei Live erzeugten Angelkarten darstellt, sollten sowohl der Kartenanbieter als auch der Gerätehersteller schnell an weiteren Verbesserungen arbeiten.

Wirklich sehr kontrovers sind unsere Meinungen bezüglich der Kosten der Platinum+ Map. Während Jörg als Norwegenangler den Kaufpreis etwas positiver sieht, da er einen konkreten Nutzen bei einigen Aspekten für Norwegen feststellte, ist Luke, für den Norwegen kein Thema ist, bezogen auf die Binnengewässer hier in Deutschland der Meinung: Es gibt für Lowrance/Simrad, genug MAPs im „Social Map“ Angebot von C-MAP Genesis bis hin zum kostenlosen Download.

Luke sieht das Geld daher besser angelegt im Kauf von z.B. einem Garmin Striker, das Quickdraw kann, wenn es um das Live Mapping geht. Denn bei Garmin gibt es Quickdraw in der neuen Striker Plus Serie bereits ab einem UVP von unter 200 Euro. Luke würde lieber mit einem zweiten Gerät arbeiten, während Jörg eher die Integration in einem Gerät schätzt.

Beide stimmen jedoch darin überein, falls Navico die Live-Mapping-Funktion ohne Navionics integrieren würde, würde sich ein weiteres Gerät oder eben die Navionics-MAP erübrigen. Und das Geld könnte besser in z.B. einem größeren Bildschirm angelegt werden. Dann wäre die kostenpflichtige Navionics-Karte reduziert auf ihre Darstellung von konkreten Gebieten und nur noch im Vergleich zu anderen Angeboten ohne besondere Funktionen zu sehen.

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