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Fischfinder Tests

4.9
(13)

In der Angebotshierarchie der Lowrance-Echolote liegt die HDS Carbon Serie 2 im High End Bereich, will heißen: das was technisch z.Zt. machbar und opportun ist, steckt in dieser Echolot Familie.

Wer hier einsteigt, hat seine Portokasse genau gepr√ľft und hat eher kein 7″ Ger√§t auf dem Zettel.

Genau hier setzt die Carbon Serie aber an und es ist die Frage erlaubt, ‚ÄěWer braucht in dieser Ger√§teklasse eigentlich ein kleines 7″ Modell.

Nun, die Antwort ist einfach und einleuchtend: Jeder, der ein Kombiger√§t mit h√∂herem Anspruch im mobilen Einsatz ben√∂tigt oder ein kleines Boot best√ľcken m√∂chte oder solche Nutzer, die eine Zusatzl√∂sung auf dem Boot im Au√üenbereich brauchen.

Das pr√§destiniert die 7″ Variante f√ľr den anspruchsvollen Nutzer, der beim Kauf nicht jeden Cent umdrehen muss.

Wir haben uns das Lowrance HDS -7 Carbon in der Praxis angeschaut, auch um die Frage zu klären, welchen Gegenwert man erhält.

Die Antwort ist ebenso f√ľr die gr√∂√üeren Modelle der Carbon Familie interessant, in der 1:1 Umsetzung (bis auf den gr√∂√üeren Bildschirm) direkt auch f√ľr die 9″ Ausgabe.

Ausstattungs- und Bedienungskomfort des Lowrance HDS-7 Carbon

Schon bei den ersten Gehversuchen sticht das exzellente SolarMax HD Display ins Auge, dass bei 7″ gute 1024×600 Pixel aufl√∂st und in Klarheit, Helligkeit und Farbdarstellung die Konkurrenz, auch aus eigenem Hause, klar distanziert.

Die effektive Anti-Reflex-Verg√ľtung des Bildschirms unterst√ľtzt einen gro√üen Blickwinkel von nahezu 180¬į, pr√§destiniert das TFT aber auch f√ľr eine ungehinderte Sicht durch polarisierende Sonnenschutzgl√§ser.

Anders als in den alten HDS Serien werkelt in den Carbon Modellen ein Dual Core best√ľckter Hochleistungsprozessor, der die Abl√§ufe sichtbar beschleunigt. Keine Wartezeiten mehr beim overlaylastigem Kartenaufbau.

Das Bildschirmscrollen, die Update Einspielungen und die Echolotabl√§ufe wie Chirp Sonar, Struktur Scan und StrukturMap‚ĄĘ einschlie√ülich Bildschirmsplitting laufen schnell und fl√ľssig. Es scheinen gen√ľgend Hardwarereserven auch f√ľr zuk√ľnftige Erweiterungen vorhanden zu sein. Die n√§chsten werden wahrscheinlich schon 2019 anstehen.

Das HDS-7 Carbon ist √ľber Touchscreen und Tastatur bedienbar. Das beendet jegliche Diskussion, was die bessere Alternative darstellt. Ein intuitiv gestricktes Interfaces erleichtert die Einarbeitung und ist sehr komfortabel in den Abl√§ufen.

Jede App kann direkt angesteuert werden, ohne einen Weg durch zahlreiche Untermen√ľs nehmen zu m√ľssen. F√ľr die Netzwerkeinbindung gibt es die NMEA 0183 und NMEA 2000 Schnittstellen, ebenso Ethernet Anschl√ľsse und zwei Kartensch√§chte f√ľr Micro SD Karten, die von vorne bedient werden.

Dar√ľber hinaus kann man auch drahtlos. Mit der Lowrance GoFree App √ľber Wlan werden z.B. Software Updates, Seekartenerwerb oder der Zugang zur Cloud Datenbank ge√∂ffnet, wo die Inside Genesis Nutzer Karten abgelegt sind. Bluetooth ist ebenfalls vorhanden.

Zum problemlosen Handling und Support stehen zwei Diagnostik Werkzeuge zur Verf√ľgung. W√§hrend der Network Analyser das Netzwerk auf Treiber und Updates pr√ľfen kann, kann der Service Assistant genutzt werden, um √ľber den Navico Server technische Probleml√∂sungen anzufordern.

Plug and Play heißt es im Marinenetzwerk und dem Anschluss von Erweiterungsmodulen, wie z.B. Broadband Radar, Marine Audio, Video View usw. steht nichts im Wege. Im Stand Alone und im Netzwerk ist das HDS-7 Carbon multigeberfähig, selbst wenn einer der Geber an der Angel hängen sollte. Was will man mehr?

Navigation und Seekarten

Der eingebaute Seekartenplotter ist mit einem 10 Hz GPS Modul best√ľckt. Es findet vorhandene Satelliten schnell und sicher und sorgt auch bei langsamer Bootsgeschwindigkeit f√ľr eine exakte Positionierung des Fahrzeugs auf der Seekarte.

5000 Wegepunkte, 200 Routen und 100 Trails(mit je 10000 waypoints)k√∂nnen abgelegt und jederzeit wieder in die aktive Navigation eingebunden werden. Eine umfassende Icon Liste erleichtert dabei eine Individualisierung von Routen √ľber aussagekr√§ftige Darstellungen von Wegepunkten auf der Karte.

√úberhaupt zeigt das Markieren von Waypoints mit ‚ÄěTouch‚Äú wie einfach es gehen und wie schnell man sich an einem einzigen Angel Tag reproduzierbare Hotspottracks anlegen kann. Was die Seekartennutzung angeht, ist man mit dem HDS-7 Carbon Plotter breit aufgestellt.

Neben dem ‚ÄěEigenkartographieren‚Äú von ‚Äěkartenlosen‚Äú Gew√§ssern via C-Map Genesis, den M√∂glichkeiten, vorhandenes Kartenmaterial zu verfeinern, sind fertige Kartenwerke der gro√üen Anbieter Navionics und Jeppesen (C-Map) in verschiedenen Ausgaben einsetzbar.

Wir haben Navionics Platinum+ Norway Plus und C-Map MaxN+ North Sea und Denmark probiert und waren angetan. Die Möglichkeiten, mit den in beiden Systemen integrierten bathymetrischen Karten (Angelkarten) mögliche Hotspots zu finden und Schlepptracks im Vorfeld einer Angeltour aufzubauen hat uns ebenso begeistert, wie die 3-D Möglichkeiten der Kartendarstellung. Sichere Routenvorschläge zum ausgewählten Ziel wurden auch gerne genutzt.

3D Navionics Platinum+ Seekarte

In der 3-D Darstellung der Navionics Platinum+ Seekarten sind die Unterwasserstrukturen sehr sch√∂n plastisch herausgearbeitet. Der Unterwasserberg ‚ÄěPalgrunnen‚Äú ist einer von vielen Hotspots im Balsfjord s√ľdlich von Troms√∂. Der Wegepunkt 010 markiert eine Fangstelle f√ľr Rotbarsch bei rund 100m Wassertiefe. In einer 2-D Ansicht l√§sst sich das weit weniger gut anschaulich darstellen.

Alles in allem haben uns die Navionic Charts etwas besser gefallen, da sie im Detail besser ausgearbeitet sind als bei der C-Map Konkurrenz. So geben die Angelkarten bei Navionics z.B. die Unterwasserverhältnisse plastischer wieder.

Das liegt haupts√§chlich an den dichteren Tiefenlinien wird aber ebenso durch die gew√§hlte Schattierung unterst√ľtzt. C- Map N+ sind aber eine gute Alternative, die mitunter als Promotion mit einem Ger√§teerwerb g√ľnstig zu bekommen sind. Eine andere aber √ľberaus n√ľtzliche Funktion kommt vom Ger√§t selbst.

StruktureMap offeriert die M√∂glichkeit dem Side Scan Bild die eigene Karten aufzulegen (Overlay). Das schafft Klarheit welche Unterwasserstrukturen sich um die augenblickliche Bootsposition herum auftun. In der Gesamtschau gibt es am Plotter selbst und seinen M√∂glichkeiten nichts auszusetzen. Alle Funktionen sind gut ausgebaut, einfach zu handhaben und sicher in der Anwendung. Auch gehobene Anspr√ľche sollten erf√ľllt werden.

Echolotfunktion und Lowrance Total Scan Geber

In der High End Klasse des Echolot-Angelns finden wir neben dem traditionellen 2-D Sonar mit Chirp Funktion die Struktur Scan Möglichkeiten wieder, die schon in der Mittelklasse (z.B. Elite Ti, Simrad Go) zur Sonarausstattung gehören.

Das HDS-7 Carbon kann allerdings noch mehr, wie eindrucksvoll in Bildern zum Strukture Scan 3D zu sehen ist. Um diese M√∂glichkeiten zu nutzen, ist aber ein separater Geber n√∂tig und au√üerdem ein zus√§tzliches Erweiterungsmodul f√ľr die 3-D Technik. Ein zus√§tzlicher Geber ist ebenfalls f√§llig, um die Spotlight Technik nutzen zu k√∂nnen.

Die Spotlight Scan Funktion wird mit dem Trolling Motor gekoppelt und zeigt Strukturen und Fische vor und um das Boot herum an, bevor man in diesem Bereich fischt.

In der Grundausstattung arbeitet das Gerät mit drei möglichen Festfrequenzen (50/83/200Mhz) im traditionellen 2-D Verfahren und mit 455/800Mhz Frequenzen im Strukture Scan Bereich.

Der mitgelieferte Total Scan Geber unterst√ľtzt 83 und 200Mhz als Festfrequenz im 2D, deckt aber den angegebenen Struktur Scan Bereich ab. Er √§hnelt sehr dem bisherigen LSS-2 Geber aus dem Lowrance Portfolio.

Das HDS-7 Carbon pulst im 2-D Bereich zus√§tzlich auch Chirp. Der Hersteller spricht von Mid Chirp und High Chirp Bereichen, die sich auf die angegebenen 83/200Mhz Festfrequenzen st√ľtzen. Der mitgelieferte Total Scan Geber kann um diese Eckpunkte herum die Schallwellen modulieren, so dass eine gewisse Bandbreite an Frequenzen statt einer einzelnen zur Verf√ľgung steht.

Die Chirp Technik sorgt f√ľr eine h√∂here Trennsch√§rfe bei erkannten Objekten, unterdr√ľckt St√∂rungen besser und steht f√ľr saubere und klare Bilder in der Darstellung. Nach unseren Erfahrungen sind die M√∂glichkeiten des Totalscan aber begrenzt. Ein echter Chirp Geber von Airmar, z.B. ein TM150, der mit dem HDS-7 Carbon kompatibel (Adapter Kabel n√∂tig) ist, produziert bessere Bilder.

Das mag einmal an der größeren Frequenzbreite des Airmar Gebers liegen, wird aber auch Ursachen in der Gebertechnik selbst haben, da der Total Scan Geber ein Festfrequenztyp ist und keineswegs chirptechnisch modifiziert wurde. Trotzdem sind die Chirp Möglichkeiten mit dem Total Scan Geber nicht von schlechten Eltern.

Im Split Verfahren lassen sich nämlich beide Chirp Techniken (High und Med Chirp) gleichzeitig nutzen. Das bringt einerseits den Vorteil die Detaildarstellung im Kleinen (High Chirp) als auch die Nutzung des großen Scanbereich im Med Chirp Verfahren. Damit kann man beim Fischen u.U. sogar mehr anfangen, als es mit einem einzigen Chirp Bereich und höherer Auflösung möglich ist.

Lowrance HDS Carbon dual CHIRP Echolotbild

Eine der Stärken des Lowrance HDS-7Carbon. Die duale Chirp Ansicht im Bildschirmsplitt mit unterschiedlicher Einfärbung und verschiedenen Maßstäben. Die bessere Detaildifferenzierung im High Chirp Bereich ist bei der geringen Wassertiefe von rund 8 m noch nicht so deutlich zu sehen.

Mit dem Total Scan Geber verf√ľgt das Lowrance HDS-7 Carbon im Strukture Scan Bereich √ľber Sidescan und Downscan M√∂glichkeiten, die sich einzeln im Vollbild, im Split Screen Verfahren zusammen oder mit anderen Funktionen aus 2-D oder den Charts anzeigen lassen.

Im Sidescan Bereich sind Scanbreiten links und rechts vom Boot bis zu 90m(455Khz)einzeln oder gleichzeitig m√∂glich. Tiefenlotungen reichen im Strukture Scan Bereich bis auf rund 100m. Mit traditionellem 2-D Chirp geht es bis auf 300m Tiefe, was f√ľr die meisten Anwendungen ausreichen sollte.

In der Praxis h√§ngt die Sonar Darstellung in Qualit√§t und Umfang auch von der Bootsgeschwindigkeit ab, die nach unseren Erfahrungen optimal im Bereich 5-7MPH liegt. Tiefenlotung mit Anzeige der Grundlinie liefert das Ger√§t aber noch bei h√∂heren Geschwindigkeiten bis √ľber 30MPH.

Das setzt allerdings eine optimale Gebermontage und einen Boots Typ voraus, der im Heckbereich nicht zu starken Verwirbelungen neigt.

Die Sonarqualität des HDS-7 Carbon mit dem Totalscan Geber setzt sich, bis auf die zusätzlichen Features, nur unwesentlich von den Mittelklasse-Echolot-Modellen Elite Ti und Simrad Go7xse ab. Das ist wenig erstaunlich, da prinzipiell die gleiche Technik und der gleiche Geber im Einsatz ist.

Grundsätzlich sind die Scanergebnisse sehr gut im Struktur Scan Bereich mit leichten Vorteilen zur Konkurrenz im gleichen Preissektor, fallen aber je nach Wettbewerber bei den 2-D Chirp Bildern ab, solange nur der Total Scan Geber zum Einsatz kommt.

Lowrance HDS Carbon Structure Scan Echolotbild

Starke Leistung auch im Strukture Scan Bereich, wie hier das Downscan Bild verdeutlicht. Hier wurde eine SW Darstellung gewählt, die die Strukturen am Boden sehr deutlich herausarbeiten.

Ansonsten beherrscht ein HDS-7 Carbon nat√ľrlich alle Standardfunktionen der aktuellen Echolottechnik. Das sind z.B. M√∂glichkeiten der Sonaraufzeichnung und Wiedergabe(incl. Rewind), die sehr n√ľtzlich sind, wenn man durchfahrene Bereich erneut ansteuern will.

Au√üerdem lassen sich damit auch eigene Kartenaufzeichnungen √ľber C-Map Genesis generieren. Sehr hilfreich ist auch die Fish ID Funktion mit und ohne Tiefenangabe. Hier werden Fischsymbole statt Fischb√∂gen eingesetzt.

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Zusammenfassend kann man feststellen: High End ist das im Echolotbereich mit dem Total Scan Geber eher nicht. Die Unterschiede zur Mittelklasse bei gleichem Gebereinsatz sind zu gering.

Auch leistungsmäßig unterscheidet sich das Sonar Modul mit 500W RMS nicht vom einem Elite Ti oder Simrad Go Gerät. Interessant wird es erst beim Einsatz der 3D-Struktur Scan Technik und einem echten Chirp Gebers.

Beides wirft aber die Frage auf, inwieweit es sich mit mehreren Gebern und einem zus√§tzlichen Modul noch komfortabel arbeiten l√§sst. Sinnvoll scheint die Geberaufr√ľstung eher im Marinenetzwerk mit mehreren Ger√§ten zu sein, da hier alle M√∂glichkeiten gemeinsam genutzt werden k√∂nnen. So rechnet sich der Kosteneinsatz auch besser.

Der Normalanwender wird sich bei dem Lowrance HDS-7 Carbon mit dem Total Scan Geber zufrieden geben. In dieser Ausstattung ist der Preis mit rund 1250,00‚ā¨ √ľberschaubar. Im Konkurrenzvergleich kommt man damit gut auf seine Kosten.

Man erwirbt ein fortschrittliches modern konzipiertes Hochleistungsgerät mit 2D Chirp- und Struktur Scan Funktion, einem gut ausgestatteten Plotter, leistungsfähiger Hardware und einem exzellenten Bildschirm. Die Netzwerkmöglichkeiten sind vielfältig und die drahtlosen Kommunikationsfähigkeiten gut ausgebaut.

Das Ger√§t eignet sich f√ľr den S√ľ√ü- wie f√ľr den Salzwasserbereich, ist bestens verarbeitet und bringt alles notwendige Zubeh√∂r(Halterung, Einbaurahmen, Abdeckung) mit, das f√ľr einen Einsatz im t√§glichen Gebrauch notwendig ist.

Der Total Scan Geber ist ein tragf√§higer Kompromiss in Leistungsf√§higkeit und Einsatzkomfort. Mit der Echolotleistung l√§sst es sich leben auch wenn der 2-D Chirp Bereich nur Durchschnittskost ist und der 3-D f√§hige Strukture Scan und weitere Funktionen mit diesem Geber nicht zur Verf√ľgung stehen.

Die komplette Ausstattung mit zus√§tzlichen Strukture Scan 3D ist mittlerweile bei rund 1680‚ā¨ eine √úberlegung wert.

Welches sind die besten Fischfinder? Erfahre die Antwort in unserem ausf√ľhrlichen Echolot-Test.

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