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Angeln mit Echolot 🎣 Wie funktioniert ein Fischfinder? 📡

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4.5
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In diesem Beitrag erhältst Du eine Einführung in das Echolot-Angeln. Einerseits zu den allgemeinen Grundlagen des modernen Fischefindens, andererseits zu der Funktionsweise von Fischfindern selbst. Stellt ein solches Basiswissen über Echolote doch die Grundvoraussetzung für den richtigen Kauf dar.

Es passiert nur allzu leicht, dass man aufgrund mangelnder Vorinformation eine falsche Entscheidung trifft und mehrere hundert Euro auf dem sprichwörtlichen Grund versenkt. Beim Kauf kommt es zuerst einmal darauf an, dass das Echolot für das bevorzugte Gewässer ausgelegt ist.

Denn ungünstig ist es, falls wichtige Funktionen einfach fehlen oder andere unnötige teuer bezahlt wurden. Ist das Gerät einmal montiert und verwendet, wird ein Umtausch in der Regel unmöglich.

Der wichtigste Grund, sich mit der Funktionsweise von Fischfindern auseinanderzusetzen, ist das Informationsgefälle zwischen Händler und Kunde (Dir) zu reduzieren. Der Kunde möchte möglichst wenig Geld für seine benötigten Funktionen ausgeben. Der Händler hingegen lebt vom Umsatz.

Deshalb werden häufig tolle neue Funktionen als quasi unverzichtbar angepriesen. Ob diese wirklich notwendig sind, wissen jedoch nur die wenigsten einzuschätzen. Damit es Dir in Zukunft anders geht, haben wir für Dich in diesem Beitrag die wichtigsten Funktionen eines Echolots zusammengestellt und erklärt.


Inhaltsverzeichnis:

  1. Was ist wichtig bei der Auswahl eines Echolots?
  2. Fischfinder im Jahr 2020.
  3. Auf was solltest Du beim Kauf eines Echolotes achten?
    1. Essentielle Funktionen
    2. Funktionen, die nice to have sind
  4. Die Grundlagen von Fischfindern.
    1. Wie viel Watt sollte das Echolot haben?
    2. Welche Frequenz ist bei einem Fischfinder am besten?
    3. Welcher Öffnungswinkel ist bei einem Echolot-Geber der beste?
    4. Mehrere Frequenzen gleichzeitig nutzen: Wie geht das?
    5. Dual Beam – Was ist das?
    6. Wie entsteht die Fischsichel?
    7. Was wird auf dem Echolotbild dargestellt?
    8. Was ist CHIRP?
    9. Haltbarkeit und Pflege
    10. Eine Echolotversicherung – Gibt es das?
    11. Fehler bei der Messung
    12. Der häufigste Fehler, warum Du ein schlechtes Bild erhältst
    13. Der häufigste Fehler bei der Bedienung
    14. Externe Störquellen


1. Was ist wichtig bei der Auswahl eines Echolots?

Mit einem Fischfinder verfolgen Angler nur ein einziges Ziel: Fische finden – um dann den Köder auszuwerfen und sie einzuholen.

Die beste Angelausrüstung nützt Dir nichts, wenn der Fisch nicht da steht, wo Du gerade angelst. Der Fischfinder soll dabei helfen die Fangquote und damit den Spaß am Angeln zu erhöhen. Sowie vor allem die Zeit auf der Suche nach dem Fisch zu reduzieren. So hoffen zumindest die meisten, die über den Kauf eines Echolotes nachdenken.

Doch ein Echolot kann weit mehr als viele denken und oft reicht ein kurzer Blick auf den Bildschirm nicht aus, um das Geschehen unter Wasser richtig zu verstehen. Also ist es wichtig, sich vor dem Kauf (oder spätestens der Anwendung) einige grundsätzliche Fragen zu stellen:

  • Was suche ich? Hotspots oder Fischsicheln?
  • Möchte ich lieber Fische am Grund oder im Freiwasser angeln?
  • Wie tief ist mein Gewässer?
  • Brauche ich mein Echolot auch in den Ferien?
  • Nutze ich das Echolot auch im Meer?
  • Ist es wichtig für mich, viele Strukturen unter Wasser zu erkennen?
  • Wie teuer darf mein Echolot sein?
  • Brauche ich eine Kartenfunktion mit GPS?

Einige dieser Fragen beantworten wir in diesem Artikel und viele mehr in unseren Echolot-Tipps.

2. Fischfinder im Jahr 2020

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Im Jahr 2019 hat sich wieder allerhand getan. So rutscht echtes CHIRP noch weiter in die mittlere Preisklasse. CHIRP empfehlen wir Dir deshalb inzwischen auf jeden Fall in die Kaufentscheidung mit aufzunehmen. Die modernen Fischfinder liefern aktuell sogar HD-Bilder von

  • der Beschaffenheit des Gewässergrunds,
  • der Temperatur,
  • der Sprungschicht,
  • der Tiefe
  • sowie exakte Informationen darüber, ob die Fische an der Oberfläche, im Mittelwasser oder am Gewässergrund stehen.

Die Interpretation dieser Bilder ist das zu überwindende Hindernis der meisten Angler. Ein Echolotbild ist mit Sicherheit nicht leicht zu interpretieren, da die genaue Position der Fische nur bei bestimmten Funktionen wie dem SideScan oder Multibeam (zu finden z. B. beim Garmin Panoptic) sichtbar wird.

In den meisten Fällen wird jedoch das klassische 2D-Sonar genutzt. Hier kann nur mit ausreichend Erfahrung die genaue Position des Fisches oder des Hotspots am Gewässergrund eingeschätzt werden.

Zusätzlich liefern Echolote eines nicht: Eindeutige Bilder vom gescannten Fisch. So dass Du niemals mit Sicherheit weißt, um was es sich da im Wasser genau handelt.

Um Position und gleichzeitig den Fisch zu bestimmten, hilft nur Wissen. Dieses ziehen sich die Echolot-Profis aus jahrelanger Erfahrung, Erfahrung und nochmals Erfahrung.

Diese kleine elitäre Gruppe von ca. 20% der Angler, wird Jahr für Jahr ca. 80% der Fische aus einem Gewässer ziehen. Und das, obwohl sie oft nur wenige Meter neben einem stehen und magisch einen Fisch nach dem anderen drillen, während einer selbst stundenlang das Wasser hypnotisiert. Ohne einen einzigen Fang für sich verbuchen zu können.

Auch nicht viel erfolgsversprechender ist die “Taktik” ziellos von einem vermeintlich guten Spot zum anderen zu fahren. Bis die kostbare Angelzeit sich dem Ende neigt. Und der Erfolg in der Regel ebenso bescheiden ist.

Falls Du keine Lust mehr auf maue Tage und leere Kescher hast, musst Du Dir einen Wissensvorsprung aufbauen. Wenn Du das schafft, schafft Du es von der Masse der 80% mit den leeren Angelhaken (und Mägen in die Klasse der 20% mit den Fischen. Nur so, wirst Du immer öfter zur richtigen Zeit am richtigen Spot sein.

Ein Echolot ist kein Schweizer Taschenmesser – einfach zu bedienen und trotzdem vielseitig einsetzbar. Raketenwissenschaft ist seine Bedienung aber genauso wenig. Und muss vor allem nicht kompliziert sein.

Lies hier nach, wie Du es in die Oberliga der Echolotprofis schaffst! Werde Echolot-Profi und fange mit 20% der Einstellungen 80% mehr Fische:

3. Auf was solltest Du beim Kauf eines Echolotes achten?

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Wie bereits erwähnt, ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass Du dich vor dem Kauf Deines persönlichen Echolots zuerst ausführlich informierst. Um dann in einem zweiten Schritt das Gerät mit den passenden Funktionen, für Deine ebenso persönlichen Anforderungen, auswählen zu können.

Um Dir beim Entscheidungsprozess etwas unter die Arme zu greifen, haben wir Dir im folgenden Kapitel die wichtigsten Funktionen eines Echolots zusammengefasst. Sowie, welche Bedeutung wir diesen jeweils beimessen.

3.1 Essentielle Funktionen:

Auf Basis unserer jahrelangen Erfahrung haben wir Dir die wichtigsten Funktionen in einem Ranking zusammengestellt. Diese stellen für uns die entscheidenden Kriterien beim Kauf eines Echolots dar. Ein Echolot, welches diese nicht besitzt, würden wir heutzutage nicht mehr zum Kauf empfehlen.

1. Echter CHIRP-Geber – 100%

CHIRP bedeutet eine verbesserte Fischerkennung. Bei einzelnen Frequenzen können Fische nur in einem etwas weiterem Abstand zueinander als einzelne Fische erkannt werden. CHIRP macht es hingegen möglich auch eng zusammenstehende Fische als einzelne Fischsicheln anzuzeigen.

2. Der Geldbeutel – 95%

Im zweiten Schritt würden wir dann auf den Geldbeutel achten und an den anderen Funktionen sparen. CHIRP comes first – alles Weitere ordnet sich dem verfügbaren Budget unter.

3. 15° bis 25° schmaler Öffnungswinkel beim Sendekegel – 91%

Allein ein möglichst schmaler Öffnungswinkel ermöglicht es die wahre Bodenstruktur unter Wasser einigermaßen zu erkennen und Bodenvertiefungen aufzuspüren.

4. GPS Kartenfunktion – 85%

Nur mit einer GPS-Karte beim Angeln, findest Du die besten Hotspots. Und kannst diese außerdem für zukünftige Angeltouren markieren. Außerdem ist es oft möglich die Tiefe während der Fahrt aufzuzeichnen und dadurch einen fantastischen Überblick über abfallende Kanten und Unterwasserhügel zu erhalten! GPS-Funktionen erhöhen des Weiteren die Sicherheit, falls einmal dunkle Wolken aufziehen sollte. Falls Du Dir GPS und eine Seekarte leisten kannst, solltest Du diese Investition tätigen.

5. Ein großes kontrastreiches und hochauflösendes Display – 83%

Viel Kontrast benötigen wir auf dem Wasser bei hellem Sonnenschein. Sonst ist nichts zu erkennen und das Echolot ist nutzlos. Die Größe und Auflösung des Display ist für die detailscharfe Darstellung verantwortlich. Ein guter Geber liefert viele Details und das Display muss diese auch anzeigen können.

6. 2 Frequenzen einzeln nutzbar – 75%

Aus unserer Sicht bringt eine Kombination von 2 Frequenzen (DUAL Beam) nicht so viel, wie einzeln auswählbare Frequenzen. Mit 2 einzelnen Frequenzen kann man sich der jeweiligen Situation entsprechend die passende der beiden anzeigen lassen. Zudem verwenden unterschiedliche Frequenzen oft auch unterschiedliche Öffnungswinkel.

3.2 Funktionen, die nice to have sind:

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Die folgenden Funktionen sind gut zu haben, aber nicht unerlässlich. Bei diesen kannst Du Dir demzufolge überlegen, ob Du sie

  • erstens in ausreichendem Umfang nutzen wirst,
  • sodass zweitens der dafür zu zahlende Aufpreis auch Sinn macht.

1. 2 Frequenzen gleichzeitig nutzbar (DUAL-BEAM) – 60%

DUAL Beam hat sich bei den günstigen und mittelpreisigen Echoloten durchgesetzt. Hier werden die Vorteile aus zwei Frequenzen kombiniert und das Ergebnisse in einem einzelnen Bild anzeigt. Der schmale Öffnungswinkel der einen Frequenz sorgt für die detaillierte Bodenstruktur, während der meiste breitere Öffnungswinkel der zweiten einen großen Bereich scannt und dadurch viele Fische anzeigt.

Der Nachteil hiervon ist, dass dadurch der Abstand der Fische vom Boot nicht genau eingrenzt werden kann (siehe Buch “Der große Echolot-Ratgeber” S. 67). In Zeiten von CHIRP verliert diese Funktion langsam an Bedeutung. Allerdings ist sie, aufgrund des breiteren Öffnungswinkels, zum Schleppfischen gut zu gebrauchen.

2. Down Imaging etc. 55%

Die bildgebenden Funktionen eines Echolotes sind schon toll, da man die Unterwasserwelt fast fotorealistisch betrachten kann. Wir unterscheiden aber zwingend zwischen

  • dem bildgebenden Sonar unter dem Boot (Down Scan, Down Imaging etc.)
  • und auf den Seiten (Side Scan etc.).

Das seitlich ausgerichtete Sonar ist wirklich der Hammer, da man die genaue Position von Angelstellen bestimmen und diese dadurch exakt anfahren kann. Bei der Variante nach unten, ist das nicht der Fall. Aus folgendem Grund bewerten wir diese Funktion als “nice to have” – Es ist der Preis. Für viele ist ein Side-Scan-Echolot einfach zu teuer in der Anschaffung.

3. Leistung über 500 Watt in Binnengewässern – 48%

Für die meisten europäischen Binnengewässer ist ein 500 Watt Echolot ausreichend, da es für Tiefen bis zu 250 m konzipiert wurde.

4. W-Lan Funktion – 45%

W-Lan ist hip, W-Lan ist modern – und tatsächlich kann man mit dieser Funktion, die Details des Gebers auf einem größeren Tablet darstellen. Du sparst dadurch am eigentlichen Bildschirm, falls Du schon ein Tablet Dein Eigen nennst. In der Qualität unterscheiden sich die verschiedenen Fischfinder in

  • der Darstellung und Bildgebung,
  • der Bedienbarkeit.
  • und der Nutzerfreundlichkeit.

Die technischen Details wie

  • Anzahl der Sender / Geber / Schwinger,
  • der Sendeleistung,
  • der Auflösung des Bildschirms
  • und auch die abdeckbare Breite des Sendekegels (Geberkegel)

sind für die meisten die kaufentscheidenden Punkte. Einige Echolote sind sogar für Tiefen bis fast 1.000 m geeignet. Lowrance gibt für den Elite 9x CHIRP Fischfinder ganze 914 m Tiefenleistung an.

Wobei jedem klar sein sollte, dass in einer solchen Tiefe nichts mehr mit zu interpretierenden Fischsicheln ist, denn die Frequenz von 50 kHz lässt diese Detailtreue nicht zu. Aber, um für Fische interessante Stellen am Gewässergrund zu finden, sollte es reichen. Und ganz ehrlich. Wer von uns fischt schon in dieser Tiefe?

4. Die Grundlagen von Fischfindern:

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Entwickelt, so wie wir das Echolot heute kennen, wurde das Prinzip im zweiten Weltkrieg, um gegnerische U-Boote zu orten. Dabei werden Schallwellen mit ca. 1.440 m/s durch das Wasser geschickt und von Hindernissen reflektiert. Die reflektierten Wellen werden dann wiederum vom ursprünglichen Sender empfangen und in ein elektrisches Signal umgewandelt. 

Grundsätzlich ist ein Fischfinder eine bestimmte Echolot-Art. Der klassische Fischfinder sendet in einem konischen Kegel nach unten. Diese “2D-Frequenzen” werden anschließend zur Berechnung der Tiefe und Strukturen genutzt.

Vom Geber werden mehrere Pulse nacheinander abgegeben (Ping – Ping – Ping – …). Die Signale machen sich nun – in einem Kegel auseinanderlaufend – auf dem Weg zum Grund. Je nach Tiefe und Austrittswinkel treffen die Schallwellen auf Hindernisse (sowie schlussendlich auf den Boden) und werden dabei mehr oder weniger stark reflektiert. Die vom Geber empfangenen Schallwellen werden schließlich vom Echolot verarbeitet, um ein Bild darzustellen.

Eine der wichtigsten Informationen ist die Leseweise des Bildschirms: Auf dem Fischfinder LCD findet man bei einem klassischen 2D-Sonar das aktuelle Bild rechts auf dem Display, welches dann nach links läuft. Du siehst also nur die Vergangenheit – oder das was hinter dem Boot liegt! An diesen Effekt musst Du Deine Angeltechnik anpassen.

Tipp

“Du fragst dich, welche Funktionen bei einem Echolot unverzichtbar sind und warum?” Lade Dir hier die kostenlosen Seiten unseres Echolot-Ratgebers herunter. (einfach auf der Seite hinter dem Link ein wenig nach unten scrollen)

4.1 Wie viel Watt sollte das Echolot haben?

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Je mehr Watt ein Echolot hat, desto größer ist seine Sendeleistung Grundsätzlich wird in den USA immer mehr Watt gefordert als bei uns. Der Grund ist ganz einfach. Dort gibt es sehr viele und große Wettkämpfe mit Preisgeldern in Millionenhöhe.

Das bedeutet, dass die Ansprüche an das Gerät viel höher sind, denn jede Sekunde in einem dreistündigen Wettkampf zählt. Hier in Deutschland ist das Wettkampfangeln in den meisten Bundesländern verboten. Und falls nicht, dann ähneln viele Wettkämpfe doch eher einem typischen Angelvereinsausflug mit gemütlichem Sitzen am Gewässerrand.

Doch nun zurück zur Wattzahl. Angegeben wird die Leistung in Watt (RMS). RMS steht für Rout Mean Square, was den Mittelwert der Leistung aller Frequenzen beschreibt. Die Wattangabe entscheidet über die Stärke des Signals, das in die Tiefe geschickt wird. Je tiefer Du fischt, desto höher sollte demzufolge die Wattzahl sein.

Auch muss sie hoch sein, wenn die genutzte Frequenz hoch ist. Du kannst das mit dem Zurufen eines Freundes vergleichen. Je weiter dieser von Dir weg steht, desto lauter musst Du nach ihm rufen. Und wer eine piepsige Stimme hat, muss dementsprechend mehr Kraft in die Stimme legen, um gehört zu werden (hohe Frequenz =  Police Academy lässt grüßen).

Die RMS-Angabe bei Echoloten ist der wichtigste Wert, da hier nicht mit hohen Watt-Angaben (Peak to Peak) die Leistung hochgeschummelt werden kann!

Schon mittelpreisige Geräte wie z. B. das Humminbird Helix 12 CHIRP MEGA SI GPS  (ca. 3.000€) haben eine Sendeleistung von 1.000 Watt (RMS) bei sagenhaften 8.000 Watt (Peak to Peak). Während günstigere Geräte wie der Garmin Striker 4 (ab ca. 140€) auf eine Leistung von 200 Watt (RMS) kommen. Trotzdem kann das günstigere Modell in über 400 m Tiefe senden, während das Modell von Humminbird nur 122 m als maximale Tiefenleistung angibt.

Hier kommt es konkret darauf an, was Du mit dem Echolot machen möchtest. Normalweise wird vom Gerät die benutzte Wattzahl automatisch nach Tiefe gesteuert. In flachen Gewässern bis 50 m reicht eine geringe Wattzahl von 100 Watt aus, während in tieferen Gewässern die Leistung voll ausgereizt werden muss.

4.2 Welche Frequenz ist bei einem Fischfinder am besten?

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Echolot_Angeln_Interpretation_Schallbild

Die Dauer bis zur Rückkehr der Schallwelle (Echo) ist die Grundlage für die Berechnung der Entfernung zum Objekt.

Der Geber befindet sich im Wasser und gibt nach unten Hochspannungsimpulse im Ultraschallbereich ab. Auf dem Weg nach unten treffen die Schallwellen auf Hindernisse, wie z. B. Äste, im Wasser schwimmende Gegenstände, Felsen, den Grund oder eben Fische und ganze Fischschwärme. Trifft eine Schallwelle auf ein Hindernis – spätestens den Grund – dann wird sie reflektiert, um wieder vom Geber empfangen zu werden.

Die Software des Echolots rechnet nun die empfangenen Signale in ein Bild um und stellt dieses auf dem Display dar. Dabei wird anhand der empfangenen Signale berechnet, ob es sich um einen Fisch, Geäst oder einen harten bzw. weichen Untergrund handelt.

Die meisten Echolote arbeiten im 2D-Sonarbereich mit einer Frequenz von 50 kHz bis 200 kHz. Die Wellenlänge bei 200 kHz ist wesentlich kürzer als bei 50 kHz (Wellenlänge Ultraschall – 7,5 mm bis 30 mm), sodass hier viel mehr Details erfasst werden. Treffen mit einer höheren Frequenz doch mehr Schallwellen auf das Objekt und werden wieder nach oben reflektiert.

39-Frequenz-der-Schallwelle-beim-Angeln-mit-FischfinderBei einer hohen Frequenz sind die einzelnen Schallwellen kürzer als bei einer niedrigen Frequenz.

 

Die meisten unterschätzen die Wirkung von Schallwellen. Die jeweilige Frequenz hat einen großen Einfluss darauf, in welchem Abstand Fische zueinander überhaupt als einzelne Fische erkannt werden. Der Unterschied ist hier gewaltig. Bei 50 kHz können Fische, die enger als 50 cm zueinander stehen, nicht als einzelne Fische erkannt werden.

Dies hängt direkt mit der Entfernungsauslösung zusammen und sollte jedem Echolotbesitzer und -käufer bewusst sein.

Falls Du Probleme bei der Vorstellung der Funktionsweise der Schallwellen hast, dann nimm ein Blatt Papier und zeichne auf einer Linie Punkte im Abstand von 7,5 mm (200 kHz). Daneben wiederhole das ganze mit einem Abstand von 30 mm (50 kHz). Lege nun einen Gegenstand – wie z. B. Deinen Schlüssel – auf die Punkte. Du wirst sehen, dass bei einem Abstand von 7,5 mm viel mehr Punkte den Schlüssel treffen als bei 30 mm (kürzere Wellenlänge = höhere Frequenz beim Echolot).

Vorteile einer tiefen Frequenz

Andererseits bietet eine hohe Frequenz auch Vorteile. Da die Wellenlänge von 50 kHz größer ist, bietet das Wasser weniger Widerstand und man erreicht eine größere Tiefe. Genauso kann die Bodenbeschaffenheit besser erkannt werden, da die Schallwellen tiefer in den Boden eindringen können, bevor sie vom Untergrund reflektiert werden.

Das ist unter anderem wichtig für das Angeln in großen Tiefen von mehr als 200 Metern wie z. B. in Norwegen. In diesen Tiefen werden die Schallwellen einer 200 kHz Frequenz den Grund der Fjorde oft nicht erreichen, so dass es auch kein Echo geben kann. Im Ergebnis bleibt der Bildschirm leer und zeigt gar nichts an.

Vorteile von 200 kHz:

  • Detailreichere Bilder und Informationen,
  • kleine Hindernisse werden erkannt,
  • schmale Sendekegeln, welche die Tiefe besser erfassen
  • und eng zusammenstehende Fische werden als einzelne Fischsicheln angezeigt.

Nachteile von 200 kHz:

  • Der kleine Abstrahlwinkel scannt ebenso einen kleinen Bereich,
  • Informationen außerhalb des Sendekegels werden nicht erfasst
  • und nicht für größere Tiefen (ab 150m) geeignet.

Vorteile von 83 kHz:

  • Großer Bereich, der vom Echolot erfasst wird (meist 60° Abstrahlwinkel)
  • und kann für größere Tiefen benutzt werden.

Nachteile von 83 kHz:

  • Die Informationen des gescannten Bereichs sind nicht so detailreich,
  • Fischschwärme werden oft nur als eine übersichtlich dichte Punkteanhäufung angezeigt
  • und in größeren Tiefen gibt es zu viele Informationen, die nicht dargestellt werden können.

4.3 Welcher Öffnungswinkel ist bei einem Echolot-Geber der beste?

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Der Kristall ist verantwortlich für die Frequenz und für den Öffnungswinkel der erzeugten Schallwellen. Oder anders ausgedrückt: In welchem Winkel verlassen die Schallwellen den Geber? Der Kristall ist meistens rund, von zwei Seiten elektrisch leitend beschichtet und mit dem Geber verbunden. Als Beispiel: Der Durchmesser eines 200 kHz und 20° Kristalls beträgt ca. 2,5 cm. Jedes Jahr werden diese Kristalle jedoch kleiner, wobei sie allerdings aufgrund der Physik in ihrer Miniaturisierung beschränkt sind.

Wie sieht so ein Kristall aus? Und was bedeutet ein unterschiedlich großer Öffnungswinkel in der Praxis?

 

Kristall-bei-einem-Fischecholot-oeffnungswinkel

 

Viele der gängigen Fischfinder arbeiten mit einer Frequenz von 200 kHz und einem Winkel von 20° bis 28°. Bei dieser Frequenz und einem 20° Öffnungswinkel treffen die Schallwellen in 10 m Tiefe mit einem Durchmesser von ca. 3,5 m auf, was einer Fläche von 9 qm entspricht. 9 qm ist ungefähr die Grundfläche eines kleinen Badezimmers. Beträgt der Öffnungswinkel des Kristalls 60°, beträgt der Durchmesser der Schallwellen in 10 m Tiefe jedoch bereits 11,50 m.

Das wiederum bedeutet, dass die erfasste Fläche 104 qm entspricht – die Fläche einer größeren Wohnung. Lass mich Dir an dieser Stelle diese Zahlen noch einmal verdeutlichen. Stell Dir eine 104 qm große Wohnung im ersten Stock eines Hauses vor. In der Küche wird ein gut 80 cm langer Hecht platziert. Im 4. Stock steht das Echolot, pingt und wir verfolgen das Bild.

Fischfinder-angeln-Zusammenhang-Kegeldurchmesser-und-Wassertiefe
Ein Fisch in 10 Meter Tiefe

Wow, da ist eine große Fischsichel in 10 Meter Tiefe. Doch was nun? Köder auspacken und reinschmeißen? Wir sehen ja nur, dass dort eine große Fischsichel irgendwo in 10 Meter Tiefe ist. Aber, wo sich der Fisch genau befindet – in der Küche, dem Bad oder doch in der Ecke des Wohnzimmers – kann uns das Echolot nicht zeigen.

Wir müssten die gesamte Wohnung mit unserem Jig abtasten und hoffen, dass wir zufällig in die Nähe des Hechtes kommen. Der darüber hinaus immer noch da sein und in diesem Moment zubeissen muss.

Du siehst: Die Auswahl der Frequenz und des Öffnungswinkels ist äußerst wichtig für das praktische Angeln. Ein tolles und vor allem günstiges Echolot alleine reicht nicht aus, um raus zu fahren, Fische zu finden und Bang – der Meterhecht beisst an. Das System Echolot wird häufig in seiner Komplexität und den physikalischen Grenzen unterschätzt.

Der große Echlotratgeber – Das sagen die Leser:

“Kein Vortrag, kein Presseartikel oder Bericht, Nein sogar keine Online-Schulung oder gar ein 365 Tage Support, vermittelt so viele essentielle Kenntnisse, wie dieses Buch.

“Dir wird klar, dass du dein Echolot bisher sehr ineffizient genutzt hast und dass dir eine Menge verborgen geblieben ist.”

“Mir ist Stand Juni 2017 kein anderes Buch bekannt, das diesen Ansatz so konsequent verfolgt.”

“In 4 Stunden habe ich mehr über Echolote gelernt, als in 30 Jahren praktischer Erfahrung.

4.4 Mehrere Frequenzen gleichzeitig nutzen: Wie geht das?

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Der Kristall eines Echolotes kann je nach Herstellungsweise mehrere Frequenzen – und manchmal auch unterschiedliche Öffnungswinkel – haben. So ist eine gängige Konfiguration, dass ein Geber 200 kHz Schallwellen in einem schmalen Winkel abstrahlt. Sowie diejenigen mit 83 kHz in einem breiten. Der Vorteil ist dabei, dass die 200 kHz sehr detailliert unter dem Boot und die 83 kHz weit nach außen (rund um das Boot) Echos von Fischen erzeugen.

So erhältst Du einen schönen Rundum-Blick darüber, was unter Wasser so passiert. Humminbird-Echolote z. B. können die unterschiedlichen Frequenzen getrennt auf einem geteilten Bildschirm darstellen. Das ist ein großer Vorteil, da Du so unterscheiden kannst, welche Signale unter dem Boot entstanden sind. Und welche Fischsicheln wohl Fische in großer Entfernung darstellen. (Auszug aus “Der große Echolot-Ratgeber S. 83: Vor- und Nachteile breiter und schmaler Sonarkegel.)

4.5 Dual Beam – Was ist das?

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Beim Dual Beam werden die Echos beider Frequenzen mit unterschiedlichen Öffnungswinkeln zusammengefasst und in einem Bild dargestellt. Für Anfänger beim Echolot-Angeln ist Dual Beam eine gute Sache. Du wirst nicht mit unterschiedlichen Bildern verwirrt und erhältst viele Informationen auf einen Blick. Möchtest Du mehr und ein größeres Spektrum Deines Echolotes nutzen, sind hingegen getrennt darstellbare Frequenzen und Öffnungswinkel von Vorteil.

echolot-angeln-dual-beam-funktionsweise

Die meisten Fischfinder-Modelle haben seit 2017 ab einer Preisklasse von ca. 170 € einen Dual Beam. D. h., dass diese gleichzeitig auf zwei Frequenzen senden und so ein genaueres Bild darstellen können. Sonderfunktionen wie Down Imaging oder Side Imaging sind auch in diesem Jahr wieder im Preis gefallen. So bekommst Du die DownImaging- / DownVü-Funktion schon für unter 300€ (Beispiel Garmin Striker 5 DV).

Tipp

Der DUAL Beam ist gerade für das Schleppfischen eine Lösung, denn er verbindet die Vorteile beider Frequenzen und eliminiert dadurch teilweise die Nachteile. Die duale Anzeige beider Frequenzen auf einem geteilten Bildschirm wäre dazu die Krönung.

Der Geberwinkel und der gescannte Durchmesser:

 

echolot_angeln_durchmesser_berechnen

 

Mit Hilfe der folgenden Tabelle kannst Du ungefähr den gescannten Durchmesser Deines Fischfinders abschätzen. So hast Du einen ganz guten Überblick, welcher Bereich auf dem Display angezeigt wird. Der Durchmesser, den die Schallwellen am Grund abdecken, wird wie folgt berechnet:

(Durchmesser) d = 2 * tan(α/2) * h (Tiefe)


Tiefe

Durchmesser Sonarkegel bei 20° Öffnungswinkel

Durchmesser Sonarkegel bei 60° Öffnungswinkel
5 m 1,75 m 5,75 m
10 m 3,5 m 11,5 m
20 m 7 m 23 m
30 m 10,5 m 34,5 m

 

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4.6 Wie entsteht die Fischsichel?

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So entsteht eine Fischsichel beim Fischfinder-Angeln

Dieses Bild vermittelt Dir einen Eindruck, wie die perfekte Fischsichel entsteht: Der Fisch tritt in den Sendekegel ein und die Entfernung vom Fisch zum Geber wird gemessen. Daraufhin wird das Signal dargestellt. Nun bewegt sich der Fisch Richtung Boot und der Abstand zum Geber verkürzt sich. Das Fischbild wandert nun höher und zeigt an der Spitze die echte Tiefe des Fisches an, also den kürzesten Abstand zum Geber. Nun verlässt der Fisch wieder langsam den Sonarkegel und entfernt sich vom Boot. Der Abstand wird wieder größer und die angezeigten Bildpunkte sinken. Beim vollständigen Durchqueren ergibt das eine Fischsichel.

Jedoch: Eine perfekte Fischsichel kommt selten vor

Viel öfter streifen die Fische den Sonarkegel nur oder bewegen sich in Längsrichtung des Bootes. In beiden Fällen sieht die Fischsichel anders aus. Entweder ist eine Seite der Sichel zu dick oder dünn dargestellt oder ein Sichelende fehlt komplett. Das passiert, weil sich die einzelnen Sicheln übereinander stapeln.

Zwangsläufig stellen sich verschiedene Fragen:

  • Wo befinden sich die Raub- und wo die Beutefische?
  • Falls die großen Sicheln die Raubfische sind, wie kann ich sie angeln?
  • Befinden sie sich links oder rechts vom Boot?
  • Selbst die einfache Frage, in welcher Tiefe die Fische stehen, muss interpretiert und kann nicht einfach von der Tiefenskala abgelesen werden.

Lesenswert: In welcher Tiefe steht der Fisch wirklich?

Interpretation_einer_Fischsichel_beim_Echolot_Angeln

Die (oftmals nicht ganz einfache) Aufgabe ist es nun die Fischsichel zu interpretieren und auf Basis davon die Entscheidung zu treffen, ob sich der Angelplatz lohnt oder nicht. Häufig wird dabei allerdings die Bootsgeschwindigkeit unterschätzt. Denn auch diese beeinflusst die Größe der Fischsicheln. Ganz häufig hören wir in Gesprächen mit anderen Echolotbesitzern außerdem , dass diese so lange mit dem Boot herumfahren, bis schöne große Fischsicheln auf dem Bildschirm zu sehen sind. An einer solchen Stelle wird in weiterer Folge angehalten und geangelt.

Aus unserer Sicht ist das jedoch eine der Hauptursachen für die Verschwendung von Benzin und Zeit. Das Ergebnis ist, dass effektiv weniger Zeit zum Angeln übrig bleibt.

Merke deshalb: Fischsicheln sind gut – die Darstellung des Grundes ist jedoch wichtiger. Sie zeigt Dir nämlich die interessanten Angelplätze, welche für den Erfolg verantwortlich sind und den erfolgreichen vom erfolglosen Angler trennen.

Dieses Thema ist so spannend und umfangreich, dass wir all unser Wissen im Echolot-Profikurs zusammengepackt haben. Denn, die vom Fischfinder gelieferten Bilder richtig zu interpretieren, ist die Voraussetzung Hotspots zu finden und in weiterer Folge mehr Fische zu fangen. Deshalb nutzen wir in unserem Kurs über 1.000 Bilder, um Hotspots richtig zu erklären – und wie Du sie vor allem mit dem Echolot findest.

4.7 Was wird auf dem Echolotbild dargestellt?

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Das Echolotbild wird immer von rechts nach links gelesen. Im folgenden Bild siehst Du die klassische 2D-Anzeige. Das heißt, dass die Informationen

  • durch einen konischen Schallkegel gewonnen,
  • dann ausgewertet
  • und schließlich angezeigt werden.

Dadurch siehst Du nur, was schon vergangen ist. Die am kürzesten zurückliegenden Informationen befinden sich wie bereits erwähnt ganz rechts.

Aktuelle Informationen – also, was sich gerade innerhalb des Sendekegels befindet – kann ausschließlich durch die A-Scope oder RTS-Anzeige dargestellt werden, falls Du diese bei Deinem Echolot zur Verfügung hast.

Kurz zur Information: Wir angeln nie ohne diese Anzeige!

Echolot_Angeln-Interpretation-Echolotbild

 

In folgende Informationen untergliedert sich die Anzeige:

  1. Farbskala (gelb = stärkstes Echo – dunkelblau = schwächstes Echo),
  2. je nach Einstellung A-Scope oder RTS,
  3. Bodenlinie,
  4. einzelne Fische,
  5. Fischschwarm,
  6. Oberflächenstörungen,
  7. aktuelle Wassertiefe,
  8. aktuelle Bootsgeschwindigkeit,
  9. aktuelle Wassertemperatur,
  10. aktuelle Geberfrequenz.

4.8 Was ist CHIRP?

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Als CHIRP-Sonar sendet der Geber nicht nur eine Schallwelle einer festen Frequenz in Richtung Boden, sondern gleichzeitig auf mehreren benachbarten Frequenzen. Dadurch kann ein deutlich detailreicheres Bild dargestellt werden, da auch deutlich mehr Informationen zurückkommen. Mit umso mehr Frequenzen ein Fischfinder arbeitet, umso besser wird das Ergebnis.

Als Echolot mit 2 CHIRP-Sendern verbindet Raymarine bei seinen Dragonfly-Fischfindern den CHIRP-Kanal mit einem weiteren für Down-Vision, was unvorstellbar klare Bilder der Zielfische ergibt. Zu beachten ist, dass man die Angabe CHIRP bei einem Echolot genau lesen sollte. Manche Hersteller bieten CHIRP bei den 2D-Sonaren an, andere bei den “DownVison” / “DownVü” etc. Dazu mehr in unserem ausführlichen Echolot-Test.

Was ist DownScan Imaging (Lowrance), Down Imaging (Humminbird), ClearVü (Garmin, bis 2016 DownVü), DownVision (Raymarine)?

  • Hier wird mit einer möglichst hohen Frequenz – meistens 200 kHz, 455 kHz oder 800 kHz – direkt unter dem Boot gemessen.
  • Es werden keine konischen Kegel erzeugt, sondern breiter und schmal gesendet.
  • Die Schallwellen reichen aufgrund der hohen Frequenz nicht so tief, sodass diese Technologie eher für das Süßwasser (wie heimische Seen und Flüsse) geeignet ist.
  • Je höher die Frequenz, desto detailreicher werden die Bilder. Bei modernen Geräten entstehen fotorealistische Abbildungen.

Was ist Side Imaging (Humminbird), Structure Scan (Lowrance), SideVü (Garmin)?

Die Cremé de la Cremé der Fischfinder kann auch zur Seite schauen. Hier werden zu beiden Seiten des Bootes Schallwellen abgegeben und somit zwei zusätzliche Bilder, nämlich links und rechts vom Boot, erzeugt. Die Anzeige auf dem Bildschirm ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, aber bei häufiger Benutzung möchte man dieses Feature nicht mehr missen. Du musst dabei gedanklich das Bild in der Mitte einknicken und beide Seiten nach unten klappen. So erkennst Du nicht nur die Tiefe des Zielfisches, sondern ebenso den genauen seitlichen Standort.

Lesenswert: Was bedeuten CHIRP, DownScan Imaging & Co. wirklich?

Werde auch Du zum Echolot-Profi:

Mit uns!

4.9 Haltbarkeit und Pflege:

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Sei vorsichtig bei der Verwendung des Displays. Gerade die kleineren Modelle werden oft an- und abgebaut, sodass sie ständig in Taschen unterwegs sind. Und in Angeltaschen wimmelt es nur so vor spitzen Dingen. Ist das Display einmal beschädigt kann es teilweise nicht ohne große Kosten repariert werden. Oft ist eine Reparatur gar nicht mehr möglich, so dass die Displayeinheit neu angeschafft werden muss – ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Der Geber ist für die Details zuständig und muss dementsprechend gepflegt werden! Da er ständig im Kontakt mit Wasser ist, lagern sich Kleinstpartikel und Algen ab. Reinige den Geber jedes Jahr mit klarem Wasser. Vorsicht bei Antifouling: Nicht alle diesbezüglichen Mittel sind für Geber geeignet. Hier gibt es in diversen Shops spezielle Antifoulingpasten.

Wann sollte der Geber getauscht werden?

Ein Geber aus Kunststoff hält bei normalem Gebrauch (regelmäßige Angelausflüge von Frühling bis Herbst) ca. 6 bis 8 Jahre. Danach lässt die Leistung spürbar nach. Meistens erkennt man das selbst nicht, da sich lediglich die Details des Bildes Stück für Stück reduzieren. Man selbst hat ja keinen Vergleich mehr zu der ursprünglichen Bildschirmanzeige zum Zeitpunkt des Kaufs.

Aus unserer Erfahrung hat sich deshalb Folgendes bewährt:

  • Kurz nach der Anschaffung stellst Du alle Automatikeinstellungen auf manuell.
  • Notiere Dir diese Einstellungen, nimm ein Foto der Anzeige auf und speichere dieses.
  • Nach spätestens 5 Jahren wiederholst Du den Vorgang und kannst so deutlich erkennen, ob sich die Qualität der Anzeige verändert hat.

Btw … sollte das Bild schlechter geworden sein, hast Du ein gutes Argument gegenüber Deinem Partner (oder Partnerin), dass eine Neuanschaffung notwendig ist.

4.10 Eine Echolotversicherung – Gibt es das?

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Echolote sind beliebtes Diebesgut. Sie sind leicht zu entfernen und auf dem Zweitmarkt bringen neue und vor allem große Geräte einiges an Geld. Man kann Echolote allerdings nicht einzeln versichern. Sie sind über die Haftpflichtversicherung des Bootes oder des Bootsschuppens versichert. Bei Einbruch / Diebstahl oder Beschädigung im Zuge eines Einbruches leistet die Versicherung laut den jeweiligen Versicherungsbedingungen Ersatz. Für einen Leistungsanspruch muss das Echolot und auch die anderen elektronischen Komponenten der Versicherung als Inventar gemeldet worden sein. Zusätzlich solltest Du zur Sicherheit den Kaufbeleg sorgfältig aufbewahren.

Nutzt Du einen teuren Geber, muss darüber hinaus zwingend jede Grundberührung dem Versicherer angezeigt werden. Geht der Geber später kaputt und der Schaden kann eindeutig auf einen länger zurückliegenden Grundkontakt zurückgeführt werden, wird die Versicherung diesen ansonsten nicht mehr übernehmen. Als Versicherter ist man nämlich verpflichtet, einen möglichen Schaden zeitnah zu melden.

4.11 Fehler bei der Messung:

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Der Geber erzeugt wie ferroelektrische Lautsprecher Schallwellen und schickt sie in Richtung Grund. Werden diese reflektiert und kommen zurück, wandelt er die Informationen in ein Bild um. Nun gibt es da Allerlei auf dem Weg zum Grund und zurück, was die Schallwellen beeinflusst.

  • Ist das Wasser warm und salzig, bewegen sich die Schallwellen schneller. Sind also wieder schneller zurück beim Schwinger. Das hat Auswirkungen auf die Tiefenmessung, welche in diesem Fall durchaus falsche Werte anzeigen kann.
  • Ist das Wasser kühl und süß, brauchen die Schallwellen länger für den gleichen Weg – was ebenso Auswirkungen auf die Tiefenmessung hat.
  • Des Weiteren gibt es im Salzwasser mehr Schwebeteilchen wie Plankton oder andere Kleintiere, welche die Signale stören.
  • Signale von 50 kHz können nicht so schnell im Salzwasser gestört werden wie Frequenzen von 200 kHz.

Der häufigste Fehler, warum Du ein schlechtes Bild erhältst:

Der Geber ist nicht richtig montiert – Das Echolot sendet die Schallwelle zu weit nach vorne oder nach hinten aus. Das Echo kommt nun viel schwächer sowie verzögert zum Geber zurück, sodass eine falsche Tiefe angegeben und unklare Bilder dargestellt werden. Das Ergebnis: Man angelt an den Fischen vorbei.

Ebenso ändert sich die Neigung des Gebers bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten des Bootes. Orientiere Dich bei der Montage des Gebers deshalb immer an der Bedienungsanleitung. Häufig werden von den Herstellern sogar eigene Schablonen zur Verfügung gestellt werden.

Fischfinder_Angeln_Geber_Fehler
Hier zwei unterschiedlich montierte Geber. Sie unterscheiden sich in der Größe und im Winkel. Der große Geber ist beweglich und kann sich der Wasserströmung anpassen.

Der Geber kann außerdem zu dicht am Propeller montiert sein, sodass die entstehenden Luftblasen (Kavitation) das Bild verfälschen. Durch die Luftblasen können die Schallwellen nicht durch, sodass keine Messwerte angezeigt werden. Die gemessenen Werte innerhalb der Kavitation sind stärker als die Signale vom Boden oder gar von Fischen.

Dumm ist dann wirklich, wenn man viel Geld ausgegeben hat und sich ärgert, dass das Echolot keine Tiefe oder Signale anzeigt. Schuld ist man allerdings selbst, nur weiß man es nicht. Vermeide des Weiteren eine Montage an scharfen Kanten am Rumpf des Bootes, wo ebenfalls Luftverwirbelungen entstehen können.

Bei Verdränger-Booten montiere den Geber im vorderen Drittel des Bootes. Hier solltest Du einen Durchbruchgeber nutzen. So ist er weit genug vom Motor entfernt. Kommst Du mit Deinem Boot in Gleitfahrt, dann montiere den Geber möglichst mittig unterm Boot, so dass immer Wasserkontakt ohne große Verwirbelungen besteht.

Fazit: Die richtige Montage des Gebers ist essentiell, um korrekte Informationen zu erhalten.

Nur bei langsamer Fahrt ist ohne große Probleme eine Montage mit Heckschwinger möglich, da die etwas hochwertigeren Echolot-Modelle diese Turbulenzen sehr gut wegstecken. Sprich mit spezieller Software ausblenden.

Der häufigste Fehler bei der Bedienung:

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Die Bildlaufgeschwindigkeit (Pingspeed) ist zu hoch. Fast jeder Echolotbesitzer hat diese Einstellung auf Auto oder Maximum gesetzt und die Auswirkungen dabei nicht bedacht. Eine geringere Bildlaufgeschwindigkeit erhöht nämlich die Wahrscheinlichkeit bisher unentdeckte Hotspots zu finden.

Sie muss beim Suchen der perfekten Angelstelle auf ein der Bootsgeschwindigkeit abgestimmtes Minimum reduziert werden. Nur so erhältst Du einen guten Überblick über die letzten zwei Minuten der Fahrt. Diese Einstellung ist mächtig genug, den einen Hotspot zu finden, an dem alle anderen vorbei fahren. Mehr Infos zu diesem Thema findest Du in Kapitel 7 des Echolot-Ratgebers auf über 10 ausführlichen Seiten.

Die technische Leistung:

Was ist ein Schwarm und was sind kleine oder mittlere Fische für ein Echolot? Hier bedeutet die Interpretation einfach Erfahrung. Diese Erfahrung kannst Du Dir entweder in Jahren erarbeiten oder Du nutzt Informationsquellen wie das Internet (z. B. unsere Webseite). Leider gibt es nur wenige deutschsprachige Bücher zum Thema Echolot-Angeln. Wenn dann nur wissenschaftliche Ausführungen oder fremdsprachige Werke.

Externe Störquellen:

  • Externe Störquellen sind z. B. andere Boote. So kann das Schraubenwasser vorbeifahrender Schiffe fehlerhafte Messwerte liefern. Da es sich hierbei meist um kurzzeitige Störungen handelt, sind diese jedoch zu vernachlässigen.
  • Ebenso können von der eigenen Bordelektronik elektrische Störungen verursacht werden. Diese Hochfrequenzstörungen gehen meist vom Motor oder der Lichtmaschine aus. Die Folgen sind falsche Tiefenangaben.
  • Fremde Echolote, die auf der gleichen Frequenz senden, können ebenfalls die Signale stören und falsche Daten verursachen. Dies geschieht oft, wenn mehrere Angler mit dem Boot in der Nähe eines beliebten Hotspots stehen und alle ihr Echolot z. B. mit 200 kHz betreiben. In der Praxis bedeutet das, dass aus allen Richtungen Schallwellen von 200 kHz erzeugt und die entstehenden Echos von allen Gebern aller Boote empfangen werden. Als Folge werden nicht nur falsche Tiefenangaben erzeugt, sondern darüber hinaus auch Fische angezeigt, wo keine sind. Allein das Einstellen einer anderen Frequenz oder die Benutzung von der CHIRP-Funktion kann hier helfen.

Damit wären am Ende unseres Ratgebers zum Thema “Angeln mit Fischfinder” angelangt. Wir hoffen, er war hilfreich für Dich und Du hast einige neue Informationen mitnehmen können. Auf jeden Fall bist Du jetzt schon ein paar Schritte näher daran Dich Echolot-Experte nennen zu können.

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