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Echolote

Was ist ein Kartenplotter und wie funktioniert er?
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Der Navigationsoffizier am Kartentisch mit Lineal, Zirkel und Stift ausgerüstet, gebeugt über die amtliche Seekarte im riesigen DIN-A0-Format. Das ist ein vertrautes Bild aus diversen Filmen, die uns einen Eindruck vermitteln sollen, wie die Kursdaten eines Schiffes ermittelt und festgelegt werden. Kartentische und amtliche Seekarten in Papierformat gibt es auf modernen Sealinern immer noch. Das ist das Pflichtprogramm.

Aber längst ist in der Navigation auf dem Wasser das digitale Zeitalter mit elektronischen Seekarten eingezogen. Bei diesen werden auf einem Kartenplotter Position und Kursverlauf des Schiffes sichtbar. Auch im Freizeitbereich – und damit bei uns Anglern – ist diese Technik angekommen und sollte zum Standard-Bootszubehör gehören, wenn man auf großen Gewässern unterwegs ist.

Viele Angler glauben immer noch, ein Echolot sei für den Fangerfolg das wichtigste Werkzeug. Seeangler und solche, die häufig auf großen Seen unterwegs sind, wissen jedoch, dass der Kartenplotter in Verbindung mit Seekarten einen weitaus wichtigeren Beitrag zum Fische finden leistet, als so mancher Petrijünger annimmt.

In der Seefahrt jedenfalls ist der Kartenplotter weit weniger entbehrlich als das Echolot. Wir wollen Dir in diesem Beitrag zeigen, dass man als Angler auf einen „Kartenplotter mit Echolotmodul“ fokussiert sein sollte und nicht umgekehrt.

1. Was ist ein Kartenplotter / chartplotter?  (Und wie funktioniert er?)

Elektronische Seekarten sind Daten, die u.a. aus offiziellen amtlichen Quellen eines Landes stammen. Sie werden in kleineren Einheiten (den sogenannten Kacheln) zu dem gewünschten Seegebiet zusammengefasst und in einem speziellen Datenformat auf Datenträger gespeichert.

Diese Daten können von einem Gerät (dem besagten Kartenplotter) gelesen und auf seinem Bildschirm sichtbar gemacht werden. Rein technisch gesehen ist ein solcher ein kleiner Computer mit Prozessor, Arbeitsspeicher und Betriebssystem. Dabei entspricht er im Aufbau am ehesten einem Tablet, das auf eine spezielle Verwendung abgestimmt ist.

Wichtigstes Ausstattungsdetail eines Plotters ist neben seiner Recheneinheit das GPS-Modul. Ohne dieses wäre eine Navigation mit den eingelesenen Charts (Seekarten) unmöglich.

2. Was ist das Global Positioning System (GPS)?

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In den 70er Jahren entwickelte das US Militär ein neues Ortungssystem, das alle bisherigen Einzellösungen verschiedener Armeeeinheiten (z.B. der Marine) ersetzen sollte. Unter der Abkürzung GPS (Global Positioning System) wurde dieses System in den 1990 Jahren schließlich voll einsatzfähig.

Warum diese Entwicklung rund 20 Jahre in Anspruch nahm, wird verständlich, wenn man bedenkt, welcher technische Aufwand dafür notwendig war. Eine weltumspannende Ortungsmöglichkeit installiert sich nun einmal nicht von heute auf morgen.

Zunächst musste eine große Anzahl Satelliten in den Orbit geschossen und auf verschiedene Umlaufebenen gebracht werden. Hinzu kamen zahlreiche Bodenstationen, die dem Genauigkeitsabgleich der Messung dienen. Und dann brauchte man natürlich gut funktionierende Empfangsgeräte, die auf den vorgesehenen Einsatzzweck abgestimmt waren.

Zunächst war das GPS nur für militärische Belange verfügbar. Die zivile Nutzung wurde erst ab der Jahrtausendwende uneingeschränkt möglich, nachdem eine künstliche Signalverschlechterung abgeschaltet wurde.

Heute sind für jedermann Positionsbestimmungen über das GPS-System möglich, die auf rund einen Meter genau sein können. Dafür ist allerdings die Verwendung bestimmter Abgleichsysteme notwendig, auf welche wir später noch genauer eingehen werden.

kartenplotter_fischfinder_echolote
Abb. 1: Das Lowrance Elite TI² GPS System hat 10 geeignete Satelliten gefunden, mehr als genug für eine Positionsbestimmung. Zur Erklärung - EPE: Aktuell erzielbare Genauigkeit 8 m. HDOP: Genauigkeit der Positionsbestimmung liegt bei 0.9 (sehr wenig Abweichung, keine = 0). SNR: Signalstärke der besten vier Satelliten >30 (sehr gut), der Durchschnitt aller >25 (sehr gut). Die aktuelle Bootsposition in Grad Nord/Ost, sowie Uhrzeit und Datum.

3. Wie funktioniert die GPS-Ortung?

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Wir gehen zunächst davon aus, dass weltweit so viele Satelliten auf verschiedenen Umlaufebenen unterwegs sind, dass von den meisten Stellen auf der Erde – rund um die Uhr – ein erfolgreicher GPS-Empfang möglich ist. Erfolgreich ist der Empfang dann, wenn der Empfänger die Mindestanzahl von drei ausreichend starken Satelliten gefunden hat. Diesen Zustand nennt man ein GPS-FIX.

Mit diesen drei Signalen ist eine Positionsbestimmung möglich, leider aber mit sehr schlechter Genauigkeit. Um diese zu verbessern, braucht man einen vierten Himmelkörper zum Abgleich. Technisch läuft das dann so ab: Jeder Satellit sendet ein für ihn festgelegtes codiertes Radiosignal, das seine Position und die genaue Uhrzeit enthält.

Die Position des Satelliten im All und die Differenz der eigenen und übermittelten Uhrzeit (= Laufzeit des Signals) sind die Werte, mit denen die eigene Position bestimmt werden kann. Leider sind die Zeitmesswerte der „ungenauen“ Empfängeruhr nicht exakt genug, um eine genaue Positionsbestimmung zu ermöglichen. Deshalb wird noch ein vierter Satellit zum Abgleich benötigt, mit dem die Empfängerzeit genauer ermittelt werden kann.

Mit dem GPS-Signal lassen sich neben der Position des Empfängers auch seine Geschwindigkeit und die Bewegungsrichtung bestimmen. Die Geschwindigkeit des Empfängers ermittelt man z.B. über den Dopplereffekt. Dieser beschreibt die Änderung der Laufzeit während der Signaldauer, die sich durch die Standortänderung des Empfängers (Boot) ergibt (s. Abbildung)

wie funktioniert ein kartenplotter
Abb. 2: Ein und das gleiche Signal hat verschiedene Laufzeitmessungen, die sich aus der Bootsbewegung ergeben. Der Differenz dieser Laufzeiten bildet die Grundlage für die Geschwindigkeitsberechnung durch das GPS. Je größer der Unterschied, umso höher die Geschwindigkeit.

Auch die Bewegungsrichtung des Objektes lässt sich damit festlegen. Auf diese Methode stützen sich die elektronischen Kompassmessungen, die mit GPS-Geräten möglich sind. Das bedeutet aber, ein digitaler Kompass funktioniert nur während sich der Empfänger bewegt, da sich nur so Laufzeitänderungen einstellen.

Im Umkehrschluss heißt das: keine Bewegung, kein Kompass. Darum ist es auch möglich die Geschwindigkeit des Empfängers mathematisch zu berechnen statt den Dopplereffekt zu nutzen. Solche Rechenmodelle kommen aus einem Teilbereich der Analysis, die Sachverhalte von Funktionen (hier z. B. eine Wege-Zeit Funktion) durch Ableitungen (Differenzialrechnung) untersuchen. Diese Ableitungen liefern Angaben zur augenblicklichen Geschwindigkeit des Objektes nach Zeit.

4. SBAS, WAAS, EGNOS, MSAS: Warum müssen GPS-Signale korrigiert werden?

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Ganz so einfach, wie bisher beschrieben, ist die Funktion des GPS-Systems in der Praxis dann auch wieder nicht. Auf einem Weg von rund 20.000 m, den das Radiosignal vom Sender (Satelliten) zum Empfänger (GPS-Gerät) zurücklegen muss, kann einiges die Zeitmessung verfälschen.

Bevor das Signal in die Atmosphäre eintritt, die wettermäßig Einfluss nehmen kann, muss es durch die Ionosphäre. Diese hat, je nach den dort aktuell herrschenden Bedingungen, ebenso Auswirkungen auf das Signal.

Daneben gibt es noch weitere Störfaktoren, z. B. durch auftretende Reflexionen, die das Signal sogar unbrauchbar machen können. Eines der Hauptaugenmerke liegt auf den Einflussfaktoren in der Atmosphäre.

Unter anderem hat man sich dieses Problems durch eine umfassende Erweiterung des GPS-Systems, dem SBAS (Satellite Based Augmentation System) angenommen, das aus verschiedenen kontinentbezogenen Bausteinen besteht.

Kartenplotter-GPS-System-SBAS-Erweiterung
Grafik der SBAS-Erweiterungssysteme weltweit. Die vollständige Abdeckung ist noch nicht gegeben, da sich einige Bausteine (wie z. B. Ozeanien, und Afrika) noch im Aufbau bzw. der Testphase befinden. Russland betreibt ein eigenes System (dem amerikanischen GPS vergleichbar), das unter der Bezeichnung GLONASS läuft.
  • Für Nordamerika steht das WAAS (Wide Area Augmentation System) zur Verfügung,
  • in Europa nutzt man den EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service),
  • das MSAS wacht über Japan,
  • sowie das GAGAN über Indien.
  • Weltweit, wie z.B. in Australien oder Afrika, sind zusätzliche Erweiterungen im Aufbau.

Grundlegendes Prinzip dieser GPS-Erweiterungen ist das Sammeln und Senden von Korrekturdaten, die über einzelne geostationäre Satelliten verbreitet werden. Damit jedes noch so einfach gestrickte GPS-Gerät diese Daten empfangen und verarbeiten kann, werden sie auf der gleichen Frequenz gesendet, wie das eigentliche GPS-Signal. Zur Unterscheidung beider Impulse hat die Korrekturlieferung eine höhere Satelliten Nr. als Kennung.

Das Sammeln der Daten und die Berechnung der Korrekturfaktoren übernehmen flächendeckend installierte Bodenstationen, die in ihrem Erfassungsbereich atmosphärisch verursachte Fehler aufspüren und daraus die Korrekturdaten berechnen. Mit diesen Informationen kann der WAAS/EGNOS-kompatible GPS-Empfänger die Laufzeiten des Signals wesentlich genauer festlegen.

Abweichungen vom tatsächlichen Wert liegen nach der Korrektur zwischen 0,3 und 1 m. Ohne diese wären nur Positionsbestimmungen mit einem Toleranzrahmen von 5 bis 15 m möglich. Leider ist die Nutzung der Korrekturtechnik mit zwei Nachteilen verbunden:

  1. Erhöht sich der Energiebedarf des GPS-Empfängers nicht unwesentlich.
  2. Ist der Empfang von WAAS/EGNOS-Signalen ist stark abhängig vom Standort des Empfängers.

Das bedeutet, dass die Korrektur auf offener See und in höher gelegenen Regionen in der Regel problemlos funktioniert. Mobile Empfänger auf dem Boden – insbesondere in Städten – müssen ohne diese Hilfe auskommen, weil der Korrektursatellit „abgeschattet“ wird.

5. Wie passen digitale Karten und GPS-Daten auf dem Kartenplotter zusammen?

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Wir stellen uns einfach einmal folgendes Bild vor: Auf dem Tisch liegt eine Papierkarte, die unser aktuelles Fahrgebiet darstellt. Die Position unseres Bootes simulieren wir mit einem Laserpointer. D.h. mit einem kleinen roten Leuchtpunkt, der sich entsprechend der Bootsbewegung, auf der Karte fortbewegt.

Mit dem Blick auf einen mehr oder weniger großen Kartenausschnitt können wir erkennen, in welche Richtung das Boot fährt. Außerdem haben wir so ebenfalls einen Indikator für die Bootsgeschwindigkeit, je nachdem wie schnell sich der Punkt auf der Karte fortbewegt.

Damit der Leuchtpunkt nicht irgendwann aus unserem Blickfeld verschwindet, wird die Karte nachgeschoben, so dass unser Ausschnitt im Verhältnis zur Bootsposition immer in etwa gleich bleibt. Ganz ähnlich funktioniert ein Kartenplotter.

Unsere digitale Karte arbeitet im Regelfall vektoriell, d. h. wir können in die Karten rein- oder auch rauszoomen. Je nachdem, welche Detailinformationen wir im Fahrgebiet brauchen. Jeder Punkt (sprich, jede Position auf der Karte) besitzt eine Kennung, die ihn eindeutig festlegt. Diese sind seine Koordinaten.

Auf der Erdkugel nimmt man dazu die Längen- und Breitenkreise des Globus. Da, wo sich ein bestimmter Längenkreis mit einem Breitenkreis schneidet, liegt unser Punkt bzw. unsere aktuelle Position auf der Karte. Die Positionsinformationen liefert das GPS, der Kartenplotter ermittelt im zweiten Schritt, wo genau diese Koordinaten auf der Karte liegen und setzt dort ein Bootsymbol.

Die Positionsabfrage läuft bei GPS-Systemen der Mittelklasse und höher 10-Mal in der Sekunde ab. Das hat zur Folge, dass die Bootsbewegung auf der Karte sehr gleichmäßig verläuft und die angezeigte Bootsposition sehr nahe an den tatsächlichen Gegebenheiten liegt. Außerdem arbeitet das System sogar bei langsamer Bootsgeschwindigkeit bis hin zum normalen Driften beim Fischen.

6. Wie geht die Seenavigation mit dem Kartenplotter?

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Nun, wir haben bisher gesehen, dass sich nach dem Einschalten des Plotters auf der angezeigten Seekarte etwas tut. Das Bootssymbol erscheint an der aktuellen Position und bewegt sich auf der Karte weiter. Fahrtrichtung und das Fortkommen des Bootes sind also leicht nachvollziehbar. All das kennen wir von unserem Navi im PKW. Bei diesem läuft die Kartenanzeige ganz ähnlich ab, ohne dass etwas eingegeben wurde. Den Vergleich können wir gerne noch weiterführen, denn es gibt einige Parallelen.

Fangen wir mit der Zieleingabe an: Hier kann man entweder auf dem Kartenplotter die Zieladresse in Form von Koordinaten eingeben. Oder man markiert die Stelle auf der Karte selbst über den Touchscreen bzw. den Cursor bei einer Tastaturbedienung.

Der Kartenplotter legt dann Wegpunkte (trackpoints) an, die er abspeichern und wieder aufrufen kann. Wegpunkte kann man zu einer Route verbinden, das ist in etwa vergleichbar mit einer Start-Ziel Strecke auf dem PKW-Navi. Inklusive einer Reihe von Zwischenzielen, die auf der Route liegen.

Fährt man mit dem Boot eine solche Route ab, legt der Kartenplotter eine Fahrspur auf dem Bildschirm ab – die sogenannten Tracks. Diese enthalten alle Fahrmanöver mit allen Abweichungen von der Rute selbst. Diese Tracks kann man speichern und zu einer anderen Gelegenheit wieder aufrufen und abfahren.

Tipp: Alle Tracks werden in der Standardeinstellung aufgezeichnet und auch angezeigt. Das bedeutet, dass immer mehr Trackspuren auf der Karte sichtbar werden. Von Zeit zu Zeit muss man sie auf dem Bildschirm allerdings löschen, weil sie ansonsten die Karte verdecken. Man glaubt gar nicht, wie viele Echolotbesitzer super genervt sind, weil sie auf der Karte irgendwann nichts mehr sehen.

Die Tracks sind auch unter einem wichtigen Sicherheitsaspekt auf dem Wasser bedeutsam. Bei plötzlich einsetzendem Nebel und schlechter Sicht – das geht manchmal rasend schnell, innerhalb von nur einer Viertelstunde – sind die Tracks die einzige Möglichkeit, sich auf dem Wasser zu orientieren.

Man kehrt den bisher aufgezeichneten Track einfach um und fährt ihn zurück. Bei vorsichtiger Fahrweise, sowie einem „Ausguck“ am Bug, sollte das „Backtracking“ bis in den sicheren Hafen gelingen.

Die Navigation zu einem Wegpunkt oder auf einer gewünschten Route startet man mit dem Befehl „Navigiere zu“. Der Kartenplotter zeigt dann den Fahrweg vom Start- zum Zielpunkt mit einer kräftigen Linie (z. B. magentafarben bei Garmin-Echoloten und Kartenplottern) an, die den direkten Kurs zum Zielpunkt aufzeigt. In der Mitte dieser Linie verläuft eine weitere dünne Linie (z. B. lilafarben bei Garmin), die den korrigierten Kurs kennzeichnet.

Kartenplotter_Garmin_Bluechart_G2_Vision
Kartenplotter Garmin Bluechart G2 Vision: Die breite magentafarbene Linie zeichnet den direkten Kurs, der auch über Hindernisse hinweggehen kann und daher korrigiert werden MUSS. Die schmale Linie in der Mitte zeigt den korrigierten Kursverlauf. Wie man sieht wurde hier noch nichts berichtigt.

Diese Linie ist dynamisch – d.h. sie verschiebt sich, sobald vom direkten Kurs abgewichen wird – und zeigt damit den augenblicklich zu fahrenden Kurs an. Natürlich kann man auch direkt zum ursprünglichen Kurs (magentafarbene Linie) zurückkehren und/oder den orangefarbenen Steuerkurspfeil als Hilfsmittel für eine Kurskorrektur verwenden.

Alle gängigen Seekartenformate bieten auch ein „Autorouting“ an, das einen sicheren Routenvorschlag aufgrund der aktuellen Boots- und Gewässerdaten errechnet. Ein Autopilot würde dieser Kursvorgabe folgen.

Aber auch hier gilt – wie übrigens bei allen vorgeschlagenen Kursverläufen: Die Entscheidung und letzte Instanz in der Verantwortung für Boot und Mannschaft liegt beim Bootsführer. Er entscheidet, ob er den Vorgaben folgt oder nicht.

7. Wie wichtig sind gute Seekarten für den Kartenplotter?

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Ein Kartenplotter ohne Karten ist wie ein Computer ohne Software. Damit wäre die eingangs gestellte Frage kurz und bündig beantwortet. Trotzdem finden sich immer noch viele Anwender unter uns, die zwar zuerst ein teures Kombigerät kaufen, auf passende Seekarten jedoch in weiterer Folge verzichten – weil sie Geld kosten. Solchen Nutzern empfehlen wir immer ebenso die Karten aus ihrem Autonavi zu entfernen und auf einem weißen Hintergrund zu navigieren. Oder besser noch ein LiveMapping zu nutzen, was nach und nach eigene Straßenkarten erstellt.

Dem ist noch hinzuzufügen, dass Autos auf Straßen fahren, denen man folgen kann. Auf dem Wasser gibt es keine vorgezeichneten Wege. Über Extremsituationen – wie z. B. die Orientierung bei Nebel – wollen wir erst gar nicht reden.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung:

Wie_funktioniert_ein_Kartenplotter_beim_Angeln
An dieser Stelle verursachte eine Angelgruppe einen Totalschaden am Motor (9.000€), weil sie bei Niedrigwasser die Stelle nicht weit genug umfuhr. Eine Navigation mit dem Kartenplotter hätte dieses Maulheur sicher verhindert. Bei diesem sind alle Gewässerabschnitte, die keine sichere Tiefe aufweisen, auf der Karte farbig (meist dunkleres Blau) gekennzeichnet - und damit tabu für eine Durchfahrt. Gerade auf hoher See, wo wir die Verhältnisse unter der Wasseroberfläche nicht visuell beurteilen können, gilt „vorausschauendes Fahren“. Und das geht nur mit einer aktuellen Seekarte, die alle notwendigen Informationen enthält.
was_ist_ein_kartenplotter_beim_angeln
Die Garmin Bluechart G2 Vision Seekarte zeigt den oben im Foto klar umrissenen Gefahrenbereich deutlich an. Eine vom Plotter vorgeschlagene Route würde diesen Bereich weiträumig umfahren.

Seekarten sind für uns deshalb eine unverzichtbare Anschaffung, sobald wir auf größeren Gewässern unterwegs sind. In Salzwassergefilden sollten sie zur Pflichtausrüstung eines Bootsanglers gehören, alles andere ist fahrlässig.

Wer diesem Postulat nicht folgen will, der sollte sich einmal vor Augen halten, welche Funktionen eines Plotters er brach liegen lässt, die nur mit vorhandenen Charts laufen. Und welche Gelegenheiten er sich darüberhinaus entgehen lässt, zielsicher Hotspots über die Karte zu finden und dadurch mehr Fisch zu fangen, wollen wir im Folgenden an zwei Beispielen aufzeigen.

8. Welche Vorteile bietet der Kartenplotter neben dem Navigieren für uns Angler? (Beispiele aus der Praxis)

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Wir wollen Nutzen und Möglichkeiten eines Plotters an zwei Modellbeispielen veranschaulichen, um die Vorteile von einem solchen für das Echolot-Angeln zu verdeutlichen.

8.1 Kartenplotter beim Salzwasserangeln

Als Angelgebiet haben wir einen Fjordabschnitt des Hardanger bei Onarheim ausgewählt. Wir sind zum ersten Mal an diesem Gewässer und möchten schnell die Hotspots finden und natürlich erfolgreich angeln.

Vorbereitung:

Mögliche Hotspots auf der Karte suchen, im Detail begutachten und Wegpunkte setzen.

Kartenplotter_beim_Salzwasserangeln_richtig_verwenden
Mit der bathymetrischen Karte (Angelkarte, Navionics Platinum+) sind mögliche Hotspots schnell ausgemacht. Man sucht in den Tiefenlinien zuerst nach Steilhängen (5), Kesseln (1), Bergen (3), Plateaus (4), Canyons (2) und Kanten (6). Danach markiert man die jeweiligen Positionen, um sie bei Bedarf mit dem Plotter zielgenau anfahren zu können.

Driftrichtungen bei auflaufendem Wasser bestimmen und Driftpassagen planen:

Hier an einem Beispiel Hotspot Nr. 2 exemplarisch aufgeführt. Wer es genau nehmen will, kann die einzelnen Driftpassagen am Start mit einem Wegpunkt versehen, dann ist dieser spezielle Drift jederzeit wiederholbar.

Hotspots_mit_dem_kartenplotter_finden_und_markieren
Bei auflaufendem Wasser ist die Driftrichtung am Hotspot 2 wegen des Durchstichs unten zum sehr tiefen Teil des Fjordes klar. Den gesamten Bereich dieses Hotspots fischt man fächerförmig ab und verweilt dort, wo sich der Fangerfolg einstellt. Im mittleren Bereich (aus den Tiefen von rund 100 m ins Flache) standen die großen Exemplare. Weiter rechts in den flacheren Passagen waren passable Brocken auch bei ablaufendem Wasser zu fangen.

8.2 Süßwasserfischen auf Hecht

Als Beispiel haben wir hier einen der großen Shannon Seen in Irland ausgewählt. Der Lough Ree ist bei Hechtfischern aufgrund seines exzellenten Fischbestandes sehr beliebt. Strukturell sind Ähnlichkeiten mit den mecklenburgischen Verwandten vorhanden – zumindest, was die Tiefengeometrie angeht.

Der Screenshot (Garmin Bluechart G2) zeigt einen Gewässerausschnitt im Norden nahe der Mündung des Flusses Inny. Wie erfolgversprechend die Arbeit mit Plotter und Karte ist, ergibt sich direkt aus dem vorliegenden Kartenausschnitt.

Ohne den Überblick über den Gewässergrund, sind gezielte Angelversuche und erfolgreicher Fischfang eher ein Zufallsprodukt.

Hecht_angeln_mit_dem_kartenplotter
Auf einem relativ kleinen Areal bieten sich hier zwei hervorragende Schleppstrecken auf Hecht an. Die erste Strecke (I) ist recht anspruchsvoll, weil sie schnell aus dem Flachen kommend in Tiefen bis 20 m übergeht, um dann genau so wieder anzusteigen. Die zweite Strecke (II) führt entlang der Fahrrinne in Richtung der Mündung des River Inny. Sie schwankt in der Tiefe nur wenig. Das erleichtert eine erfolgreiche Köderführung. Auf der Strecke II wurden viele Hechte zwischen 4 und 8 Pfund gefangen. Die größeren Exemplare bis 20 Pfund kamen von der Strecke I. Einige der erfolgreichen Stellen sind markiert (1-5). Der 20-Pfünder wurde am Standort 1 (Erhebung im Kessel) überlistet.

Auch Lesenswert: In 10 Minuten zum Hecht

9. Welche Seekarten sind für Kartenplotter empfehlenswert?

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Im Großen und Ganzen sind für unseren europäischen Raum drei Seekartenanbieter interessant. Welcher bei einem konkreten Anschaffungsvorhaben in die engere Wahl kommt, hängt zunächst vom jeweiligen Kartenplotter-Modell ab.

Hat man sich z.B. für ein Gerät von Garmin entschieden, kommen nur die Charts vom gleichen Hersteller (die Bluechart G2/G3 Karten) in Frage. Alle anderen sind nicht kompatibel.

Die verbleibenden zwei Kartenanbieter, Navionics und C-Map, bedienen dann alle anderen Hersteller angefangen bei Lowrance und Humminbird bis hin zu Simrad und Raymarine.

Zu Navionics ist zu vermelden, dass die Sparte von Garmin gekauft wurde, sich aber prinzipiell an der Gerätekompatibilität nichts geändert hat. Es ist augenblicklich lediglich zu beobachten, dass zwischen Garmin und Navionics ein reger Datentausch stattfindet und das Kartenangebot insgesamt auf Navionics verlagert wird.

Wer sich näher mit dieser Frage beschäftigen möchte, dem sei unser kommender Beitrag zur Seekartenthematik empfohlen. Für uns liegt der Schwerpunkt des Karteneinsatzes, wenn nicht bei Garmin, dann bei den Navionics Angeboten.

Warum ist schnell erklärt: Neben den Garmin-Bluechart-G2-Karten liefern die Navionics+- und Navionics-Platinum+-Karten für uns Angler die besten bathymetrischen Darstellungen.

Mit hochauflösenden Tiefenlinien und großen Zoombereichen sind sie das beste Hilfsmittel zur Erkundung eines Gewässers und Durchführung erfolgreicher Angeltouren. Die folgenden Abbildungen machen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Angelkarten auf einen Blick deutlich.

Welches_sind_die_besten_Seekarten_fuer_kartenplotter
Alle Karten sind eingestellt auf „hochauflösende Tiefenlinien“. Nr. 1 zeigt die C- Map 4D, Nr. 2 die Garmin Bluechart G2, Nr. 3 die Navionics Platinum+ und Nr. 4 zum Vergleich die normale Navigationskarte. Nach unserer Meinung sind die Karten Nr. 2 (Garmin) und Nr. 3 (Navionics Platinum+) die aussagekräftigsten. In der Detailvergrößerung (zoom in) werden die Unterschiede noch etwas deutlicher.

10. Warum Live Mapping eine sinnvolle Kartenplotter-Ergänzung ist?

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Um eigene Gewässerkarten zu erstellen, sind zwei Werkzeuge als Mindestausstattung notwendig.

  1. Ein GPS-System, um die Koordinaten festzulegen,
  2. sowie ein Echolotmodul, um die Tiefe auszuloten und die Tiefenlinien aufzuzeichnen.

Die Kartenaufzeichnung – oder wie es so schön heißt das Mapping – erfolgt immer live in dem Gebiet, das gerade vom Boot durchfahren sowie vom Echolot erfasst wird. So kann nach und nach eine komplette Aufzeichnung des aktuellen Gewässers entstehen. Die gängigen Kombigeräte unterschiedlicher Hersteller bringen durchwegs alle Live-Mapping-Funktionen mit.

  • Bei Garmin heißt es „Quick Draw Contours“,
  • bei Lowrance und Simrad arbeitet das „C-Map Genesis Live“,
  • Raymarine nennt sein System „RealBathy
  • und bei Humminbird wird über „AutoChart LIve„ kartiert.

Wenn man sich nun für einen bestimmten Echolot-Hersteller entschieden hat, steht nur das jeweils vom Hersteller unterstützte System zur Verfügung. Mit den Live-Mapping-Funktionen werden die Möglichkeiten des Plotters in Verbindung mit den käuflichen Seekarten auch auf Gewässer erweitert, die bisher ohne Kartenangebot waren. Das gilt für alle noch jungfräulichen Angelreviere.

Doch auch die etablierten Fischgründe profitieren von diesem Aufzeichnungsverfahren. So bietet Navionics z.B. über „SonarChartLive“ die Möglichkeit, die vorhandenen Karten nachträglich zu überarbeiten und in die bestehenden Charts einzufügen. Damit ist der Plottereinsatz prinzipiell in allen Gewässerarten gewinnbringend möglich.

11. Welcher Kartenplotter ist der Beste? Test mit Geräteempfehlungen!

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Wer auf der Suche nach einem Kartenplotter ist und dabei ein bereits vorhandenes Echolot nutzen möchte, dem stehen verschiedene Optionen offen. Vorab sollte man beachten, dass bei der Bildschirmgröße die 7-Zoll-Marke möglichst nicht unterschritten wird. Auf kleineren Bildschirmen können Details in der Gewässerformation, die auf Hotspots hindeuten, leicht übersehen werden.

Die folgende Übersicht von empfehlenswerten Lösungen ist nach dem Anschaffungspreis gestaffelt, der sich aus

  • dem Gerätepreis
  • plus den Ausgaben für die Seekarten
  • und eventuell notwendigem Zubehör

zusammensetzt. Anmerkung: Die von uns angegebenen Preise waren zur Zeit der Veröffentlichung dieses Beitrages aktuell – zwischenzeitlich liegen sie wahrscheinlich etwas unter (oder in Einzelfällen auch über) den hier angegebenen Werten.

Bei den besprochenen Geräten ist zu beachten, dass die meisten Modelle in vergleichbarer Ausstattung und Leistung in allen gängigen Bildschirmgrößen zu haben sind. Will heißen: Wer ein passendes Gerät in der 7-Zoll-Klasse gefunden hat, wird mit dem gleichen Muster auch in 9 und 12 Zoll fündig werden.

11.1 Kartenplotter mit Echolotmodul

Kartenplotter gibt es in Einzelfällen auch als Nur-Plotter-Geräte. In der Regel werden Sie aber als Kombigerät mit einem mehr oder weniger umfangreich ausgestatteten Echolot gekauft. Im Zweifel wird man auch das Kombiangebot wahrnehmen, weil der Preisunterschied zum reinen Kartenplotter eher gering ist. Die Preise für Kartenplotter-Kombis beginnen in 7 Zoll bei rund 500 €. Darin sind die Echolotgeber zumeist bereits eingeschlossen. Für 10-Zoll-Modelle ist man dann jedoch schon bei 2000 € und mehr unterwegs. Hierbei sind die Kosten für die jeweils benötigten Seekarten noch nicht inbegriffen.

a) Preiswerte 7-Zoll-Kombigeräte (< 700 €)

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In diesem Kapitel findest Du unsere Empfehlungen für Kartenplotter-Kombigeräte für unter 700€, beginnend mit dem

Raymarine Dragonfly 7 pro

Das Dragonfly ist bereits ein echter Klassiker mit

  • Dual-Chirp,
  • DownScan
  • und einem ordentlich ausgerüsteten Kartenplotter,
  • der in Kombination mit Navionics-Seekarten den Anforderungen der Seenavigation gerecht wird.

Bedientechnisch läuft der Zugang wie beim Hook Reveal über die Tastatur, wobei hier der Tasten-Joystick in der Mitte eine zentrale Funktion übernimmt. Hardwaremäßig ist das Dragonfly ausreichend gerüstet – Bei Kartenaufbau und Zoom-In sind Wartezeiten zu erwarten, bleiben jedoch innerhalb typischer Verhaltensweisen dieser Preisklasse. Das Dragonfly würde echolotmäßig mit der unten angezeigten Apple-IPad-Kartenplotterlösung wunderbar beim Live Mapping über die Boating-App zusammenarbeiten, so dass man ein tolles Chirp-Echolot mit einem 10-Zoll-Kartenplotter kombinieren könnte.

raymarine_dragonfly_7_kartenplotter_echolot_kombigeraet
  • Preis: 529,00 €
  • Passende Seekarten: Navionics+ small
  • Preis: 133,50 €
  • Gesamtkosten: 529,00 + 133,50 = 662,50 €
Lowrance Hook Reveal 7

Der jüngste Spross der Hook-Familie wurde hardwaremäßig überarbeitet (z.B. mit dem Solar-Max-Display) und verfügt nun neben den gängigen Echolotfunktionen auch über einen vollständigen Kartenplotter mit GPS, der mit Navionics oder C-Map-Seekarten ausgerüstet werden kann. Neben einem hochempfindlichen und stabil laufenden GPS-Modul werden alle im Betrieb notwendigen Funktionen von (Back)-Tracking bis Auto-Routing unterstützt.

Der Kartenaufbau läuft ausreichend schnell – große Zoomsprünge und speicherlastige Overlays erfordern zwar kleinere Wartezeiten, unterscheiden sich aber nicht wesentlich von anderen Geräten der Preisklasse. Unter Nutzung der Echolotfunktionen gelingt dem Kombigerät Hook Reveal dann auch ein Live Mapping mit C-Map Genesis Live. Mit diesem können eigene, individuelle Gewässerkarten in Echtzeit hergestellt, angezeigt und gespeichert werden.

  • Preis: 530,90 € (einschl. Triple Shot Geber)
  • Passende Seekarten: Navionics+ small
  • Preis: 133,50 €
  • Gesamtkosten: 530,90 + 133,50 = 664,40 €
Garmin Echomap Plus 72cv mit GT52M-TM Geber

Als preiswertestes 7-Zoll-Mitglied der Echomap-Plus-Familie ist dieses Gerät mit 2D-Chirp und DownScan (DownVü) ausgerüstet. Außerdem verfügt es über Touchscreen-Bedienung inklusive Tastaturunterstützung. Der eingebaute Kartenplotter bietet alle gängigen Funktionen, um auf dem Wasser sicher und zielgenau navigieren zu können. Die GPS-Empfindlichkeit ist ausgezeichnet, so dass auch schwierige Empfangsverhältnisse problemlos gemeistert werden.

Die Garmin-Lösung, die berechnete Route mit einer magentafarbenen Dual-Linie zu kennzeichnen, die einmal den Grundkurs anzeigt (statische Linie) und als zweites eine dynamische Linie für den aktuellen Kurs laufen zu lassen, macht das Navigieren und Kurshalten in der Praxis zum Kinderspiel. Dabei folgt die breite, magentafarbene Linie der errechneten optimalen Route, welche aber beispielsweise auch über Hindernisse hinweggehen kann. Innerhalb von dieser befindet sich eine weitere, schmale Linie, die den aktuellen Kurs anzeigt, welcher ebensolchen Hindernissen ausweicht.

Garmin_Echomap_Plus_72cv_kartenplotter_echolot_kombigeraet
  • Preis: 799,99 €
  • Passende Seekarten: Garmin Bluechart G3 HD regular
  • Preis: 135,00 €
  • Gesamtkosten: 799,99 + 135 = 934,99 €

b) Mittelklasse-Kartenplotter mit 9-Zoll-Bildschirm (< 1400 €)

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In diesem Kapitel findest Du unsere Empfehlungen für Mittelklasse-Kombigeräte bis zu 1400€, beginnend mit dem

Humminbird Helix 9 CHIRP DS GPS G3N / Modelljahr 2020

Dieses preiswerte Kombigerät mit großem 9-Zoll-Bildschirm hat lediglich ein 2D-Chirp-Modul integriert und verzichtet auf weitergehende Echolottechniken wie Down- oder SideScan. Im Gegenzug ist der günstige Anschaffungspreis, welcher darüber hinaus einen passenden XT-Standardgeber beinhaltet, ein gewichtiges Kaufargument. Mit an Bord ist ein vollwertiger Kartenplotter mit hochempfindlichen GPS und Live-Mapping-Funktion, der die Erwartungen in Leistungsumfang, Bedienung und Zielgenauigkeit vollumfänglich erfüllt. Auch an der Hardwareausstattung gibt beim Humminbird Helix 9 im Klassenfeld nichts Grundsätzliches zu bemängeln.

Humminbird_Helix_9_CHIRP_MEGA_SI+
  • Preis: 1069,00 €
  • Passende Seekarten: Navionics+ small
  • Preis: 133,50 €
  • Gesamtkosten: 1069,00 + 133,50 = 1202,50 €
Raymarine Element 9 HV mit HV-100 Geber

Ein absoluter Bestseller unter den 9-Zoll-Geräten. Mit vier Echolotfunktionen einschließlich einer 3D-Darstellung hat das Gerät mit dem Vierfach-Geber HV-100 echolottechnisch ein Alleinstellungsmerkmal – auch in preislicher Hinsicht. Kleinere Einschränkungen sind in der Tastaturbedienung (kein Touch) zu sehen. Der Kartenplotter bietet grundsätzlich alles, was man von einem Gerät dieser Preisklasse erwarten kann.

Alle üblichen Funktionen und Leistungsmerkmale einschließlich des Live-Mapping (Real Bathy) sind vorhanden. Lediglich die GPS-Empfindlichkeit (wie beim 7-Zoll-Gerät bereits gesehen) könnte besser sein. Laut Hersteller sollen allerdings die neuesten Software-Updates hier Abhilfe geschaffen haben. Mit Real Bathy offeriert das Raymarine Element 9 HV nun auch die persönliche Seekartenaufzeichnung in Echtzeit.

Raymarine_Element_9_HV_kartenplotter_echolot_kombigeraet
  • Preis: 1109,00 €
  • Passende Seekarten: Navionics+ small
  • Preis: 133,50 €
  • Gesamtkosten: 1109,00 + 133,50 = 1242,50 €
Simrad GO9 XSE mit Active-Imaging-Heckgeber 3-in-1

Dieses Gerät ist mit den Echolotfunktionen und dem neuen Active-Image-Geber ein nahezu baugleiches Abbild des Lowrance Elite 9 Ti2. Neben 2D-Chirp und den StructureScan-Funktionen Down- und SideScan finden wir einen sehr gut ausgestatteten Kartenplotter vor, der mit einem hochempfindlichen GPS-Modul alle gängigen Navigationsmöglichkeiten umfasst. Bei schneller Navigationsbereitschaft und guter Zielgenauigkeit werden auch anspruchsvolle Nutzer im Leistungsumfang des Gerätes nichts vermissen.

simrad_go9_xse_kartenplotter_echolot_kombigeraet
  • Preis: 1249,00 €
  • Passende Seekarten: Navionics+ small
  • Preis: 133,50 €
  • Gesamtkosten: 1249,00 + 133,50 = 1382,50 €

c) 12-Zoll-Kombigeräte (ab 2000 €)

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Bis auf das 12-Zoll-Garmin-GPSMAP-Gerät wurden die beiden anderen Modelle bei den 9-Zoll-Geräten bereits besprochen. Das Lowrance Ti2 sowie das Simrad Go sind dabei praktisch baugleich – mit dem einzigen Unterschied, dass das Simrad Go auch eine Nutzung der Raymarine-Radargeräte erlaubt.

Raymarine Elements 12 HV mit HV100-Geber

Ausgestattet wie das 9-Zoll-Modell, nur mit größerem Bildschirm. Einschließlich Geber bleibt der Anschaffungspreis gerade noch unter 2000 €.

raymarine_element_12_hv_kartenplotter_echolot_kombigeraet
  • Preis: 1919,00 €
  • Passende Seekarten: Navionics+ small
  • Preis: 133,50 €
  • Gesamtkosten: 1919,00 + 133,50 = 2052,50 €
Lowrance Elite 12 Ti² mit Active-Image-Geber 3-in-1

Ausgestattet mit Multi-Touch-Display inklusive Tastenunterstützung. Echolottechnisch mit drei Scan-Funktionen im Kartenplotterbereich bestens ausgestattet. Dazu gibt es ein hochempfindliches GPS und ansprechende Navigationsmöglichkeiten – wie beim 9 Zoll Simrad Go beschrieben.

Lowrance_Elite_12_kartenplotter_echolot_kombigeraet
  • Preis: 2299,00 €
  • Passende Seekarten: Navionics+ small
  • Preis: 133,50 €
  • Gesamtkosten: 2299,00 + 133,50 = 2432,50 €
Garmin GPSMAP 1222xsv mit GT52-Geber

Vollausgestattetes Kombigerät: Drei Echolotfunktionen, ein vollständig ausgerüsteter Kartenplotter, hochempfindliches GPS sowie umfangreiche Navigationsmöglichkeiten bis hin zum Autorouting. Dazu gibt es eine ausgefeilte Tastaturbedienung mit multifunktionellem Drehrad im hochwertigen Tastenblock.

  • Preis: 2742,00 €
  • Passende Seekarten: Garmin Bluechart G3 HD regular
  • Preis: 135,00 €
  • Gesamtkosten: 2742,00 + 135 = 2877,00 €

d) Die Alternative: Die preiswerteste Kartenplotter-Lösung mit 10-Zoll-Bildschirm (< 500 €)

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Dieser Vorschlag ist kein Kartenplotter im eigentlichen Sinne. Er verwendet ein universelles Tablet im 10-Zoll-Format und stattet es mit passendem Zubehör aus, um es für den Bootsbetrieb tauglich zu machen. Funktionell verwendet diese Lösung die Navionics-Boating-App, die mit den gleichen Navionics+-Karten arbeitet wie viele Kartenplotter der einschlägigen Hersteller.

Geräteempfehlung: Apple IPad 2019 (10,2 Zoll)

Das Tablet ist aus drei Gründen für den Plottereinsatz prädestiniert:

  1. Zum einen geht die eingebaute Hardware (CPU, Speicher) mit einem fast verzögerungsfreien Kartenaufbau mit und ohne Overlays einher.
  2. Zum anderen ist der Bildschirm für den Außeneinsatz eher geeignet als der Durchschnitt der landläufigen Tablet-Konkurrenten.
  3. Hinzu kommt der durchaus günstige Gerätepreis und ein umfassendes Zubehörangebot von Fremdanbietern.

Für den Einsatz als Plotter reicht beim IPad die günstige 32 GB Version vollkommen aus. Preis: 329,00 €.

 

Notwendiges Zubehör:

Für den Einsatz auf dem Wasser darf ein wasserfestes Gehäuse nicht fehlen – sowie natürlich eine Befestigungsmöglichkeit über Saugfuß oder Relingklammer. Wasserdichte Passformgehäuse für das IPad gibt es zu Hauf, für unseren Einsatzzweck auf dem Boot müssen sie dann aber leider mit einer Klemmhalterung (mit Saugfuß) kombiniert werden, die von einem anderen Hersteller stammt. Diese Kombination, meist für das Auto konzipiert, ist für den Bootsbetrieb zugegebenerweise nicht das Nonplusultra.

Das einzig wirklich brauchbare Zubehörteil für unseren Zweck stammt von der Fa. Armor-X USA. Der Hersteller fertigt nicht nur die wasserdichten Gehäuse, sondern auch die passenden Halterungen. Diese können per Klick in die Vorrichtung auf der Gehäuserückseite eingeklinkt werden (X-MOUNT). Das ist eine äußerst stabile und wackelfreie Verbindung mit einem Saugfuß, der das schwere Apple IPad sicher hält. Leider sind die Armor-X-Teile derzeit nur direkt in den USA bestellbar. Von dort sind sie aber mit der DHL-Versand-Option ($ 20) in rund einer Woche (5-7 Tage) geliefert.

Für Interessenten: Gehäuse MXS-A10S ($ 69.99) und Halterung x14T ($ 24.99)

Preis: 103,50 € (inklusive Expresslieferung von $20).

Gibt es hier

Wem das zu umständlich ist – oder wer lieber Rückgabemöglichkeiten und Gewährleistung haben möchte – dem seien folgende Zubehörteile empfohlen:

  1. MOKO-Hülle für IPad 2019. Preis: 48,99 €.
  2. Ibolt-Saugnapfhalterung. Preis 44,90 €.

Weiters empfehlen wir eine externe Stromversorgung, denn bei aktivem GPS und voller Bildschirmhelligkeit hält der Akku des Tablets kaum einen Angeltag durch. Eine kleine – aber leistungsfähige – externe Stromversorgung mit 10 Ah in Form einer Powerbank schafft Abhilfe. Bei Lithium-Zellen bietet es sich an, auf einen Markenhersteller zu setzen, da diese durchaus auch einmal Probleme verursachen können. Wir haben mit dem Panasonic EB-P1100C ein Modell gefunden, das preislich mit No-Name-Produkten locker mithalten kann. Preis: 15,90 €

Seekarten: Die passende Boating-App von Navionics ist kostenlos im Apple Store (oder bei Google Play) zu bekommen. Die Seekarten von Navionics+ werden mit der App heruntergeladen. Die Karten für ganz Europa kosten 42,50 €, kleinere Gebiete sind dementsprechend preiswerter.

Gesamtkosten für diese Lösung: 329,00 + 103,50 + 15,90 + 42,50 = 490,90 €. (Vergleich: Ein 10-Zoll-Kartenplotter kostet inklusive Karten mehr als 2000 €).

Damit wären wir am Ende unseres ausführlichen Ratgebers zum Thema “Was ist ein Kartenplotter und wie funktioniert er?” angelangt. Hast Du Fragen, Ergänzungen oder Kommentare, dann hau in die Tasten – wir freuen uns auf Deine Rückmeldung!

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