Tipp 2 – In 10 Minuten zum Hecht

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Tipp 2 – In 10 Minuten zum Hecht

Der Hecht gilt oft als schneller Räuber, der sich gierig auf seine Beute stürzt. Doch wie schnell ist der Hecht wirklich? Wie lange sollten wir warten? Man wirft seinen Köder aus und kurbelt ihn mit mehr oder weniger Abwechslung ein. Das Ziel ist immer das Gleiche – man erwartet das Krachen in der Schnur.

So schauen wir uns das Angeln mit ein paar Erkenntnissen zum Jagdverhalten der Hechte an. Dieses wurde in diversen Experimenten studiert. Ein Experiment befasste sich mit dem Jagdverhalten von Hechten auf Rotaugen. Die Wissenschaftler wollten wissen, wie sich die Rotaugen bei einem Angriff verhielten und wie der Hecht jagt. Dazu wurden wilde Hechte und Rotaugen gefangen und dann in vielen Experimenten zusammen in ein Bassin getan. Der gesamte Ablauf der Jagd wurde per Videokamera aufgenommen und anschließend ausgewertet. Insbesondere interessierten sich die Forscher für folgende Aspekte:

  1. die Anzahl der Angriffe
  2. Angriffsart (ein lauernder Angriff mit schneller Attacke oder ein verfolgender Angriff)
  3. Verhältnis der erfolgreichen zu den erfolglosen Angriffen
  4. Anzahl der erbeuteten Rotaugen
  5. Zeit bis zum ersten Aktivwerden des Räubers
  6. Zeit vom ersten Aktivwerden bis zum Angriff

So, nun wird es spannend. Fast alle Hechte schwammen in den ca. 20 °C warmen Bassins regungslos nahe des Bodens oder versteckten sich dort (Versteckmöglichkeiten waren vorhanden). Natürlich wurden die Versuche jeweils nur mit einem Hecht durchgeführt. Dort blieben die meisten Hechte. Und auch als die Beute in das Bassin eingesetzt wurde, verharrten sie dort oft regungslos. In den 35 Versuchen kam es zu 166 Angriffen, von denen 25, also knapp 15% erfolgreich waren. Die Anzahl der eingesetzten Beutefische im Bassin spielte beim Erfolg keine so große Rolle.

Die Hechte sind als abwartende und sich versteckende Räuber bekannt. Aber sie verfolgen auch ihre Beute. In den Experimenten nutzten sie beide Arten des Angriffs: Beim ersten Angriff auf die Rotaugen lagen sie entweder in dem vorbereiteten Versteck (2 Holzbalken) auf der Lauer oder sie verharrten regungslos in ihrer Position, bis sie ihre Jagd starteten. Zu vermuten ist, dass das Versteck (2 Holzbalken) eventuell keinen richtigen (wahrgenommenen) Vorteil für mögliche Angriffe der Hechte ermöglichte. Im Ergebnis waren sie aus der Lauerposition heraus aber sehr erfolgreich und erbeuteten ca. 17 der insgesamt 25 erbeuteten Rotaugen. Ging ein Angriff daneben, wurde die Beute in über der Hälfte aller Fälle verfolgt. Jedoch schnitten die Hechte bei diesen mehrmaligen Angriffen wesentlich schlechter ab.

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Auf, auf – die Beute ist da

Ganz so euphorisch, wie oft vermutet wird, scheint der Hecht nicht ans Fressen heranzugehen. Über alle Versuche betrachtet, ließen sich die Hechte ab dem Moment, in dem die Beutefische eingesetzt wurden, recht viel Zeit. Durchschnittlich dauerte es 8 Minuten, bis sie eine Regung bzw. ein Interesse zeigten. Das macht uns schon nachdenklich. Die Hechte schwimmen da zusammen auf engstem Raum mit ihrer Beute rum und lassen sich dann so viel Zeit, bevor sie das erste Mal Interesse zeigen und sich regen? Wow …

Wir möchten uns gar nicht vorstellen, wie viele Köder so an einem Hecht vorbeigeschwimmen und er sich dachte: „Hey … Beute … sieht interessant aus … ups, schon weg.“

Der Angriff selbst dauerte dann nicht mehr so lange. Innerhalb von 2 Minuten war der erste Angriff im Durchschnitt beendet. So kommen wir auf eine Dauer von 10 Minuten von Interesse an der Beute bis zum Ende des ersten Angriffes. 10 Minuten ist eine verdammt lange Zeit für einen so schnellen Räuber.

Merke

Glaubt man diesen Experimenten, scheint der Hecht entgegen vieler Meinungen kein Räuber zu sein, der schnell entscheidet und zackig auf die Beute losgeht. Anscheinend lassen sich einige Hechte mehr Zeit mit einem Angriff, als die meisten Köder wahrscheinlich im Wasser verharren. Der Hecht ist ein effizienter Räuber, was in diesem Experiment mit ca. 15% erfolgreichen Angriffen belegt wurde. Andere Studien ergeben eine Erfolgsrate von ca. 25% aller Angriffe.

Der Hecht jagt sehr oft aus einer verharrenden und abwartenden Position heraus. So kann er sich auf seine Beute konzentrieren, sie überraschen und zielgerichtet angreifen. Für diesen Entscheidungsprozess scheinen die Instinkte einiger Hechte Zeit zu brauchen. Verwunderlich ist es nicht, denn ein lauernder Räuber hat Zeit. Er kann auf den richtigen Moment und auf die richtige Beute warten.

Was können wir uns nun für das Angeln mitnehmen. Zum einen scheint es bei einigen Hechten wichtig zu sein, seinen Köder möglichst lange im Sichtfeld der Hechte zu behalten. Doch wie schafft man es nun den Köder möglichst lange im Wasser zu halten, um die Aufmerksamkeit für den Hecht zu erhöhen?

Wir würden hier die Vermutung aufstellen, dass man wahrscheinlich mehr Hechte an den Haken bekommt, wenn der Köder mehr Hechten attraktiv erscheint – an dieser Stelle erst mal auf die Verweildauer in ihrer Sichtweite bezogen. Um das zu erreichen könnte man an der Einholgeschwindigkeit des Köders arbeiten und sie bewusst reduzieren.

Viele Wobbler, Blinker und Spinner werden in der Praxis sehr schnell geführt. Vorsichtige und abwartende Hechte könnten sich davon weniger angesprochen fühlen als ungeduldige bzw. aggressivere Hechte. Wer schwere Köder im flachen Wasser benutzt, ist quasi gezwungen, diese schnell einzuholen, bevor sie im Kraut verschwinden oder Richtung Grund preschen. Mit einem leicht sinkenden oder einem floating Köder könnte man die Zeit seines Köders im Wasser verlängern. Der tote Köderfisch ist wahrscheinlich am besten geeignet, die 10 Minuten zu reißen.


Tipp

Dieser Artikel ist ein Auszug aus “Modernes Fische Finden – Der Hecht”

In diesem Buch geht es auf über 280 Seiten nur um das Ausspüren des Hechtes? Keine “beste Köderaufzählung” und auch keine “aufgewärmten Angeltaktiken”. Das Buch setzt viel früher an – Immer nach dem Motto: ”Was bringt die beste Angeltechnik, wenn du an der falschen Stelle angelst?”

  • warum er wo und wann jagt und
  • welchen Einfluss Wind und Wetter auf die Beißzeiten haben
  • wann er welche Beute oder Köder wie bevorzugt
  • welche Hotspots zu welcher Jahreszeit am vielversprechendsten sind
  • und, und, und
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