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Hechte angeln

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4.6
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Eine für den Hecht sehr wichtige Kalenderperiode ist das Frühjahr. Es ist geprägt von der aufblühenden Vegetation und das Leben unter Wasser entwickelt sich geradezu explosionsartig. Für die Hechte steht nun ein jährlich stattfindender Standortwechsel kurz bevor. Das bedeutet konkret, dass es für sie noch keine so stark ausgeprägten Hotspots wie im Sommer gibt.

Zum Laichen kommen Hechte an wenigen Plätzen zusammen. Nachdem sie sich vom Laichgeschäft erholt haben, machen sich die ersten auf den Weg zu ihren Sommerrevieren. Oft sind das die Uferkanten der Flüsse sowie von kleinen und großen stehenden Gewässern.

Merke: Falls Du den Zeitpunkt des Laichens in Deinem Lieblingsgewässer bestimmen kannst, kannst Du auf hungrige Hechte hoffen. Die Wassertemperatur ist dabei ein guter Indikator, um deren Stimmung einzuschätzen.

Der Standortwechsel der Hechte geschieht gerade rechtzeitig, bevor dann wenige Wochen später Massen an Friedfischen an die Ufer ziehen werden, um ebenfalls zu laichen. Aber noch ist es nicht so weit, noch sind sie mal hier, mal dort zu finden.

Aber eines eint sie alle: Da sie nun immer aktiver fressen, suchen sie die Nähe ihrer Beutefische. Diese haben im noch kühlen Frühjahr eine besondere Vorliebe: warmes Wasser.

Inhaltsverzeichnis

1. Wärme, ein Indiz für einen Frühjahrs-Hotspot zum Hechtangeln

(Wassertemperatur: 5 – 7 °C)

Zu Beginn des Frühjahrs kann sich das Wasser endlich nachhaltig erwärmen. Bei Wassertemperaturen von noch durchschnittlich 5 – 7 °C zieht es die meisten Fische in die wärmste Region in ihrer Umgebung. Flache Buchten werden zu einem guten Hotspot. Sie erwärmen sich schneller als Bereiche mit tieferem Wasser. Sind die Buchten nur über einen schmalen Zugang mit dem tieferen Wasser verbunden, ist das perfekt.

1.1. Auch die Wasserfarbe verrät Hotspots

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Auch die Wasserfarbe spielt jetzt eine wichtige Rolle. Trübes oder braunes Wasser erwärmt sich schneller als klares. Hier zieht es viele Fische hin. Trübes bzw. gefärbtes Wasser erkennen wir ohne Zweifel recht einfach: Wir sehen es.

1.2. Welche ist die beste Köderfarbe für trübes Wasser?

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Trübes, braunes Wasser: Im Frühjahr ein beliebter Tummelplatz für Fische im Allgemeinen. Nicht nur für den Hecht.

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Im trüben Wasser spielen leuchtende Farben eine große Rolle. So denken jedenfalls viele Angler. Doch das trübe oft braune Wasser hat eine gemeine Eigenschaft. Es verändert die Farbwirkung der Köder. Im folgenden Video siehst Du einen Auszug aus unserem Köderkurs: “So findest du die beste Köderfarbe für Hechte, Barsch und Zander“.

Gerade die Umrisse des Köders sind bei trübem Wasser von Bedeutung. Für uns ist es deshalb wichtig zu wissen, welcher Futterfisch bei unserem Räuber auf dem Speisezettel steht. Stinte haben eine andere Gestalt als Barsche und kleine Brasse unterscheiden sich deutlich von Gründlingen. 

Einige Köderfarben sind allerdings für eine erfolgreiche Angelei im Frühjahr durchaus von Bedeutung. Grundsätzlich sollte der Hechtköder, je fortgeschrittener das Frühjahr ist, umso mehr auffallen. Denn zum Ende von diesem hin, gibt es für Hechte Beute im Überfluss.

In diesem Video siehst Du die Unterwasseraufnahmen eines Köderfarbtests in bräunlichem Wasser: Wir testeten für unseren Köderkurs

  • verschiedene Köderfarben im Laufe eines Jahres
  • zu verschiedenen Zeitpunkten,
  • in unterschiedlichen Tiefen
  • und unterschiedlichen Gewässern.

So bekommt man wirklich einen guten Eindruck davon, wie Köder wirken und muss sich nicht von Marketing und bunten Anzeigen bei der Köderauswahl leiten lassen. Wir versuchten damit einmal eine andere Herangehensweise.

In diesem Video beträgt die Tauchtiefe unserer Drohne ca. 1,80 m. Die Aufnahmen entstanden nachmittags bei Sonnenschein im Frühjahr (April 2019) in einem Hamburger Kanal. Der Lichteinfall der Sonnenstrahlen war also schräg.

Das Ziel bei der Farbwahl des Köders muss es sein, dass unser Wobbler, Gummifische, Spinner oder Blinker beim Angeln in der Masse der Beutefische auffällt. Auf diese Art und Weise verbesserst Du Deine Chancen auf einen Raubfisch um einige Stufen. Das erspart etliche Schneidertage.

Merke: Gerade im trüben Wasser kommt es weniger auf die Farbe des Köders als auf den Kontrast zum Hintergrund an. Weiße und schwarze Köder bieten bei hellem Wetter einen überdurchschnittlichen Kontrast. Bunte Köder sehen unter Wasser  dagegen oft blass aus.

1.3. Technische Hilfsmittel, um Hotspots zu finden

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Falls Du die Temperatur genau bestimmen möchtest, kannst Du ein paar technische Hilfsmittel nutzen, um die warmen Bereiche in einem Gewässer zu finden.

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Echolot-Temperaturlinie und weicher Boden beim Bestimmen von Hotspots zum Hechtangeln im Frühjahr.

Wir sehen hier ein typisches Bild eines 2D-Echolot-Fischfinders. Darauf erkennen wir zum einen oben die Temperaturlinie. Sie zeigt uns die Veränderung der Wassertemperatur über die Zeit. Falls Du hier eine langsame Bildlaufgeschwindigkeit einstellst, kannst Du so die Temperaturveränderungen der letzten Minuten vergleichen. Die aktuelle Wassertemperatur wird in unserem Beispiel unten links angezeigt.

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Mit dem Deeper-Fischfinder kannst Du über die Temperaturunterschiede leicht den Unterschied zwischen hartem und weichem Untergrund ausmachen - und so Hotspots zum Hechtangeln im Frühjahr bestimmen.

Eine weitere Möglichkeit aussichtsreiche Stellen zum Hechtangeln zu finden, bieten uns mobile Echolote für die Angel. Der Deeper-Fischfinder zeigt Dir nicht nur die Bodendetails an – Du kannst mit ihm ebenso auf die wärmsten Bereiche in einem Gewässer schließen. Dafür brauchst Du lediglich einen Blick auf die Bodenlinie zu werfen.

Die Echolot-Bilder geben uns außerdem einen Hinweis darauf, wie hart oder weich der Untergrund ist. Ein weicher Boden ist immer ein guter Anhaltspunkt, dass das Wasser in diesem Bereich trüb ist. Ein schlammiger weicher Untergrund sorgt z. B. dafür, dass sich das Wasser bräunlich färbt und dadurch schneller aufheizen kann. Den weichen Boden erkennen wir an einer einzelnen und möglichst schmalen Bodenlinie.

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2. Das Laichen der Beute beginnt

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(Wassertemperatur: 10–17 °C)

Wenn die meisten anderen Fische beginnen sich fortzupflanzen, ist der Laichprozess der Hechte längst vorbei. Für sie beginnt jetzt eine Zeit der Fülle – sie steigen nach und nach so richtig ins große Fressen ein.

Die Natur hat das ziemlich clever für sie eingerichtet. Rotaugen, Brassen und Rotfedern laichen in Mitteleuropa meist im April und Mai. Die laichenden Friedfische sind unaufmerksam und eine sehr leichte Beute für die Raubfische. Dieses fette Mahl lassen sie sich natürlich nicht entgehen!

Wie findest Du jetzt die Hotspots für die großen Hechte?

Weitläufige und flache Bereiche am Ufer sind hervorragende Laichplätze für viele Friedfische. Falls Du jetzt mit der Wathose unterwegs bist, kannst Du in sehr flachem Wasser in unmittelbarer Ufernähe auch großen Hechten begegnen. Oft jagen diese nur wenige Meter von einem entfernt in 0,5 – 1 m flachem Wasser.

Das folgende Bild zeigt verschiedene Tiefenbereiche einer Karte auf. Die grün markierten Bereiche sind nur knapp 0,5 m tief. Hier kannst Du leicht durchs Wasser waten und große Hechte angeln

Bild (17) Test Navionics Sonarcharts Live angeln in norwegen Luftbild Land zoom
In dieser Aufnahme der Navionics-App kannst Du leicht die seichten Bereiche in Ufernähe ausmachen - typische Frühjahrs-Hotspots zum Hechtangeln.

3. Langsamer Wechsel der Jagdstrategie

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(Wassertemperatur: 15–18 °C)

Hechtangeln im Frühjahr 6.34 Hecht im Versteck
Abbildung 6.35—Hecht im Versteck

Zum Ende des Frühjahrs bilden die Unterwasserpflanzen nun erste richtige Rückzugsgebiete für den Hecht. Dieser nutzt diese neu entstandenen Versteckmöglichkeiten und steht direkt in der zwar noch löchrigen aber immer dichter werdenden Vegetation. Gerade die großen Exemplare finden hier genügend Deckung in Kombination mit Bewegungsfreiheit für die Beutejagd.

Die meisten Hechte haben jetzt ihre Reviere besetzt. Immer mehr ändern deshalb jetzt ihre Angriffstaktik und gehen vom aktiv nach Beute suchenden Räuber zur „sit-and-wait“-Jagdstrategie in ihrem jeweiligen Revier über.

3.1. Hechte erreichen ihre Sommerreviere

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Die Hechtreviere sind im Frühjahr sehr unterschiedlich hinsichtlich ihrer Größe.

Der Kannibalismus kann sich zur dieser Zeit auch unter den größeren Hechten bemerkbar machen. Feste Reviere verhindern, dass zu viele Hechte aufeinandertreffen. Das schützt sie davor, selbst Beute zu werden. Im Frühjahr sind unzählige Junghechte an den Ufern der Gewässer unterwegs. Unter den tausenden frisch geschlüpften Exemplaren steht Kannibalismus auf der Tagesordnung.

Die größeren Vertreter müssen sich dagegen erst einmal treffen. Das wird sich im späten Frühjahr nicht vermeiden lassen, da gerade die größeren Hechte größere Reviere oder einen größeren Aktionsradius haben. Sie kommen dadurch zwangsläufig in Nachbars Garten. Und wenn Hechte auf Hechte bzw. auf Köder, die wie Hechte aussehen, treffen ist das für uns Angler nicht so schlecht.

Interessant ist, das in wissenschaftlichen Studien herausgefunden wurde, dass einige Hechte sich nur wenige Meter am Tag bewegen und ihren Standort kaum ändern. So konnten zahlreiche Exemplare beobachtet werden, die ein Gebiet von nicht einmal knapp 20 x 20 Meter über mehrere Tage hinweg nicht verließen. 

In diesem Gebiet warteten sie einerseits auf Beute. Doch andererseits schwebten sie große Teile der Zeit ohne viel Bewegung von einer Ecke dieses Reviers zur anderen. Man vermutet, dass sie so Energie sparen und deshalb auch nicht so häufig fressen müssen. 

Zum Vergleich: 

Bei Wassertemperaturen von ca. 4 – 6 °C die zum Beginn des Frühjahrs noch vorherrschen, fressen Hechte nur alle 15-30 Tage. Dies steigert sich zum Ende des Frühjahrs hin. Bei Wassertemperaturen von für sie idealen 17 – 19°C jagen sie alle 1-2 Tage

Dabei reichen 1-2 kleine Barsche einem stattlichen 70er-Hecht voll und ganz aus. Hechte verwerten über 90% ihrer Beute und scheiden nur wenig wieder aus. Sie sind somit sehr effiziente Futterwerter. 

Das bedeutet für uns Angler folgendes: 

  1. Hechte verbleiben im späten Frühjahr oft an einem Ort, auch wenn sie nicht unbedingt gleich beißen. 
  2. Am nächsten Tag denselben Ort noch einmal abzufischen kann den Erfolg bringen.

Viele Angler begehen jedoch genau diesen Fehler: Falls einmal nichts beißen sollte, kehren sie nie wieder zu diesem Spot zurück. 

Merke: Das Frühjahr ist eine Zeit der großen Veränderungen für die Hechte. Während sie erst geschwächt und appetitlos aus der Laichzeit kommen, ändert sich das im Laufe der folgenden Wochen. Sie finden nun an den Ufern so konzentriert und reichhaltig Nahrung, wie es das ganze Jahr über nie wieder sein wird. Sie können unter den unzähligen Beutefischen aus dem Vollen schöpfen.

Diese Veränderungen des Hungers, der verfügbaren Beute und der Jagdstrategie der Hechte müssen Einfluss auf unsere Angeltaktiken haben. Um erfolgreich zu sein, müssen wir im Frühjahr viel öfter

  1. unsere Köder an die Situationen anpassen,
  2. mehr über Hotspots nachdenken
  3. und auch die Köderführung von ganz langsam auf schnell und abwechslungsreich umstellen.

Wenn wir das mal zusammenfassen, kann man an dieser Stelle sagen, dass das Frühjahr eine sehr interessante Zeit für das Hechtangeln ist. Noch spannender kann es lediglich im Sommer werden.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus unserem Buch “Modernes Fische Finden – Der Hecht“.

In diesem Buch geht es auf über 280 Seiten nur um das Ausspüren des Hechtes:

  • Keine “beste Köderaufzählung”
  • und auch keine “aufgewärmten Angeltaktiken”.

Wir setzen nämlich viel früher an – Immer nach dem Motto: ”Was bringt die beste Angeltechnik, wenn Du an der falschen Stelle angelst?”. Du erfährst zum Beispiel:

  • Warum der Hecht wo und wann jagt.
  • Welchen Einfluss Wind und Wetter auf die Beißzeiten haben.
  • Wann er welche Beute oder Köder bevorzugt.
  • Welche Hotspots zu welcher Jahreszeit am vielversprechendsten sind.
  • und, und, und…

3.2. Ein Buch nur über Hotspots - Skeptisch?

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