Tipp 8 – Hechteangeln – Mehr Hechte durch das Wissen über Kalenderperioden

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Hechtangeln Kalenderperioden - Dauer Kap 6
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Nachdem wir nun viele chemische und biologische Einflussfaktoren kennengelernt haben, fehlen uns noch die einzelnen zeitlichen Faktoren, die den Hecht und sein Verhalten beeinflussen: Kalenderperioden! 10 Kalenderperioden sind es gesamt. Wer eine ungefähre Vorstellung über das unterschiedliche Verhalten des Hechtes in diesen 10 verschiedenen Zeiträumen im Jahr hat, wird seine Fänge steigern können.

Kalenderperioden? Reicht es nicht über die Jahreszeiten zu sprechen? Also, wenn es heißt: „Im Frühjahr steht der Hecht sehr flach“ oder „im Herbst beißt er wie verrückt an den Kanten“ – gibt uns das nicht einen sehr guten Eindruck davon, wie und wo der Hecht zu finden ist und am besten beißt?

Die Antwort lautet ganz klar nein: Jede Jahreszeit umfasst einen Zeitraum von ca. drei Monaten. In diesen drei Monaten können sich die Lebensbedingungen unter wie auch über Wasser schnell ändern, so dass sie ganz andere Ansätze an unser Angeln notwendig machen. Erinnern wir uns an den möglichen Sauerstoffmangel im Hochsommer oder nehmen wir den Frühling als Beispiel: 

Der Hecht laicht im Frühjahr. Während dieser Zeit wird er das Fressen komplett einstellen. Aber es gibt auch eine Zeit vor dem Laichen und nach dem Laichen, in der er mehr und häufiger frisst. Zum Laichen halten sich alle Hechte eines Gewässers in Ufernähe auf, so dass man im Freiwasser erfolglos seine Bahnen drehen wird. Nach dem Laichen ziehen die Hechte in ihre jeweiligen Sommerreviere – aber nicht alle gleichzeitig.

Auch zeitlich gibt es keine klare Einteilung, denn Hechte laichen nicht einfach im März nach dem Kalender, sondern bei Wassertemperaturen von 5–12 °C. In einem Jahr wird die optimale Temperatur im März erreicht, im anderen Jahr erst im April. Flache Seen erwärmen sich generell schneller als große oder tiefe. Das gleiche gilt für Seen, die im Flachland liegen. Ob Süd oder Nord: auch die geografische Lage spielt eine wichtige Rolle für die Dauer der einzelnen Perioden, die der Hecht im Laufe eines Jahres durchlebt. Dies zeigt uns eindeutig, dass man die Frage, wo die besten Hotspots für Hechte im Frühjahr sind, nicht so einfach definitiv beantworten kann.

Es kommt darauf an: darauf, wie tief das jeweilige Gewässer zu einem bestimmten Zeitpunkt ist, wie sich die Temperatur in diesem und jenem Jahr entwickelt hat oder auch wie trüb es ist etc. 

Was vor der Laichzeit stimmt und aus anglerischer Sicht funktioniert, kann im Frühsommer oder Hochsommer für Schneidertage sorgen. Köderfarben, die als ultimativ mit Fotos dicker Hechte angepriesen werden, werden nur allzu leichtherzig für die eigene Box gekauft. Doch oft wird vergessen, dass sie zwar in einem Gewässer super funktionieren mögen, aber in anderen eben nicht. Und zu welcher Zeit waren diese Köder noch mal fängig? Tja, das stand jetzt zufällig nicht dabei.

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In den USA ist die Einteilung der besten Hotspots, verschiedener Köder und Angeltechniken nach Kalenderperioden zum Standard geworden. Zwar gibt es keine strikte und streng definierte Einteilung, aber Ansprüche an das Angeln werden in mehr als nur die vier Jahreszeiten unterteilt.

Durch die Ausdehnung der 49 Staaten der USA (Hawaii, Puerto Rico und kleinere Inseln lassen wir mal außen vor – in Alaska finden sich dagegen Pikes) über fünf Haupt-Zeitzonen und eine Fläche von fast 10 Mio. Quadratkilometern war eine generelle Einteilung der besten Hotspots nach Jahreszeiten von vornherein Unfug. Es können teilweise Monate zwischen dem Laichbeginn der Hechte in unterschiedlichen US-Seen liegen. Selbst in Deutschland herrschen manchmal unterschiedliche Wetterbedingungen in wenigen hundert Kilometer Entfernung. Wenn der Frühling in München schon ruft, müssen die Hamburger sich manchmal noch 2 bis 3 Wochen gedulden. Aus diesem Grund macht eine Betrachtung nach Kalenderperioden auch für uns großen Sinn. 


Merke

Grundlegendes Wissen über das Funktionieren der Kalenderperioden und wie der Hecht durch sie beeinflusst wird, wird uns in der Hotspot- und Köderauswahl sicherer machen. Ziel der folgenden Kapitel ist es, die zeitlichen Anforderungen und Gegebenheiten für das Hechtangeln besser einschätzen zu können, um unsere kostbare Angelzeit optimal zu nutzen. Zu erwähnen ist, dass die Kalenderperioden flexibel zu betrachten sind. Sie unterscheiden sich in ihrer Ausprägung von Jahr zu Jahr, von Breitengrad zu Breitengrad und nicht selten auch von Gewässer zu Gewässer.


Unterschiedliche Hotspots zu unterschiedlichen Zeiten

Die dargestellten Hotspots der einzelnen Kalenderperioden sollen uns einen Anhaltspunkt geben, wo und warum sich Hechte zu dieser Jahreszeit und bei diesen Witterungsverhältnissen aufhalten können. Niemand sollte solche Angaben als 100% gegeben und nicht veränderbar betrachten. Genauso wie wir niemals alle Faktoren in und am Wasser in einem großen Zusammenhang erkennen können, werden Hechte auch nicht immer einer geraden Linie folgen. Kleinste Veränderungen können schon dazu führen, dass einige Hechte genau anders reagieren, als wir es erwartet haben.

Wir haben in den Kalenderperioden bewusst auf die Einteilung in Seen, Flüssen und Talsperren verzichtet, da Hechte sehr stark vegetationsorientiert sind, was wiederum nicht vom Gewässertyp abhängt. Unsere Ausführungen sind zum großen Teil auf viele Hechtgewässer anwendbar. Das ist auch unabhängig davon, ob es sich um große oder kleine Flüsse oder Seen handelt. Auch schließen wir hier explizit das Brackwasser der Meeresregionen mit ein.

Wenn es aus unserer Sicht speziell zu erwähnende Besonderheiten für eine Gewässerart gibt, haben wir sie in einem separaten Abschnitt zusammengefasst.

Diese Abgrenzung und Darstellung der Hotspots – unabhängig vom Gewässertyp – gibt uns die Möglichkeit, unser Wissen in Schubladen zu packen. Schubladen sind toll und wir Menschen sind es gewohnt, in diesen Mustern zu denken. Trotzdem benötigen wir Angler die notwendige Flexibilität, wenn eine Schublade am Wasser nicht funktioniert, einfach eine andere zu öffnen. So werden wir uns nach und nach bestens an die unterschiedlichsten Situationen am Wasser instinktiv anpassen können.

Hechtangeln - Kalenderperioden - Wassertemperaturen Kap 6


Die 10 Kalenderperioden

  1. Der Winter ist da – Frost (Wassertemperatur: 0–8 °C)
  2. Vor der Laichzeit (Wassertemperatur: 0–8 °C)
  3. Die Laichzeit (Wassertemperatur: 4–12 °C)
  4. Nach der Laichzeit (Wassertemperatur: 6–12 °C)
  5. Das Ende des Frühjahrs (Wassertemperatur: 10–17 °C)
  6. Sommer (Wassertemperatur: 15–21 °C)
  7. Hochsommer (Wassertemperatur: > 22 °C)
  8. Spätsommer (Wassertemperatur: 15–20 °C)
  9. Herbstumschwung (Wassertemperatur: 10–15 °C)
  10. Kalte Temperaturen (Wassertemperatur: < 10 °C)

Hechtangeln Kalenderperioden - Dauer Kap 6

Sehr schön erkennen wir in dieser Darstellung, dass die Kalenderperioden in verschiedenen Regionen unterschiedlich lang oder kurz andauern können. Für den einen Angler wird daher die Sommerperiode wichtiger sein, während andere Angler sich z. B. mehr auf das Frühjahr konzentrieren werden. 

Die Einteilung nach Kalenderperioden eröffnet zusätzlich den Vorteil, einen ungefähren Plan für das Angeln im Urlaub zu haben.

6.5. Das Ende des Frühjahrs

(Wassertemperatur: 10–17 °C)

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Dieser Artikel ist ein Auszug aus “Modernes Fische Finden – Der Hecht”

In diesem Buch geht es auf über 280 Seiten nur um das Ausspüren des Hechtes? Keine “beste Köderaufzählung” und auch keine “aufgewärmten Angeltaktiken”. Das Buch setzt viel früher an – Immer nach dem Motto: ”Was bringt die beste Angeltechnik, wenn du an der falschen Stelle angelst?”

  • warum er wo und wann jagt und
  • welchen Einfluss Wind und Wetter auf die Beißzeiten haben
  • wann er welche Beute oder Köder wie bevorzugt
  • welche Hotspots zu welcher Jahreszeit am vielversprechendsten sind
  • und, und, und
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