Hechte angeln

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Hotspots für das Hechtangeln in Flüssen haben viele Gemeinsamkeiten mit denen in Seen – sie unterscheiden sich jedoch auch in einigen wesentlichen Punkten. Im folgenden Artikel gehen wir auf diese Unterschiede im Detail ein. Hier kannst Du im Gegenzug mehr über das Hechtangeln in Seen erfahren.

Dazu schauen wir uns die Ergebnisse einer Studie an, bei der Hechte gefangen, markiert, freigelassen und anschließend über einen längeren Zeitraum nachverfolgt wurden. Das Experiment wurde im Fluss Yser (auf belgischem Gebiet) durchgeführt.

Aber eines können wir Dir schon im Voraus verraten: Hechte mögen Flüsse. Je nach den jeweils vorherrschenden Bedingungen können sie also in großer Zahl vorkommen. Eine Tatsache, die bei der Wahl des besten Platzes, um einen großen Hecht zu angeln, oft vernachlässigt wird.

Inhaltsverzeichnis

1. Wo steht der Hecht im Fluss?

1.1. Ziel der Studie

Die Studie konzentrierte sich auf zwei Fragestellung:

  1. Welchen Lebensraum bevorzugt der Hecht in einem Fluss?
  2. Wo versteckt sich der Hecht in Flüssen?

Dazu wurden Flusscharakteristika (d.h. die des Hauptstroms, der Nebenflüsse und Nebenarme sowie die Strömungs- und Uferverhältnisse) daraufhin untersucht, ob – und wenn ja, in welchem Ausmaß – sie für die Revierwahl der Hechte entscheidend sind.

Für die Studie wurden 15 erwachsene Hechte aus dem Wasser entnommen, mit einem Sender ausgestattet  und anschließend wieder freigelassen. Danach wurden im Zeitraum von November 2010 bis Mai 2011 im Zwei-Tages-Rhythmus Daten über den tatsächlichen Aufenthaltsort jedes Individuums erhoben. Die Genauigkeit konnte auf ± 4 m bestimmt werden. So lagen am Ende des Experiments insgesamt mehr als 800 Messergebnisse vor.

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Dies ist der Hauptstrom der Yser, in dem das Experiment über das Revierverhalten von Hechten durchgeführt wurde.

1.2. Untersuchungsgebiet: Das Kanalsystem der Yser

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Der belgische Teil der Yser ist etwa 44 km lang. Er ist im Durchschnitt 2,5 m tief, an der tiefsten Stelle 5 m. Die Breite des Flusses schwankt zwischen 8 und 25 m. An ihrer Mündung in die Nordsee führt die Yser Brackwasser. Kurz vor der Mündung befindet sich ein 370 x 1.000 m großes Becken mit einer Tiefe von 7 m. Dieses können die Hechte problemlos erreichen, ohne Hindernisse überwinden zu müssen.

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Im Untersuchungsgebiet zweigten vier Nebenflüsse (NF / rot) und sechs Seitenarme (SA / grün) vom Hauptfluss ab. Sie unterschieden sich in Tiefe und Breite. Zwei Nebenarme waren natürlich (SA 1 + 2), während die anderen vier künstlich angelegt waren (SA 3 - 6). Die unterschiedliche Größe der Nebenflüsse lockte die Hechte auch unterschiedlich stark an.

Die Seitenarme waren alle sehr flach. Die vier künstlichen Arme wurden 2002 angelegt und weisen die gleiche Vegetation auf wie die natürlichen Seitenarme, der Hauptstrom und die Nebenflüsse. Links und rechts des Ufers gab es ausgedehnte Schilfgürtel mit üppiger Unterwasservegetation.

Das Ufer der Yser

Im Untersuchungsgebiet des Kanalsystems der Yser konnten acht verschiedene Uferlebensräume identifiziert werden. Sie unterschieden sich vor allem in der Vegetation sowie in der Art und Weise, wie das Ufer geformt oder befestigt wurde.

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Die Vegetation des Flussufers: A - kaum bewachsenes Ufer, B - schilfbewachsenes Ufer, C - mit Bäumen oder Sträuchern bewachsenes Ufer.
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In diesem Bild siehst Du einen der Seitenarme der Yser, in welchem die Hechte für diese Studie gefangen, mit einem Sender versehen und wieder freigelassen wurden, um ihren Standort zu verfolgen.

1.3. Uferbereich und Bewehrung

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40 % der Ufer waren naturbelassen, während 60 % der Fläche künstlich bepflanzt, bearbeitet und gepflastert wurden. Der Grund dafür war, dass das Kanalsystem die umliegenden Felder entwässert, indem es das Regenwasser ableitet.

Wenn Du Dir die beiden vorangegangenen Bilder genau ansiehst, kannst Du die Unterschiede zwischen den einzelnen Uferbereichen deutlich erkennen. Die Befestigungen sind notwendig, damit das Ufer nicht erodiert.

Die Uferbereiche bzw. Befestigungen konnten weiter unterschieden werden in:

  1. Künstliche Stabilisierung: Begradigte und mit Beton verstärkte Ufer.
  2. Künstlich aufgeschüttete Bereiche: Das Ufer wurde im vorderen Bereich mit Holzpfählen geschützt. Die Pfähle wurden 0,7 bis 2,5 m vom Ufer entfernt in den Boden gerammt. Sie schützen das Ufer vor Strömungen und Wellen. Zwischen den Pfählen und dem Ufer hatte sich hauptsächlich Schilf ausgebreitet. Es waren alle Arten von Vegetationsdichte sichtbar – von locker bis dicht bewachsen.
  3. Naturnahe Flussufer: Mehr oder weniger natürlich und mit Schilf bewachsen. Die Schilfgürtel wurden teilweise durch Bäume und Sträucher unterbrochen.

Anhand dieser unterschiedlichen Bereiche und ihrer divergierenden Vegetation konnten acht verschiedene Ufertypen bestimmt werden. Diese traten mit unterschiedlicher Häufigkeit im gesamten Untersuchungsgebiet von 1.100 Quadratmetern auf – einschließlich des Hauptflusses mit all seinen Nebenflüssen und Seitenarmen.

  • Typ 1: Künstliche Uferbefestigung ohne nennenswerte Vegetation.
  • Typ 2: Künstliche Uferbefestigung mit Schilf.
  • Typ 3: Künstliche Uferbefestigung mit holzigem Bewuchs.
  • Typ 4: Naturnahes Ufer ohne nennenswerten Bewuchs.
  • Typ 5: Naturnahes Ufer mit Schilf.
  • Typ 6: Naturnahes Ufer mit holzigem Bewuchs.
  • Typ 7: Künstliche Uferbefestigung mit Holzpfählen ohne nennenswerten Bewuchs.
  • Typ 8: Künstliche Uferbefestigung mit Holzpfählen und Schilf.

Es zeigt sich, dass über 60 % der Ufertypen ohne nennenswerte Vegetation waren (Typ 1, Typ 4, Typ 7). Über 30 % waren mit Schilf bewachsen (Typ 2, Typ 5, Typ 8) und nur ein sehr kleiner Teil der Ufer war mit Gehölzen bewachsen.

1.4 Die Hechte

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15 erwachsene Hechte wurden an 15 verschiedenen Stellen gefangen (9 Weibchen, 6 Männchen). Sie wurden mit einem Sender versehen und wieder in den Fluss entlassen. Ein Hecht starb während der Studie. 14 wurden während des gesamten Winters beobachtet und 12 sogar noch weiter im Frühjahr.

Insgesamt wurde der Aufenthaltsort jedes einzelnen Hechtes 814 Mal bestimmt. Die Ortung erfolgte mit wissenschaftlichen Methoden, die eine 95-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine korrekte Ortung boten.

2. Ergebnisse: Wo stehen die Hechte im Fluss?

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Damit sind wir bei der wichtigsten Frage dieses Artikels angelangt: Wo stehen die Hechte im Winter und Frühjahr – sprich wo im Kanalsystem hielten sie sich am häufigsten auf?

Die folgenden Bilder zeigen einige der gesammelten Positionsdaten und sollen Dir einen Eindruck über den Aktionsradius einzelner Hechte vermitteln. Hinweis: Bitte verwechsle den Begriff Aktionsradius nicht mit dem des Reviers.

  • Positionen im Winter: Punkte.
  • Positionen im Frühjahr: Kreuze. 

Unserer Meinung nach wurden in der Studie verschiedene Ergebnisse erzielt, die zwar mathematisch / statistisch abgesichert sind, uns aber Raum für Interpretationen lassen. Betrachten wir zunächst den in dieser Studie untersuchten Lebensraum (die Yser), so war dieser sehr vielfältig mit vielen Seitenarmen und Kanälen. Dennoch waren die Hechte hauptsächlich im Hauptstrom anzutreffen.

Im Winter waren sie dort zwischen 25 % und 95 % der Zeit zu finden. Zwei der Hechte befanden sich sogar ausschließlich im Hauptstrom. Von allen sechs Seitenarmen besuchten die Hechte nur die beiden natürlichen Seitenarme (SA 1 + 2). In den künstlich angelegten Seitenarmen (SA 3 – 6) wurde kein Hecht angetroffen: Weder im Winter noch im Frühjahr.

Dies ist sehr interessant, da die künstlich angelegten Seitenarme optisch nicht von den natürlichen zu unterscheiden waren und die gleichen Vegetationstypen aufwiesen.

  • Im Winter wurden die Hechte häufiger in den Seitenarmen (29 % der Messungen) als in den Nebenflüssen (11 % der Messungen) gefunden.
  • Im Frühjahr änderte sich dies und die Hechte wurden häufiger in den großen Nebenflüssen (10 % der Messungen) als in den kleinen Seitenarmen (3 % der Messungen) gefunden.

2.1. Hechtangeln im Fluss: Ergebnis 1

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An dieser Stelle wird bereits deutlich, dass Hechte ganz unterschiedliche Vorlieben für ein oder mehrere Reviere in einem Fluss haben. Außerdem steuern sie diese Reviere unterschiedlich häufig an – der eine öfter, der andere seltener.

Einige Reviere wurden offenbar eindeutig bevorzugt. Die in dieser Studie untersuchten Hechte verbrachten die meiste Zeit im Hauptstrom, im Durchschnitt etwa 3/4 der Gesamtzeit. Nun ist der Hauptstrom der Yser kein riesiger reißender Fluss, sondern eher ruhig, mit einer Breite von 8 bis 25 Metern. Damit bietet er dem Hecht im Allgemeinen offenbar recht gute Lebensbedingungen.

Anmerkung: Es sollte erwähnt werden, dass die Laichzeit der Hechte wahrscheinlich in die Zeit der Untersuchung fiel, so dass zumindest einige der Frühjahrsstandorte zu Fortpflanzungszwecken aufgesucht wurden.

2.2. Hechtangeln im Fluss: Ergebnis 2

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Die Seitenarme schienen für die Hechte in dieser Studie eine große Rolle zu spielen. Nur etwa 1/4 der Population stattete ihnen keinen Besuch ab, unabhängig davon, ob es sich um Frühjahr oder Winter handelte.

Dies lässt sich wahrscheinlich durch die Verfügbarkeit von Beute und die Jagdbedingungen im Hauptstrom erklären: Viele Fische verlassen den Hauptstrom eines Flusses während der kalten Jahreszeit. Das liegt vor allem daran, dass die Fließgeschwindigkeiten viel höher sind als in den Sommermonaten, weil die Wasserstände mit Beginn des Herbstes im Allgemeinen ansteigen.

Da die Vegetation mit Beginn des Herbstes zurückgeht, fehlt sie, um die Fließgewässer im Winter zu verlangsamen. Den Fischen stehen daher viel weniger strömungsberuhigte Bereiche zur Verfügung. Aus diesem Grund verlassen viele den Hauptstrom – zumindest für eine gewisse Zeitspanne.

Außerdem sind Hechte weder gute Schwimmer noch Jäger in schnell fließenden Gewässern, so dass sie in der Regel in den Nebenarmen bessere Bedingungen vorfinden. In den Wintermonaten ist zudem die Vegetation im Flussbett der Seitenarme nicht so dicht wie im Sommer, so dass auch die großen Exemplare nicht in ihrer Fortbewegung behindert werden. Außerdem haben die Hechte durch die Seitenarme auch Zugang zu den Gräben, die im Winter zu ihrem Jagdrevier gehören.

Welchen Ufertyp bevorzugten die meisten Hechte?

Der Aktionsradius eines Hechts kann zwar sehr groß sein, aber sein Revier umfasst meist nur wenige Meter. Allerdings können sie ihr Revier innerhalb ihres Aktionsradius verschieben. Theoretisch können sie frei wählen, wo sie ihr Revier haben – aber in der Praxis ist das nicht ganz so einfach.

  • Fließgeschwindigkeit,
  • Vegetation,
  • Verfügbarkeit von Beutetieren,
  • Verstecke für eine optimale Jagd oder
  • die räumliche Nähe zu anderen Revieren

gehören ebenfalls zu den Kriterien für die Revierwahl. Äußere Faktoren wie ein plötzlicher Mangel an Beutefischen können ebenso eine schnelle Umsiedlung erfordern.

Auch Artgenossen haben einen erheblichen Einfluss auf die Revierwahl: Wenn ein bestimmtes Gebiet bereits von einem Hecht besetzt ist, müsste ein neu ankommender erst um dieses kämpfen. Aus diesem Grund verteilen sich die Hechte in der Regel mehr oder weniger gleichmäßig entlang der Uferlinien.

Um die Ergebnisse der Studie besser zu verstehen, müssen wir die Häufigkeit eines Ufertyps im Verhältnis zur Anzahl der Hechte, die sich dort aufhalten, betrachten.

Wenn 40 % der Uferlinie vom Typ 4 (naturnah, ohne Vegetation) sind und 40 % der Individuen an diesem Typ gefunden wurden, bedeutet das nicht sofort, dass es sich um einen Hotspot handelt. Nur wenn mehr als der Durchschnitt diesen Ufertyp gewählt hätten, könnten wir ihn als solchen bezeichnen.

2.3. Hechtangeln im Fluss: Ergebnis 3

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Betrachtet man das gesamte Kanalsystem, so wurden die meisten Hechte an den Ufern der Typen 1, 4 und 5 gefangen. Diese Ergebnisse sind jedoch immer noch nicht “wow-würdig”, da sie ziemlich genau vorhersehbar waren: Wenn ein Ufertyp so häufig vorkommt, dann ist es logisch, dass dort die meisten Hechte zu erwarten sind.

Diese Information ist zwar schön zu wissen, bringt uns aber trotzdem nicht weiter, da die drei Ufertypen zusammen achtzig Prozent der gesamten Uferlandschaft ausmachten. In diesem Fall ist eine große Anzahl von Hechten noch nicht unbedingt kennzeichnend für einen Hotspot, wenn sie auf einer so langen Strecke vorkommt.

Was ist dann ein Hotspot für das Hechtangeln?

Ein Hotspot ist ein Angelgebiet, in dem mehr Hechte gefunden werden, als wir im Durchschnitt erwarten können. Ein paar Zahlen und ein wenig Theorie sollten dies für Dich klarer machen.

Wir reduzieren unser Untersuchungsgebiet auf eine Strecke von 1000 Metern. Wir lassen die Uferbereiche gleichmäßig verteilt, so dass vierzig Prozent – oder 400 m – naturnahe Uferbereiche ohne nennenswerte Vegetation sind (Typ 4). 200 m sind naturnahe Ufer mit Schilf (Typ 5) und 50 m sind naturnahe Ufer mit Gehölzbewuchs (Typ 6).

Wenn sich nun 20 Hechte auf diesen 1000 m befinden, könnte man bei gleichmäßiger Verteilung folgendes annehmen:

  • 8 würden an Ufern des Typs 4 gefunden werden,
  • 4 auf denjenigen des Typs 5 und
  • 1 auf Typ 6.

Bei gleichmäßiger Verteilung wäre alle 50 m ein Hecht zu finden. Die einzelnen Uferbereiche zählen also nur dann als Hotspot, wenn auf dieser exemplarischen Strecke von 50 m mehr als ein Hecht zu finden ist.

Nun verlagert einer der acht Hechte sein Revier von den Ufern des Typs 4 zu den naturnahen Ufern mit Gehölzbewuchs (Typ 6). Damit verbleiben dort zwar noch sieben Hechte, so dass sich die meisten Exemplare in diesem Bereich befinden, aber wir finden nur alle 57 m einen (400 m / 7). Das ist weniger als in den anderen Uferbereichen.

Dies zeigt zwei Dinge:

  1. Viele Hechte bedeuten nicht unbedingt einen Hotspot.
  2. Aber damit wurde der Uferbereich des Typs 6 zu einem Hotspot, denn alle 50 m stehen zwei Exemplare. Alle 25 m wartet also ein Hecht auf vier unserer leckeren Köder.

Merke: Ein Hotspot zum Hechtangeln beherbergt mehr Hechte, als wir eigentlich von ihm erwarten würden.

2.4. Hechtangeln im Fluss: Ergebnis 4

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Der Studie zufolge dominierte – vor allem im Winter – eindeutig das naturnahe Ufer mit Schilf (Typ 5). Dieser Typ war häufiger von Hechten besetzt als die anderen Uferbereiche. Im Frühjahr und (vor allem) im Winter wurden in diesem Uferbereich mehr Hechte gefunden als zu erwarten gewesen wäre.

Dies wird auch durch die Ergebnisse anderer Untersuchungen gestützt. Hechte in einem Fluss werden im Allgemeinen von Stellen mit Schilf angezogen, insbesondere während der kalten Jahreszeit. Daher halten sich die meisten Individuen im Winter wahrscheinlich in der Nähe von Rändern des Typs 5 (20 % der gesamten Uferfläche) auf.

Das liegt daran, dass sie ihrer Beute auf der Suche nach langsam fließendem Wasser folgen, um nicht unnötig Energie zu verschwenden, indem sie schwimmen (und sich anstrengen) müssen. Und langsam fließendes Wasser findet man in den flachen Bereichen in Ufernähe und in den Seitenarmen.

Ähnlich war es im Frühjahr. Auch hier lag das naturnahe Ufer mit Schilf weit vorne, wenn auch nicht so stark wie im Winter. Wir können also die möglichen Hotspots für das Hechtangeln im Frühjahr und im Winter auf 1/5 der gesamten Uferlänge reduzieren. Das ist immer noch eine lange Strecke, die beangelt werden muss – aber nicht so lang, wie fünfmal mehr.

Hinweis: Nicht jeder Ufertyp kann von vielen Hechten besetzt werden. Nehmen wir als Beispiel Typ 3 mit seiner künstlichen Stabilisierung durch Bäume und / oder Sträucher. Dieser Typ wurde nur auf 1 % der gesamten Uferfläche gefunden. Wäre Typ 3 der ultimative Hotspot, wäre zu wenig Platz für alle Hechte, die im Fluss vorkamen.

2.5. Hechtangeln im Fluss: Ergebnis 5

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Kommen wir zu den letzten Ergebnissen – und beginnen mit der Frage, welche Art von Ufer der Hecht bevorzugt unter den Typen, die in seinem individuellen Aktionsradius oder Gebiet vorhanden sind?

Eines muss gleich zu Beginn klargestellt werden: Nicht jeder Ufertyp ist gleich stark vertreten. In der Yser-Studie beispielsweise waren in vielen Bereichen über mehrere hundert Meter nur künstliche und natürliche Ufer ohne Bewuchs (Typ 1 – 20 % und Typ 4 – 40 %) vorhanden. Manchmal wurden diese Uferlinien durch den einen oder anderen Baum unterbrochen (Typ 3 + Typ 6). Aber das war’s auch schon.

Jetzt wird es allerdings spannend.

Frühling

Die Uferlinie des Typs 1 (künstliche Ufer mit nennenswerter Vegetation) bedeckte nur 20 % der Flussfläche. Ab und zu stieß man auf einen Baum oder Strauch (Typ 3). Und das ist im Frühjahr ein Jackpot: Wenn sich Hechte in der Nähe von künstlichen, unbegrünten Ufern aufhielten, wurden sie von den verstreuten Bäumen und Sträuchern magisch angezogen.

Schlussfolgerung: Unter solchen Bedingungen kann man einfach an jedem Baum oder Strauch stehen bleiben und ausgiebig die Umgebung beangeln.

Winter

Im Winter stach der Typ 7 hervor (unbegrünt und künstlich mit Holzpfählen angelegt), obwohl er nur auf 2 % der Untersuchungsfläche vorkam. Nur wenige Hechte konnten hier ihr Revier einrichten, aber wenn dieser Ufertyp vorhanden war, war es wahrscheinlich, einen Hecht zu finden.

Anmerkung: Die Studie zeigt sehr deutlich, wie Territorien oder der Aktivitätsradius von Hechten in einem Flusssystem aussehen könnte. Es ist leicht zu erkennen, dass sie nicht nach dem besten Standort im Allgemeinen suchen, sondern nach dem besten verfügbaren Standort.

Gerade wenn es um das Angeln geht, werden sehr schnell allgemeine Aussagen getroffen: In einem Fluss muss der Hecht hier sein – oder dort. Doch solche Verallgemeinerungen sind in der Regel mit Vorsicht zu genießen, wie die vorliegende Studie zeigt. Denn obwohl bestimmte Abschnitte bevorzugt werden, sind Hechte doch in allen Abschnitten mehr oder weniger präsent.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass im Winter und Frühjahr naturnahe Ufer mit Schilf wahrscheinlich die meisten Hechte beherbergen. Wer kein Boot hat, kann im Winter nach kleineren Hindernissen ohne viel Bewuchs im Wasser Ausschau halten. Im Frühjahr sind vom Ufer aus frei zugängliche Abschnitte mit einem Baum oder Strauch interessant. Zumindest war dies an der Yser der Fall.

Schade, dass die Studie im Frühjahr endete. Es wäre interessant gewesen zu sehen, wie die Ergebnisse im Sommer ausgefallen wären. Leider wurde diese Jahreszeit nicht berücksichtigt. Aber ich bin sicher, dass wir eine weitere Studie an einem anderen Fluss finden können, die diese Lücke füllen wird.

3. Wann ist die beste Zeit zum Hechtangeln in einem Fluss?

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Der Herbst ist die beste Zeit zum Hechtangeln. Denn zu dieser Jahreszeit fressen die Raubfische, was sie können, um sich Reserven für den Winter anzulegen. Deshalb jagen sie am aggressivsten – nicht nur auf Beutefische, sondern auch auf unsere Hechtköder

Dennoch: Auch wenn der Herbst als ideale Jahreszeit für das Hechtangeln gilt, ist es nicht immer einfach, sie aufzuspüren. Wenn die Temperaturen sinken, zirkuliert das Wasser und die Hechte verändern ihre Position. Wo die Hechte zu finden sind, hängt stark von der Struktur des Gewässers ab. Grundsätzlich kann man zwischen zwei Arten von Wasserstrukturen unterscheiden.

  • Gewässer mit starken Strukturen: Hier sind Hechte vor allem an steil abfallenden Rändern anzutreffen, da diese ihnen einerseits Schutz bieten. Andererseits ermöglichen sie die für sie typischen überfallartigen Angriffe.
  • Gewässer mit schwachen / wenigen Strukturen: Hier gilt das alte Sprichwort – “Wo die Beute ist, ist auch der Hecht!”. Die Beutefische sind wiederum aufgrund der sinkenden Wassertemperaturen vor allem in Ufernähe (oder ähnlich flachen Bereichen) zu finden.

Damit sind wir am Ende unseres Artikels über das Hechtangeln im Fluss angelangt. Wenn Du Fragen, Ergänzungen oder Anmerkungen hast, lass es uns bitte wissen – wir freuen uns auf Dein Feedback – und stöbere doch gerne auch noch in unserem großen Fischfinder-Test (inklusive der neuesten Modelle aller wichtigen Echolot-Hersteller wie Garmin, Lowrance, Humminbird oder Raymarine). Viel Spaß bei Deinem nächsten Angelausflug und “Petri Heil”! – Martin und Jens.

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