Erfolgreicher angeln mit Navionics Gewässerkarten – klappt das wirklich?

1050

Im Bereich elektronische Navigation und Hotspotsuche auf dem Wasser ist der italienische Hersteller Navionics der bekannteste, da er die Hardware (Kartenplotter) unterschiedlicher Anbieter sowie Handy und Tablet User bedienen kann und deshalb zu Recht als Marktführer in diesem Segment gilt.

Nach der Umstrukturierung im Zuge der Fusion mit Garmin 2017 hat Navionics seine Vormachtstellung beim Angebot und der Vermarktung von elektronischen Seekarten weiter ausbauen können.

Mit dem ersten integrierten Navionics-Garmin Datenprodukt 2019 bedient der Hersteller praktisch den gesamten Kartenplotter Markt, auch wenn die Garmin Bluechart G3 Karten nicht mit den Navionics Produkten für die anderen Hersteller kompatibel sind. Hinzu kommt der riesige Anwender Pool mit Smartphone und Tablet (Android und Apple IOS), die ebenfalls Navionics Produkte auf dem Wasser einsetzen können.

Bleibt die Frage, was wir als Angler und Bootsfahrer davon haben und ob wir überhaupt und wofür Seekarten bei unserem Hobby brauchen? Das wollen wir in unserem Beitrag klären und dabei häufig gestellte Fragen nicht unbeantwortet lassen. 

Welche Seekarten Produkte werden von Navionics angeboten?

CHARTS für GPS Kartenplotter

Navionics verfolgt zwei Produktlinien an Charts, die sich in einigen Ausstattungsdetails unterscheiden. 

  • Navionics +
  • Navionics Platinum +

Navionics+, die Standardlösung, liefert vollständige Seekarteninformation von Küstennähe bis zum offenen Meer sowie Navigationsdaten zu Flüssen und rund 40 000 Binnengewässern auf der ganzen Welt.

Neben umfassendem Kartenmaterial (Navigationskarten), beinhaltet Navionics+ auch Bathymetrie Karten (Angelkarten) mit hochauflösenden Tiefenlinien sowie eine Vielzahl von lokalen Informationen (Community Edits) aus Anwenderquellen.

Erweiterte Funktionen wie Autorouting (Steg zu Steg Navigationsvorschlag), Sonar Charts Live (Erstellen von eigenen Karten) und Optionen persönlicher Einstellungen sind ebenfalls integriert. 

Abb1: Navionics+ Charts Angelkarte auf einem Lowrance HDS Carbon. Der Ausschnitt zeigt eine Fjordpassage südlich von Tromsö (Norwegen) mit bereits gesetzten Wegpunkten (Nr. 5 – 11), wo Hotspots vermutet werden.

Mit Platinum+ erhält man eine Kartenreihe, die zusätzlich zu allen Navionics+ Funktionen Panorama Fotos (z.B. Hafenanlagen), Satelliten Overlay und 3D Ansichten integriert hat.

Mit 3D erhalten sowohl die Navigations- als auch die Angelkarten reliefähnliche Ansichten, die von vielen Petrijüngern zur Beurteilung der Gewässerstrukturen geschätzt werden.

Abb.2: Navionics Platinum+ Angelkarten auf einem Lowrance Elite Ti2. Der Gewässerausschnitt wird in 3-D dargestellt und ermöglicht eine sehr detaillierte Analyse des Unterwasserberges.
Abb.3: Bildbeispiel für Navionics Platinum+ Navigationskarte in der 3-D Modulation.

Welche Kartenformate und Updatemöglichkeiten für Plotter Charts sind vorgesehen?

Im Kartenerwerb ist ein Jahresabonnement für tägliche Updates enthalten. Nach Ablauf des Jahres kann das Abo (halber Kartenpreis!) erneuert werden. Die alten Karten sind auch ohne Abo weiter funktionsfähig, allerdings werden einige Funktionen deaktiviert (z.B. erweiterte Funktionen).

Bei den Gebietsabdeckungen kann man wählen zwischen einer „small“ (z.B. West Norwegen) oder „large“(Norwegen komplett) Version. Geliefert werden die Seekarten auf einer SD oder Compact Flash Karte, ein Direktdownload von zu Hause ist ebenfalls möglich.

Abb. 4. Nach Ablauf der ABO Frist kann die bezahlte Karte weiter verwendet werden, allerdings stehen nicht mehr alle Feature, wie z.B. die Einstellung der Tiefenliniendichte bei den Angelkarten, zur Verfügung.

Welche Kosten entstehen hier beim Kartenkauf?

Die „small“ Karten kosten 158€, die „large“ Versionen 243€ für die Navionic+ Charts, Navionics Platinum + ist nochmals 100€ teurer. Die Updates sind dann im preiswertesten Fall (Navionics+, small) für 79€ pro Jahr, im teuersten für rund 180€ erhältlich.

Abb. 5: Drei Beispiele für die Gebietsabdeckung bei Navionics+, die unseren heimischen Bereich Deutschland mit einschließen. Die beiden ersten Karten sind „large“, die dritte „small“. Von links nach rechts: Europa Mitte und West, Baltic, Deutschland Binnengewässer. Bei Navionics Platinum+ sind die Gebietseinteilungen etwas anders, allgemein sind die Abdeckungen dort kleiner als bei den Platinum+ Charts.

Welche Kartenplotter sind kompatibel?

Navionics Seekarten laufen praktisch auf allen Plottern der gängigen Hersteller wie Lowrance, Simrad, Humminbird und Raymarine. Ein Gerätewechsel zwischen diesen Anbietern ist jederzeit problemlos möglich, wenn der gleiche Datenträger Typ verwendet wird. Eine spezielle Geräteanpassung ist nicht erforderlich.

Alle Garmin Geräte benötigen Garmin Bluechart G3 Karten, sind also nicht Navionics kompatibel. Die Navigation mit dem Plotter arbeitet stets offline, ein Online Zugang ist jeweils nur für ein Kartenupdate notwendig.

Brauche ich überhaupt Seekarten für meinen Plotter zum Angeln?

Wer ein Echolot Kombigerät oder nur einen Kartenplotter sein eigen nennt, wird mit einem Boot unterwegs sein und sicher nicht ausschließlich den heimischen Karpfenteich befischen. Dann sind gute Seekarten dringlich zu empfehlen.

Nur so kann der Plotter seine Möglichkeiten ausschöpfen und dem Angler die notwendigen Informationen liefern. Das fängt an beim sicheren Befahren des Angelreviers, dem schnellen und gezielten Erreichen von Hotspots, der Kurs-Orientierung bei schlechter Sicht und dem problemlosen Auffinden von Hotspots über die Angelkarten.

Letztlich heißt das immer: „Mehr Fisch“. Wie das geht, werden wir noch vorstellen. Wir haben die Vorteile von Plotter und Seekarten ausführlich in unserem Beitrag „Kartenplotter im Test – Wie sie funktionieren und ein Vergleich“ mit vielen Bildbeispielen dargelegt. Einfach einmal reinschauen.

Navionics Seekarten für Smartphone und Tablet  (Boating App)

Eine Boating App für Smartphone und Tablet hat Navionics erstmalig in 2008 angeboten. Die App hat seit dem einige Programmversionen und Namensänderungen mit unterschiedlichen Zielsetzungen durchlaufen und wurde in 2018 neu konzipiert.

Navionics bietet aktuell nur noch eine sogenannte Mantel App unter „Navionics Meer und See HD“ an, die kostenlos im Google Play Store für Android oder im Apple Store für Apple IOS herunter geladen werden kann.

Diese Mantel App ist praktisch das Programmgerüst des Smartphone/Tablet „Plotters“, dem jetzt noch die Seekarten fehlen. Diese lassen sich über das App Menü kostenpflichtig herunterladen.

Abb.6: Mit der Boating App „Meer und See HD“ bedient Navionics nur noch eine einzige Mantel App, die für Tablets und Smartphones kompatible ist. Hier sehr schön zu sehen, wie wertvoll eine großer Bildschirm für die Detailwiedergabe der Angelkarten ist.
Abb.7: Die Abbildung aus der Boating App “Meer und See HD“ mit geladenen Europa Karten zeigt Friedrichshafen am Bodensee in der Bathymetrie Einstellung (Angelkarten) mit dem Overlay „Gebiet“. Da auch hier Navionics+ Karten verwendet werden, könnte das prinzipiell auch eine Darstellungsoption auf einem Plotter sein.

Welche Karten werden verwendet und was kosten sie?

Für die App „Meer und See HD“ verwendet Navionics die Navionics+ Karten, wie wir sie für den Plotter beschrieben haben. D.h. für Smartphone und Tablet stehen die gleichen hochauflösenden Seekarten des Herstellers wie auf den gängigen Plottern mit den gleichen Funktionen zur Verfügung.

Die Gebietsabdeckung ist „large“ oder „very large“ und die Kosten sind vergleichsweise gering. So kostet das Jahres Abo für die größtmögliche Abdeckung Europa komplett ca. 42€ incl. laufender Updates, kleinere Gebiete liegen um 30€. Bei Abo Erneuerung wird jeweils der gleiche Betrag fällig.

Abb.8: Abdeckungsbeispiel zeigt die App Karten „Europa“ (42,50€), die im Vergleich zu den Plotter Karten ein riesiges Gebiet von Norwegen bis Nord Afrika mitbringen.

Gibt es Unterschiede zu den Kartenplotter Versionen?

Nein, die Karten sind identisch zu Navionics +, die üblichen Funktionen einschl. Autorouting und Community Edits sind integriert, so dass im Anwendungsprofil die Vergleichbarkeit zum Kartenplotter gegeben ist. Die Platinum+ Versionen sind allerdings den Kartenplottern vorbehalten, eine 3-D Option steht also auf dem Mobilgerät nicht zur Verfügung.

Warum dann noch auf einen Kartenplotter setzen?

Nun, der Knackpunkt mit Smartphone und Tablet ist die Hardware. Sie ist weder wasserdicht noch sonnenlichttauglich und in der Energieversorgung nicht auf lange Angeltage eingestellt. Natürlich kann man Hardwareseits da etwas tun, wenn z.B. das Tablet aufs Wasser soll. Wie das geht, werden wir demnächst in einem anderen Beitrag vorstellen.

Sind die Karten komplett auf dem Smartphone/Tablet abgelegt?

Nein, nehmen wir einmal unser Beispiel Navionics Europa. Das Kartenwerk würde den Speicher des Mobilgerätes überfordern und die Anwendung insgesamt sehr verlangsamen. Deshalb lädt man sich nur den Kartenbereich herunter, der aktuell verwendet werden soll. Innerhalb des bezahlten Gebietes ist das natürlich kostenfrei.

Wird ein neues Revier benötigt, lädt man es einfach nach und kann das alte löschen, wenn es nicht mehr gebraucht wird. Das ist effektiv und speicherplatzschonend zugleich. Natürlich arbeitet die App offline im Betrieb, dazu muss allerdings das verwendete Revier vorhanden sein.

Navionics Web App (Kartographie für den PC)

Vorrangig für den heimischen PC ist dieses kostenlose webbasierende Programm gedacht. Die Navionics Web App ist eine Online Anwendung, die Betriebssystem unabhängig über den Webbrowser läuft. Es wird also nichts auf dem Rechner selbst als Anwenderprogramm installiert.

Die Datenverarbeitung findet auf einem entfernten Web Server statt, der die Ergebnisse auf deinen PC übertragt. D.h., die Navionics Web App braucht einen online Zugang (z.B. Wlan) und wird einfach mit dem Browser über https://webapp.navionics.com aufgerufen.

9: Kostenlos sind die Seekarten weltweit in der Web App von Navionics abruf- und einsehbar. Dazu ist ein permanenter Online Zugang notwendig. Einige Grundfunktionen der Boating App sind integriert. Sehr schon zur vorab Information sowie zur Hotspot Suche für eine Angel Tour geeignet.

Die App ist zunächst eine Informationspool zu allen Navionics Produkten einschl. aller Garmin Bluechart G3 Kartenoptionen. Über die Menüpunkte Produkte, Funktionen und Support kann man sich eingehend schlau machen.

Daneben bekommen wir mit dem Chart Viewer (Kartenanzeige) alle Navionics+ Gewässerkarten angezeigt und verfügen über einige wichtige Funktionen, wie sie in der Boating App vorhanden sind.

So kann man sich ein genaues Bild über Funktionsweise und Umfang der App machen und persönliche oder beabsichtigte Reviere in ihren Möglichkeiten studieren. Zudem sind die Grundfunktionen zum Anlegen von Waypoints und Routen incl. Speichermöglichkeiten vorhanden.

Optisch ist das Erscheinungsbild, z.B. die Menüfenster, praktisch mit der App identisch. Hier  bietet Navionics eine kostenlose Option, die Vorteile der Seekartenprodukte live zu erleben und sie auch zur Vorbereitung der eigenen Angeltouren zu nutzen. Ein umfangreiches Tutorial im Supportbereich hilft auf Wunsch dabei.

Anwendungsbeispiele für Navionics  Charts (GPS Plotter und Boating App)

Wie kann ich über die Navionics Charts Fische finden (GPS Plotter)?

Seekarten können nicht wie Echolote unter Wasser schauen, auch sind auf ihnen keine Fangstellen markiert. Fische sind immer in Bewegung und auf Streifzug um ergiebige Futterquellen zu finden.

Es macht also Sinn, genau diese Stellen zu finden, an denen unter bestimmten Bedingungen Futterströme zu erwarten sind. Fischpopulationen stellen sich dort zu diesen Zeiten turnusmäßig ganz automatisch sein.

Aus Erfahrung weiß man, dass mit auflaufendem Wasser Übergänge von tief nach flach in allen möglichen Konstellationen (aufsteigende Rinne, Kanten, Brüche, Plateaus, Unterwasserberge usw.) Fische magisch anziehen. Zunächst die Kleinfischschwärme und an deren Rändern die Räuber.

Um solche Stellen zu finden, braucht man nur das Zielgebiet auf der Navionics Angelkarte mit seinen Tiefenlinien zu studieren. Da fällt es leicht, schon vor dem Angeltörn vielversprechende Angelstellen zu finden, getreu der alten Binsenweisheit „ Nur wer weiß, wo die Fische stehen, kann Sie auch fangen“.

Die mutmaßlich fängigen Spots wird man dann auf der Karte markieren (Wegpunkt eintragen) und kann sie über eine „navigiere zu“ zielgenau anlaufen.

Abb.10: Ein Kartenausschnitt aus Nordnorwegen, wo mit der Angelkarte sehr schnell bereits im Überblick mögliche Hotspots gefunden werden. In der Detailansicht (Bild Mitte und rechts) kann man die Stellen genauer beurteilen. Das eine ist ein Plateau bei 36m Tiefe mit allseits abfallenden Rändern bis rund 50 m. Das andere ist eine Untiefe bei rund 5m, die zur Gewässermitte (nach links) steil abfällt.

In großen Süßwasser Revieren (Seen, Flüssen) geht man ganz ähnlich vor. Je nach Jahreszeit findet man die Räuber an eben diesen Stellen auch im Flachwasserbereich und kann sie dann gezielt angehen.

Ohne die Strukturinformationen der Angelkarten ist das Fische Finden eher ein Zufallsprodukt oder gründet sich auf einem reichen Erfahrungsschatz, den man für ein bestimmtes Gewässer mitbringt.

Abb.11:  Ein Kartenausschnitt vom Plauer See in MeckPomm. Hechtangeln ist angesagt. Mit der Angelkarte finden sich auf Anhieb zwei hervorragende Schleppstrecken. Die eine(rot) führt entlang des Sportboothafens an der 7m Kante. Im Flachwasserbereich ist jede Menge Kleinfisch zu erwarten, die Räuber patrouillieren die Kante entlang oder haben dort Standplätze. Im Frühjahr und Herbst sollte man hier fangen können.

Als zweites (blau) bietet sich ein Freiwasser Schlepptörn an, der je nach Jahreszeit in der Schlepptiefe variiert. Große Hechte sind das Jahr über außerhalb der Laichzeitränder häufig über tieferem Wasser zu finden, wo sie durchaus auch größere Strecken zurücklegen und den Futterfisch suchen.

 Wie funktionieren Navigation und Hotspotsuche (Boating App)?

 Die Hotspotsuche mit den Angelkarten haben wir schon kurz beschrieben, ausführlicher ist es in unserem separaten Plotter Beitrag nachzulesen.

Um nun mit Navionics einen bestimmten Hotspot gezielt anfahren zu können, sind nur wenige Schritte erforderlich. Zunächst legt man zu den Hotspots Wegpunkte an und speichert sie ab.

Der Plotter nummeriert die Trackpoints in der Reihenfolge der Eingabe, die über Koordinaten erfolgen kann oder ganz einfach durch Markieren auf dem Bildschirm (Touch oder Cursor bei Tastaturbedienung).

Man kann jetzt, muss aber nicht, mit den Wegpunkten eine Tour festlegen. Um zu einem Wegepunkt oder auf einer Tour zu navigieren, ruft man im Menü den Navigationsbefehl auf. Der Plotter gibt dann die Start-Ziel Linie( direkter Kurs) vor und man kann losfahren.

Die Hilfslinie macht es leicht, „auf Kurs“ zu bleiben und den kürzest möglichen Weg zu verfolgen. Der beim Navigieren zurückgelegte Weg wird auf der Karte als „Track“ (Spur) aufgezeichnet, so dass ich jederzeit sehen kann, wo ich hergefahren bin.

Diese Tracks sind sehr hilfreich bei plötzlich eintretender Sichtbehinderung (Rauch, Nebel, Dunkelheit). Sie lassen sich nämlich zur Navigation umkehren( Menü), so dass ich den „Weg zurück“ auch bei eingeschränkter Sicht sicher finden kann.

Abb.12: Kartenausschnitt einer Route, die entlang der vermutlichen Hotspots geht. Die Wegpunkte legt man schnell und simple mit einem Touch an, wobei jeder Wegpunkt auch nachträglich verschiebbar ist. Die Route kann man automatisch einrichten lassen oder manuell anlegen. Das rote Dreieck warnt überall dort wo Flachwasserbereiche auf der Route vorhanden sind. Mit dem Klick auf den „Fahren“ Button geht’s dann los.

Tipps zum Kauf von Navionics Karten – Hilfe zur Entscheidungsfindung

Kartenplotter oder Smartphone/Tablet mit den Navionics Chart nutzen?

Zunächst ist das eine Kostenfrage. Sind Plotter und Tablet vorhanden, sind die Kartenpreise für den Plotter rund 6x so hoch wie bei der Mobil App. Entsprechend steht auch der Mehrpreis für die Update Lösungen. Dem geringeren Kartenpreis steht aber eine den Einsatzzwecken schlecht angepasste Hardware bei Smartphone und Tablet gegenüber. Beide Geräte sind i.d.R. nicht Outdoor tauglich. Nässeschutz und einen sonnenlichttauglicher Bildschirm haben nur die Kartenplotter. Auch ist es um die Energiereserve bei langen Angeltagen schlecht bestellt. Hinzu kommt ein unbequemes Handling, wenn ich zusätzlich ein Echolot einsetzen möchte. Das geht beim einem Plotter Kombigerät deutlich komfortabler.

Trotzdem ist eine Smartphone/Tablet Lösung unter bestimmten Voraussetzungen nicht nur als Backup für den Plotter Betrieb zu empfehlen. Dazu unser 

Tipp 1

Bevor man daran denken sollte, Seekarten zu kaufen, bietet Navionics die Möglichkeit, mit der Boating App Meer und See, die kostenlos ist, Navionics+ Seekarten mit dieser App für 15 Tage zum Nulltarif zu probieren. Was also liegt näher, als die Navigation und Hotspotsuche mit den Navionics Seekarten beim nächsten Angeltrip zwei Wochen lang zu testen.

Gebietsabdeckung „small“ oder „large bei den Navionics Chart kaufen?

Der Preisunterschied zwischen beiden Größen beträgt rund 100€. Für die Updates liegt der Mehrpreis bei 50€. Im Zweifel würden wir die kleinere Version bevorzugen, wenn die Gebietsabdeckung aktuell ausreichend ist und sich auch zukünftig wahrscheinlich nicht erweitern wird. 

Tipp 2

Wer seine Seekarten nur einmal im Jahr für einen Angel Trip nutzt, dem sollte die Boating App auf seinem min. 5´´ großen Smartphone (oder besser auf einem 10´´ Tablet) aus Kostengründen genügen. Das Handy hat man sowieso immer dabei und eine kleine Halterung mit Saugnapf aus dem PKW reicht für die Anbringung auf dem Boot normalerweise aus. 

Lohnt sich der Mehrpreis für die Navionics Platinum+ Kartenversion? 

Zunächst einmal sind die 3-D Karten ausschließlich für den Plotter Betrieb vorgesehen. Für die Boating App gibt es „nur“ die Navionics+ Karten. Bei einem Mehrpreis von 100€ zur Navionics+ Ausstattung ist entscheidend wie hoch der persönliche Mehr Wert eingeschätzt wird. Zur Beurteilung der Karteninformationen kann man auch ohne eine 3-D Darstellung auskommen auch wenn es dreidimensional deutlich aussagekräftiger ist. Angler werden zudem auf die Satelliten- und Panoramafotos verzichten können, die allerdings für größere Fahrzeuge beim Mooring umso wichtiger sind. 

Tipp 3

Die Boating App auf dem Smartphone sollte man auf jeden Fall, unabhängig von seiner Plotter Bestückung, mit den aktuell notwendigen Karten installiert haben. Als Backup zum Kartenplotter eigentlich ein Muss und wenn man gerade einmal mit fremden Booten unterwegs ist, bedeutet das ein Stück zusätzliche Sicherheit.

Bietet Navionics auch eine kostenfreie Lösung an?

Im Prinzip ja. Die Web App beinhaltet alle Navionics+ Karten und verfügt über einige eingeschränkte Funktionen. Man kann sie mit dem Tablet/Smartphone mit an Wasser nehmen, da sie nicht an ein Betriebssystem gebunden ist, und z.B. zur Hotspotsuche einsetzen. Einzige Voraussetzung : ein mobiler Online Zugang, der so lange offen sein muss, wie man mit der App arbeitet. Man kann eben nicht alles haben und irgendwo muss der Anbieter ja auch Geld verdienen.

Selbst Karten erstellen mit Sonar Chart Live in der Boating App. Geht das?

So erstaunlich das klingt, es geht. Natürlich hat ein Smartphone oder Tablet kein eingebautes Echolot, das Tiefenlinie bestimmen kann, aber es lässt sich ein externes Echolot, das aktuell in Betrieb ist, kabellos anbinden.

Leider läuft das nicht mit allen Echoloten. Kompatibel sind aber viele online fähigen Geräte von Lowrance, Simrad und Raymarine, so dass hier die Nutzung von Navionics SonarChart Live nichts im Wege steht. Die detaillierte Kompatibilitätsliste ist unter https://www.navionics.com/deu/support/compatibility-guides/sonarchart-live zu finden. 

Tablet als Plotter und/oder als großen Bildschirm einsetzen?

Wenn das Tablet oder Smartphone in Verbindung mit einem Echolot oder Kombigerät eingesetzt wird, das helmfähig ist, so kann man die Bilder des GPS Plotters/Echolots ganz einfach drahtlos (z.B. über Wlan) auf das Tablet übertragen und damit einen großen 10´´ Bildschirm nutzen, der anderweitig ordentlich Geld kosten würde. Letztlich heißt das, ein Tablet kann als stand alone Plotter mit Navionics+ Karten fungieren aber auch als Zweitbildschirm für ein Sonargerät. Das ist doch was, oder?

Hast du noch Zeit für eine kurze Bewertung?

Würde uns echt freuen. Nur so werden wir besser.

Durchschnittliche Wertung / 5. Anzahl Bewertungen: