Das hat leider nicht geklappt

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GEWÄSSERKARTEN RICHTIG NUTZEN

Navionics für Angler: Welche Karten und Apps brauchst Du heute?

Im Bereich elektronische Navigation und Hotspotsuche auf dem Wasser ist der italienische Hersteller Navionics der bekannteste, da er die Hardware (Kartenplotter) unterschiedlicher Anbieter genauso wie mobile Geräte (Handy und Tablet) bespielen kann. Er gilt deshalb zu Recht als Marktführer im Bereich digitaler Seekarten und Karten für das Angeln. Garmin hat Navionics im Jahr 2017 übernommen. Navionics wird heute als Garmin-Marke weitergeführt; Karten für Garmin-Plotter und Karten für kompatible Plotter anderer Hersteller werden dabei als unterschiedliche Produktfamilien angeboten. Das erste gemeinsame Garmin-Navionics-Datenprodukt erschien 2019. Heute musst Du klar unterscheiden: Garmin Navionics+ und Garmin Navionics Vision+ sind für kompatible Garmin-Kartenplotter gedacht; Navionics+ und Platinum+ bedienen zahlreiche kompatible Modelle anderer Echolot-Hersteller. Zusätzlich hinzu kommt noch der riesige Anwender-Pool der Navionics-App über Smartphone und Tablet (Android gleichermaßen wie Apple iOS). Bleibt die Frage, welche Vorteile wir als Angler und Bootsfahrer von den Navionics-Karten haben - und ob wir überhaupt Seekarten bei unserer Lieblingsbeschäftigung brauchen? Diese Frage wollen wir in weiterer Folge des Beitrags klären. Genauso wie wir weitere häufig gestellte Fragen zum Thema Navionics nicht unbeantwortet lassen wollen.

Inhaltsverzeichnis

Welche Karten werden von Navionics angeboten?

Navionics verfolgt zwei Produktlinien an Gewässer- und Seekarten, die sich in einigen Ausstattungsdetails unterscheiden.
  1. Navionics+
  2. Navionics Platinum+
Navionics+ (die Standardlösung): Liefert vollständige Seekarteninformationen von Küstennähe bis zum offenen Meer, sowie Navigationsdaten zu Flüssen und rund 40 000 Binnengewässern auf der ganzen Welt. Neben umfassendem Kartenmaterial (Navigationskarten), beinhaltet Navionics+ genauso Bathymetrie-Karten (Angelkarten) mit hochauflösenden Tiefenlinien (Tiefenkarten) sowie eine Vielzahl von lokalen Informationen (Community-Edits). Erweiterte Funktionen wie Autorouting (Steg-zu-Steg-Navigationsvorschlag), Sonar Charts Live (Erstellen von eigenen Karten) und eine Vielzahl von Optionen für personalisierte Einstellungen sind ebenfalls integriert.
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Navionics+ Charts Angelkarte auf einem Lowrance HDS Carbon. Der Ausschnitt zeigt eine Fjordpassage südlich von Tromsö (Norwegen) mit bereits gesetzten Wegpunkten (Nr. 5 – 11), wo Hotspots vermutet werden.
Navionics Platinum+: Hat zusätzlich zu allen Navionics+-Funktionen Panoramafotos und Luftaufnahmen (z.B. Hafenanlagen), Satelliten-Overlay, 3D-Ansichten sowie Relief Shading integriert. Mit 3D erhalten sowohl die Navigations- als auch die Angelkarten reliefähnliche Ansichten, die von vielen Petrijüngern zur besseren Beurteilung der Gewässerstrukturen sehr geschätzt werden.
Navionics Platinum+ Angelkarten auf einem Lowrance Elite Ti2. Der Gewässerausschnitt wird in 3-D dargestellt und ermöglicht eine sehr detaillierte Analyse der Verhältnisse unter Wasser.
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Beispiel für eine Navionics Platinum+ Seekarte in der 3D-Ansicht.

Was kostet Navionics?

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Der Preis um die Navionics-Karten zu kaufen hängt erstens von der Version (Navionics+ oder Platinum+), zweitens vom abgedeckten Gebiet (die Gewässer der Welt sind in verschiedene Regionen eingeteilt) und drittens vom Zugang (SD-Karten für Kartenplotter oder Boating-App für Mobilgeräte) ab. Die folgenden Zahlen und Screenshots zeigen unseren damaligen Preisstand vom April 2022. Sie bleiben als Vergleich erhalten, sind aber keine aktuelle Preisliste. Prüfe den heutigen Preis immer für Deine Region und Dein Gerät direkt bei Garmin beziehungsweise im App Store.

Historische Preisbeispiele für SD-Karten (April 2022):

  1. Navionics+ und Garmin Navionics+: Normale Größe (160 €) und Übergröße (200 €).
  2. Platinum+ und Garmin Navionics Vision+: Normale Größe (250 €) und Übergröße (350 €).
Die aktuell verfügbaren Navionics-Karten und Abdeckungsgebiete findest Du direkt bei Garmin.
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Drei Beispiele für die Gebietsabdeckung bei Navionics+, die unseren heimischen Bereich Deutschland mit einschließen. Die beiden ersten Karten sind „large“, die dritte „small“. Von links nach rechts: Europa Mitte und West, Baltic, Deutschland Binnengewässer. Bei Navionics Platinum+ sind die Gebietseinteilungen etwas anders.

Boating-App: Preis abhängig von Region und Plattform

Der Preis hängt im Wesentlichen vom ausgewählten Gebiet und vom Bezugsweg ab. Prüfe ihn direkt im Google Play Store, im Apple App Store oder bei Garmin, statt von einem alten Plattformpreis auszugehen. Wir nutzten beispielsweise die Karte Central & Westeuropa auf unseren iPhones. Im Jahr 2022 zahlten wir dafür jährlich 34,99 €; die Karte Skagerrak & Kattegat kostete damals 89,99 € im Jahr. Diese Beträge sind historische Praxiserfahrung, keine Preise für 2026. Wenn man vergleicht, was die Preise für Navionics+-Karten für die Echolote selbst kosten, ist der Preis ein Witz. Für unser Raymarine Dragonfly Pro 5 haben wir für die selbe Karte stolze 199 € auf den Tisch legen müssen. Die App selbst wird über Apple App Store oder Google Play installiert. Karten und erweiterte Funktionen werden nach einer begrenzten Testphase über ein regionales Abonnement freigeschaltet; den aktuellen Stand zeigt Garmin in der Produktübersicht zur Navionics Boating App.

Ist Navionics kostenlos?

Nur eingeschränkt. Die Navionics Boating App lässt sich kostenlos installieren und bietet eine begrenzte Testphase. Für Kartendownloads und die dauerhafte Nutzung detaillierter Karten ist ein aktives Abonnement erforderlich. Der frühere kostenlose Navionics Chart Viewer wurde eingestellt; seine Adresse leitet auf den Garmin Marine Chart Viewer weiter.

Wichtig: Seit Version 20.0 gelten für neu geladene Karten andere Zugriffsregeln als im alten Beitrag beschrieben. Verlasse Dich deshalb vor einem Kauf oder vor einer Reise nicht auf frühere Abo-Bedingungen, sondern prüfe den aktuellen Status in Deinem Garmin-/Navionics-Konto.

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Historische Preisansicht der Navionics Boating App vom April 2022. Die Beträge und Gebietsabdeckungen sind nicht mehr als aktuelle Preisliste zu verstehen.

Wie aktualisiere ich Navionics?

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Die Aktualisierung der GPS-Karten für Kartenplotter erfolgt über die Software "Chart Installer" in 3 einfachen Schritten:
  1. Lade "Chart Installer" auf Deinen Computer herunter und installiere das Programm.
  2. Stecke die Navionics-SD-Karte an den Computer an und öffne den "Chart Installer". Stelle bei leeren Speicherkarten sicher, dass der Aktualisierungsmodus aktiviert ist.
  3. Wähle die Ebenen aus, die du aktualisieren möchtest. Das System zeigt die geschätzte Downloadzeit und die voraussichtliche Speicherbelegung an. Klicke auf "Starten".
Hier findest Du weitere Informationen zu dem Programm und der Vorgehensweise bei der Navionics-Aktualisierung. Und in dem folgenden Video alles Wissenswerte darüber, wie Du mit der Navionics Boating App Karten herunterlädst, aktualisierst oder auch löscht.

Kann man Navionics auf mehreren Geräten nutzen?

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Mit den GPS-Karten ist das ganz einfach möglich, indem diese von einem Echolot-Fischfinder in einen anderen umgesteckt werden. Die Boating App lässt sich auf kompatiblen Apple- und Android-Geräten installieren. Wie viele Geräte gleichzeitig über denselben Store- und Garmin-/Navionics-Account genutzt werden können, hängt von den aktuellen Plattform- und Kontoregeln ab; die früher genannten festen Zahlen übernehmen wir deshalb nicht als aktuelle Zusage. Jede gekaufte Region ist in Deinem Navionics-Konto gespeichert und kann deshalb auf jedem anderen Mobilgerät innerhalb der App  wiederhergestellt werden. Lade dafür einfach die Boating App herunter und logge Dich mit Deinen Nutzerdaten (E-Mail und Passwort) in diese ein. Sobald Du eingeloggt bist, werden Deine Abdeckungen/Abonnements und Favoriten (Markierungen, Routen, Tracks) wiederhergestellt. Du kannst Deine Einkäufe und Abonnements überprüfen, indem Du zu Menü > Profil (Dein Name) > Abonnement gehst. Falls diese dort nicht verfügbar sind, wähle einfach die Schaltfläche "Einkäufe wiederherstellen" weiter unten auf dem Bildschirm.

Tipps zum Kauf von Navionics-Karten (Entscheidungshilfe)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis a) Kartenplotter oder Boating App am Mobilgerät? Zunächst ist das einmal eine Kostenfrage. Sind Plotter und Tablet vorhanden, sind die Kartenpreise für Ersteren um einiges höher. Entsprechend auch der Mehrpreis für die Updates. Dem geringeren Kartenpreis steht aber eine den Einsatzzwecken schlecht angepasste Hardware bei Smartphone und Tablet gegenüber. Beide Geräte sind in der Regel nicht outdoortauglich. Nässeschutz und einen sonnenlichttauglichen Bildschirm besitzen nur Kartenplotter. Auch ist es bei Mobilgeräten um die Energiereserve bei langen Angeltagen schlecht bestellt. Hinzu kommt ein unbequemes Handling, wenn ich zusätzlich zu diesem ein Echolot einsetzen möchte. Das geht beim einem Plotter-Kombigerät deutlich komfortabler. Trotzdem ist eine Smartphone/Tablet-Lösung unter bestimmten Voraussetzungen nicht nur als Backup für den Plotterbetrieb zu empfehlen. Dazu unser

Tipp 1: Nutze vor dem Kauf die aktuell angebotene begrenzte Testphase der Navionics Boating App. Prüfe dabei nicht nur, ob Dein Gewässer enthalten ist, sondern auch, wie detailliert die Tiefenlinien in genau dem Bereich sind, den Du befischen möchtest.

b) Gebietsabdeckung „small“ oder „large“ bei den Navionics Charts kaufen? In unserem Preisvergleich von 2022 betrug der Unterschied zwischen beiden Größen rund 100 €, bei Updates rund 50 €. Im Zweifel würden wir weiterhin die kleinere Version empfehlen, wenn ihre Gebietsabdeckung für Deine Reviere ausreicht. Den heutigen Mehrpreis musst Du allerdings neu prüfen.

Tipp 2: Wer seine Seekarten nur einmal im Jahr für einen kurzen Angeltrip nutzt, dem sollte die Boating App auf seinem mindestens 5 Zoll großen Smartphone (oder besser auf einem 10-Zoll-Tablet) aus Kostengründen genügen. Das Handy hat man sowieso immer dabei und eine kleine Halterung mit Saugnapf aus dem PKW reicht für die Anbringung auf dem Boot normalerweise aus.

c) Lohnt sich der Mehrpreis für die Navionics-Platinum-Plus-Kartenversion? In unserem damaligen Vergleich waren die 3D-Karten dem Plotterbetrieb vorbehalten. Der Mehrpreis lag 2022 bei rund 100 €. Entscheidend bleibt, ob Dir Relief Shading, Luftbilder und zusätzliche Ansichten bei der konkreten Gewässeranalyse wirklich helfen; Funktionsumfang und Preis prüfst Du heute für Dein Kartenprodukt neu. Zur Beurteilung der Karteninformationen kann man auch ohne eine 3D-Darstellung auskommen, auch wenn es dreidimensional deutlich aussagekräftiger ist. Angler werden zudem auf die Satelliten- und Panoramafotos verzichten können, die allerdings für größere Fahrzeuge beim Mooring umso wichtiger sind.

Tipp 3: Die Boating App auf dem Smartphone sollte man auf jeden Fall, unabhängig von seiner Plotterbestückung, mit allen aktuell befischten Gebieten installiert haben. Als Backup zum Kartenplotter eigentlich ein Muss und wenn man gerade einmal mit fremden Booten unterwegs ist, bedeutet das ein Stück zusätzliche Sicherheit.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Navionics+ und Platinum+ sind für zahlreiche kompatible Kartenplotter gängiger Hersteller erhältlich, darunter je nach Modell Lowrance, Simrad, Humminbird und Raymarine. Prüfe vor dem Kauf immer die konkrete Modell- und Kartenkompatibilität. Ein Wechsel der Speicherkarte zwischen Geräten ist nur sinnvoll, wenn Kartenprodukt, Datenträger und das konkrete Plottermodell kompatibel sind. Gleicher Kartenslot bedeutet nicht automatisch gleiche Kartenunterstützung. Für aktuelle kompatible Garmin-Kartenplotter sind Garmin Navionics+ und Garmin Navionics Vision+ vorgesehen. Navionics+ beziehungsweise Platinum+ für andere Marken sind laut Garmin nicht für Garmin-Kartenplotter gedacht. Die Navigation mit dem Plotter arbeitet offline. Ein Online-Zugang ist jeweils nur für ein Kartenupdate notwendig.

Brauche ich überhaupt Seekarten zum Angeln?

Wer ein Echolot-Kombigerät oder einen separaten Kartenplotter sein Eigen nennt, wird
  1. regelmäßig mit einem Boot unterwegs sein. Sowie
  2. sicherlich nicht nur den heimischen Karpfenteich befischen.
Für den Fall, dass diese beiden Voraussetzungen gegeben sind, sind qualitativ hochwertige Seekarten dringend zu empfehlen. Nur so kann der Plotter seine Möglichkeiten voll ausschöpfen und dem Angler die notwendigen Informationen liefern. Letztlich ist das Resultat immer dasselbe : „Mehr Fisch am Haken“.  Wie das genau geht, werden wir Dir im weiteren Verlauf des Beitrags noch genauer vorstellen. In der Zwischenzeit kannst Du aber schon einmal das Navionics-Webinar "Einblick in die Plotterkarten" anschauen.

Wie Du mit den Navionics Charts Fische findest

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Seekarten können im Gegensatz zu Fischfindern nicht unter Wasser schauen, auch sind auf ihnen keine Fangstellen markiert. Fische sind immer in Bewegung, auf Streifzug, um ergiebige Futterquellen zu finden. Es macht also Sinn, genau diese Stellen zu finden, an denen unter bestimmten Bedingungen Futterströme zu erwarten sind. Fischpopulationen stellen sich dort zu gewissen Zeiten ganz automatisch sein. Aus Erfahrung wissen wir, dass mit auflaufendem Wasser Übergänge von tief nach flach in allen möglichen Konstellationen (aufsteigende Rinne, Kanten, Brüche, Plateaus, Unterwasserberge usw.) Fische magisch anziehen. Zunächst die Kleinfischschwärme und in deren Gefolge die Räuber, wie beispielsweise den Hecht. Um solche Stellen zu finden, brauchst Du auf der Angelkarte lediglich die Tiefenlinien Deines Zielgebietes zu studieren. Da fällt es leicht, schon vor dem Angeltörn vielversprechende Angelstellen zu finden. Immer Getreu der alten Binsenweisheit „Nur wer weiß, wo die Fische stehen, wird sie auch fangen“. Die mutmaßlich fängigen Spots kannst Du in weiterer Folge auf der Karte markieren (Wegpunkt eintragen) und über den Befehl „Navigiere zu“ zielgenau anlaufen.
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Ein Kartenausschnitt aus Nordnorwegen, wo mit der Angelkarte bereits im Überblick sehr schnell mögliche Hotspots gefunden werden können. In der Detailansicht (Bild Mitte und rechts) kann man die Stellen genauer beurteilen. Das eine ist ein Plateau bei 36 m Tiefe mit allseits abfallenden Rändern bis rund 50 m. Das andere ist eine Untiefe bei rund 5m, die zur Gewässermitte hin (nach links) steil abfällt.
In großen Süßwasser-Revieren (Seen, Flüssen) geht man ganz ähnlich vor. Je nach Jahreszeit findest Du die Räuber an genau diesen Stellen im Flachwasserbereich und kannst sie dann gezielt anfischen. Ohne die Strukturinformationen der Angelkarten ist das Fische Finden leider eher ein Zufallsprodukt. Oder gründet sich auf einen mehr oder weniger reichen Erfahrungsschatz, den jeder für ein bestimmtes Gewässer mitbringt.
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Ein Kartenausschnitt vom Plauer See in MeckPomm.
Hechtangeln ist angesagt. Mit der Angelkarte oben finden sich auf Anhieb zwei hervorragende Schleppstrecken. Die eine (Rot) führt entlang des Sportboothafens an der 7-m-Kante entlang. Im Flachwasserbereich ist jede Menge Kleinfisch zu erwarten, die Räuber patrouillieren demzufolge die Kante entlang oder haben dort Standplätze. Im Frühjahr und Herbst sollte man hier auf jeden Fall einen von diesen fangen können. Als zweites (Blau) bietet sich ein Freiwasser-Schlepptörn an, der je nach Jahreszeit in der Schlepptiefe variiert. Große Hechte sind außerhalb der Laichzeit das Jahr über häufig über tieferem Wasser zu finden, wo sie durchaus auch größere Strecken zurücklegen, um Futter zu suchen.

Was ist aus der Navionics-Webapp (Chart Viewer) geworden?

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Der frühere kostenlose Navionics Chart Viewer wurde eingestellt. Der alte Aufruf webapp.navionics.com leitet inzwischen zum Garmin Marine Chart Viewer weiter. Dort kannst Du Karten am Rechner ansehen und Regionen prüfen; Oberfläche und verfügbare Funktionen entsprechen aber nicht mehr der früheren Navionics-Webapp.

Historische Ansicht des früheren Navionics Chart Viewers
Historische Ansicht des früheren kostenlosen Navionics Chart Viewers. Diese Oberfläche ist nicht mehr aktuell.

Wie planst Du heute am PC oder auf dem Mobilgerät?

Für eine erste Prüfung am Rechner nutzt Du den Garmin Marine Chart Viewer. Für detaillierte HD-Bathymetrie, SonarChart-Karten, Wegpunkte, Routen und den Einsatz auf dem Wasser ist die Navionics Boating App auf iOS oder Android der aktuelle Weg.

Der Angelgedanke bleibt derselbe wie in unserem ursprünglichen Test: Du suchst schon vor dem Angeltag nach Kanten, Unterwasserbergen, Rinnen, Plateaus und Übergängen, markierst die wahrscheinlichsten Bereiche und kontrollierst sie später vor Ort mit Echolot und eigenen Beobachtungen.

Äußerst informative und hilfreiche Online-Seminare bietet Navionics zudem an. Hier zeigen die Echolotprofis, wie man richtig mit den Gewässerkarten umgeht. So findest Du garantiert die besten Angelplätze - egal, ob im Sommer oder Winter. Lowrance ist übrigens ein ständiger Partner der Navionics-Webinare. Da die Seminare in den Abendstunden der USA stattfinden, ist es hier bei uns schon meistens 1 Uhr morgens. Das ist hart, aber aus unserer Sicht gut investierte Zeit. Die Vorträge sind zwar auf Englisch, kommen aber immer mit einer Präsentation mit Folien. Du kannst Dir diese also bei Bedarf im Nachhinein mittels Screenshots übersetzen. Außerdem werden die meisten Webinare anschließend auf den Navionics-YouTube-Kanal hochgeladen. Teilweise sogar in Deutsch.

Boating App: Mobile Seekarten für Smartphone und Tablet

Die Boating App für Smartphone und Tablet bot Navionics erstmalig im Jahr 2008 an. Ab diesem Zeitpunkt durchlief sie verschiedene Programmanpassungen und Namensänderungen mit unterschiedlichen Zielsetzungen, um im Jahr 2018 schließlich komplett neu konzipiert zu werden. Heute heißt die Anwendung Navionics Boating. Du kannst sie im Google Play Store für Android oder im Apple App Store für iOS installieren und Dich mit einem Garmin-/Navionics-Konto anmelden. Die Installation allein schaltet noch nicht alle Karten dauerhaft frei. Nach einer begrenzten Testphase benötigst Du für detaillierte Kartendownloads und erweiterte Funktionen ein aktives Abonnement für das gewünschte Abdeckungsgebiet.
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Die Aufnahme zeigt eine ältere Version der heutigen Navionics Boating App. Unverändert gut zu erkennen: Ein größerer Tablet-Bildschirm hilft bei der Detailanalyse von Tiefenlinien und Strukturen.
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Die Abbildung aus der Boating App “Meer und Seen“ mit der geladenen Europa-Karte zeigt Friedrichshafen am Bodensee in der Bathymetrie-Einstellung (Angelkarten) mit dem Overlay „Gebiet“. Da in der App Navionics+-Karten verwendet werden, könnte dies prinzipiell auch eine Darstellungsoption auf einem Plotter sein.

Welche Karten verwendet die Boating-App?

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Es werden die Navionics+-Karten, wie auch für die GPS-Karten für Plotter verwendet. D.h. für Smartphone und Tablet stehen dieselben hochauflösenden Seekarten mit derselben Funktionalität zur Verfügung. Die üblichen Funktionen einschließlich Autorouting und Community Edits sind integriert, so dass im Anwendungsprofil die Vergleichbarkeit zum Kartenplotter gegeben ist. Die Platinum+-Versionen sind allerdings diesen vorbehalten, eine 3D-Option steht also auf Deinem Mobilgerät nicht zur Verfügung.

Warum dann noch auf einen Kartenplotter setzen?

Der Knackpunkt bei Smartphone und Tablet bleibt die Hardware: Nicht jedes Gerät lässt sich bei Sonne, Nässe, Hitze und mit nassen Fingern zuverlässig bedienen. Auch die Energieversorgung muss für einen langen Angeltag mitgedacht werden. Natürlich kann man hardwareseitig etwas tun, wenn z.B. das Tablet mit aufs Wasser soll. Die eleganteste - oder auch komfortabelste - Lösung ist das allerdings nicht.

Hier erfährst Du mehr zum Thema Echolot-Batterien und -Akkus.

Wird das heruntergeladene Kartenmaterial komplett auf dem Smartphone oder Tablet gespeichert?

Nein, denn das gesammelte Kartenwerk würde den Speicher des Mobilgerätes überfordern und die Anwendung insgesamt sehr verlangsamen. Deshalb lädt man sich nur den Kartenbereich herunter, der aktuell verwendet werden soll. Innerhalb des bezahlten Gebietes ist das natürlich kostenfrei. Wird ein neues Revier benötigt, lädt man es einfach nach und kann das alte löschen, wenn es nicht mehr gebraucht wird. Das ist effektiv und speicherplatzschonend zugleich. Natürlich arbeitet die App auch offline, dazu muss allerdings das aktuell befischte Gewässer im Speicher vorhanden sein.

Welche Navionics-Karte für Deutschland?

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Wähle die Karte mit Bedacht aus. Es gibt einerseits eine für Norddeutschland und Nordeuropa (inkl. Dänemark, Ostsee und Südnorwegen). Sie heißt "Skagerrak & Kattegat". Bist Du jedoch eher im Süden Deutschlands unterwegs, dann solltest Du die Karte "Central & Westeuropa" wählen. Diese reicht über Frankreich, Österreich, Schweiz und Norditalien, runter bis nach Spanien.

Selbst Karten erstellen mit Sonar Chart Live in der Boating App. Geht das?

So erstaunlich das klingt - ja, das geht. Natürlich hat ein Smartphone oder Tablet kein eingebautes Echolot, das Tiefenlinie bestimmen kann. Es lässt sich jedoch ein externes Gerät kabellos anbinden. Leider läuft das nicht mit allen Modellen. Kompatibel sind aber viele onlinefähige Geräte von Lowrance, Simrad und Raymarine, so dass hier de Nutzung von Navionics SonarChart Live nichts im Wege steht.
Welche Smartphones und Tablets sind für die Navionics-App geeignet?
Noch tiefere Einblicke in die BoatingApp erhältst Du mit dem folgenden Webinar:

Welche Vorteile bietet die Boating App?

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Du hast Dein Smartphone beim Angeln wahrscheinlich sowieso immer mit bei. Wir haben das für uns so gelöst, dass wir auf dem Wasser ein wasserdichtes Case für die iPhones haben. Hier lassen wir uns die aktuelle Position auf der eingestellten Route anzeigen. Das Echolot nutzen wir für die Sonar- und die DownVision-Anzeige. Da wir nicht 1.500 EURO für ein Riesendisplay ausgeben wollen, haben wir so die volle Flexibilität der drei verschiedenen Anzeigen. Weitere Vorteile der Meer-und-Seen-App:
  1. Du kannst, egal ob Du mit dem Boot unterwegs bist oder nicht, Deinen Angeltrip genau planen.
  2. Du hast in jedem Urlaub eine lokale und aktuelle Angelkarte immer mit dabei!
  3. Nutzt Du ein Lowrance-, Raymarine- oder Garmin-Echolot, kannst Du die Sonarcharts mit Deinem Smartphone synchronisieren, da deren Anzeige unterstützt wird.
Die Anzeige auf einem Tablet ist natürlich viel komfortabler als auf einem Smartphone. Du kannst größer hineinzoomen und Dir mehr Details darstellen lassen. Bei der Verwendung eines Tablets lohnt sich natürlich ein wasserdichtes Case und ein Karten-Slot, damit Dir jederzeit die aktuelle GPS-Position angezeigt wird. Wenn das Tablet in Verbindung mit einem Echolot oder Kombigerät eingesetzt wird, so kann man dessen GPS-Bilder  ganz einfach drahtlos übertragen und damit einen großen 10-Zoll-Bildschirm nutzen, der ansonsten ordentlich Geld kosten würde.

Letztlich heißt das, ein Tablet könnte sogar als Stand-Alone-Plotter mit Navionics+-Karten fungieren. Genauso wie als Zweitbildschirm für ein Sonargerät. Das ist doch was, oder?

Wie funktionieren Navigation und Hotspotsuche in der Boating App?

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Um einen bestimmten Hotspot gezielt anfahren zu können, sind nur wenige Schritte erforderlich.
  1. Zunächst legst Du zu den Hotspots Wegpunkte an und speicherst sie ab.
  2. Der Plotter nummeriert die Trackpoints in der Reihenfolge der Eingabe. Diese erfolgt entweder über Koordinaten oder ganz einfach durch Markieren auf dem Bildschirm.
  3. Du kannst jetzt - musst aber natürlich nicht - mit den Wegpunkten eine Tour festlegen.
  4. Um zu einem Wegepunkt oder auf einer Tour zu navigieren, rufst Du danach im Menü den Navigationsbefehl auf.
  5. Der Plotter gibt anschließend die Start-Ziel-Linie (direkter Kurs) vor und Du kannst direkt losfahren.
Die Hilfslinie macht es Dir leicht, „auf Kurs“ zu bleiben und den kürzest möglichen Weg zu verfolgen. Der beim Navigieren zurückgelegte Weg wird auf der Karte als „Track“ (Spur) aufgezeichnet, so dass Du diesen jederzeit nachverfolgen kannst. Diese Tracks sind sehr hilfreich bei plötzlich eintretender Sichtbehinderung (Rauch, Nebel, Dunkelheit). Sie lassen sich nämlich über das Menü zur Navigation umkehren, so dass Du den „Weg zurück“ auch bei eingeschränkter Sicht sicher finden kannst.
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Kartenausschnitt einer Route, die entlang von vermeintlichen Hotspots führt. Die Wegpunkte legt man schnell und einfach mit einem Fingertippen an, wobei jeder Wegpunkt nachträglich verschiebbar ist. Die Route kann man automatisch einrichten lassen oder manuell anlegen. Das rote Dreieck warnt überall dort wo Flachwasserbereiche auf der Route vorhanden sind. Mit dem Klick auf den Button „Fahren“ geht’s dann auch schon los.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis Im Test hatten wir die Navionics Platinum+ Norwegen Nord-West (11P+ Large) mit einem HDS-7 Carbon Lowrance-Fischfinder, wobei ein HDS aus der Gen3-Serie vermutlich ähnliche Ergebnisse liefern sollte. Als Team, welches ganz genau weiß, wie man selbst eine MAP erstellt - so verfügen wir seit Jahren über eine Angelkarte für Norwegen basierend auf eigenen Daten -  waren wir zunächst skeptisch, was das Preis-Leistungs-Verhältnis der Navionics-Karten angeht. Und sind es immer noch, denn bei solch hohen Kosten - zuzüglich denen für ein anständiges GPS-Echolot - können wir uns nicht vorstellen, dass diese wirklich ein Umsatzrenner sind. Denn am häufigsten fragen uns Echolot-Einsteiger im TACKLEFEVER-Forum nach Einsteiger-Geräten unterhalb von 500 €. Oder die Semi-Pro’s dann nach der nächsten Kategorie zwischen 500 bis knapp über 1.000 €. Oftmals ist dann aber schon kein Budget mehr übrig, um noch eine extra Angelkarte zu kaufen. Aber es soll hier hauptsächlich um fachliche Fakten zur praktischen Nutzung gehen. Und erst im zweiten Schritt um den Kaufpreis. Vorweg gesagt wurden unsere technischen Zweifel überwiegend ausgeräumt. Zumindest sprachen die Fänge des Hauptesters Jörg eine eindeutige Sprache - doch dazu mehr im weiteren Verlauf des Beitrags.
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Navionics-Erfahrung: Die Norwegenkarte befindet sich auf einer microSD und besteht im Wesentlichen aus einer Seekarte mit gröberen Tiefenlinien plus Sonarchart.
Das Detail, welches uns am meisten interessierte, war das Sonarchart Live. Die Berichte im Netz hatten uns gemeinsam mit vielen anderen Nutzer zunächst irritiert, weshalb im Vorfeld gewisse Zweifel aufgekommen waren. Manche hatten z.B. den Eindruck bekommen, dass diese Option nur mit einem eigenes mitgeführten Smartphone oder Tablet in Kombination mit der „Boating App“ funktioniert. Dem ist nicht so - vielmehr konnte das Carbon zusammen mit der aktivierten Navionics-Karte, simultan eine eigene Tiefenkarte aus den gerade aufgenommenen Logdaten erzeugen. Man sieht also tatsächlich in Echtzeit wie die Tiefenlinien entstehen bzw. beim erneuten Überfahren angepasst werden. Diese Daten werden zwar anschließend in der Karte gespeichert, entstehen aber offenbar im Gerät. Die Größe der Dateien bei einem mehrere Stunden (geschätzt 10 h) dauernden Mitschnitt betrug dabei keine hundert Kilobyte. Auf der 8 GB microSD-Karte waren danach noch mehr als 700 MB frei, somit sollte wohl ausreichend Platz für die Kartierung großer Wasserflächen verfügbar sein.

Ein interessanter Nebenaspekt soll dabei nicht unerwähnt bleiben: Du kannst nicht nur im Abdeckungsgebiet der Platinum+ Karte über Sonarchart Live Daten erzeugen, sondern auch außerhalb. Sprich ebenso auf jedem beliebigen Gewässer hier in Deutschland.

Des Weiteren kannst Du Dir die erzeugten Karten auf dem heimischem PC anschauen. Natürlich nur, falls dieser über einen GPS-Fix verfügt. Also mal kurz mit dem Gerät raus, Satelliten anpeilen und schon kannst Du das Overlay heranzoomen. Aus den Nutzer-Daten heraus kann man bei Sonarchart Live eine Kachelstruktur vermuten, was auf einen eventuell möglichen Datenaustausch per Kopie auf eine ebenso geeignete Navionics-Karte schließen lässt. (Der Test dazu läuft gerade) Aber vorerst genug der grauen Theorie im Trockendock, kommen wir endlich in Bewegung und ins Wasser. Dazu wollen wir Dir ein paar Bilder zeigen, die Jörg beim Test in Norwegen aufgezeichnet hat. Die folgenden 4 Screenshots zeigen ein und dasselbe Gebiet mit verschiedenen Sonarchart-Live-Einstellungen:
navionics-erfahrungen-sonarchart-tiefenlinien
SC-Density "Very High", Tiefenlinien jeden 1/2 m.
navionics-erfahrungen-sonarchart-tiefenlinien-1
SC-Density "High", Tiefenlinien alle 1 m.
navionics-erfahrungen-sonarchart-tiefenlinien-2
SC-Density "Medium", Tiefenlinien alle 2 m.
navionics-erfahrungen-sonarchart-tiefenlinien-3
SC-Density "Low", Tiefenlinien alle 4 m.
Der Grund für die verschiedenen Optionen der Einstellung “SC-Density” ist leicht erkennbar: Vor allem in tiefen und stark strukturierten Gewässern machen zu enge Tiefenlinien wenig Sinn, denn dabei entsteht ein Liniensalat, der kaum noch überschaut werden kann. Die gleiche Einstellung wirkt sich auch auf die bereits vorhandenen Sonarchart-Linien  aus. Gleichzeitiges Anzeigen von "Sonarchart" und "Sonarchart Live" sollte deshalb ebenso wenig erfolgen, denn dabei gibt es als Resultat genauso Liniensalat. Leider mussten wir feststellen, dass die Sonarchart-Linien gar nicht so genau sind, wie wir uns das vorgestellt und gewünscht hatten. Eigentlich sind sie meist nur plumpe Interpolationen zwischen zwei größeren Tiefenlinien aus der Navigationskarte (z. B. 40 und 50 m).

Zur Erklärung: Was ist Interpolation?

Einige Worte noch zur Interpolation, dem Prozess, der am Ende die Tiefenlinien hervorbringt: Die zugrunde liegende Rasterinterpolation bleibt zwar unsichtbar, eigentlich werden aber genau aus dieser die Tiefenlinien erzeugt. Auch wenn Navionics das genaue Verfahren geheim hält, könnte man auf Kriging schließen. Die dabei erzeugte Spur an Tiefenlinien geht je 20 m nach beiden Seiten. Das ist eine Menge Holz für eine Linie von exakt senkrechten Daten. Daraus folgt dann, man sollte nach Möglichkeit unter 20 m - möglichst 10 m oder noch näher - zur vorhandenen Spur die nächste parallel anlegen. Das wird im praktischen Gebrauch oft nicht wirklich möglich sein, wodurch die allseits bekannten Löcher bei der Kartierung entstehen. Falls Du also ein gewisses Gebiet geloggt hat, dann musst Du wissen, dass alle Daten am Rand mit Vorsicht zu genießen sind, da ihnen quasi der Interpolationspartner fehlt. Gleiches gilt für Uferbereiche, denn das Sonarchart Live interpoliert nicht gegen Ufer. Selbst, wenn diese in der ursprünglichen Seekarte vorhanden sind, angezeigt werden und eigentlich auch dafür geeignet wären. Damit verhält sich Sonarchart Live ähnlich wie aktuell auch Autochart oder Quickdraw. Das Interpolieren gegen Ufer erfolgt vermutlich erst durch Navionics, wenn die Daten vorab übermittelt wurden und das Ergebnis dann per Online-Update zugänglich gemacht wird (Ähnlich wie z.B. bei C-Map Genesis).

Wie unterscheiden sich Sonarchart Live, Garmins Quickdraw und Humminbird Autochart Live?

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Wettbewerbsseitig schätzen wir das Ganze wie folgt ein:
  1. Humminbird‘s Autochart Live scheint besser als Sonarchart Live, unter anderem wegen der Farbnutzung.
  2. Sonarchart Live scheint besser als Quickdraw von Garmin, weil die Karte wirklich sofort (also live) entsteht. Sowie, für viele sehr wichtig, hier wird mit Meterwerten statt mit Fuß gearbeitet.
  3. Navionics und Navico könnten hier aber schnell gleich- oder sogar an den Mitbewerbern vorbeiziehen, falls sie die genannten Einschränkungen überwinden.

Wie genau ist der Hinweis mit den Farben zu verstehen?

Nun, üblicherweise entsteht das Sonarchart-Overlay in Form von beschrifteten schwarzen Linien auf weißem Grund (ohne Transparenzeinstellungen). Mit den Einstellungen „Sonarchart Live Optionen“ kann man im Flachwasserbereich abgestuft rote Tiefenbereiche erzeugen. Dies hilft zwar prinzipiell bei der Orientierung. Ist aber unserer Einschätzung nach bezüglich der Anzahl der verfügbaren Farben bzw. Farbpaletten noch verbesserungsfähig.

Lowrance HDS-Echolote sollten technisch eigentlich viel mehr leisten können!

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Eingefärbte Flachwasserbereiche bei Sonarchart Live.
Ein dickes Minus gibt es für das immer noch nicht beseitigte Problem, dass mit bestimmten Echolotgebern keine Kartenupdates erzeugt werden können. Man kann über die Navionics PC-Software „Chart Installer“ nur gpx-Dateien für ein künftiges Kartenupdate verwenden, da die auf der Karte gespeicherten Sonarchart Live Dateien oder evtl. auf einer weiteren microSD-Karte mitgeschnittene SL2/SL3-Dateien nicht akzeptiert werden. Somit muss man aus seinen Trackdaten eine gpx-Datei auf die Navionics-SD-Karte exportieren. Nur - bei diversen Gebern (wie z.B. dem Airmar TM150M) klappt das derzeit nicht, denn es werden, anders als beim Lowrance-Standardgeber mit 200 kHz, keine Tiefenwerte in einer vom HDS exportierten gpx-Datei gespeichert. Wir können hierbei jedoch nicht ganz nachvollziehen warum dies so ist. Ein technischer Grund für diese Einschränkung existiert zumindest aus unserer Sich auf jeden Fall nicht.

Wie lange dauert das Update des Navionics Chart Installers?

Die Bearbeitung des Kartenupdates nach Übermittlung einer korrekten gpx-Datei mit Tiefenwerten sollte etwa eine Woche umfassen. Ein Problem von sehr großen Karten wie der „Norwegen-Nordwest“ ist dabei, dass immer nur ein komplettes Update möglich ist, welches aber knapp unter 2 GB Größe liegt. Warum hier nicht Kachel für Kachel geprüft wird, was bleiben kann und was neu auf die MAP muss, bleibt ein Rätsel. Vielleicht ist dies einer internen Datenstruktur geschuldet. Wir wissen die Antwort auf diese Frage nicht. Diese kleinen und großen technischen Probleme haben uns daher dazu bewogen, auch Logdaten als SL2/SL3 mitzuschneiden, um diese später im Reefmaster so zu verarbeiten, wie es uns am Besten passt. Das zusätzliche Mitschneiden der Logs funktionierte beim Test problemlos und simultan zum laufenden Sonarchart Live. Wir haben uns letztlich aber immer wieder gefragt: Warum gibt Navico die Option der live erzeugten MAP für höherpreisige Geräte nicht frei, sondern beschränkt diese auf eine Kombination mit Navionics-Kaufkarten? Unseres Erachtens bedeutet dies bezogen auf Mitbewerber wie z.B. Garmin oder Humminbird einen deutlichen Wettbewerbsnachteil. Diese bieten ähnliche Funktion kostenlos bzw. zumindest mit viel geringerem finanziellen Aufwand zur Nutzung an. Wir können nur vermuten, dass hier eventuell patentrechtliche oder auch tatsächlich technische oder ganz einfach „Know How“ Aspekte eine Rolle spielen. Es scheint nämlich so, als ob Navico lediglich die Navionics-Funktionen und -Bibliotheken lizenziert hat und nutzt. Dabei jedoch keinerlei Bestrebungen hat diese Funktionalitäten selbst zu entwickeln und in seine Geräte zu integrieren. Garmin hat Navionics inzwischen vollständig übernommen. Unsere damalige Vermutung zeigt deshalb den historischen Stand des Tests; ob und welche Live-Mapping-Funktionen ein Gerät heute ohne zusätzliche Karte bietet, muss für das konkrete Modell und die aktuelle Software geprüft werden. Denkbar wäre z.B. eine Koppelung an das inzwischen abgespaltene “C-MAP Genesis”. Beispielsweise in Form eines Premium-Abos, um das ganze quer zu subventionieren. Das Schönste wäre aber natürlich eine kostenlose Bereitstellung - man darf ja wohl noch träumen :-) Nun aber weiter im Test: Als besonders brauchbar erweist sich bei den HDS-Geräten die neue Funktion „Farbige Tracklinien nach Geschwindigkeit über Grund“. Man sieht dabei sehr gut, welche Bereiche bereits befischt und welche einfach nur überfahren wurden. Dies ist etwa für einen Neuansatz des Drifts äußerst hilfreich.

Einen Nachteil gibt es für Sonarcharts Live aber auch noch zu erwähnen: Blendet man einmal den betreffenden Track aus - oder legt einen neuen an - dann verschwinden die Farbabstufungen und es bleibt nur eine einfarbige Linie zurück. Hier sollte Navico eventuell noch nachlegen, um die Informationen dauerhaft zu erhalten.

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Sonarchart Live: Tracklinien mit unterschiedlichen Farben je nach Fahrtgeschwindigkeit.
Eine durchaus wichtige Funktion ist die der Reduzierung von Tiefenlinien ab einer bestimmten Tiefe. Sie ist aber nur für Sonarchart und die Navigationskarte, nicht jedoch für Sonarchart Live, möglich.
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Navionics Sonarcharts: Weitere Einstellungen

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Weitere Einstellungen und deren Anwendung zeigen wir nun anhand der Navigationskarte mit den groben Tiefenlinien.

Die Option "Schatten"

Eine überaus wichtige Option gerade für Angler im Uferbereich oder Flachwasser ist „Schatten“. Dabei handelt es sich um ein durchscheinendes oder transparent überlagerndes Overlay, was Reefmaster-Nutzern als ShadedRelief bekannt sein sollte. Im Prinzip wird dabei so getan, als wäre ein Unterwasserberg gar nicht unter Wasser und würde in der Sonne einen Schatten werfen. Hierbei handelt es sich um ein gebräuchliches GIS-Element, welches den optischen Geländeeindruck deutlich verstärkt.
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Navionics-Seekarte ohne Schatten.
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Navionics-Seekarte mit Schatten.
Mit diesem erhältst Du in der Tat eine plastische Vorstellung vom Meeresgrund und kannst insbesondere Kanten besser erkennen und befischen. Diese Option war für uns ganz entscheidend und wir überlegen gerade, ob wir unsere eigenen Karten nicht auch mit ihr versehen sollten. Technisch sehr interessant ist dabei, wie Navionics den doch erheblichen Speicherbedarf solcher Elemente relativ moderat gestalten konnte. Allerdings muss man dabei auch bedenken, dass es einen Unterschied macht aus welcher Perspektive die Karte angeschaut wird. Hier kann es schon einmal leicht verwirrend wirken, wenn diese gedreht dargestellt wird. Daher haben wir das bei unseren eigenen Maps nicht zum Standard gemacht, denn bei reinen Tiefenlinien ist dies kein Problem.

Die Option “sichere Tiefe”

Ein weiteres wichtiges Element vor allem für Uferangler ist die Option „sichere Tiefe“, denn man erhält damit einen Anhaltspunkt für interessante Fischgründe, obwohl es ursprünglich eigentlich um Sicherheitsfragen geht.
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Navionics-Karte ohne „sichere Tiefe“ => „Aus“.
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Navionics-Karte mit „sicherer Tiefe“ => „5 m“.
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Navionics-Karte mit „sicherer Tiefe“ => „20 m“.
Wie in den obigen Bildern zu sehen ist, sind die Daten nicht immer ganz genau. So sind z.B. nicht alle Areale in Norwegen exakt vermessen, sodass in bestimmten Bereichen Tiefenangaben fehlen. Zu erkennen beispielsweise im linken oberen Bereich und unter anderem auch am etwas dunkleren Blauton.

Option “Gezeiten & Tiden”

Tiden spielen ja gerade in Norwegen eine große Rolle. Dummerweise hatten wir an einem Tag unser Smartphone vergessen und konnten nicht auf unsere geliebte App „Gezeiten“ zurückgreifen. In diesem Fall kann man auf der Karte aber nach Tidenstationen suchen und deren Angaben nutzen.

Option “Luftbilder”

Da wir ja ganz genau wissen, dass man Luftbilder wegen ihres Speicherbedarf nicht so ohne Weiteres auf einer durchschnittlichen Speicherkarte unterbekommt, waren wir gespannt, wie Navionics dieses Problem löst - Antwort: “Man verwendet einfach nur zwei Ebenen.”
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Option “Highlight Tiefen oder Fischrange”

Aus dem Binnengewässer in Deutschland kennt man den Modus „Highlight Tiefen“ den verschiedene Kartenprogramme oder GPS-Echolote bereits beherrschen. Insofern hat ihn auch Navionics unter der Bezeichnung „Fischrange“ in seine Karten integriert.
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Karte mit hervorgehobenem Flachwasserbereich bis 9 m Wassertiefe.
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Karte ohne hervorgehobenen Flachwasserbereich.
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Karte ohne Fischrange im Vergleich dazu mit weißen Tiefenflächen bis zur „sicheren Tiefe“. Weniger interessant für Angler finden wir die Option „Flachwasser“ denn diese zeigt bis max. 9 m nur eine Punktewolke aus kleinen roten Kreuzen.
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Karte mit Fischrange von 8 bis 30 m, dargestellt wird der Einstellbereich „Fisch range minimum“, bei „Fischrange maximum“ wird analog verfahren. Der Bereich des Fischranges ist „weiß“ gegenüber „blau“ für alle anderen Tiefenflächen.

Option “3D Maps”

Gleiches gilt für die 3D-Option. Diese scheint uns lediglich für Fahrten geeignet zu sein, wobei man dabei jedoch genauso gut auf die 2D-Karte zurückgreifen kann. Sicherlich sieht es bei anderen Optionen wie Radar anders aus, für die praktische Angelei scheint uns der Nutzwert jedoch eher gering. Das mag auch daran liegen, dass man die künstliche Überhöhung nicht ändern kann, obwohl dies in anderen GIS-Anwendungen leicht möglich ist. Flache Bereiche erscheinen damit recht platt
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Navionics-Karte mit 3D-Ansicht.

Fazit: Angeln in Norwegen mit Navionics-Seekarten

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Insgesamt gesehen stellt die Navionics Platinum+ Karte für Norwegen in Kombination mit den neueren HDS-Echoloten einen Mehrwert dar. Diesen kann der Anwender aber erst in Anspruch nehmen, wenn er bereit ist, den stolzen Preis für das Kartenmaterial zu bezahlen. Wobei natürlich auch günstigere Karten mit gleichen Eigenschaften jedoch geringeren Abdeckungsgebieten wie die hier getestete aus dem Hause Navionics zur Verfügung. Der Nutzwert ergibt sich vor allem aus
  1. sehr sinnvollen Einstellungen zu Tiefenbereichen,
  2. mehreren Themenkarten bzw. Overlays,
  3. sowie vor allem aber durch die Funktionen Schatten und Sonarchart Live.
  4. Auch das Kartenmaterial insgesamt ist sehr hilfreich, weil es tatsächlich Strukturen im Wasser zeigt, die andere Kartenhersteller nicht vorweisen können.
Die Kombination der Navionics-MAP mit dem HDS-Carbon (Das sollte wie bereits erwähnt auch für das Gen3 gelten können.) hat wie bereits erwähnt, eine Reihe kleinerer Einschränkungen, die vielleicht aus technischen oder Marketinggründen bestehen. Da der Markt jedoch nicht schläft und insbesondere Humminbird eine starke Konkurrenz bei Live erzeugten Angelkarten darstellt, sollten sowohl der Kartenanbieter als auch der Gerätehersteller schnell an weiteren Verbesserungen arbeiten. Wirklich sehr kontrovers sind unsere Meinungen bezüglich der Kosten der Platinum+ Map. Während Jörg als Norwegenangler den Kaufpreis etwas positiver sieht, da er einen konkreten Nutzen bei einigen Aspekten für Norwegen feststellte, ist Luke, für den Norwegen kein Thema ist, bezogen auf die Binnengewässer hier in Deutschland der Meinung: Es gibt für Lowrance/Simrad, genug MAPs im „Social Map“ Angebot von C-MAP Genesis bis hin zum kostenlosen Download. Luke sieht das Geld daher besser angelegt im Kauf von z.B. einem Garmin Striker, das Quickdraw kann, wenn es um das Live Mapping geht. Denn bei Garmin gibt es Quickdraw in der neuen Striker Plus Serie bereits ab einem UVP von unter 200 Euro. Luke würde lieber mit einem zweiten Gerät arbeiten, während Jörg eher die Integration in einem Gerät schätzt.

Beide stimmen jedoch darin überein, falls Navico die Live-Mapping-Funktion ohne Navionics integrieren würde, würde sich ein weiteres Gerät oder eben die Navionics-MAP erübrigen. Und das Geld könnte besser in z.B. einem größeren Bildschirm angelegt werden. Dann wäre die kostenpflichtige Navionics-Karte reduziert auf ihre Darstellung von konkreten Gebieten und nur noch im Vergleich zu anderen Angeboten ohne besondere Funktionen zu sehen.