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Fischfinder Tests

Garmin-Striker-Vivid-test
4.8
(5)

Modellpflege wird es genannt, wenn eine bestehende Serie mehr oder weniger umfangreich aufgepeppt wird. So aktuell geschehen mit der Garmin-Striker-Plus-Serie, die jetzt lebendig (lat. vivid) daherkommt. Wie das ausgefallen ist und ob es Garmin gelungen ist, die erfolgreiche Striker-Familie noch attraktiver zu machen, erfährst Du in diesem Beitrag.

1. Was ist neu an der Garmin-Striker-Vivid-Serie?

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Aus der Automobilbranche kennen wir das sogenannte Facelift nur zu gut. Da wird ein wenig an der Frontschürze designed sowie an den Scheinwerfern geformt – und schon hat die Marketingabteilung etwas, über das man reden kann. Ein neues Modell.

Bei der Garmin-Striker-Vivid-Serie wird der Hersteller ähnliches im Sinn gehabt haben. Man tut sich etwas schwer, bei den wenigen Änderungen im Vergleich zu den Plus-Modelen, eine neue Modellserie zu erkennen.

Die Striker-Plus-Hardware wurde so beispielsweise unangetastet gelassen. Softwaremäßig stehen lediglich sieben neue kontrastreiche Farbpaletten zur Verfügung, die eine bessere Darstellung der Echolotbilder ermöglichen sollen. Das war es auch schon. Irgendwie etwas enttäuschend, zumal es Hardwareoptionen gegeben hätte, um die Striker-Geräte punktuell deutlich aufzuwerten.

garmin-striker-vivid-5cv-Anschluesse
Ein Blick auf die Rückseite des Striker 5cv. Zwei Anschlussmöglichkeiten: Links für den Echolotgeber, rechts für die Stromversorgung. Die Anschlusspins sitzen direkt auf dem Systemboard. Schraubanschlüsse und Zugentlastung? Fehlanzeige! Unten rechts die Anschlussbuchsen der Striker-Vivid-SV-Versionen. Für den GT52HW-TM-Geber gehören die beiden vierpoligen Stecker des Y-Adapters in die beiden Buchsen links.

Zu nennen wären hier z. B.

  • die fehlende Zugentlastung der Kabelanschlüsse,
  • die Adapterlösungen für den 12-poligen Geberanschluss des GT52 bei den SV-Modellen.
  • Ebenso ist die nur GPS-Lösung (ohne Kartenplotter) selbst in dieser Preisklasse – zumindest bei den großen Geräten in 7 und 9 Zoll – nicht mehr zeitgemäß.

Wer jetzt die Preiskarte zieht und es anders sehen möchte, dem sei entgegengehalten, dass ein Striker Vivid 7sv mit dem GT52 Geber gerade einmal 100€ billiger ist, als ein 7 Zoll Raymarine Element mit vier Echolotarten einschließlich 3D und einem vollausgestatteten Kartenplotter. Der Vierfachgeber ist da im Preis bereits eingeschlossen.

Um hier nicht missverstanden zu werden: Die Garmin-Striker-Serie ist in der unteren Preisklasse immer eine Überlegung wert, da sie sowohl im Echolot – als auch Geberbereich ausgezeichnete Möglichkeiten bietet und für den preisbewussten Anwender durchaus eine Kaufempfehlung darstellt. Aber auch eine erfolgreiche Echolotfamilie lässt sich im Detail noch besser machen. Vor allem, damit der Begriff “neu“ etwas mehr Substanz bekommt als aktuell bei der Striker-Vivid -Reihe.

2. Was hat die Serie zu bieten?

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Die Vivid-Serie baut – wie bereits eingangs erwähnt – komplett auf der schon länger bestehenden Garmin-Striker-Plus-Serie auf. Und wurde lediglich durch neue Grafiken etwas aufgewertet. Es gibt alle Gerätegrößen von 4 – 9 Zoll mit (Kennung SV) und ohne SideVü (Kennung CV).

2.1. Was bringen die neuen Farbgrafiken?

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Die sieben additiven Farbpaletten sollen die Echolotdarstellungen verbessern. Dabei wurden laut Hersteller unterschiedliche Faktoren wie

  • Lichtverhältnisse,
  • Beschaffenheit des Gewässergrundes
  • und das persönliche Sehvermögen des Einzelnen

berücksichtigt.

Im Klartext heißt das: Jeder kann seine Vorlieben im Farbangebot, seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend, auswählen. Im Vergleich zur Garmin-Striker-Plus-Familie hat das Erscheinungsbild der Anzeige gewonnen. Die Bilder sind kontrastreicher und subjektiv schärfer geworden und lassen sich der jeweiligen Situation optimal anpassen. Insofern hat der Hersteller gut daran getan, diese Option einzufügen. Diese hat übrigens auch bei den überarbeiteten Garmin-GPSMAP-Geräten Einzug gehalten hat.

Garmin-striker-vivid-SideVue
Das SideVü-Echolotbild eines Striker-Vivid-SV-Modells mit dem GT52HW-TM-Geber. Obwohl hier nicht mit der größtmöglichen Auflösung (800 kHz) gescannt wurde, bekommt man durch die neue graphische Gestaltung einen großartigen Eindruck von der vorhandenen Bodenmodulation. Und das bei guter Detaildarstellung.
garmin-striker-vivid-ClearVue
Bei diesem ClearVü-Screenshot werden die optimalen Möglichkeiten der Darstellung aufgezeigt. Das sind fotorealistische Bilder, die einen ausgezeichneten Eindruck des Gewässergrundes liefern. Und das bei sehr guter Detaildifferenzierung sowie lobenswertem Raumeindruck.

2.2. Was macht die "neue" Garmin-Fischfinder-Serie interessant?

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Wir schlüsseln hier noch einmal die Ausstattungs- und Funktionsmerkmale der Garmin-Striker-Plus-Familie auf, um den Blick auf das Gesamtpaket zu lenken, dass Du bei der Vivid-Variante für Dein Geld bekommst.

2.2.1. Traditionelles Echolotverfahren mit CHIRP

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Die Striker-Vivid-Serie kommt mit traditioneller Chirp-Echolotfunktion, die bei den Garmin-Fischfindern über Jahre systematisch entwickelt und mit angepassten Chirp-Gebern ausgestattet wurde. Diese Technik liefert kristallklare Echolotbilder mit sauberer Objekttrennung und beeindruckender Detailauflösung. Hier hat der Hersteller ganze Arbeit geleistet – vor allem, weil er die Möglichkeiten dieser Technik auch in der unteren Preisklasse umgesetzt hat.

2.2.2. ClearVü- und SideVü-Funktionen

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ClearVü (DownScan) und SideVü (Sidescan) können überzeugen. In den Feinheiten gibt es hier und da kleine Unterschiede zur Konkurrenz, die in der Praxis aber nur von geringer Bedeutung sind. In der Darstellungsdifferenzierung hat die neue Striker-Vivid-Serie mit ihren zusätzlichen Farbpaletten in diesen Echolotverfahren sichtbar Pluspunkte gesammelt  – wie Du den beiden weiter oben gezeigten Abbildungen unschwer entnehmen kannst.

2.2.3. GPS und eigene Kartenerstellung

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Die Striker-Familie nutzt GPS, sowie auch eine eigene Kartenerstellung mit Quickdraw Contours. Die Software ist bereits installiert, die Anwendung kinderleicht. Schaltest Du die App über das Menü ein, erstellt das Gerät hochauflösende Angelkarten mit Tiefenlinien im 30 cm Abstand. Die Karten werden direkt im Gerätespeicher abgelegt. Kartentausch und –weitergabe ist über Wlan und die ActiveCaptain-App auf dem Smartphone möglich. Über diese App sind alle Kommunikationen des Gerätes durchführbar.

garmin-striker-vivid-plotter-navigation
Über gesetzte Wegpunkte der Route folgen. So kann eine Navigation oder ein erneutes Anfahren von Hotspots mit einem Striker Vivid erfolgen. Für plottererfahrene Anwender ein wenig wie Navigieren im Halbdunklen. Der weiße Hintergrund bietet kaum Möglichkeiten die Route vorsorglich auf gefährliche Passagen abzuklopfen. Das wird allerdings besser, wenn man mit Karten aus der Quickdraw-Draw-Community arbeitet.

Mit dem GPS kannst Du

  • eingeschränkt navigieren,
  • Hotspots kennzeichnen und später erneut anfahren.

Einen Kartenplotter ersetzen diese Funktionen natürlich nicht. Als Behelf sind sie jedoch eine brauchbare Möglichkeit, die in der Praxis prima funktioniert. Was auch viele zufriedene Anwender bestätigen.

2.2.4. Die Garmin-Chirp-Geber-Palette

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Ein Highlight im Bemühen des Echolotherstellers, uns die besten Bilder unter und rund um das Boot zu liefern, ist seine CHIRP-Geber-Familie. Da, wo bei diesem Anbieter Chirp draufsteht, kommt auch Chirp raus. Voraussetzung ist natürlich immer, dass Du den für Dein persönliches Striker Vivid passenden Geber orderst.

Garmin-Striker-Vivid-chirp-geber
Links der GT52HW-TM mit 2D-Chirp, ClearVü sowie zusätzlich SideVÜ. Rechts der GT22HW-TM mit 2D-Chirp und ClearVÜ. Äußerlich kaum zu unterscheiden.

Für die Striker-Vivid-Serie sind das

  1. Der GT52HW-TM-Geber für alle SV-Geräte
  2. und der GT22HW-TM für die CV-Typen.

Garmin verkauft in einigen Kombinationen auch noch den Zweifrequenzgeber GT20. Dieser ist auch nicht schlecht. Leider kann er als Zweifrequenztyp dem Chirpen des Gerätes nur in sehr geringem Umfang folgen. Dadurch werden die Möglichkeiten der Hardware erstklassige Chirp-Bilder zu erzeugen mit ihm nicht ausgeschöpft.

Alle CV-Geräte in 4 und 5 Zoll sind auch ohne Geber lieferbar, so dass Du für die kleinen Modelle durchwegs auch den Chirp-Spezialisten GT22HW-TM ordern kannst. Warum ausgerechnet das 7-Zoll-Modell (7cv) mit dem GT20 zwangsverheiratet wird, ist allerdings nicht verständlich. Gerade mit diesem Modell wäre der GT22HW-TM die bessere Alternative. Da hilft es, mit seinem Lieferanten gegebenfalls über einen Austausch zu verhandeln.

Die SV-Modelle (welche allerdings nur im 7- und 9-Zoll-Format zu bekommen sind), werden mit dem Dreifachgeber GT52HW-TM ausgeliefert – ein exzellenter Deal. Wahlweise geht es hier auch ohne Geber.

2.2.5. Alle Garmin-Striker-Vivid-Geräte im Überblick


Ausstattungsdetails und Funktionsumfang

Striker Vivid 4cv

Striker Vivid 5cv

Striker Vivid 7cv

Striker Vivid 7sv

Striker Vivid 9cv

Striker Vivid 9sv

Bildschirmauflösung

272/480

800/480

800/480

800/480

800/480

800/480

Bildschirmgröße in Zoll

4,3

5

7

7

9

9

GPS

X

X

X

X

X

X

SD-Kartenschacht

-

-

-

-

-

-

Kartenplotter

-

-

-

-

-

-

2D-Chirp High/Middle

X

X

X

X

X

X

ClearVÜ

X

X

X

X

X

X

SideVÜ

-

-

-

X

-

X

QuickDraw Contours

X

X

X

X

X

X

Wlan-fähig

X

X

X

X

X

X

Active-Captain-App-kompatibel

X

X

X

X

X

X

2-Frequenz-Geber GT20

X

X

X

X

X

X

CV-Chirp-Geber GT22HW-TM

X

X

X

X

X

X

SV-Chirp-Geber GT52HW-TM

-

-

-

X

-

X

Sendeleistung RMS

300 W

500 w

500 W

500 W

500 W

500 W

Netzwerkfähigkeit

-

-

-

-

-

-

Tastaturbedienung

X

X

X

X

X

X

Touchscreen

-

-

-

-

-

-

Aufbau- / Einbaumontage

X/-

X/X

X/X

X/X

X/X

X/X

Alle Modelle (außer dem Striker Vivid 7cv) sind auch ohne Geber lieferbar. Wer beste Chirp-Bilder wünscht, sollte

  • für alle CV-Modelle (2D-Chirp plus ClearVü) den Chirp-Geber GT22HW-TM (ca. 198 €) dazukaufen.
  • Für die SV-Modelle (mit zusätzlich SideVü) werden Kombinationen mit dem sehr guten GT52HW-TM angeboten.

Zu beachten ist dass für den Anschluss eines CHIRP-Gebers bei allen Modellen ein Adapter notwendig ist. Bei den CV-Typen ist das ein 4-Pin (Gerät) auf 8-Pin (Geber) Zwischenstück. Bei den SV-Modellen ein Y-Kabel mit 2 x 4-Pin (Gerät) auf 1 x 16-Pin (Geber).

3. Fazit: Garmin-Striker-Vivid-Echolote

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Die Garmin-Striker-Vivid-Modellreihe steht im Echolotbereich in der unteren Preisklasse mit in der allerersten Reihe der Wunschkandidaten. Die unverändert übernommene Echolottechnik der Striker-Plus-Reihe, die schon in der Vergangenheit viel Lob bekommen hat, zeigt sich mit den zusätzlichen neuen Grafiken von seiner allerbesten Seite.

Alle Echolotbilder haben in Kontrast, Schärfe und Detailauflösung gewonnen. Die wirklich sehenswerten Darstellungsmöglichkeiten lassen sich durch eine Vielzahl an integrierten Optionen, individuellen Erfordernissen und Wünschen folgend, optimal einstellen.

Leider hat sich der Hersteller nicht dazu durchringen können, mit der „neuen“ Modellreihe auch die genannten Kritikpunkte bei den Kabelanschlüssen abzustellen. Was den fehlenden Kartenplotter angeht, hätten wir uns eine Integration der Technik zumindest in den 7- und 9-Zoll-Geräten gewünscht. Für diese beiden großen Modellen wäre das der letzte Schliff gewesen.

Für alle Striker-Plus-Besitzer lohnt sich ein Umstieg auf die Vivid-Serie naturgemäß nicht. Dazu sind die Unterschiede zu gering. Für eine Neuanschaffung haben die neuen Farbpaletten aber ein zusätzliches Argument geschaffen, preisgünstig in das Echolot-Angeln einzusteigen.

Garmin-Striker-Vivid-9sv-Angelkajak

Damit sind wir am Ende unseres Testbeitrags zu den “neuen” Garmin-Striker-Vivid-Echoloten angelangt. Hast Du Fragen, Ergänzungen oder Kommentare, dann hau in die Tasten: Wir freuen uns auf Deine Rückmeldung – Jens und Martin! Oder schau doch noch in unseren ausführlichen Echolot-Test (inklusive der bekanntesten Fischfinder-Modelle aller großen Hersteller wie Garmin, Raymarine oder Lowrance) hinein.

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