Hotspots für das Hechtangeln – Werft einen Blick auf die Vegetation

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Dieser Tipp ist ein kostenloser Auszug aus unserem Buch “Modernes Fische Finden – Der Hecht“. Auf über 288 Seiten geht es nur um Hotspots zum Hechtangeln. Nun aber weiter im Text.

Die Vegetation ist die Lebensgrundlage der Hechte. Er braucht sie zum Überleben wie den Sauerstoff zum Atmen. Ein guter Bestand an Pflanzen ist nicht nur ausschlaggebend für einen guten und gesunden Hechtbestand. Nein, ohne ausreichenden Pflanzenbewuchs gäbe es gar keine Hechtpopulation. Vom Laich an, der auf Unterwasserpflanzen abgelegt wird, bildet die Vegetation die Lebensgrundlage der jungen Hechte. Sie können sich zwischen den Pflanzen vor Räubern verstecken und auch selbst auf ihre Beute lauern. Diese Verhalten verfestigt sich mit zunehmendem Alter und drückt sich in der „Sit and wait“-Taktik aus: Hechte nutzen ihre natürliche Tarnung zwischen Pflanzen, um regungslos auf vorbeischwimmende Beute zu warten und dann im richtigen Moment zuzuschlagen.

Man wird die meisten Hechte eines Gewässers immer in, über oder in der Nähe bewachsener Gewässerabschnitte finden. Kleinere Hechte leben in sehr dichter Vegetation, die erwachsenen Hechte vorwiegend in mittlerer Vegetation mit einigen Freiräumen und genügend Platz zwischen den Wasserpflanzen.

Merke

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Wer auf der Suche nach den besten Plätzen für Hechte ist, kann sich am Pflanzenbewuchs orientieren. Ohne eine ausreichende Vegetation wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit nur wenige Hechte am jeweiligen Hotspot geben. Wer die Strukturen und den Pflanzenbewuchs in seinem Gewässer kennt, wird erfolgreicher Hechte angeln können.

Nun stellt sich die Frage: Was macht denn einen guten Hotspot aus?

Wenn wir auf der Suche nach den besten Hotspots sind, sollten wir uns immer die folgenden Fragen stellen:

  • Welche Unterwasservegetation gibt es?
  • Zu welcher Zeit wird der Hecht wohl aktiv auf der Jagd sein?
  • Welche Tiefe bevorzugen erwachsene Hechte hier und jetzt?
  • Wie weit vom Ufer sind sie entfernt?
  • Welche Beute ist wo und wann am meisten vorhanden?

Beim Hechtangeln ist Vegetation ist nicht gleich Vegetation

Die verschiedenen Unterwasserpflanzen bieten dem Hecht nicht immer dieselben Lebensbedingungen. Pflanzen sind ja auch Lebewesen und entwickeln sich unterschiedlich. Aus diesem Grund haben sie auch eine differenzierte Wirkung auf den Hecht. In einem sehr dichten Pflanzenteppich werden wir selten große Hechte finden. In den Wintermonaten wird das noch mal besonders deutlich: Einige Unterwasserpflanzen sterben im Spätsommer und Herbst fast vollständig ab. Damit bieten sie dem Hecht nur in den warmen Monaten einen Lebensraum. Andere Pflanzen gehen in der kälteren Jahreszeit nur zurück und bedecken dann immer noch den Grund des Gewässers. Sie bieten den Hechten damit auch im Winter Schutz und Deckung, eben nur tiefer.

Auch die Dichte des Pflanzenteppichs fällt je nach Art völlig unterschiedlich aus. Die Hydrilla oder Grundnessel kann im Sommer einen undurchdringlichen Pflanzenteppich mit bis zu acht Meter langen Sprossen bilden. Kleinere Hechte und viele viele Beutefische finden hier einen perfekten Lebensraum. Großen Hechten ist der Zutritt verwehrt, da ein sehr dichter Pflanzenteppich ihre Bewegungsfreiheit einschränkt. Viele von ihnen können gar nicht effektiv jagen. Die saisonalen Veränderungen der Pflanzen sorgen dafür, dass die Fische der verschiedenen Arten sich immer wieder anders verteilen. Streben Pflanzen auf, ziehen sie Fische an. Sterben sie ab, ziehen die Fische wieder weiter. Wir müssen auf diese saisonalen Veränderungen reagieren und können nicht einfach stur den gleichen Hot-spot das ganze Jahr über beangeln.

Wie finde ich den Hecht? Suche nach der Beute!

Deeper Pro Plus - Raubfische Beutefische
www.fischfindertest.de

Die meisten Beutefische der Hechte sind klein und leben gefährlich. Sie brauchen Schutz und den finden sie in der Vegetation. Je dichter und großflächiger die Vegetation ist, desto mehr Beutefische werden sich dort aufhalten. Das wiederum zieht viele Räuber an, auch den Hecht. Innerhalb der Vegetation ist die Fischpopulation bis zu siebenmal höher als außerhalb.

Die Struktur des Gewässers hat einen signifikanten Einfluss auf die Verbreitung der Unterwasservegetation. Flache Gewässer haben oft breite und ausladende Flachwasserzonen mit reichlich Vegetation. Bei tiefen Gewässern fällt die Uferkante sehr häufig aufgrund der tiefen Becken steil ab. Aus diesem Grund sind dort viele Uferzonen oft viel schmaler als in flachen Gewässern.

Wie viel Vegetation darf es sein beim Hechtangeln?

Wenn wir von Hechten in einer fangbaren Größe ausgehen, ist weniger Vegetation ‚mehr‘ – denn große Hechte müssen für ihren Angriff freie Bahn haben. Ist die Vegetation zu dicht, reduziert sich die Angriffsgeschwindigkeit des Hechtes enorm. Die Fluchtgeschwindigkeit der kleineren Beute wird dagegen kaum beeinträchtigt. Uns muss es also gelingen, die optimale Vegetation zu finden, um den Hecht zu finden.

Wie finde ich die beste Vegetation beim Hechtangeln?

Hier helfen Beobachtungen, Aufzeichnungen und Notizen aus den Vorjahren. Wenn wir ein Seerosenfeld erblickt haben, dann können wir davon ausgehen, dass es im folgenden Jahr an der Stelle wieder ein Seerosenfeld geben wird. Leider sehen wir die Blätter erst recht spät, da es einige Zeit benötigt, bis sie sich zur Oberfläche gearbeitet haben. Insgesamt sind v. a. Beobachtungen in größeren Tiefen unpraktisch, da Unterwasserpflanzen am Boden schwer bis gar nicht zu erkennen sind. In trübem Wasser ist ein Beobachten, um gute Hotspots in der Tiefe zu erkennen, aufgrund der geringen Sichtweite ebenfalls unmöglich.

Wie nutze ich mobile Echolote zum Hechtangeln?

Bild: sponsered by Deeper “Angler – Andreas I.”

Der Deeper hat das Angeln vom Ufer aus revolutioniert. Man kann das Echolot an der Schnur befestigen und sie dann einfach auswerfen. Auf dem Smartphone oder Tablet kann man dann verfolgen, was sich unter Wasser abspielt. Das Schöne ist, dass die Vegetation gleich in einer anderen Farbe dargestellt wird.

Merke

Echolote sind für uns ein grundlegender Bestandteil unserer Angelausrüstung. Sie verkürzen die Zeit, in der wir gute Hotspots finden können. Die Meinung über Echolote ist in Deutschland weiterhin geteilt. Während die einen Echolote lieben, verfluchen sie die anderen und sagen, dass das nichts mehr mit Angeln zu tun hat. Wir wollen beide Aussagen an dieser Stelle nicht bewerten. Echolote bringen zwar nicht den Fisch an den Haken, aber unseren Köder dichter an den Hecht ran. Sie zeigen mögliche Hotspots auf und geben uns einen besseren Eindruck, was da unter Wasser so passiert. So können wir bestens einschätzen wohin wir unsere Köder auswerfen sollten und welche Tiefe am vielversprechendsten ist. Mit ein wenig Sarkasmus könnten wir sagen, dass ein Jäger ja auch nicht einfach blind in den Wald läuft und einfach ins dunkle schießt, in der Hoffnung einen Hirsch zu treffen.