Echolot Interpretation – Warum die meisten am Zander vorbeifahren?

6663
www.fischfindertest.de

Zander angeln ist eine Herausforderung. Doch sie zu finden mit dem Echolot ist eine wahre Meisteraufgabe. Nur wer sein Echolot kennt und weiß, was die Bilder wirklich bedeuten, wird große Raubfische auch am Boden finden können. Die akustische tote Zone gehört zu den limitierenden Faktoren eines Echolotes, mit denen wir leben müssen. Diese Zone, in der wir nichts angezeigt bekommen, befindet sich einerseits direkt unter der Wasseroberfläche. Hier sind die Verwirbelungen der Oberfläche so stark, dass wir keine aussagekräftige Anzeige von Fischsymbolen auf unserem Echolot erwarten können. Auf der anderen Seite befindet sich diese tote und für uns unsichtbare Zone direkt am Grund des Gewässers. Ja, mit einem Echolot kann man nicht sehen, was sich am Grund eines Gewässers tummelt. Und eines ist klar. Dicke Zander tummeln sich dort sehr gern. Wie kommt das?

Wie entsteht die tote Zone am Gewässergrund?

Entstehen tut die Zone durch das sehr starke Echo, dass durch den Boden erzeugt wird. Es ist so stark, dass es die Echos der Fische, die direkt über dem Gewässergrund stehen, einfach übertönt. Der Geber kann die Echosignale der Fische nicht erkennen. Hier kommt quasi nur das viel viel stärkere Bodenecho an und stellt uns eine tolle Bodenlinie auf unserem Echolot dar.

Studien im Biesbosch Stausee in den Niederlanden haben nachgewiesen, dass die tote Zone bei flachem Gewässergrund in 5 Meter Tiefe ca. 7,5 cm beträgt. Fällt der Boden um 8° ab in die Tiefe erhöht sich diese tote Zone auf 12 cm in 5 Metern Tiefe und auf 34 cm in 27 Metern Gewässertiefe – im Durchschnitt. Der abfallende Gewässergrund erhöht also den für uns unsichtbaren Bereich enorm. Je nachdem wie stark der abfallende Gewässergrund zerklüftet ist, gibt es teilweise sogar Bereiche von 1,5 Metern Höhe, sie uns verborgen bleiben.

Echolotbild Interpretation - Airmar00075 Kopie
www.fischfindertest.de

Warum ist es wichtig für uns, das Echolot richtig zu interpretieren?

Der Gewässergrund bietet vielen Fischen Nahrung und Schutz. Viele Friedfische halten ich genau hier auf, um den Tag zu verbringen. Die Räuber wie der Zander sind deshalb nicht weit entfernt. Haben wir in dem Gewässer ein gut durchgemischtes Gewässer, ohne Sprungschicht, können sich die Fische im gesamten Bereich des Wassers aufhalten. Flache Gewässer oder tiefe Gewässer im Frühjahr oder Herbst haben keine Schichtung mehr und die Fische und Zander können sich frei in der gesamten Wassersäule bewegen.

Auch lesenswert

Der Boden ist dann am attraktivsten, denn er wird nicht durch die Sprungschicht versperrt. In der Studie wurde gemessen, dass sich je nach Tiefe zwischen 36% und 75% aller Fische in der für uns unsichtbaren Zone aufhielten. Ein zerklüfteter Boden wird immer als eine geglättete Bodenlinie dargestellt. Für uns sind kleine Unterwasserlöcher und Erhebungen nur schwer zu finden. Hier liegen die Grenzen eines klassischen Echolotes.

Wer Zander angeln möchte, der sollte sich nicht nur auf die großen Fischsicheln am Boden orientieren, sondern auf Fischsicheln allgemein. Schwärme von Beutefische zu erkennen ist bei abfallendem Gelände einfacher, als Fischsicheln vom Zander für das Angeln zu sehen.



Wie konnte das gemessen werden?

Über den Gewässergrund wurden Kiemennetze gezogen und Fische gefangen. Anschliessend wurden die Fische im Netz mit den Daten des verwendeten Echolotes verglichen. Wissenschaftler können mit spezieller Software die Größe der Biomasse anhand der Fischsicheln auf dem Echolot ausrechnen. Insgesamt wurden 1.332 Fische gefangen. Der größte Anteil auf dem flachen Gewässergrund waren Brachsen. Die Kaulbarsche waren in Stückzahl die meisten vorkommenden Fische beim abfallenden Gewässergrund, gefolgt von Barsch und Zander. Die größten gefangenen Fische hatten eine Länge von 66 cm und können wohl den Zandern zugeordnet werden. Geangelt wurde nicht.

Fazit: Wer sich einfach nur auf die Anzeige seines Echolotes verlässt, wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an den besten Fangplätzen zum Zander angeln vorbeifahren. Es ist aus unserer Sicht elementar wichtig zu verstehen, wie man ein Echolot richtig liest und damit erahnen kann, welche Hotspots man wahrscheinlich für die bodennahe Fische wir Zander und Wels übersieht. Durch den Öffnungswinkel und die verwendete Frequenz, kann man die tote unsichtbare Zone verkleinern. Jeder Angler kann das Potenzial seines Echolotes besser ausschöpfen, wenn man weis, wie man es einstellen soll!

Erfahrt mehr in unserem Ratgeber und ladet Euch über 15 Seiten umsonst runter

einfach hier klicken.


Auch lesenswert

Hast du noch Zeit für eine kurze Bewertung?

Würde uns echt freuen. Nur so werden wir besser.

Durchschnittliche Wertung / 5. Anzahl Bewertungen: