Zanderangeln mit totem Köderfisch – Das Wichtigste in Kürze

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Zanderangeln mit totem Köderfisch ist eine echte Herausforderung – insbesondere für Angelanfänger. Zander sind ausgesprochen intelligente Raubfische, die sich bei kleinsten Erschütterungen sehr vorsichtig verhalten. Wir vermitteln in diesem Artikel hilfreiche Tipps, mit denen der vorsichtige Zander an den Haken gelockt werden kann. Das Angeln mit dem toten Köderfisch kommt dem natürlichen Jagdverhalten des Zanders sehr nah. Dieser Köder ist erfolgreich und so geht’s.

Verhaltensweisen und Standorte

Zander sind Fische, die oft in der Nacht, Morgen- oder Abenddämmerung gefangen werden können. Die vorsichtigen Raubfische ziehen sich bei unbekannten Geräuschen sofort zurück. Deshalb sollte unnötiger Lärm weitestgehend vermieden werden. Ansonsten liegt die Rute vergebens am Wasser – der Zander wird Köderfisch nicht mehr anrühren. Ein lautes Naseputzen oder Husten reicht bereits aus, um die Raubfische zu verschrecken. Wer beim Zanderangeln erfolgreich sein möchte, muss den Standort der Tiere ausfindig machen. Hierin liegt die größte Herausforderung für die allermeisten Angler!!!!! Zander befinden sich üblicherweise in einem sehr kleinen Gewässerbereich und bewegen sich im Bereich von Unterwasser-Plateaus, Unterwassergräben und an stark abfallenden Kanten. Interessant sind insbesondere Bereiche, die von der normalen Gewässerform abweichen. Geröllansammlungen, kleine Inseln und Wassereinläufe ziehen Zander geradezu in ihren Bann.

Tipp

Sind Zander ausschließlich nachtaktive Fische? Nein, denn Zander passen sich ihrer bevorzugten Beute an. Ist die Beute wie z.B. der Süßwasser-Stint in großen Seen, nachtaktiv, sind es auch die Zander. Andere Beute, andere Sitten!

Zanderangeln – der richtige Köder macht’s!

Zander sind Fische, die Fischfetzen und Köderfische bevorzugen. Köderfische sollten nicht hochrückig sein und eine Länge von maximal zehn Zentimetern erreichen. Was echt son klein? Naja, wenn man die durchschnittliche Köderlänge aus mehreren schwedischen Studien zur Hand nimmt, liegt die durchschnittliche Länge der in den Mägen der Zander gefundenen Beute bei 7,6 cm!!! Je nach Gewässer empfehlen wir Rotfedern, Barsche, Stinte oder kleine Rotaugen. Halt Barsche? Ja, Barsche! Aber Barsche haben einen richtig hohen Rücken und einen Stachelkamm? Jupp, aber nicht die kleinen Barsche, die gerade oder noch nicht mal ein Jahr ihres Lebens herum haben. Zander lieben oft diese kleinen Barsche!

Umgang des Zanders mit dem toten Köderfisch

Einen toten köderfisch kann man auf zweierlei Weise dem Zander präsentieren. Zum einen mit einer Pose und zum anderem mit einer Grundmontage. Während einige Angler eine Pose bevorzugen, die den Köder in einem Bereich von ca. einen Meter über dem Bodengrund hält, lassen andere Angler den Köderfisch einfach auf dem Grund liegen. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile.

Wie wird der Köderfisch genau vom Zander aufgenommen?

Sagen wir mal so. Wer sich durch die allgemeinen Angeltipps googelt, der liest folgendes: “Der Zander nimmt den Köderfisch meistens mit dem Schwanz zuerst auf, so dass die Hakenspitze entsprechend zum Kopf des Köderfisches zeigen muss. Erst so kann der Zander optimal gehakt werden.”

Wissenschaftlich richtig ist: Der Zander verschlingt seine Beute, je nach Ködergröße mit der Kopf- oder der Schwanzseite zuerst auf. Weitere Ergebnisse der Studien gaben Aufschluss darüber, in welcher Richtung, die Beute im Magen des Zanders landete. Das Ergebnis ist 50 Prozent mit den Kopf zuerst vs. 50 Prozent mit dem Schwanz zuerst. Kleinere Beutefische wurden aber zu einem überwiegendem Teil mit dem Kopf zuerst verputzt. Ein Angriff auf die Beute erfolgt meistens seitlich von hinten. Das verspricht dem Zander die größten Erfolgsaussichten. Aber – beim Verschlingen werden kleine Beutefische gedreht und mit dem Kopf zuerst verspeist.

So, jetzt müssen wir die Hakenmontage auf die jeweilige Präsentation des toten Köderfisches beim Zanderangeln anpassen.

 

Puh, bis hierhin hast du es schon geschafft. Toll!

Hier haben wir für dich noch 5 Tipps zum Zanderangeln – in aller Kürze. Danach geht es im Text weiter. Das sollte das Lesen ein wenig auflockern.

  • Der Zander bevorzugt fast immer zu 50% eine bestimmte Beute. Die Beute, die am häufigsten in seinem Standort vorkommt. In den warmen tiefen und meist klaren Seen Mitteleuropas ist der Top Beutefisch Nr. 1 – der Barsch.
  • In klarem Wasser hat der Zander eine 100% Chance den Barsch zu jagen. Der Barsch verteidigt sich indem er sich nicht mehr bewegt und den Zander bis auf 10 cm heranlässt.
  • Rotaugen werden als Beute besonders nachts oder bei Sichtweiten unter 25 cm bevorzugt. Ist es trüb oder dunkel sollte der Köder diesen schlanken Weißfischen gleichen. Warum verschmähen viele Zander Rotaugen bei guten Sichtbedingungen unter Wasser? Rotaugen reagieren sehr schnell bei klarem Wasser auf anwesende Zander und fliehen sehr früh. Im Ergebnis sinkt der Jagderfolg des Zanders.
  • Der Zander sucht wenn möglich das wärmste Wasser in einem Gewässer. Er liebt warmes Wasser und wenn es dort ausreichend Beute gibt. Bleibt er genau da. Studien in IJsselmeer (Holland) ergaben Studien, dass es in der Nähe von Kraftwerken 2000% mehr Zander gab als anderswo. (Ja, kein Schreibfehler – 2.000%!!!) Der Grund: Die Wassertemperatur in Kraftwerknähe war ganzjährig 5-7°C höher als im übrigen IJsselmeer und die Beutefischkonzentration ebenfalls sehr hoch.
  • Zander jagen mit zwei unterschiedlichen Angriffsstrategien. Entweder sie suchen aktiv nach der Beute oder sie warten auf die Beute. Je nachdem müssen wir unsere Angeltechnik anpassen.

Wir haben auch noch ein Strategiepapier zum Zanderangeln ausgearbeitet.

Hier erfährst du zusammengefasst in 3 Schritten, wo du den Zander findest, wann er am wahrscheinlichsten an dem Spot ist und wie du ihn am besten an den Haken bekommst.


Die Grundmontage

Nutzt man einen echten Köderfisch, reicht es vollkommen aus, wenn Laufblei, Wirbel, ein Perle, ein kleinerer Haken und evtl. bei Hechtgefahr ein Vorfach kombiniert werden. Das Blei der toten Köderfischmontage muss dem Strömungsverhältnissen angepasst sein.

Liegt ein toter kleiner Köderfisch auf dem Grund, wird er höchstwahrscheinlich mit dem Kopf zuerst aufgenommen. Der Zander beißt oft erst nach mehrmaligem Anstupsen zu und transportiert den Köder teilweise einige Meter weit in sein Versteck. Dort frisst der Räuber seine Beute in aller Ruhe auf. Hat man die Haken am Köderfisch falsch aufgesetzt und zieht beim ersten Laufen der Schnur an, wird man den Köderfisch ohne Widerstand aus dem Maul des Zanders ziehen. Fehltbiss!

Tipp

Entweder wartet man also mit dem Anhieb bis der Köderfisch verschluckt ist oder man montiert die Haken bei kleinen Köderfischen (bis ca. 9 cm) so, dass die Hakenspitze zum Schwanz zeigt.

Die Posenmontage

Bei der Posenmontage des toten Köderfisches beim Zander angeln, ist für den Zander nicht klar, dass es sich um einen toten Köderfisch handelt. Für ihn schwebt die Beute bewegungslos im Wasser. Die Köderführung mit der Pose kann nun beliebig variiert werden. Durch ein Zupfen an der Schnur kann man dem Köderfisch eine zarte Bewegung verleihen. Auch eine vorhandene Strömung, lässt den toten Köderfisch schweben. Wenn es um Köderfische geht, weisen Zander eine besondere Vorgehensweise auf. Der Zander betrachtet den Köderfisch von mehreren Seiten – Angler nehmen dieses Verhalten beim Posenangeln durch eine wackelnde Pose wahr. Der Zander testet die Beute. Mit einem Echolot von Garmin (Panoptix LiveVü) konnten wir beim pelagischen Angeln auf Zander dieses Verhalten bereits beobachten.

Jetzt erinnern wir uns kurz, dass der Zander den Köder meistens seitlich von der Seite angreift und können daraus die Schlussfolgerung für die Hakenmontage ziehen: Die Haken müssen beim Angeln mit der Posenmontage nun so, wie wir es kennen, mit der Haklenspitze zum Maul zeigend platziert werden. Der Anschlag sollte erfolgen, bevor der Zander die Beute möglicherweise gedreht hat. Im richtigen Timing liegt nun die Herausforderung des Zanderangelns mit dem toten Köderfisch und der Posentmontage.


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