Deeper – ein Jahr im Test Euphorie oder Ernüchterung? Fakt ist …

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Deeper – ein Jahr im Test Euphorie oder Ernüchterung? Fakt ist …
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Ja Fakt ist, das viel von den Machern des mobilen Fischfinder Deeper versprochen wird. Er soll ein neues Zeitalter für uns Angler einleiten. Wir haben den Deeper nun eine ganze Zeit im praktischen Test und möchten unsere Erfahrungen mit Euch teilen. Hat dieser mobile Fischfinder wirklich die Erwartungen gehalten oder sogar übertreffen können? War es Liebe auf den ersten Blick. Nein, das war es auf jeden Fall nicht. Eher ein knisterndes Date mit anschließender Ernüchterung und dann einer gemeinsamen Zeit, in der man sich aneinander gewöhnte. Kurz vorab. Wer sich nun vorstellt, dass man einen mobilen kabellosen Fischfinder kauft, auswirft und den Fisch der Fische in 6 Meter Entfernung sieht. Dann seine Rute nimmt, einen schmackhaften Köder dem Fisch direkt vor das Maul wirft und den Coup des Monats ladet, liegt kräftig daneben. Nicht weil es der Deeper nicht kann, sondern weil es Echolote nicht können. Ein Grundwissen über Echolote muss man auch beim Deeper haben. Sonst ist der Kauf einfach rausgeschmissenes Geld. Glaubt uns, ohne Wissen, liegt das Echolot nach einer halben Saison ganz hinten im Schrank oder angelt an den richtig guten Stellen locker flockig 3 Meter vorbei.

Der erste Wurf mit dem Deeper

Oh man, waren wir aufgeregt, als das Paket endlich im Büro auf dem Tisch lag. Schnell vorweg, hübsch und hochwertig verpackt ist dieses mobile Echolot. Der erste Eindruck war wunderbar. Dann die Ernüchterung. Der Deeper musste erst mal an die Ladestation. Er hätte ja auch vorgeladen sein können.  Aber ok, also 4 Stunden warten. Vorsorglich hatten wir uns eine Rolle mit ins Büro genommen, da wir direkt hinter einem Kanal residieren. So, gegen spätem Nachmittag war es soweit. Deeper an die Angelschnur gehängt und ab ans Wasser. Wir haben ein paar Meter Schnur von der Rolle genommen und ihn dann ins Wasser geworfen. Mein Gott, war das ein beklemmendes Gefühl. So ein teures Ding ins Wasser werfen. Wir waren unsicher im Wurf und hatten echt Angst, den Deeper wegzuwerfen. Dieses Gefühl hält bis heute bei jedem Wurf an! Noch nie zwangen wir uns bei jedem Wurf, daran zu denken, dien Rollenbügel zu öffnen. Und das gefällt uns gar nicht. Jedem sollte immer klar sein, dass er beim Auswerfen eines mobilen Fischfinders viel Geld in Richtung Wasser wirft.

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Das Gewicht des Deepers

Mobile Echolote für die Angel sind schwer. Sie wiegen um die 100g und man braucht schon ein mittleres Angelgerät, um das Gewicht zu meistern. Wer jemals, und das haben wohl alle Angler, einen Raubfischköder zu doll ausgeworfen hat, weiß wie schnell schwere Dinge vorne an der Angel wegfliegen können. Uns tut es sehr weh, wenn ein 25€ Wobbler sich verselbstständigt. Schlimmer wäre es mit dem Deeper. Deshalb nochmal – immer auf einen offenen Rollenbügel achten! Immer! Immer! Immer! …

Tipp

Eine angemessene Rute (Wurfgewicht 80g plus) und eine kräftige Schnur benutzen. Verwendet den richtigen Knoten, um den Deeper zu befestigen!!!!

Die Handhabung des Deepers

So, der Deeper ist draußen und mit der Angel werfen ist um einiges besser als mit der Hand. Jetzt mussten wir irgendwie das Einholen des Deepers in Kombination mit dem Blick auf die Anzeige des Smartphones oder Tablets handhaben. Man, ist das saukompliziert. Wir haben das iPad genutzt, da es größer ist. Doch wo lassen wir es? In den Schmutz legen? Nö. Haben wir einen iPadhalter mit Standfuss? Nö. Ok, vlt. wären die kleinen Smartphonehalter für die Angel doch besser? Eine Smartphonehalteruung für die Angel, sieht gut und praktisch aus. Aber man muss bedenken, dass man das Smartphone vor dem Wurf nicht in die Halterung packt. Erstens verfälscht das Smartphone den Wurf und zweitens, kann es auch mal mit in Richtung Wasser fliegen, wenn der Wurf zu stark ist. Das wäre ja schon eine zu witzige Geschichte, wenn man das Smartphone und den Deeper durch einen starken Wurf verlieren würde. Ach, was würden die Freunde einem das zu jeder Gelegenheit vorhalten. Aber, nun wollen wir die Handhabung nicht zu schlecht reden. Wer Vorsicht walten lässt, kommt schon irgendwie klar. Das Einholen des Deeper, funktioniert vom Ufer aus reibungslos. Wir haben unser iPad schlussendlich einfach auf unseren Rucksack gelegt und hatten nach dem Koppeln vom Deeper und Smartphone einen guten Empfang.

Tipp

Das WLan Passwort hatten wir in der Bedienungsanleitung irgendwie nicht schnell genug gefunden. Aber mit 12345678 hatten wir beim ersten Erraten des Passwortes vollen Erfolg. Wir sind die Hacker!

Die Einholgeschwindigkeit

Ok, wie schnell holt man nun den Deeper ein. Tja, das ist mit der Handangel schwer abzuschätzen, da man ja im Gegensatz zu einem Boot keine Geschwindigkeitsanzeige hat. Jetzt hieß es, Einholen – auf das Tablet schauen – Einholgeschwindigkeit variieren – schauen – usw. Nach 2 Tagen hatten wir beim Stöbern im Angelkatalog dann den Einfall mit dem es nun ganz einfach wird. Beim festen Echolot haben wir eine Bootsgeschwindigkeit von ca. 3 bis 5 km/h. Unsere Angelrolle zieht mit jeder Umdrehung 70 cm Schnur ein. Diesen Wert fanden wir in der Herstellerangabe unserer Rolle. Nun können wir rechnen:  3 km/h sind 3000 ganze Meter in der Stunde. Jetzt müssen wir wissen, wie viel mal 0,70 Meter in jede Stunde passen. 3000 / 0,70 Meter = 4.285 Eine Stunde hat 3600 Sekunden. 4.285 / 3600 = 1,19 mal je Sekunde. Nun wissen wir, dass ich je Sekunde eine Kurbeldrehung von 1,2 mal machen muss, um dem Deeper eine Geschwindigkeit von 3 km/h zu geben. Bei 5 km/h sind es 2 Kurbeldrehungen pro Sekunde. Hier die Formel für Euch: Geschwindigkeit in m/s / Schnureinzug in Meter / 3600 Sekunden = Anzahl der Kurbeldrehungen je Sekunde Ergebnis: Mit unserer Rolle müssen wir also 1- 2 mal pro Sekunde einholen. Warum? Die Bildlaufgeschwindigkeit ist in der Deeper App wahnsinnig schnell voreingestellt. Das heißt, dass das Bild ziemlich schnell von rechts nach links wandert. Man muss die Geschwindigkeit des Echolotes dieser Bildlaufgeschwindigkeit anpassen, da man sonst einfach schwer zu interpretierende Bilder erhält. Leider lässt sich die Bildlaufgeschwindigkeit nicht manuell reduzieren. Also müssen wir den Deeper schneller einziehen. Beim Einholen wird recht schnell klar, dass das nicht so einfach ist. Der Deeper ist rund und hat eine ordentliche Wasserverdrängung. Zieht man ihn zu schnell ein, dann ruckelt und wackelt er förmlich durch das Wasser. Das Bild auf dem Tablet friert manchmal ein. Ist der Wellengang zu hoch, verliert der Deeper zudem öfter den Kontakt zum Smartphone oder Tablet, da er ganz in die Welle eintaucht. Wie mit jeder neuen Sache gewinnt man Stück für Stück an Erfahrung und nach ein paar Tagen hatten wir den Dreh raus.

Anmerkung der Redaktion

Hey, Jungs von Deeper … Bitte programmiert eine manuell einzustellende Bildlaufgeschwindigkeit. Sie ist bei Echoloten echt notwendig.

Die Anzeige des Deepers

Mittlerweile benutzen wir den Deeper pro mit GPS – Dieses Modell tauschen wir nicht mehr ein. Der Deeper mit GPS und Kartenplotterfunktion ist uns mittlerweile sooo wichtig. Die Deeper App hat alles aufgezeichnet und man kann die gesamten Wurf Revue passieren lassen und schauen, wann der Deeper wo war und was sich zeitgleich unter Wasser abspielte. Wer jetzt Ahnung von Echoloten hat, kann erkennen, was er unter Wasser sieht. Ohne Ahnung, ist das sehr schwer. Denn Fischsichel ist nicht gleich Fischsichel. Wie wir in unseren Buch „Der große Echolotratgeber – so jagt man Fische“ genauestens erläutert haben, muss für ein aussagekräftiges Echolotbild, das Echolot die richtige Geschwindigkeit haben und gleichzeitig eine passende Bildlaufgeschwindigkeit eingestellt sein. Wir brauchten echt eine ganze Zeit, bis wir mit dem Ergebnis auf der Tabletanzeige zufrieden waren. Zuerst konnten wir keine einzige Fischsichel auf unserer Anzeige produzieren. Nur Punkte oder Fischsymbole, wenn man diese eingestellt hat. Und sorry, wir wissen, dass Fischsymbole murks sind und nur den Laien etwas vorgaukeln sollen. Wir wollen keine Fischsymbole. Wir wollen Fischsicheln haben. Eine Erklärung wäre an dieser Stelle zu umfangreich. Dafür gibt es Bücher. Aber um es kurz zu machen: wir wollen die Hotspots finden, die Fische magisch anziehen. In der App kann man zischen zwei Modi wählen (Smart Imaging: Einfach oder Detailliert). Hier macht aus unserer Sicht nur der „detailliert“ Modus Sinn. Er zeigt die Bodenhärte an und ohne diese Information ist ein Echolot sinnlos, denn die Bodenhärte verrät uns, ob ein Angelplatz ein echter Hotspot ist oder nur eine Angelstelle von vielen. Der Laie sieht hier keinen Unterschied. Die Unterwasserpflanzen werden in der Deeper App gleich in grün dargestellt. Die Fischechos sind eher in orange oder gelb zu sehen. Man kann softwareseitig gut erkennen, was Fisch ist und was Pflanzen sind. Aus Erfahrung wissen wir, dass das so einfach nicht umgerechnet werden kann. Wir wissen was ein 2.000 EURO Echolot kann und was der Deeper uns vorzugaukeln versucht. Also, Pflanzen in der Anzeige werden wohl wahrscheinlich Pflanzen sein, aber geht nicht davon aus, dass das immer stimmt.

Die Technik

Jetzt stellen wir uns aber die technische Frage, wie der Deeper das wohl macht. Zuerst ist klar, dass die Echosignale von der Schwimmblase der Fische ein stärkeres Echo produzieren, als das der der Pflanzen. Trotzdem kommt es bei der Stärke des Echos auf die Größe der Schwimmblase und die Position des Fisches zum Geber an. So können natürlich auch schwache Fischechos entstehen. An dieser Stelle, stellen wir die Rechenleistung und Programmierkunst des Deepers Team einfach mal in Frage, da es andere Echolothersteller irgendwie nicht schaffen, diese Unterschiede zwischen Fischen und Pflanzen immer anzeigbar zu machen. Wir unterstellen, dass sich diese Anzeige einfach besser an denjenigen verkaufen lässt, die nicht wissen wie ein Echolot funktioniert. Warum sind wir skeptisch? Man muss man sich nur die Größe der Technik bewusst machen. Der Geberkristall, der die Schallwelle erzeugt und der die Echos empfängt und die gesamte Technik des Deepers, befinden sich allein in der unteren Hälfte des kabellosen Fischfinders. Es ist hier für einen guten und hochwertigen Geberkristall einfach verdammt wenig Platz. Öffnet man den Deeper ist die obere Hälfte luftleer, denn die Luft erzeugt den Auftrieb und sorgt für die Schwimmfähigkeit des Deepers. Für ein gutes Echo braucht man einen guten und wenn es geht etwas größeren Geberkristall. Besser sind sogar mehrere Kristalle, die das Schallsignal erzeugen. Kabellose Echolote sind aber in ihrer Konstruktion eingeschränkt. Sie müssen klein und leicht genug für die Angel sein. Und vor allem müssen sie günstig sein. Der Preis des Deepers kann daher keine hochwertigen Komponenten zulassen. Der Hersteller darf uns aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

Deeper und das Boot

Kann man den Deeper für das Boot gebrauchen? Oh waren wir beim ersten Ausprobieren gespannt und dann überrascht. Unser Fazit gleich vorweg. Der Deeper ist zum Angeln vom Boot aus oder auch nur als Alternative zu festen Echoloten nicht mal ansatzweise geeignet. Erstens: Unsere Bordwand ist zu hoch gewesen, so dass der Deeper mit unserem Tablet ständig den Kontakt verlor. Wir wollten aber das Tablet auch nicht oberhalb der Bordwand positionieren, da wir Angst hatten, dass unser Tablet ins Wasser fällt. Zudem hatten wir ja auch keine Halterung auf dem Boot, die oberhalb der Bootskante zu befestigen ist. Zweitens: Der Wellengang hinter dem Boot verwirbelte das Wasser so sehr, dass der Deeper ständig unter Wasser tauchte und so die Verbindung abbrach. Da er rund ist, hüpfte er förmlich auf und ab. Signalverlust – Signal -Signalverlust – Signal … Bäh … Drittens: Als wir geankert hatten und den Deeper, wie vom Ufer aus ausprobieren wollten, wurden wir von mittlerem Wellengang im Freiwasser überrascht. Auch hier waren die Wellen wieder zu hoch, so dass die Verbindung abbrach. Bei schönem Wetter und ruhiger See: Oh, toll … da funktionierte er. Aber unser großes Boot Echolot war trotzdem besser.

Fazit

Aus unserer Sicht ist der Deeper keine Alternative für die Montage an einem Boot. Hier muss ein guter herkömmliches Echolot her. Vielleicht reicht es aber für die Nutzung am Kajak.

Deeper und das Ufer

Oh ist das schön. Endlich kann ich die kleinen kühlen und Mulden finden, in denen die Fische stehen und sich verstecken. Wirklich, das Angeln vom Ufer aus ist mit dem Deeper Pro GPS der Hammer. Man wirft einfach den Uferbereich um sich herum ab. Zeichnet das ganze in der Deeper App auf und schaut sich im Anschluss die erstellte Karte an. Nun sieht man je nach Tiefe des Wasser kleinere Erhebungen und Löcher am Gewässergrund und bekommt einen fantastischen Einblick in die Unterwasserwelt. Die Kartenfunktion ist bei dem Deeper Pro GPS der Hammer!!!

Deeper-pro-gps-karte-hotspot
www.fischfindertest.de

Ich liebe diese Funktion. Man kann kleine Vertiefungen, Bodenlöcher oder Hügel unter Wasser erkennen und auf der erstellten Karte im Nachhinein wieder anschauen. Man bekommt so nach und nach ein so gutes Gefühlter den Standort und entdeckt regelrechte Hotspot-Schätze. Warum funktioniert das so fantastisch? Weil es am Ufer nicht so tief ist und der Deeper mit dem Öffnungswinkel von 15 Grad und den 290 kHz ist die Grundfläche des Schallkegels in 3 Meter Tiefe ca. 50 cm im Durchmesser. Das heißt, dass Löcher, die größer sind auch als Bodenvertiefungen angezeigt werden. Ein Hotspot für Fische!


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Die Handhabung am Ufer

Passt beim Auswerfen auf Gestrüpp, Bäume oder andere Hindernisse auf. Es kann leicht passieren, dass der kabellose Fischfinder dort hängen bleibt. Bringt Euch nicht in Lebensgefahr, beim Versuch den Deeper aus den Baumkronen zu retten. Also sachte und mit Umsicht den Deeper auswerfen.

Merke

Der Deeper hat unser Angeln vom Ufer aus revolutioniert. Wir haben tolle Hotspots in der Elbe gefunden, an denen die Zander sich größeren Gruppen aufhielten. Die besten Aufzeichnungen haben wir in der Historie der Deeper App abgespeichert und können sie uns jederzeit noch einmal anschauen. Auch konnten wir die gleichen Stellen mit verschiedenen Tiden und Tageszeiten vergleichen, so dass wir jetzt wissen, wann ist der Fisch da und wann wohl eher nicht. Das schönste Erlebnis war, als wir an einer schönen langen Schlange von Anglern vorbei liefen, auswarfen und bam … der Zander saß am Haken ….


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