Echolot im Praxistest – Garmin Panoptix LiveScope

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Abb. 1 Garmin LiveScope Praxistest, Titelbild Gerät mit Screenshot Echolot
Echolot im Praxistest – Garmin Panoptix LiveScope
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Garmin Panoptix LiveScope – Die Zauberbox?

Wir haben uns daran gewöhnt, Werbung und sachbezogene Information zu Neuerscheinungen nicht immer sauber trennen zu können.

Als zum Sommer diesen Jahres die „LiveScope Sensation“ erschien, konnte man darauf warten, dass sich die Superlative in den Produktvorstellungen überschlugen.

Bei genauem Hinsehen unterschieden sich die „Infos“ meist nicht wesentlich vom Garmin Presse Announcement, Garmins revolutionäre Videobilder lieferte man z.T. gleich mit.

Was ist nun dran am Garmin LiveScope?

Wir wollten es wissen und waren mit dem System auf dem Wasser. 

Im Wesentlichen ist das Garmin LiveScope System eine Erweiterung der bereits vorhandenen Panoptix Technik, die jetzt videoähnliche Bilder von Strukturen und Fischen unter und neben dem Boot in Echtzeit, bis zu einer Tiefe bzw. Entfernung von 60m realisieren soll.

Unter günstigen Bedingungen wird sogar eine fotorealistische Anzeige und Bestimmung von Fischarten möglich sein.

Hardwareseits steckt die erforderliche Technik in einer 2kg schweren Blackbox mit der Bezeichnung GS10 und einem speziellen Geber LVS32 (0,9kg), der sowohl am E-Motor als auch am Fahrzeugheck angebracht werden kann. Die Blackbox wird separat mit Strom versorgt.

Der Energiebedarf von rund 1,8A/h im Normalbetrieb deutet auf eine hohe Rechenleistung hin, die für die Erzeugung der videoähnlichen Bilder notwendig ist. Da LiveScope keine Anzeigemöglichkeit zur Verfügung stellt, ist zusätzlich ein netzwerkfähiges Garmin Gerät aus den Echomap bzw. GPSMap Serien nötig.

Die gute Nachricht ist: jedes netzwerkfähige Garmin Kombigerät lässt sich mit der Blackbox und dem Geber auf LiveScope aufrüsten. Der Anschluss erfolgt via Netzwerkkabel, die Installation ist mit Plug and Play umgehend erledigt.

Die weniger gute Nachricht: wer sein System flexibel, d.h. transportabel, einsetzt, muss zusätzliche Hardware mitschleppen und reichlich Energie bereitstellen. Auch für solche Fälle gibt es Lösungen.

Wir stellen eine im Teil 2 vor. Doch zuvor zum Test.

Unsere Testkonstellation des Garmin LiveScope

Abb. 2 Garmin LiveScope Praxistest, Echomap 92sv mit Livescope Echolot
Das Echomap Plus 92Sv Kombigerät links, das für diesen Praxistest eingesetzt wurde. Rechts die LiveScope Einheit. Nicht abgebildet ist der Gt52-TM Chirp Geber, der parallel eingesetzt wurde.

Wir haben das Garmin LiveScope mit einem Echomap Plus 92sv eingesetzt. Dazu wurde die komplette Einheit mit getrennten Stromversorgungen für die Blackbox und das Echolot in einen großen Outdoor Koffer eingebaut, der sowohl zur Echolotmontage als auch zum Transport genutzt wurde.

Der LiveScope Geber kam mit dem GT52 Chirp Typ des Echomap Plus 92sv zusammen an eine stabile Geberstange, so dass beide Verfahren parallel genutzt werden konnten. Im Bootsbetrieb wurden die Geber am Fahrzeug so montiert, dass Störungen durch den E-Motor auszuschließen waren.

Die Handhabung mit dem Koffer und einer Echolotstange unterschied sich generell nur wenig von einem Echolot Normalbetrieb, wenn man einmal davon absieht, dass mehr Gewicht bewegt werden musste.

Wie die LiveScope Technik arbeitet

Mit normalen Echolotbildern sehen wir in die Vergangenheit, wissen nicht, wo genau sich der Fisch befindet und selbst die exakte Tiefe des Fischstandortes muss mitunter angezweifelt werden.

Die SideScan Technik hat uns darüber hinaus erstmals die Option eröffnet, erkennen zu können, wo wir den Fisch in Relation zur Bootsposition finden und mit DownScan schauen wir jetzt auch unter das Boot.

LiveScope eröffnet nun neue Horizonte. Das Zauberwort heißt einmal Echtzeit. Es ist nun exakt der Istzustand, den wir auf dem Bildschirm sehen. Zu anderen werden eine Fülle von hohen Frequenzen im Bereich 530-1100Khz gesendet, die Strukturen und Fische detailliert abbilden.

Während im Chirp Verfahren eine Serie von Pings mit unterschiedlichen Frequenzen eingesetzt werden, bläst das LiveScope System mit seinem speziellen Geberformat den Multi-Frequenz-Block auf einmal ins Wasser.

Die drei unterschiedlichen Bereiche des Gebers, die sich eigenwillig in der Geberform auffächern, machen es möglich, auf drei verschiedenen Sendebereichen gleichzeitig aktiv zu sein.

Abb. 3 Garmin LiveScope Praxistest, Livescope Geber LVS32 Echolot
Die spezielle Geberform des LiveScope Systems (Fächerformat)

In der Zentraleinheit, der Blackbox GS10, sammeln sich alle Informationen und werden dort zu einem Image auf dem Bildschirm hochgerechnet. Angesichts dieser Verfahrenstechnik und des minimalen zeitlichen Verzuges (Echtzeit), werden die Notwendigkeit hoher Rechenleistung und des damit verbundene Energiebedarfs deutlich.

Eine weitere Besonderheit des Gebers, in zwei unterschiedlichen Perspektiven arbeiten zu können, ist ein zusätzliches Highlight. LiveScope Forward scanned die Gegebenheiten neben dem Boot, während LiveScope Down unter das Boot schaut.

Der automatische Wechsel beider Scan Verfahren ist per Touch auf dem kompatiblen Garmin Plotter jederzeit möglich. Wird der Geber am Trolling Motor befestigt, kann er zudem, je nach Gewässerbeschaffenheit und Fischart, individuell ausgerichtet werden, um in den jeweiligen Einsatzbereichen optimale Scanergebnisse zu erzielen.

Während im traditionellen Echolotverfahren das Boot „fahren“ muss, für gute Ergebnisse meist zwischen 3-5Kn, erzeugt die LiveScope Technik sowohl bei Fahrt als auch bei Stillstand überzeugende Bilder.

Und bei rauen Wasserbedingungen sorgt das eingebaute AHRS (Attitude Heading Reference System) System, als eine Art Bildstabilisator, unter solchen Bedingungen für detailgenaue Darstellungen von Unterwasserstrukturen, Ködern und Fischen.

Viel Technik also und ein Versprechen, fotorealistische Live-Echolotbilder zu liefern, die über die bisher üblichen deutlich hinausgehen.

LiveScope im Praxiseinsatz

Nun, unser Praxiseinsatz am Sorpestausee im Sauerland verlief so, wie wir uns das gewünscht hatten.

Das System war einfach einzurichten, die Garmin Netzwerk Anbindung war dank Plug&Play umgehend vollzogen. Die Doppelgeberausstattung brachte auf Anhieb die gewünschten Bilder. Sowohl parallel mit 2-D als auch mit den Struktur Scan Möglichkeiten des Echomap Gebers GT52-TM gab es keinerlei Probleme.

Selbst im 800Khz Modus kam es nicht zu Interferenzen mit den LiveScope Bildern. Interessanter als diese eher technischen Erfahrungen waren die LiveScope Ergebnisse auf dem Bildschirm.

Es war spannend, die Unterwasserwelt im Echtzeitmodus zu erleben und genau zu wissen, dass die Fischanzeige auf dem Echolot die exakte Position unter oder neben dem Boot wiedergab.

Abb. 4 Garmin LiveScope Praxistest, Livescope Bild Vergleich Praxis-Simulator Echolot
Der Praxistest hat gezeigt, dass sich die Qualität der Aufnahmen in der Praxis jederzeit mit denen vergleichen lassen, die der Simulator hergibt. Im Vergleich ist das gut zu sehen. Der Screenshot mit dem Fischschwarm vom Wasser ist augenscheinlich sogar schärfer und detailreicher in der Abbildung. Interessant ist auch die Tatsache, dass im 2-D Chirp Bild kein Fisch zu sehen ist.

Mit dem E-Motor gelang es problemlos, dem Fisch zu folgen und so immer die optimale Bootsposition beizubehalten. Das wäre mit einem traditionellen Echolot selbst mit Side-und Downscan Hilfe kaum zu realisieren.

Zur Kontrolle wurde dann ein 45g Hechtblinker mit vorgeschalteter Unterwasserkamera Water Wolf zu Wasser gelassen und mitgeschleppt. Sowohl der Köder als auch die Water Wolf Zigarre waren auf dem LiveScope Bild deutlich zu erkennen. Welche Vorteile es bringen kann, den eigenen Köder und den erkannten Fisch positionsgetreu auf dem Bildschirm zu haben, muss man nicht im Einzelnen ausführen.

Schon die Möglichkeiten, auszutesten, ob Reaktionen auf den Köder erfolgen und in welchem Abstand sie zum Fischstandort geschehen, würden den Angelerfolg sichtlich steigern und vertane Angelzeit verringern.

Als nächstes wollten wir wissen, wie gut die Fischerkennung bei LiveScope funktioniert und haben mit geteiltem Bildschirm und 2-D Chirp parallel gearbeitet. Zunächst ist auffällig, dass sich der Bodenverlauf häufig in beiden Scanverfahren unterscheidet.

Das zeigt einerseits, wo die Unterschiede im Live Bild (LiveScope) und im aufgezeichneten Bild des 2-D Verfahrens liegen, ist aber z.T. auch das Ergebnis unterschiedlicher Scanbereiche (Sendewinkel) bei beiden Verfahren.

In puncto Fischerkennung mussten wir feststellen, dass im LiveScope Bild häufiger Fisch erschien, ohne dass es ein Gegenstück im 2-D Bild gab. Das mag an der räumlichen Verschiebung beider Scantechniken liegen, hätte aber dann auch die umgekehrte Konstellation zu Folge haben sollen, die wir nicht beobachten konnten.

Fische wurden i.d.R. als mehr oder weniger große Punkte oder kleine Flächen dargestellt. An der Bewegung der einzelnen Objekte war leicht zu erkennen, dass es sich um Fische handelte.

Die Fischdarstellung ähnelt sehr derjenigen, die wir aus der bisherigen Panoptix Technik kennen.

Angeregt durch das Garmin Video hatten wir zwar insgeheim auf ein wenig mehr gehofft, mussten aber schnell feststellen, dass dazu besonders günstige Bedingungen und mehr Übung im Umgang mit der Technik notwendig sind.

Einmal muss die Größe des Fischobjektes aus Auflösungsgründen wohl eher im Meterbereich liegen und der Abstand zum Geber muss passen. Wann das Verhältnis stimmig ist kann man den Tiefenangaben des Garmin Videos entnehmen.

Für unseren Süßwasserbereich und unsere Fischpopulationen sind uns vergleichbare Aufnahmen bisher nicht bekannt. Vielleicht auch ein Grund, warum man bei der ein- oder anderen praktischen Demonstration des LiveScope einen Mann ins Wasser schickte.

Es mag zwar spektakulär sein, den Schwimmer auf dem Echolot erkennen zu können, aber das LiveScope System ist attraktiv genug, um auf solche Aktionen verzichten zu können.

Abb. 5 Garmin LiveScope Praxistest, Vergleich Bodenstruktur mit 2-D und Köderanzeige Echolot
Wie gut die Unterwasserstrukturen selbst in einer strukturarmen Umgebung einer Talsperre ausfallen, machen diese beiden Aufnahmen deutlich, vor allem im direkten Vergleich mit der 2-D Chirp Darstellung. In beiden LiveScope Aufnahmen ist selbst bei diesem Vergrößerungsmaßstab unsere Water-Wolf-Blinker-Kombination deutlich zu erkennen. (Pfeil).

Nehmen wir z.B. die für uns Angler wichtigen Unterwasserstrukturen, die uns bisher die Side-und Downscan Technik so unentbehrlich gemacht haben. Mit LiveScope angeln wir jetzt in einer anderen Dimension.

Nicht nur, dass die Strukturen sehr detailliert und objektdifferenziert dargestellt werden, es sind die feinen Profile in Form von zarten Bewuchs Formen oder Kleinfischschwärmen rund um den Hotspot, die in Echtzeit sichtbar werden. Das haben wir uns so immer gewünscht, konnten es aber ohne LiveScope bisher nicht realisieren.

In der Summe kommen wir unserem Zielfisch schnell auf die Spur, verfolgen ihn im Livebild, präsentieren unseren Köder zielgerichtet auf den Fischstandort und testen seine Wirksamkeit.

Und mit etwas Glück dürfen wir auch noch beobachten, wie der Biss erfolgt.

Die immer wieder angesprochene individuelle Fisch Silhouette in Großaufnahme auf dem Schirm konnten wir auf dem Wasser nicht bestätigen. Vermisst haben wir es nicht. Es war spannend genug, mit dem LiveScope System ein neues Kapitel in der Sonartechnologie des Freizeitbereiches aufzuschlagen.


Fazit: Wie immer bei neuen innovativen Produkten ist es letztlich auch der Preis, der darüber entscheidet, ob diese Technik die persönlichen Sonargewohnheiten revolutioniert. Bei einem Marktpreis von rund 1750€, als Ergänzung zu einem netzwerkfähigen Garmin Echolot/Plotter, muss die „Angelkasse“ gut gefüllt sein.

Was die Anzeigengröße anlangt, ist ein 9″ Gerät wohl die untere Grenze komfortablen Arbeitens.

Ein Bildschirm mit einem mehr an Auflösung und Abmessung als es unser Echomap 92sv mitbringt, hat durchaus Vorteile in der Detaildarstellung und – erkennung dessen, was LiveScope erarbeiten kann.

Vorteilhaft für den Verbraucher ist die mögliche Aufrüstung von bestehender netzwerkfähiger Garmin Echomap oder GPsMap Geräte mit dem LiveScope System bei unproblematischer Installation.

Dem stehen ein zusätzliche Hardwareaufwand und der hohe Energiebedarf im mobilen Einsatz gegenüber. Unbestritten sind aber die unschätzbaren Vorteile des LiveSope Systems für den Angler.

Die Unterwasserwelt live zu erleben, Strukturen detailgetreu erkennen zu können, den Fisch sicher zu finden und seinen Köder direkt bildbezogen präsentieren zu können, sind schon Optionen, die eine effektive Zielfischjagd sichtbar erleichtern.

Da kommt man trotz der preislichen Anschaffungshürde schnell ins Grübeln.


Teil 2 – Garmin LiveScope für den mobilen Einsatz herrichten

Alle, die ihr Echolot vorwiegend transportabel einsetzen, weil Sie mit Mietbooten unterwegs sind oder ihr Gerät am Bootssteg mitnehmen, um es vor Diebstahl zu schützen, werden sich schon gefragt haben, wie man ein LiveScope System mit allen Komponenten unter diesen Voraussetzungen komfortabel handhaben kann.

Wir haben uns dazu etwas einfallen lassen. Die Idee ist sicher nicht neu, wurde im Detail aber auf den Erfordernissen des Systems angepasst. Achtung: Nur für Bastler mit Erfahrung!

Abb. 6 Garmin LiveScope Praxistest, Echolotbox von oben Echolot
Grundmontage erledigt: die Löcher wurden gebohrt, Schalter und Buchsen angebracht und innen verkabelt. Für die Kabelzuführungen vom Echolot und dem GS10 wäre auch eine 30mm Öffnung ausreichend, statt den hier gezeigten zwei.

Grundstock der Lösung ist ein Outdoor Kunststoffkoffer von TomCase (Modell XT430), der unseren Vorstellungen entsprechend modifiziert wurde.

Zunächst wurde entschieden, für die Blackbox des LiveScope und das Echolot getrennte Stromversorgungen zu verwenden, um zu allen Gelegenheiten die Energieversorgung beider Komponenten unabhängig voneinander sicherzustellen.

Unter dieser Prämisse gibt es zwei getrennte Anschlussstränge im Koffer. Jeder Strang verfügt über einen beleuchteten Ein/Aus Schalter und eine wasserdichte Ladebuchse. Diese Entscheidung lässt unterschiedlich starke Akkus im Einsatz zu.

Das macht Sinn, da die Blackbox etwa doppelt so viel Strom frisst wie unser 9″ Echolot. Dementsprechend haben wir für das LiveScope eine 18Ah Lithium Ion Akku verwendet, für das Garmin Echomap 92sv genügte ein 9Ah LiFePo4 Modell.

Beide Akkus wiegen einzeln rund 1Kg, so dass trotz unterschiedlicher Leistung keine Probleme mit der Gewichtverteilung im Koffer auftraten.

Abb. 7 Garmin LiveScope Praxistest, Echolotbox geöffnet mit Akkus und GS10 Echolot
Ein Blick in das Innere des Koffers. Die Blackbox und die Akkus sind befestigt, beide Stromversorgungen angebracht und die überschüssigen Kabellängen untergebracht. Für den Einsatz auf dem Wasser muss hier lediglich noch das Geberkabel eingeführt und befestigt werden.

Zur Montage markiert man zuerst alle Öffnungen, die in den Kofferdeckel gebohrt werden müssen.

Unsere Ladebuchsen brauchten 12mm, die Wipp Schalter 16mm und für die Kabelführungen vom und zum Echolot sind wegen der dicken Stecker 30mm Öffnungen notwendig.

Für letztere sollte man eine Lochsäge (Bohrmaschine) verwenden. 12 und 16mm kann man mit einem 10mm Holzbohrer öffnen (wenn man keinen größeren hat) und anschließend mit einer geschlossenen Haushaltsschere (einführen und dann drehen) problemlos erweitern.

Für die Verkabelung lötet man zuerst zwei Litzen (rot =+(Pin 1), schwarz= – (Pin 2)) in ausreichender Länge an die Ladebuchsen an.

Die Lötstellen werden zur Isolierung im Anschluss mit Schrumpfschlauch versehen. Dann baut man Schalter und Ladebuchsen in das Gehäuse ein und fixiert sie von innen zusätzlich mit Heißkleber.

Als nächstes werden alle Bauteile nach Skizze verkabelt. Für Steckverbindungen bieten sich Flachstecker Buchsen (teilisoliert, 4,8mm und 6,3mm) an.

Müssen zwei Kabel eingeführt werden, nimmt man die gelben Ausführungen, für ein Kabel die rote. Alle Flachstecker werden mit einer Quetschzange aufgebracht (wie in der KFZ Technik üblich).

Wer ganz sicher gehen will, kann die Kontaktstellen in der Buchse noch mit Lötzinn anheften. Alle Buchsen erhalten zum guten Schluss die Vollisolierung mit Schrumpfschlauch(9mm). Was wo aufgesteckt wird, zeigt der Anschlussplan.

Abb. 8 Garmin LiveScope Praxistest, Verdrahtungsplan für Echolotbox Echolot
Der Verdrahtungsplan ist bei entsprechenden elektrischen Grundkenntnissen leicht auszuführen. Lediglich vier Lötstellen an den Ladebuchsen sind vonnöten, alle anderen Zugänge werden in Crimptechnik ausgeführt. Bei hohem Sicherheitsbedürfnis kann man die Kabelenden in den Steckern aber noch zusätzlich anlöten, bevor man den Schrumpfschlauch zur Isolierung aufbringt.

Die Blackbox wird nun im Koffer sicher befestigt. Als Montagehilfe dienen z.B. sogenannte Bummsinchen, das sind selbstklebende runde Tür Stopper (40mm), die bei einer Höhe von 12mm genug Futter mitbringen, um die Blackbox auf ihnen mit 20mm langen Holzschrauben zu fixieren.

Auch die Akkus müssen gesichert werden, damit sie beim Transport kein Eigenleben führen. Wir haben selbstklebendes Doppel Klettband (20mm breit) verwenden. Das hält den Akku sicher auf dem Kofferboden fest und erlaubt es jederzeit, ihn herauszunehmen und wiedereinzusetzen, wenn es nötig werden sollte.

Die Stromkabel beider Geräte verfügen über eine Gerätesicherung und lose Kabelenden, auf die zu den Buchsen passende Flachstecker aufgebracht werden. Nun kann die Endmontage beginnen.

Die überschüssigen Kabellängen bleiben im Koffer und die 30mm Öffnungen verschließen wir nachdem der Geber an der Blackbox angeschlossen wurde mit einem modifizierten 30mm Gummistopfen aus dem KFZ Zubehör.

Abb. 9 Garmin LiveScope Praxistest, Echolotbox komplette zum Transport Echolot
Alle notwendigen Teile unseres Systems einschl. Halterung lassen sich zum Transport in den Koffer packen. Hier fehlt lediglich noch die Echolotabdeckung und ein Stück Schaumstoff zur Sicherung und schon kann es losgehen. Die gefüllte Box wiegt im Transport rund 6,5kg. Die Geber werden montiert mit der Geberstange befördert. Diese Einheit passt prima in eine größere Rutentasche.

Zum Transport passt die gesamte Technik, einschließlich Echolot und Halterung, in den Koffer.

Zum Einsatz braucht man lediglich die Bügelhalterung des Echolotes auf den Koffer zu schrauben (geht mit Flügelmuttern unkompliziert und schnell), die Verbindungen herzustellen und schon ist die Einheit arbeitsbereit.

Um die Akkus laden zu können, fehlen noch die passenden Stecker für unsere Ladebuchsen, die an den Ladegerätanschlüssen angebracht werden.

Wer mit seinem Lader flexibel in den Anschlussvarianten bleiben möchte, stellt einen Adapter mit Flachstecker Anschluss her, wie er in der Abbildung zu sehen ist, dann kann man nach Bedarf die Anschlussvarianten wechseln.

Mit einer stabilen Geberstange (z.B. von Kaiser oder Scrubbes) ist eine Montage beider Geber (LiveScope und Echolotgeber) kein Problem.

Man braucht lediglich eine 20cm kurze Aluleiste als Montagehilfe (Adapter), in die sechs Bohrlöcher eingebracht werden. So lassen sich bequem beide Geber anbringen. Die Verbindungskabel zum Koffer fixiert man unten an der Stange mit Kabelbindern.

In der Praxis funktionierten beide Geber problemlos parallel. In der Handhabung war die Einheit sehr kompakt aufgestellt und unterschied sich kaum von einer Einzellösung. Lediglich die doppelte Kabelführung macht einen kleinen Unterschied aus.

Abb. 10 Garmin LiveScope Praxistest, Doppelgeber Montage Livescope +Chirp Echolot
Hier schön zu sehen: Auf die Grundplatte der Geberstange wird der selbstgefertigte Adapter in Form einer 2mm starken Aluplatte (200mm x 40mm) angebracht. Daran lassen sich beide Geber prima befestigen. In der Frontansicht werden die unterschiedlichen Geberkonstruktionen deutlich.

Haftungsausschluss

Dieser Beitrag ist lediglich eine Beschreibung eines von uns durchgeführten Projektes zu diesem Praxistest.

Wir übernehmen keine Haftung oder Gewährleistung für Schlüssigkeit der Planung, des Aufbaus und der Funktionssicherheit des Endproduktes. Wer die Beschreibung zum Nachbau eines ähnlichen Projektes nutzt, tut das auf eigene Gefahr. Eine Haftung unsererseits ist ausgeschlossen.

Wichtiger Hinweis

Alle elektrotechnischen Arbeiten und Installationen sollten nur von befähigten Personen ausgeführt werden, die die notwendigen Fachkenntnisse besitzen, solche Arbeiten sachgerecht ausführen zu können. 12V Batterien bzw. Akkus sind kein Spielzeug und bei fehlerhaftem Umgang mit ihnen eine ernstzunehmende Gefahrquelle für schwerwiegende Personen- und Sachschäden.


Teileliste/Werkzeug

  • 1x Tomcase Xt430 (Außenmaße (BxHxT) ca. 464x366x176 mm)
  • 2 x Wipp Schalter mit LED 16mm Einbau
  • 2 x Einbaubuchse 2-polig Lötanschluss
  • 2x Stecker für Einbaubuchse 2-polig Lötanschluss
  • 3m KFZ Litze rot 1-1,5mm²
  • 3m KFZ Litze schwarz 1-1,5mm²
  • 4 Stück Flachsteckerbuchse gelb 4,5mm
  • 2 Stück Flachsteckerbuchse gelb 6,3mm
  • 6 Stück Flachsteckerbuchse rot 4,5mm
  • 2 Stück Flachsteckerbuchse rot 6,3mm
  • 4 Stück Flachstecker rot 6,3mm
  • Schrumpfschlauch 0,5m 0,9mm
  • Schrumpfschlauch 0,2m 0,2mm
  • 10 Stück  Klebesockel 20x20mm
  • 4 Stück Bummsinchen 40mm (12mm hoch)
  • 1m doppeltes Klettband mit Kleberückseite 20mm
  • Aluleiste 200x40x2(mm)
Abb.11 Garmin LiveScope Praxistest, Kleinteile für Echolotbox Montage Echolot
Einige der benötigten Kleinteile. Den angesprochenen Adapter für die Einbau Ladebuchsen in der Flachsteckerlösung ist rechts zu sehen.

Werkzeug : Lötkolben, Lötzinn, Quetschzange, Heißluftfön, Bohrmaschine, Lochsäge 30mm, Holzbohrer 10mm, große Schere, Heißklebepistole