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Barsche angeln

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Barsche angeln im Frühling ist für viele Angler nicht so leicht. Oft sind Barsche ganz auf das Laichen fokussierten und schmähen viele Köder. Doch dieser Tipp hier hat es in sich und die wenigsten Angler kennen ihn. Versprechen wir zu viel? Hm … ne, ich denke nicht. 

Wir lieben die Wissenschaft und haben während der Recherche zum Buch “Modernes Fische Finden – Barsche” eine super tolle Studie zum Fressverhalten von Barschen zu verschiedenen Jahreszeiten gefunden. Und diese Studie bzw. die Erkenntnisse daraus haben uns weggehauen. 

Mit den folgenden Informationen bekommst du einen Überblick über das Verhalten der Barschepotenzielle Köder und einige der besten Hotspots für das Barsche angeln das Frühjahr.

Barsche angeln im Frühling

Verhalten von Barschen rund um die Laichzeit

Wer über die besten Hotspots oder Köder für Barsche im Frühling nachdenkt, der denkt oft zu kurz. Denn der Frühling erstreckt sich über einen Zeitraum, der viele Veränderungen für die Barsche bedeutet. Zum einen markiert der Frühling eine extreme Veränderung der Wassertemperatur. Zum anderen gibt es die Laichzeit, die das Verhalten der Barsche rasend schnell verändert.

Kurz vor der Laichzeit, werden Barsche wie alle Fische in den “ich muss mich fortpflanzen” Modus wechseln und das Fressen ist dann nur noch zweitrangig. Das ist auch gut so, denn dann sind ihnen unsere Köder auch größtenteils egal und sie können in Ruhe ablaichen.

Die Zeit des Laichens – Grundsätzlich laicht der Barsch von März bis Juni. Entscheidend ist hier das Klima und die Wassertemperatur, im Lebensraum des Barsches. Die Reife der Eier dauert fast 150 Tage, bevor sie reif für das Laichen sind. Der Frühling teilt sich in drei Abschnitte für die Barsche. In die Zeit vor dem Laichen, dem Pre-Laich, die Laichzeit und die direkte Zeit nach dem Laichen, dem Post-Laich

Zu jedem dieser Zeitpunkte während der Fortpflanzung sind die Barsche an etwas abweichenden Stellen im See zu finden. Die Eier werden nah am Ufer gelegt und befruchtet. Sobald die kleinen Barschlarven geschlüpft sind und zur Oberfläche gelangen, um die Schwimmblase mit Luft zu füllen, treiben tausende Barschlarven ins Freiwasser, wo sie sich von Plankton ernähren. Nach ein paar Wochen kehren einige ans Ufer zurück und fangen an, Fische als Hauptnahrung zu jagen.

Kurz nach der Laichzeit werden Barsche in Schwärmen wie verrückt nach Futter suchen. Sie sind ausgehungert und müssen Speck ansetzen. Mit dem richtigen Köder bekommt man kapitale und kämpfende Barsche an den Haken bekommen.
Doch oft nutzen Angler nur die üblichen Kunstköder. Dabei stehen Barsche im Frühjahr auf eine ganz andere Nahrung. Und diese ist sehr Proteinreich und gibt den Barschen alles was sie brauchen. Wissenschaftlich fundiert!

Einleitung: Barsche angeln im Frühjahr

Barsche angeln vor der Laichzeit

Gleich vorab – wir finden es nicht gut kurz vor der Laichzeit Barsche zu angeln. Es gibt zwar fast keine Schonzeiten für Barsche in Europa, aber trotzdem ist es eine sehr sensible Zeit für die Fische. Sie sorgen zudem für einen guten Barschbestand, der in den nächsten Jahren gefangen werden kann. Wer also in dieser Zeit laichende Weibchen an den Haken bekommt, sollte diese wieder behutsam in das Wasser setzen.

Während kleinere Männchen in der Regel noch weiter nach geeigneten Brutstätten suchen, begeben sich die Weibchen zuerst in geschützte Umgebungen, die sich nahe der Brutstätten befinden und warten dort. In dieser Zeit lieben Barsche noch tiefes Wasser, welches direkt an flache Stellen angrenzt.

Neueste Erkenntnisse aus der Wissenschaft

Die meisten Barsche machen sich schon auf den Weg zu ihren Laichplätzen. Interessant dabei ist, dass Barsche sich hauptsächlich innerhalb derselben Familie paaren. Als wir das das erste mal in einer Studie gelesen haben, sich wir fast nach hinten umgefallen. Aber tatsächlich sind nahezu alle Barsche eines Schwarms miteinander verwandt. Barschfamilien können aus mehreren Schwärmen in einem Gewässer bestehen. Zur Paarungszeit kommen diese Familien zusammen.

Auch lesenswert   Barsche angeln – Die Besten Hotspots – Das Jahr im Überblick

Barsche in der Laichzeit

  • In der Laichphase beginnt das Brüten. Fische sind in den Brutstätten und es herrscht rege Bewegung unter den Barschen. In allen Teilen der Brutstätten sind nun verschiedenste Fische zu finden. Es ist wohl ein geordnetes Chaos unter Wasser. Laichen alle Barsche zur gleichen Zeit? Nein, das tun sie nicht. Barsche laichen im Frühling in Gruppen und diese laichen zu anderen Gruppen unterschiedlich.

Während sich einige Barsche schon in der Laichphase befinden, harren andere Gruppen an den Kanten aus oder befinden sich noch auf dem Weg zu den Laichplätzen. Die Laichzeit variiert auch von Gewässer zu Gewässer und von Jahr zu Jahr.

Wo stehen Barsche nach der Laichzeit genau?

Schlussfolgernd hat die Fangzone hat einen großen Einfluss auf den Erfolg des Barschangelns. Aus diesem Grund sollte man sich bereits im Vorfeld ausführlich über die Gewässer und die Lage dort informieren. Das ideale Fanggebiet für Barsche, sieht wie folgt aus:

Es ist Nahrung und wenn es geht im Überfluss vorhanden. Punkt!

Jetzt denkt man natürlich: Ok, aber wo ist das? Ist es

  • harter Untergrund
  • Kanten
  • das Ufer
  • das offene Wasser

Je bessere Futter-Bedingungen auf die Fangzone zutreffen, um so besser für das Barsch angeln im Frühling. Am Wichtigsten ist hier der Untergrund, denn die Beute des Barsches und vor allem der großen befindet sich oft auf Plateaus oder in Ufernähe. Das folgende Video haben wir für den NDR aufgenommen. Es zeigt einen großen Trupp Barsche im Frühjahr in ca. 4-5 m Tiefen. Es zeigt Barsche aber spannender ist das Muschelfeld. Hier hält sich die Beute der großen Barsche auf – millionenfach.

Die besten Köder für Barsche ( >>> kaum einer benutzt sie 🤔)

Kurz vorweg: Hier ließt du einen Auszug aus dem Buch “Modernes Fische Finden – Barsche“.

Große Barsche sind begehrte Zielfische und nicht viele Angler hatten bisher das Glück eine große Kirsche an der Angel zu haben. Als Erfolgsgeheimnis werden vielfach größere Köder angepriesen. Doch wie falsch man liegen kann, zeigen uns etliche Studien zum Fressverhalten großer Barsche. Wir wurden bei der Recherche über die häufigste Beute größerer Barsche immer wieder überrascht. 

Bisher wissen wir, dass viele Insekten eine wichtige Rolle als Beute kleinerer Barsche spielen. Ein Gedanke, der uns während der Recherche zu diesem Buch immer wieder beschäftigte, war, ob Zuckmücken- oder andere Insektenlarven auch für große Barsche auf der Speisenkarte stehen.

In einer Studie explizit über große Barsche sind wir tatsächlich fündig geworden. Groß ist natürlich relativ und wurde in der Studie mit einer Länge von mindestens 25 cm angegeben. Aber gleich vorweg: 25 cm war die Mindestgröße und ordentliche 38 cm maß der größte untersuchte Barsch. Die 397 Barsche wurden aus einer Talsperre in Brandenburg (ca. 500 ha, Deutschland) und einem kleinen dänischen See (ca. 20 ha) zweimal monatlich über ein ganzes Jahr entnommen und ihr Mageninhalt analysiert.

Interessant war hier, wo die Forscher angesetzt haben, um die größeren Barsche mit ihren Netzen zu fangen. Im dänischen See wurden die Netze tagsüber am Grund platziert. In der viel tieferen Talsperre geschah das alles nachts. Die Netze wurden über Grund in Ufernähe und im Freiwasser aktiv geschleppt.

Wenn wir uns die beiden Gewässer vornehmen, fällt auf, dass die Talsperre im Sommer nur über eine sehr geringe Ausbreitung von Unterwasserpflanzen verfügte (unterer einstelliger Prozentbereich), aber das Wasser viel wärmer war als das im dänischen See. Wenn wir von einer Wassertemperatur von > 20 °C ausgehen, wurde diese in der deutschen Talsperre im Juni und im dänischen See erst im August erreicht (gemessen in 1 m Tiefe). 

Letzterer ist in den Sommermonaten zu ca. einem Fünftel von Pflanzen bewachsen. Das Ziel war es herauszufinden, was die größeren Barsche zu welcher
Jahreszeit fraßen.

Köder/Beute für große Barsche im Frühjahr im See

Schauen wir uns mal die mögliche Beuteverteilung im Frühjahr an. Wir weisen noch mal darauf hin, dass wir die Werte aus einer Grafik abgelesen haben und es sich somit um Näherungswerte handelt.

 Insgesamt geben sie uns Anglern aber einen sehr schönen Einblick, welche Köder wir wann wählen sollten.

 

Auszug Barschbuch – Kap 6 Barsche angeln zum Ende des Frühjahrs – Beute großer Barsche in kleinen Seen

Wie können wir nun dieses Diagramm interpretieren? Zu Beginn des Frühjahrs stand bei allen Barschen kaum Fisch auf der Tageskarte. Zu erklären ist das durch zwei mögliche Sachverhalte. Zum einen beginnt der Laichprozess der potenziellen Beutefische erst, wenn die richtigen Temperatur und Lichtverhältnisse vorhanden sind. Diese unterscheiden sich zwischen den beiden Gewässern, da der dänische See nördlicher liegt. 

Kleinfisch muss halt da sein und aus anderen Studien wissen wir (Barschbuch Kap. 3.11), dass kleine Barsche oft erst ab einer gewissen Größe gefressen werden!!! Ganz geschickt von der Natur eingerichtet, dass nicht gleich die ganze Brut den Barschen zum Opfer fällt. Übrigens kannst du dir hier über 40 Seiten des Barschbuches runterladen. 

Zum anderen spielt die Vegetation eine große Rolle. Sie bietet einen optimalen Lebensraum für etliche Larven. So lag die gemessene Anzahl an Zuckmückenlarven im dänischen See bei insgesamt ca. 1.500 je qm. Da die Larven nicht gleich verteilt sind, wird ihr Anteil innerhalb der Vegetation um ein Vielfaches höher gewesen sein.

Köder/Beute für große Barsche im Frühjahr in der Talsperre

 

Auszug Barschbuch – Kap 6 Barsche angeln zum Ende des Frühjahrs – Beute großer Barsche in Talsperren

Für April fehlen leider die Daten für die Talsperre. Die Hauptnahrung der großen Barsche bestand aus wirbellosen Tieren. In der Studie ist zu erfahren, das es sich hier zu einem überwiegendem Teil um Zuckmückenlarven und -puppen handelt. Im Juni änderte sich das Raubverhalten der Barsche in der Talsperre fast vollständig. Ob am Ufer oder im Freiwasser, große Barsche stellten sich auf Fisch als Beute um

Die größeren Barsche in der Talsperre konzentrierten ihre Jagd auf unterjährige Barsche und Zander.

Warum es diesen Umschwung auf Fische als Beute nur in der Talsperre gab, lässt sich vielleicht erklären. Grundsätzlich gab es einen großen Temperaturunterschied zwischen den beiden Gewässern. 

Das Wasser in der Talsperre erwärmte sich früher und schneller, sodass im Mai schon eine Wassertemperatur in 1 m Tiefe von über 20 °C gemessen wurde (zumindest im Jahr der Studie). Dieser Umstand ist ein Indiz dafür, dass das Laichgeschäft in der Talsperre früh startete. Es waren zum Ende des Frühjahrs bereits ausreichend Kleinfische als Beute verfügbar.

Eine weitere Begründung ist, dass die Anzahl der Zuckmückenlarven durch die fehlende Ufervegetation wesentlich geringer als im dänischen See war. Gemessen wurden ca. 15 g je Quadrat- meter, was ungefähr 300-500 Zuckmückenlarven entsprechen würde.

Generell gilt, dass Zuckmückenlarven die Hauptnahrungsquelle für viele Fische sind. Sie kommen milliardenfach und bis in eine Tiefe von teilweise 80 m vor. Doch der Uferbereich und die abfallenden Kanten beherbergen die meisten Larven.

Ihre Anzahl variiert im Laufe eines Jahres. Wir sehen im folgenden Bild die wissenschaftlich erfasste Menge an Zuckmückenlarven aus einem Uferbereich. Sehr deutlich ist das massenhafte Vorkommen der Zuckmückenlarven im Frühjahr zu erkennen.

Übrigens graben sich die Larven in den Boden des Gewässers ein. Auch findet man sie zwischen den Stängeln der Vegetation. Barsche wissen das und fressen hauptsächlich in Grundnähe.

Mit dieser Montage kannst du Barsche im Frühjahr angeln

Auch wenn viele Angler es nicht glauben aber tatsächlich gibt es Zeiten zu denen große Barsche lieber viele kleine Beutetiere fressen. Und an diesem Umstand sollten wir unsere Köder anpassen. Wenn Barsche im Frühjahr kleine Zuckmückenlarven erwarten, tja dann sollten man ihnen diese auch anbieten. 

Das Texas Rig ist nur ein Beispiel, um die Larven zu befestigen. Andere Rigs aus dem Finesse Fishing Bereich gehen mit Sicherheit auch. Jeder hat mit Sicherheit gerade eine gute Idee, wie die nächste Barschjagd aussehen könnte. Die Larven kann mal in diversen Aquarienläden oder online bestellen.

Merke

Wir sehen also, dass die Verfügbarkeit von Beute ausschlaggebend dafür ist, was bei den großen Barschen gerade auf der Speisekarte steht. Wer denkt, dass große Barsche nur mit großen Ködern zu überlisten sind, der lässt viele Gelegenheiten ungenutzt. Fakt ist, dass Zuckmückenlarven viele Proteine liefern und zahlreich vorhanden sind. 

Zwei Dinge sollen noch erwähnt sein. Zum ersten mag man sich die Frage stellen, wie wahrscheinlich es ist, dass große Barsche andere Beute beachten, wenn sie sich nahezu 100% auf Kleinstnahrung eingestellt haben. Zum anderen müssen sie viele hunderte dieser Mückenlarven fressen. Die Zeit der Nahrungsaufnahme ist damit viel länger als in den Monaten, in denen Fische eine größere Rolle spielen. 

>>> Das erhöht auch die Chance von uns Angler, größere Barsche an den Haken zu bekommen. Vorausgesetzt, wir bieten ihnen die Nahrung, die sie wollen und angeln an der richtigen Stelle und Tiefe. Wie sich die Nahrungsaufnahme im Laufe eines Jahres verändert, sehen wir im Kapitel Sommer und Herbst des Buches “Modernes Fische Finden – Barsche“.

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