Schleppen auf Zander – der Geheimtipp aus Skandinavien – So geht’s.

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Was in Skandinavien und den USA schon längst ein Massenphänomen ist, wird in Deutschland weiterhin als Geheimtipp gehandelt. Kann man auf Zander wirklich schleppen? Es handelt sich um das Trolling, ins Deutsche übersetzt “Schleppangeln”, bei dem künstliche Köder in unterschiedlichen Tiefen durchs Wasser gezogen werden. Das Trolling ermöglicht das Absuchen von großen Gewässerbereichen nach Zandern. Das Trolling ist eine der entspannendsten Angelmethoden und ist an warmen Sommertagen auf Zander besonders erfolgsversprechend. Denn der Hecht hat an den heißen Sommertagen Ruhezeit. Da Zander an kalten Tagen oft nicht sonderlich aktiv sind, bringt man den Köder mit dem Trolling ganz einfach zum Zander und verpasst ihn nicht, weil er gerade irgendwo im Gewässer unterwegs ist. Die meisten Angler im nördlichen Europa werden die Boote aber wohl eher nicht mehr im Wasser haben werden, so dass das Trolling für viele Angler eine Schönwetterbeschäftigung darstellt. Grundsätzlich gilt die Grundregel, dass Bisse umso wahrscheinlicher werden, je mehr Gewässerfläche mit einem Köder abgesucht wird. Beim Absuchen großer Wasserflächen besteht immer die Möglichkeit, dass die Wege der Zander gekreuzt werden – egal, ob diese in der Nacht umherziehen oder am Tag an ihren Standorten verharren. Trolling vom Boot aus ist sehr effektiv und bringt träge und besonders große Zander an den Haken. Die Druckwellen, die vom Köder ausgehen, können vom Zander über dessen Seitenlinien-Organe über weite Distanzen wahrgenommen werden.

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Schleppen auf Zander

Einige Zander sind “standorttreue” Fische, die sich nur wenig bewegen und an festen Plätzen auf Beute warten. Andere Zander sind ständig unterwegs und suchen aktiv nach Beute. In vielen wissenschaftlichen Experimenten konnte dieses Verhalten bestätigt werden. Das Schleppen knüpft an genau diesem Punkt an und ermöglicht es, mögliche Zander-Standorte großflächig abzusuchen. Auf diese Weise werden die Chancen beim Zander angeln auf einen Biss immens erhöht. Wer sich beispielsweise auf der Navionics Webapp, sein Gewässer genau anschaut, der kann die möglichen Hotspots für Zander leicht erkennen. Die besten Hotspots beschreiben wir in unserem Buch “Modernes Fische finden – der Zander” sehr ausführlich. Tragt Euch einfach in den Newsletter ein und wir geben Euch zum Start im Juli bescheid. Hier geht’s zur Navionics WebApp. Die bevorzugten Standorte der Zander im Sommer sind abfallende Kanten und Unterwasserhügel. Während der Hecht im Sommer aufgrund der Hitze eher tief steht, kann man den Zander zwischen 1 m und 10 m fangen. Aber auch hier gilt, dass unterschiedliche Gewässer ein unterschiedliches Verhalten der Zander verursachen. Oder mit uns Menschen verglichen: die einen mögen das Meer und die anderen die Berge! Den Zander trollt man unter anderem an den Kanten zum Freiwasser oder an interessanten Stellen im Freiwasser. Die Ködergröße sollte der Jahreszeit angepasst werden. 6 cm bis 20 cm sollte im passen. Wobei es im Sommer eher klein und zum Herbst hin eher größer werden darf. Der Grund ist ganz einfach: Die Fischbrut und die Jahresfische der Beute sind zu Beginn des Sommers auch kleiner und entwicklen sich dann Stück für Stück zum Winter hin. Mit einem Boot können potentielle Fischstandplätze gezielt gesucht und beangelt werden. Die Schleppgeschwindigkeit sollte echt langsam sein. Der Zander ist kein Torpedo-Hecht, und deshalb fährt man eher 2 km/h als 3 km/h. Da der Zander zudem auch noch ein sehr vorsichtiger Fisch ist, nutzt man in Skandinavien meistens den Elektromotor zum Zander schleppen. Auch Ruderboote liegen nah bei der optimalen Geschwindigkeit für das Schleppen auf Zander. Die Rute ist beim Schleppen eher kürzer als lang.

Das Boot und der tote Köderfisch

Potentielle Fischstandplätze können mit einem Boot besser gezielt gesucht und beangelt werden. Als Köder kann man künstliche oder auch natürliche Köder verwenden, denn man ist langsam unterwegs. Beim Angeln mit einem toten Köderfisch wird dem Fischchen wieder Leben eingehaucht. Das Prinzip ist recht simpel, aber dennoch effektiv: Der tote Köderfisch wird an einer einfachen Posenmontage hinter dem Boot hergeschleppt (laaaaangsam), wodurch der Köder eine verführerische Duftspur im Wasser hinterlässt. Die Rute sollte hier länger sein, als beim Kunstköder und wird derart am Boot befestigt, dass diese bei einem Biss nicht ins Wasser fällt. Es gilt, dass man noch langsamer fährt als oben beschrieben. Schaut Euch im Vorwege genau das Gewässer und die zu schleppende Tiefe an. Diese kann dann an der Pose eingestellt werden. Um eventuellen Hängern beim Zander angeln vorzubeugen, sollte die Rollenbremse gerade so geöffnet sein, dass ganz knapp keine Schnur durch das Fahren abgenommen wird. Bei einem Biss löst sich dann die Schnur von der Spule und der Köder bleibt mit dem Fisch im Wasser stehen, wodurch dieser keinen so großen Widerstand spürt. Die Köder können mit einer Beschleunigung des E-Motors oder ein entsprechender Ruck mit der Angel ins obere Wasser bewegt werden, während die Köder anschließend wieder absinkt. Wenn die Pose plötzlich abtaucht, hat der Zander den Köderfisch aufgenommen. Nun kann die Rute in die Hand genommen werden: Sobald ein leichter Widerstand gespürt wird, kann der Hieb gesetzt werden. Achtung: Bremse ist leicht eingestellt – also kurz nachjustieren. Künstliche Köder benutzt man wie beim Hecht angeln auch. Je nach Tiefe werden entweder Wobbler oder Crankbaits benutzt. Die Position der Köder können mit entsprechender Schleppausrüstung wie z.B. Sideplanner oder Downrigger bestimmt werden. Aber auch hier ist wieder langsam fahren angesagt.

Die Schleppmontage-Montage

Beim Trolling wird eine Hakenmontage oder Schlepfzapfenmontage benötigt, die ein schnelles Anschlagen ermöglicht und auch beim Hecht gut funktioniert. Deshalb sollte ein kleines Drilling- oder besser Zwiliingsystem (verletzt den Fisch nicht so sehr) bevorzugt werden. Hierbei hat der Zander immer einen Haken im Maul – egal, wie er den Köderfisch packt. Bei der Posenmethode sollte das Ködersystem – je nach Größe des Köders – ein Gewicht von 25 bis 50 Gramm aufweisen. Mit einem verschiebbaren Schnurstopper kann die passende Tiefe gesetzt werden. Das Blei sollte halb so schwer wie die Posentragkraft sein. Es sollte nicht zu fein sein, da das Trolling beim Zander angeln einen zusätzlichen Druck erzeugt. Über dem Wirbel sollte eine Gummiperle aufgezogen werden, da das Blei den Knoten ansonsten beschädigen könnte. Nach dem Einhängen des Drillingsystems ist die Montage fertig.

Der passende Köderfisch

Beim Trolling können alle nur erdenklichen Köderfische genutzt werden. Wichtig ist, dass der Drilling durch die Ober- und Unterlippe des Fisches gestochen wird. Dies führt dazu, dass der Köderfisch mit dem Kopf voran schwimmt – die Bewegung ähnelt der eines lebendigen Fisches. Auch hier gilt: Am erfolgsversprechendsten ist ein toter Köderfisch der TopBeute in dem jeweiligen Gewässer. Wir erinnern kurz daran, dass der Zander sich sehr auf eine oder zwei Beutefische fokussiert – und ja, jedes Gewässer ist anders.

 

Puh, bis hierhin hast du es schon geschafft. Toll!

Hier haben wir für dich noch 5 Tipps zum Zanderangeln – in aller Kürze.

  • Der Zander bevorzugt fast immer zu 50% eine bestimmte Beute. Die Beute, die am häufigsten in seinem Standort vorkommt. In den warmen tiefen und meist klaren Seen Mitteleuropas ist der Top Beutefisch Nr. 1 – der Barsch.
  • In klarem Wasser hat der Zander eine 100% Chance den Barsch zu jagen. Der Barsch verteidigt sich indem er sich nicht mehr bewegt und den Zander bis auf 10 cm heranlässt.
  • Rotaugen werden als Beute besonders nachts oder bei Sichtweiten unter 25 cm bevorzugt. Ist es trüb oder dunkel sollte der Köder diesen schlanken Weißfischen gleichen. Warum verschmähen viele Zander Rotaugen bei guten Sichtbedingungen unter Wasser? Rotaugen reagieren sehr schnell bei klarem Wasser auf anwesende Zander und fliehen sehr früh. Im Ergebnis sinkt der Jagderfolg des Zanders.
  • Der Zander sucht wenn möglich das wärmste Wasser in einem Gewässer. Er liebt warmes Wasser und wenn es dort ausreichend Beute gibt. Bleibt er genau da. Studien in IJsselmeer (Holland) ergaben Studien, dass es in der Nähe von Kraftwerken 2000% mehr Zander gab als anderswo. (Ja, kein Schreibfehler – 2.000%!!!) Der Grund: Die Wassertemperatur in Kraftwerknähe war ganzjährig 5-7°C höher als im übrigen IJsselmeer und die Beutefischkonzentration ebenfalls sehr hoch.
  • Zander jagen mit zwei unterschiedlichen Angriffsstrategien. Entweder sie suchen aktiv nach der Beute oder sie warten auf die Beute. Je nachdem müssen wir unsere Angeltechnik anpassen.

Wir haben auch noch ein Strategiepapier zum Zanderangeln ausgearbeitet.

Hier erfährst du zusammengefasst in 3 Schritten, wo du den Zander findest, wann er am wahrscheinlichsten an dem Spot ist und wie du ihn am besten an den Haken bekommst.


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