Einführung: Wie suche ich die beste Köderfarbe für Zander, Hecht und Barsch aus?

3463
Mit der richigen Methode ählst du den passenden köder für Zander, Hecht und Barsch aus

Bei Kunstködern kennen wir das alle: heute in rot/silber eine Fanggarantie, morgen der absolute Flopp. Warum eine bestimmte Farbkonstellation bei unseren Ködern manchmal unwiderstehlich ist und an anderen Tagen auf den Namen „Schneider“ hört, ist eine spannende Frage, die mich schon lange beschäftigt. Wie komplex das Thema Köderfarbe sein kann, wissen wir ja alle. Ich wollte endlich einmal fundierte Antworten haben. (… und keinen youtube Abklatsch 👋)

Dafür habe ich mich in etliche wissenschaftlich orientierten Beiträgen eingelesen.

Die Ergebnissen und Erkenntnisse sind erstaunlich, so dass es bei diesem Thema keine einfachen Antworten geben kann. Aber trotz dessen sich immer weitere Fragen auftun, je mehr man mit seinen Bemühungen in die Tiefe geht, gibt es dutzende Aha-Effekte, die mich manchmal fast sprachlos gemacht haben.

Letztendlich ist aber gerade das hilfreich bei der Beantwortung der ewig jungen Frage: “Welche Köderfarbe ist heute die Beste?”

Moment! Wer sagt denn, dass die Köderfarbe beim Angeln überhaupt eine Rolle spielt? Vielleicht ist ein bestimmter Köder der Farbe X nur zufällig erfolgreich und ein anderer nicht. Ist es tatsächlich die Farbe, die den Ausschlag gibt oder eher die Reizwirkung der Bewegung? Oder ist die Köderführung das NONPLUSULTRA des Fangerfolges?

Eine grundlegende Regel bei der Auswahl der besten Köderfarbe ist, dass in trübem Wasser knallige Farben gefischt werden. In klarem Wasser eher dezente Farben beim Köder gewählt werden sollen. Die Logik dahinter ist, dass grelle Farben die Aufmerksamkeit des Köders steigern sollen, während gedeckte Farben den Köder als echten Beutefische erscheinen lassen.

Aber der Reihe nach.

Was dieser Artikel liefern kann?

In diesem Artikel geht es um die vermeintlich beste Köderfarbe. Du wirst erfahren …

  • was die Farbwahrnehmung unter Wasser beeinflussen kann?
  • wie Licht das Farbsehen beeinflusst?
  • was das Farbsehen der Fische beeinflusst? (denn es kommt ja nicht darauf an, wie wir den Köder sehen, sondern wie der Hecht, der Barsch oder der Zander unseren Köder sieht, oder?)
  • ob UV Köder wirklich das halten können, was sie versprechen?

Was dieser Artikel nicht liefern kann, ist eine endgültige Lösung zu der Frage, welche Köderfarbe die Beste ist. Warum?

Zum einen ist ein geschriebener Artikel sehr limitiert in der Darstellung. Ist halt nur Text mit ein paar Bildchen. Zum Anderen ist das Thema so komplex, dass dieser Artikel eine Dimension erreichen würde, den keiner mehr in einem Versuch lesen könnte. (Und du wirst sehen, dass er jetzt schon sehr lang ist).

Das Thema der besten Köderfarbe sind wir mit Studien, Versuchen und Live Unterwasseraufnahmen von den unterschiedlichsten Ködern angegangen. Die Ergebnisse haben wir hier in einen Videokurs gepackt.

Aber bleiben wir weiter in diesem Text. Um auch nur eine dieser Fragen beantworten zu können, sind einige biologischen und physikalische Bedingungen des Farbsehens von Bedeutung, die interessante Einblicke gewähren und unsere bisherigen Köderwahl durchaus auf den Kopf stellen können.

Wie suchen wir die vermeintlich fängigste Köderfarbe für Hechte, Barsche und Zander aus?

Die Antwort ist ganz einfach. Unser subjektives Farbsehen ist das Maß aller Dinge. So wie wir die Köderfarbe beim Zanderangeln empfingen, wird wohl auch der Zander die Köderfarbe sehen. Ja, so denken wir – zumindest meistens.

Aber da gibt es ein paar wesentliche Faktoren, die die Farbe unserer Kunstköder wie Wobbler, Spinner, Blinker oder Gummifische für Raubfische anders erscheinen lässt als wir sie tatsächlich sehen.

Und kommt es nicht eigentlich darauf an, welche Farbe die Fische sehen?

Welche Faktoren verändern die Farbe deiner Köder?

  • Die Farbe des Wassers
  • Die Sehfähigkeit in Bezug auf Farbe der Fische
  • Das Wetter bzw. die verfügbare Lichtmenge

Ein Beispiel gefälligst?

Wusstest du, dass jeder Mensch die gleiche rote Tomate in einem anderem rot sieht? DAs liegt daran, das die Augen eines jeden Menschen ein wenig anders aufgebaut sind. Des Weiteren sagt uns unser Gehirn, dass die Tomate rot ist. Dadurch interpretiert es eine Tomate immer ein wenig mehr als rot, als sie tatsächlich ist.

Wir können uns nur nicht darüber streiten. Denn wir können niemandem erklären, wie das rot für uns genau aussieht, dass wir auf der Tomate erkennen.

Halten wir also fest:  Raubfische wie z.B. Zander werden deine z.B. gelben, roten oder grünen Wobbler, Spinner oder Gummifische in einer anderen Farbstärke sehen als du.

Welche Rolle spielt das Licht bei der Farbwahrnehmung?

Das gesamte elektromagnetische Strahlenspektrum der Sonne umfasst einen großen Bereich von Lichtwellen unterschiedlicher Länge. Jede Wellenlänge repräsentiert eine Lichtfarbe.

Von diesem Spektrum sehen wir als Primaten nur einen kleinen Ausschnitt. Das für uns sichtbare Tageslicht umfasst den Bereich von blau (kurzwelliges Licht) über grün und gelb bis rot (langwelliges Licht).

Nach der von Helmholtz und Young beschriebenen Dreifarbentheorie stützt sich unser Farbsehen auf drei Primärfarben blau, grün, rot, die sich bei etwa gleicher Lichtstärke zum Farbeindruck weiß addieren.

Man spricht deshalb von einer additiven Farbmischung. Man nennt sie auch physiologische Farbmischung, weil sie in unserem Gehirn abläuft. <- wichtig: in unserem Gehirn

Das sieht dann so aus (additive Farbmischung):

Unser Farbeindruck entsteht also als elektrochemische Reaktion in unserem Gehirn als Addition der drei beschriebenen primären Grundfarben rot, grün und blau. Unsere Vorstellung von Farbmischung im täglichen Leben, sei es beim Anschauen von Gummifischen oder Wobblern ist also nur ein subjektiver Eindruck – zumindest was die Intensität der Farbe angeht.

So, das war jetzt ein wenig Theorie … aber was bringt das beim Aussuchen der Farbe für unseren Wobbler bzw. Gummifisch?

Kurzes Fazit: Unser Gehirn sagt uns welche Farbe wir sehen. Das wiederum bedeutet, dass unser Zielfisch wie Hecht, Barsch oder Zander die Farbe unseres Köders ganz anders wahrnehmen kann!

Wie entsteht ein Farbeindruck?

Unser Auge (additives Farbsehen) hat für jede der Grundfarben sogenannte Zapfen (Farbzellen), die nur für bestimmte Wellenlängen des Lichtes empfindlich sind. Für das Sehen bei geringer Helligkeit, zum Nachtsehen oder Dämmerungssehen sind die sogenannten Stäbchen zuständig, die empfindlicher sind und deshalb auch bei wenig Licht noch Objekte erkennen können.

Farben werden dann nur noch als Grautöne wahrgenommen. Der Farbeindruck eines Objektes wie z.B. eines Gummifisches entsteht im Gehirn des Betrachters als Auswertung von Reizen, die es über die Farbzellen erhält.

Boh, ist das theoretisch .. egal. Das muss jetzt sein. Diese Farb-Reize sind umso stärker, je mehr Lichtwellen einer Farbe reflektiert werden.

Auszug: Köderkurs – “So findest du die beste Köderfarbe”

Ganz simple heißt das, eine Farbe wird z.B. als rot erkannt, wenn die Lichtwellen des roten Lichtanteils vom z.B. Wobbler reflektiert werden, während andere z.B. die von blau und grün vom Wobbler großenteils absorbiert, d.h. aufgenommen werden.

Dieser biologische Sachverhalt ist sehr wichtig, wie wir noch sehen werden. Denn rot ist nicht mehr rot, wenn irgendetwas die Reflektion des roten Lichts behindert oder anders ausgedrückt, der rote Lichtanteil herausgefiltert wird.

Was kann die Rotwahrnehmung verhindern bzw. was kann die Reflexion verhindern?

Genau – z.B. die Wasserfarbe! Denn unsere Gewässer sind nicht mit klarem destillierten Wasser gefüllt, sondern mit allerhand Schwebstoffen, Algen etc.

Können Raubfische überhaupt Köderfarben unterscheiden?

Ganz klar ja. Fische wie Hecht, Barsch oder Zander können deine Köderfarbe von Spinner, Gummifischen oder Wobblern sehen. Das ist doch schon mal super … dann ist an dem Köderfarbenhype vlt. doch was dran.

Wissenschaftlich ist diese Frage durch eine Vielzahl von Untersuchungen und Experimenten beantwortet worden. Natürlich weiß man nicht so genau, welche Bilder bei Fischen im Gehirn entstehen. Alle medizinischen oder chemisch-physikalischen Untersuchungen oder Experimente hatten zum Ziel, zu zeigen, welche Fähigkeiten bei Fischen vorhanden sind und ob es Unterschiede zwischen den Arten gibt.

Gesichert ist die Erkenntnis, dass Fische im Nahbereich ein klares Bild haben, Bewegungen erkennen können und eine sehr gute Kontrasterkennung mitbringen. Klar ist, dass eine gewisse Lichtmenge vorhanden sein muss, damit Köderfarben überhaupt erkannt werden.

Du solltest also wissen, wie viel Licht in deiner Angeltiefe noch vorhanden ist. Mehr Infos und Unterwasser Köderaufnahmen haben wir hier …

Die meisten Fische nehmen Farben war, die in ihrer Umgebung vorkommen. Aufgrund ihres Lebensraumes und der Tiefe des Wassers können Fische einige Farben besonders gut sehen. Das trifft z.B. auf die Salmoniden der Forellenregion zu und passt insbesondere im Salzwasser für die farbenfrohen Riffbewohner. Fische der Tiefenregion verfügen nur über ein eingeschränktes Farbsehvermögen. 

Fische haben je nach Art also ein gut ausgebildetes Farbsehvermögen. Diese Fähigkeit hat sich im Laufe der Evolution in einer Weise entwickelt, die in Teilbereichen leistungsfähiger (junge Forellen sehen z.B. UV Licht) ist, als das Farbsehen der Primaten, zu denen auch wir gehören. Aber die Evolution ist niemals verschwenderisch, so dass es große Unterschiede bei den Flossenträgern gibt, je nachdem wie die Bedürfnisse der einzelnen Lebensräume ausgeprägt sind. 

Zusammengefasst können wir hier sagen, dass Fische Farben sehen. Welche Farben ist abhängig von der Fischart … Spannend ist, dass du in vielen youtube Videos zum Thema Köderfarbe Dinge hörst wie, “Fische können mehr Farben sehen, als wir Menschen.” oder “Fische können UV-Licht sehen – Menschen nicht”.

Naja, im Ansatz sind diese Aussagen schon mal gut, aber wer glaubt, dass alle Fische gleich gut Farben erkennen können, der irrt. Wusstest du, dass z.B. Zander, Barsch und Hecht viel weniger Farben erkennen können, als wie Angler (oder Menschen 👀)?

Ja wirklich. Wir geben uns Mühe bei der Farbauswahl. Entscheiden uns für eine schöne FarbKombo und dann können die Raubfische diese Farbe nicht mal sehen …

(los sag schon, welche Farbe ist das? Nein, das ist Fischspezifisch und würde den Rahmen hier im Text sprengen. Detaillierte Informationen haben wir im Köderkurs zusammengetragen und für die Köderauswahl einen Leitfaden erstellt.)

Was wir noch wissen: Auch unter Wasser ändern wisch Farben durch Lichtreflektion bzw. –absorption. Fische können Köderfarben differenziert unterscheiden, je nach Lebensraum besser oder schlechter.

Welche Rolle spielen Farben im Leben eines Fisches?

Möchtest du Zander oder Hechte angeln, dann sollte man sich ernsthaft über die Wichtigkeit des Farbsehens von Fischen Gedanken machen. Nur so, bekommt man einen Eindruck davon, ob die ganze Mühe, die wir uns bei der Köderauswahl geben wirklich berechtigt ist.

Das Überleben eines Flossenträgers hängt davon ab, wie gut er sich tarnen kann, um Fressfeinden zu entgehen und wie schnell und sicher er seine Nahrung findet, die seinen Organismus in Bewegung hält und seine Reproduktion (Fortpflanzung) sicherstellt.

Raubfische tarnen sich, um von Beutefischen nicht erkannt zu werden, Beutefische, um nicht gefressen zu werden.

  • Schaut man von oben auf den Fisch, verschmilzt er wegen seines dunklen Rückens mit dem Untergrund.
  • Von unten betrachtet, ist er mit seinem  hellen silbernen Bauch im Gegenlicht praktisch unsichtbar.
  • Horizontal sind es bestimmte Muster im Schuppenkleid oder Braun- und Grüntöne, die den Fisch in seinem Pflanzumfeld unauffällig daherkommen lassen.

Frei nach dem Motto: sehen aber nicht gesehen werden. Wie anpassungsfähig in der Farbgebung bestimmte Fischarten unserer Breitengrade sind, hat je nach Gewässer jeder erlebt. Viele blass gezeichnete Barsche gibt es in klaren Gewässer. Solche mit ausdrucksstarkem Mustern finden sich in dunklen Wassern bzw. in der Tiefe.

Überdeutlich wird das System „Täuschen und Tarnen“ bei den farbenprächtigen Riffbewohnern, die im Aquarium schreiend bunt daherkommen und in ihrem natürlichen Lebensraum gerade wegen ihres bunten Anzuges, mit der Umgebung verschmelzen. Häufig spielt die Farbgebung auch bei der Fortpflanzung eine Rolle. 

Merke: Fische verwenden Farbmuster zur Tarnung und zur Fortpflanzung

Ist die Wirkung der Farbe beim Fischköder schon einmal nachgewiesen worden?

Es gibt einzelne Experimente zu diesem Thema. Bei Forellen z.B. hat die Einfärbung von Maden mit rot oder pink zu einer messbar stärkeren Annahme des Futters geführt. Solche Versuche sind dann erfolgreich, wenn sie eine natürliche Nahrungsaufnahme kopieren. Rote Zuckmücken Larven sind im Frühjahr in den Bächen und Teichen die bevorzugte Nahrungsgrundlage, nicht nur bei Forellen.

Doch leider steht das Thema der Köderfarbe in der Wissenschaft nicht gerade oben auf der Wunschliste der Experimente, die man schon immer mal machen wollte. doch wir sind fündig geworden und haben ein Experiment zu Schwarzbarschen gefunden.

Auszug aus dem Köderkurs “So findest du die beste Köderfarbe” – Thema: “Welche Farbe fängt am meisten?”

An 19 Tagen haben 8 Angler mit dem gleichen Ködermodell in 6 Farben geangelt. Nach jeweils 20 Minuten wurde dann die Farbe gewechselt. Interessant sind die Ergebnisse. Da gab es doch zwei Farben, die vor allem die größeren Burschen an den Haken gelockt haben.

Barsche lieben im Frühjahr Nahrung wie z.B. Zuckmück Larven, solange sie vorkommen. Sie stellen sich aber dann nach dem Laichgeschäft auf Fischbrut und Kleinfische um, sobald diese in ausreichender Zahl vorhanden sind. Wenn wir also im Frühjahr mit unserem Barschblinker oder einem kleinen Wobbler diesem Fisch nachstellen, werden wir wahrscheinlich erfolglos bleiben, während ein gezupfter kleiner Rot Wurm im Frühjahrshochwasser sich als  Toppköder herausstellen könnte.

In Kanada ist der Spin-In-Glow, eine Art rotierende Propellerboje, bei der Grundangelei auf schwere Königslachse, ein überaus populärer Köder. Experimente mit unterschiedlich gefärbten Typen haben gezeigt, dass einige Farben von Angelködern häufiger attackiert werden als andere, wenn bestimmte Bedingungen (Lichtverhältnisse, Wassertrübung) vorliegen, bei anderen Voraussetzungen ist die Farbe im Fressverhalten der Fische nicht signifikant.

Welchen Einfluss hat das Medium Wasser aus die Köderfarbe?

Unser Farbeindruck basiert auf dem Medium Luft, in dem wir uns aufhalten und das wir zum Überleben brauchen. Und genau hier – in der Luft entscheiden wir, welche Köderfarbe wir nutzen sollen? Welche Köderfarbe unter Wasser am auffälligsten ist? Ehrlich?

Aus Erfahrung wissen wir, dass bestimmte Konstellationen der Witterung, wie Rauch und Nebel, unser Farberkennen grundlegend beschneiden können, weil der Reflexionsmechanismus durch Partikel(Rauch) oder Wasser Tröpfchen(Nebel) gestört wird.

Wasser verwändet alles – was unsere Köderfarbe für Wobbler, Spinner oder Gummifische betrifft!

Wenn es in den Lebensraum der Fische geht, stellen wir schnell fest, dass dieses Medium für den Fisch und uns Anglern eine andere Herausforderung darstellt. Viele Eigenschaften des Lichts ändern sich nämlich, wenn es ins Wasser geht. Die Erklärung dafür ist nicht so ganz einfach, hilft aber zu verstehen, was Fische wahrnehmen können und welche Konsequenzen das für uns Angler bei der Köderwahl von Wobbler, Spinner, Gummifisch oder welchen Kunstköder auch immer hat.

Im Wasser verändert sich das Licht durch zwei physikalische Faktoren: die Lichtstreuung und die Lichtabsorption. Fangen wir mit der Absorption an.

Wenn wir einen langen Flur mit nur einem Fenster stehen, wissen wir, dass die Helligkeit (Lichtintensität) im Fensterbereich am größten ist und mit zunehmender Raumtiefe sichtbar abnimmt. Ähnlich verhält es sich im Wasser.

Je tiefer man kommt, umso dunkler wird es, weil das Licht mit zunehmender Entfernung von der Wasseroberfläche absorbiert wird. Der Verlust beträgt in 3 m Tiefe bereits 60%!!!

Wenn wir unser sichtbares Lichtspektrum betrachten, geschieht das aber nicht gleichmäßig. Langwelliges Licht wie z.B. rot oder orange verschwindet schneller als kurzwelliges, blaues Licht.

Auszug aus dem Köderkurs: “Welchen Einfluss hat die Wasserfarbe auf die Köderfarbe?”

Rot hat sich praktisch in fünf Metern Tiefe bereits in grau verwandelt. Wer also glaubt, dass seine roten Gummimakks auf Dorsch in nur 10m Tiefe besonders fängig sind, sollte sich diesen Umstand einmal vor Augen führen.

Das bedeutet nun im Detail, das das UV Licht, welches wir Menschen nicht sehen können, am tiefsten ins Wasser reicht. Gefolgt von blau und grün … naja, du siehst es ja auf dem Bild. Im Klartext würde das bedeuten, dass dein grüner Gummifisch für das Zanderangeln nur so lange grün erscheint, wie das grüne Licht tief ins Wasser reicht.

Angelst du tiefer, hat dein grüner Köder irgendeine andere Farbe – aber definitiv kein grün mehr.

Noch mal im Klartext: All deine Mühe bei der Auswahl deiner Köderfarbe für deine Kunstköder war umsonst, wenn du nicht weißt, wie tief das rote, gelbe, grüne oder blaue Licht in deinem Gewässer ins Wasser reicht!!!

Wirklich: Hast du keine Vorstellung davon, hast du wahrscheinlich zu viel Geld für etliche unnütze Köder ausgegeben. (zumindest, wenn dir die Köderfarbe wichtig war)

Zusätzlich wählt man ja oft die Köderfarbe mit dem Ziel aus, dass sie dem Hecht, dem Barsch oder dem Zander auffallen muss, oder? Und auch hier losen wir, wenn wir nicht wissen, bis in welche Tiefe rot, gelb, grün oder blau reicht.

So viel zur allgemeinen Theorie.

An dieser Stelle weißt du schon mehr als fast 70-80% der meisten Angler.

Aber bei der Darstellung, wie tief das Licht ins Wasser reicht, gibt es einen Fehler. Nein, keinen Fehler … sondern unvollständiges Wissen oder auch Halbwissen genannt.

Denn das obige Bild stellt den Lichteinfall in klarem Wasser mit 30-70 m Sichttiefe dar. Das Licht kann also nahezu ungehindert ins Wasser eindringen und einzelne Farben verlieren sich, aufgrund ihrer eigenen Energie. Einige Spezialisten machen Aufnahmen von verschiedenen Köderfarben in der Tiefe der besten Tauchreviere irgendwo auf der Welt.

Am besten noch nahe dem Äquator, wo das Sonnenlicht nahezu senkrecht ins Wasser gelangen kann. Aber interessiert uns das?

Wie hier in Deutschland angeln unsere Zander, Barsche, Hechte oder welche Raubfische auch immer in grünen und braunem Wasser mit Sichtweiten von wenigen Zentimetern bis mehreren Metern. Aber eben nur sehr sehr selten bei 30-70 m Sichttiefe.

Was ist bei unseren Gewässern in Deutschland anders?

Die Lichtstreuung und die Absorption. Beides wird hervorgerufen durch Schwebeteile im Wasser. Je mehr Partikel vorhanden sind, umso größer ist der Effekt. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit unserem Nebel oder Rauch in der Atmosphäre.

Stehende Gewässer in algengrün sind ebenso betroffen wie Flüsse, die jede Menge Sedimente mitführen (oft bräunliches Wasser). Die Küstengewässer machen auch keine Ausnahme, da sie durch die mannigfache Wassereinleitung der Flüsse und Bäche „partikelbelastet“ sind. Erst im Offshore Bereich nimmt die Lichtstreuung ab. Hier finden wir mehr Licht in größeren Tiefen.

Welche Köderfarben sind in 10 m Tiefe noch sichtbar?

Köderfarbe für trübes braunes Wasser Köderkurs
Farben, die in 1 m Angeltiefe noch vorhanden sind. (Auszug Online-Angelkurs “Was ist die beste Köderfarbe?”)

Was sagt uns die Darstellung dieses Bild? Die Pfeile symbolisieren das Licht und die Lichtstärke der jeweiligen Farbe. In diesem Fall, eines Sees mit bräunlichem trüben Wasser. Hier in 1 m Tiefe ist das meiste Licht noch mehr oder weniger deutlich vorhanden.

Ist blaues, grünes, gelbes und rotes Licht vorhanden, sind in trübem Wasser aus blaue, grüne, gelbe und rote Köder zu sehen. UV Licht sei kurz angemerkt – ist bereits jetzt verschwunden. 😲 (lasst euch also nicht veräppeln, wenn es um UV Köder geht. Diese sind nicht immer die Geheimwaffe).

Aber jetzt kommt es. Spannend wird es jetzt: Was denkst du, welches Licht noch in 3 oder gar 4 m Angeltiefe vorhanden ist? Und? eine Idee?

Warum ist das spannend?

Merke: Wer weiß, welches Licht in welcher Tiefe vorhanden ist, weiß auch zielsicher, welche Köderfarben überhaupt noch sichtbar sind, um den Zandern, Hechten und Barschen aufzufallen.

Woher stammen die Daten?

Wir haben Daten aus verschiedenen wissenschaftlichen Aufzeichnungen gesammelt und ausgewertet. Wissenschaftler können die Lichtintensität und die Lichtenergie im Wasser messen. Damit können sie feststellen, wie viel Licht unterschiedlicher Wellenlänge in verschiedenen Tiefen vorhanden ist.

Weitere Infos zu braunem und grünem Wasser in den Tiefen von 1 m, 3 m oder 5 m Tiefe liegen uns ebenfalls vor. Diese Werte haben wir im Kurs – “So findest du die beste Köderfarbe” verarbeitet.

Merke: Köder können nur in ihrer Farbe zu sehen sein, wenn das Licht dieser Farbe auch in der jeweiligen Angeltiefe noch vorhanden ist. Damit ein Köder z.B. gelb ist, muss gelbes Licht vorhanden sein.

Als Erkenntnis haben wir gewonnen: Mit zunehmender Tiefe verlieren einige Farben (bzw. die jeweilige Strahlung) ihre Energie. Wenn alle Farben verschwunden sind wird es schwarz, d.h. es ist dunkel.

Je nach Trübungsgrad, liegt der Lichtverlust in 5-10 m Wassertiefe bereits bei 85%. Farben stellen sich im Wasser häufig anders dar.

Und jetzt kann ich dir versprechen, bist du mit deinem Wissen den meisten Profi-Anglern schon einen Schritt voraus. Du kannst dir mal dir Mühe machen und auf youtube die Suchbegriffe Köderfarbe eingeben und dir die meist angeschauten Videos angucken. Mit deinem aktuellen Wissenstand wird das ein Spaß für dich sein. 😈

Für die Entscheidung unserer Köderfarbe ist also nicht das wirksam, was wir in unserer Köder Box sehen, sondern nur das, was im Wasser davon übrigbleibt. Und das kann sich grundlegend von dem unterscheiden, was wir annehmen.

Was ist jetzt mit dem Raubfisch wie Zander, Hecht und Barsch?

Nun, der Fisch muss sich u.U., genau wie wir durch den „Nebel“ kämpfen, evtl. verschwindet seine Umgebung zeitweise auch in dichten „Rauchschwaden“. Die Evolution hat ihn deshalb mit einer Reihe anderer Sinnesorgane ausgestattet, die ihm ein Überleben unter solchen Bedingungen zu sichern.

Laute, Gerüche und Druckwellen kann er sehr fein wahrnehmen, so dass er das Auge eigentlich nur als letzte Bestätigung benötigt. Das mag der Grund sein, warum z.B. blinde Hechte noch erfolgreich jagen können.

Der ein- oder andere, den ich gefangen habe, war noch normal im Futter. Wir verstehen jetzt auch, warum die Fische nur im Nahbereich scharf sehen (Kurzsichtigkeit). Bei Nebel ist das Fernlicht für uns auch völlig ungeeignet, unsere Nebelscheinwerfer arbeiten nur im Nahbereich.

Die meisten Fische, ob Zander, Hecht oder der Barsch, nehmen die Farben war, die ihre Umgebung aufweist. Daraus ergibt sich in der Folge, dass Fische im klaren, flachen Süßwasser oder den seichten Riffregion Farben z.B. unserer Angelköder sehr gut erkennen können, während Seefische aufgrund ihres eher farbarmen Lebensraumes (blau, grün) mit zunehmender Tiefe wenig Farbsehvermögen haben.

Die wichtigste Erkenntnis der Forschungsarbeiten ist aber die Tatsache, dass Raubfische ihre Beute am Kontrast und ihrer Silhouette erkennen, den das Futter gegen einen farbigen Hintergrund aufweist.

Der Typ und die Durchzeichnung des Kontrastes hängt von vielen Faktoren ab: Tageszeit, Untergrund, Sichttiefe im Wasser, Sonnenschein und Sonnenstand, der Bewölkung und letztlich auch von der Jahreszeit.

Es gibt etliche solcher Situationen, in denen man seine Köder nach dem best möglichen Kontrast aussuchen kann und sollte.

Das Wissen über das maximale Kontrastwirkung deines Kunstköders, kann beim Angeln der kleine Unterschied sein, ob dein Köder oder der Köder eines anderen Anglers interessant für den Zander oder die Barsche oder oder ist.

Welche Köderfarbe ist nun der richtige für Zander, Hecht oder Barsch?

Quelle: Köderkurs – Thema “Wie schaffe ich einen Kontrast bei sonnigem Wetter und blauen Himmel?”

Viele Fische gehen den Köder von unten an. Bei Tageslicht sehen sie also nur Kontrast vor einem hellen grauen oder blauen  Hintergrund. Bei einer solchen Konstellation verschwinden alle Farben im Gegenlicht.

Das kennen wir selbst sehr gut. Bei unseren Fotos im Gegenlicht werden die Objekte dunkel bis schwarz, wenn wir sie nicht mit dem Blitz aufhellen. Farben sind da nur noch andeutungsweise zu erkennen. 

Daraus folgt direkt, dass ein Köder mit hoher Kontrastwirkung wichtiger ist als seine Farbe. Wer jetzt einwendet, dass er mit der Köderfarbe X aber immer sehr gut fängt, mag ja Recht haben, die Ursache kann aber der aus der Farbe resultierende Kontrast sein.

Wenn es um die Farbe des perfekten Köders geht wissen wir, dass rot, orange und gelb für den Flachbereich und blau oder grün für die größeren Angeltiefen überhaupt wirksam sind. Außerdem stellen sich die Farben an der Luft anders dar als im Wasser, je nachdem welcher Farbanteil des Lichts bereits absorbiert worden ist.

In tiefen Wasserregionen ist deshalb eine optische Reizwirkung weit weniger von Bedeutung als die Bewegung und mögliche Druckwellen. Im Hinblick auf die Wassertrübung scheint es deshalb wirksam zu sein, hohen Kontrast bei trübem Wasser und weniger bei klaren Bedingungen einzusetzen.

Gerade die Umrisse des Köders sind bei trübem Wasser von Bedeutung. Für uns ist es deshalb wichtig zu wissen, welcher Futterfisch bei unseren Räuber auf dem Speisezettel steht. Stinte haben eine andere Gestalt als Barsche und kleine Brasse unterscheiden sind deutlich von Gründlingen. 

Einige Köderfarben sind allerdings für eine erfolgreiche Angelei durchaus von Bedeutung auch wenn sie im Wasser mitunter ein Eigenleben führen. Grundsätzlich sollte der angebotene Köder ins Beuteschema unseres Zielfisches passen.

Während der Hecht mit seinem hohen Aggressionspotential auch bei unnatürlichen Ködern durchaus einmal zugreift, reagiert der Zander eher sensibel auf das Angebot, wenn es zu sehr von seinem Beuteumfeld abweicht.

Bei diesem Fisch müssen Köderform und Kontrast zum aktuellen Beuteangebot passen. Mit unserer Farbe können wir uns aber vom übrigen Angebot etwas absetzen, wenn wir es schaffen, in der Masse der Beutefische etwas hervorzustechen ohne vom Grundmuster abzuweichen.

Ist ein gelber Gummifisch ist z.B. in 1-2 m Tiefe und bräunlichem Wasser immer noch gelb?

Oder hebt er sich nur etwas heller vom Beutefisch ab? Um das herauszufinden nutzen wir Unterwasserkameras und Drohnen. So wissen wir immer, welche Köderfarbe in 1 m, 2 m, 5 m, 10 m oder oder am besten zu sehen ist. Und das in klarem, grünem oder bräunlichem Wasser.

(Hier siehst du eine Unterwasseraufnahme eines Köderfarbtests in bräunlichem Wasser: Ab 0:28 min sind zwei gelbe Köder zu sehen. Einer ist gelb, während der andere ein Fluo gelb ist. Die Tauchtiefe ist mit 1,80m angegeben. Die Aufnahmen entstanden nachmittags bei Sonnenschein im Winter. Der Lichteinfall der Sonnenstrahlen war also schräg.)

Das Ziel bei der Farbwahl des Kunstköders muss es sein, dass unser Wobbler, Gummifisch, spinner oder Blinker beim Angeln in der Masse der Beutefische dem Zander, dem Hecht oder dem Barsch auffällt. So, verbessert man seine Chancen auf einen Raubfisch um einige Level. Das erspart einem etliche Schneidertage.

Aus den bisherigen Erkenntnissen lassen sich einige Empfehlungen ableiten, die ich einmal nach Wasserzustand und Wetterformation gliedern möchte. Wenn man nach diesem Schema seine Köder Box ausrüstet und die Ködervariationen gezielt einsetzt, sollte der Erfolg nicht ausbleiben.

Welches Wetter, bei welcher Wassertrübung, erfordert welche Köderfarbe?

Um hier ein Plan bzw. eine Anleitung zu haben, arbeiten wir ständig an diesem Thema. Wir machen regelmäßig Unterwasseraufnahmen von Ködern in den unterschiedlichsten Situationen.

Du siehst hier also nur einen klitze kleinen Ausschnitt dessen, was möglich ist. Aber schon dieser kleine Einblick wird dafür sorgen, dass dein Köder den Hechten Barschen oder Zandern vielleicht ein klein wenig mehr auffällt, als die Köder deiner Angelkollegen. 🎣

Grundsätzlich sollte man bei der Farbe seiner Köderwahl folgende Faktoren mit einbeziehen:

  • Wasserfarbe
  • Sichttiefe (Trübungsgrad)
  • Angeltiefe
  • Jahreszeit bzw. Sonnenstand
  • Wetter und Bewölkung
  • Tageszeit
  • Stärke des UV Lichts

1. Welcher Köder ist für sehr trübes braunes Wasser, bei bewölktem Himmel am besten? (Sichttiefe bis 50 cm)

Bei diesem Szenario wisen wir, dass nur sehr wenig Licht in das Wasser eindringt. Der Kontrast und die Silhouette unseres Köders sollte auffällig sein, da genau diese beiden Komponenten vom Fisch am ehesten wahrgenommen werden. Allgemein heißt es, dass Schockfarben und fluoreszierende Farben in gelb, grün, pink super fängig sind. Der Grund ist ganz einfach – Ihre Leuchtkraft soll sie bei wenig Licht für Fische sichtbarer machen.

Gerade viele UV Köder mit fluoreszierendem gelb, rot oder grün lassen die Köder aufleuchten, so dass die Farbwirkung besonders intensiv ist.

Bei Bewölkung und grauen trüben Tagen ist der UV Anteil des Lichtes hoch. Diese für uns nicht sichtbaren Lichtstrahlen dringen zudem tief ins Wasser ein, so dass dieser Effekt auch bei größeren Tiefen noch auftritt. Es macht also Sinn, fluoreszierende Köderfarben bei trübem Wasser und Bewölkung sowie bei mehr Tiefgang einzusetzen.

Achtung, Achtung: Das ist das, was man allgemein zu hören und zu lesen bekommt.

Doch die Wahrheit ist eine völlig andere. Warum können wir das so sagen? Weil wir wissen, wie die unterschiedlichsten Köderfarben unter Wasser wirklich aussehen und weil wir wissen, welche Reflexions- bzw. Absorptionsfähigkeiten unterschiedlich gefärbtes Wasser hat.

Wie erinnern noch mal an eine Frage aus einem vorherigen Kapitel. Was müssen wir noch mal unbedingt bei der Farbwahl unseres Köders wissen?

Genau: Welches Licht kommt beim Köder in der jeweiligen Angeltiefe wirklich an?

Soll unsere Wahl auf einen knallig roten Köder fallen, müssen wir wissen, ob rotes Licht in unserer Angeltiefe von z.B. 2-3 m überhaupt vorhanden ist. Nur dann wird unser Kunstköder für die Zander da unten auch rot sein.

Kommen wir an dieser Stelle kurz zu dem UV Thema. Man bekommt ja fast keine Gummifische mehr, die nicht irgendwie unter Schwarzlicht leuchten. Haben wir uns für einen unter UV Licht Fluss pink leuchtenden Gummifisch entschieden, sollten auch UV-Licht in unserer Angeltiefe vorhanden sein. Hm … und hier trifft, Profitgier der Hersteller auf Unwissenheit und auf was auch immer … Wirf mal einen Blick auf diesen unter UV Licht grün leuchtenden Köder.

Was denkst du, wie kräftig ist dieser grüne UV-Köder in trüben bräunlichem Wasser wirklich sichtbar?

Genau – er ist sehr schlecht sichtbar. Die Schwanzflosse ist sogar so gut wie unsichtbar. 😱 Das beweist sehr schön, dass Köder die oberhalb des Wasser in unseren Händen noch schön leuchten, unter Wasser das krasse Gegenteil sein können.

Du wärest überrascht, wie sichtbar einige andere Farben ohne UV Effekt sind.

Während andere sagen, nutze in trübem Wasser Schockfarben und am besten mit UV Effekt, sagen wir:

Unsere Empfehlung: In trüben braunem Wasser, bei mäßig Licht, nutze ganz helle oder ganz dunkle Gummifische oder Wobbler.

Glückwunsch und willkommen im Club einer kleinen Elite. 😇 Jetzt weißt du schon mehr als fast 90-95% der meisten Angler und auch etlicher Pro’s. (Zumindest in dieser Disziplin)

2. Welcher Köder ist für trübes braunes Wasser, bei Sonnenschein am besten? (Sichttiefe bis 1 m)

Bei Sonnenschein und trübem Wasser sind die Reflexionsbedingungen deutlich verbessert. Der Räuber erkennt Kontrastunterschiede deutlicher.

Helle Farben geben einschönes Schattenspiel unter Wasser ab. Das Sonnenlicht reflektiert an der helle Oberseite des Wobblers, während die Unterseite im Schatten dunkel erscheint. Einige Farben sind im Oberflächenbereich noch gut erkennbar.

Geht es mit dem Köder beim Angeln auf Zander aber in die Tiefe, muss man seine Farben weise wählen.

Dabei darf z.B. der Gummifischköder durchaus dunkle Akzente auf dem hellen Grund vertragen. Punkte, ein dunkler Schwanzteller oder ein anders farbiger Kopf stellt im Kontrastangebot eine natürliche Ergänzung des Beutebildes nach.

Als Toppköder hat sich auch die Zweiteilung mit je einer Seite in schwarz und der anderen in weiß herausgestellt. Hierbei sind nicht Rücken und Bauchseite sondern die jeweiligen Flanken gemeint.

Unsere Empfehlung: mit hellen Wobbler oder Gummifischen beginnen, zwischendurch mal auf zweifarbig wechseln.

3. Welcher Köder ist für klares Wasser und Sonne am besten?(Sichttiefe deutlich über 2 m)

Klares Wasser ist für jeden Angler bei der Jagd auf seinen Räuber eine Herausforderung. Das Zielobjekt hat jetzt Sicht über den Nahbereich hinaus. Im Klartext gehen die Fangzahlen mit der Sichtbarkeit im Wasser automatisch zurück.

Doch zusätzlich sollte man, nein muss man die Farbe des klaren Wassers mit einbeziehen. Denn der eine meint man mit klarem Wasser, das Wasser von durch Algen grüngefärbten Seen. Ein anderer angelt munter in bräunlichen Gewässern, nahe am Wald und hat es dort mit großen Sichttiefen zu tun.

Also kurz gemerkt: klares Wasser ist nicht gleich klares Wasser. Jeder hat eine etwas andere Vorstellung davon. Und gerade die Wirkung unterschiedlicher Köderfarben in grünlichem Wasser dürfte für die meisten von uns Anglern interessant sein.

Einen weiteren Punkt sollten wir nun unsere Aufmerksamkeit schenken. Die Sichttiefe unserer Seen und Flüsse verändert sich im Laufe eines Jahres oder auch im Laufe von vielen Jahren. Algenblüten im Frühjahr oder Spätsommer können aus klarem Wasser, plötzlich eine grüne Suppe machen.

Statistisch lässt sich das unter bestimmten Voraussetzungen zahlenmäßig auch nachweisen. Einer der großen Shannon Seen in Irland, der Lough Ree, hat seine Wassertrübung über Jahre hinaus sichtbar dadurch geklärt, das sein Süßwassermuschelbestand deutlich zugenommen hat.

Die Fangzahlen an Hecht und Barsch sind mit der Abnahme der Wassertrübung proportional gesunken.  Wer also unter diesen Bedingungen überhaupt erfolgreich sein will, sollte zeitweise perfekte Imitationen der Futterfische verwenden.

Verschiedene Faktoren verändern die Grundlagen unserer Köderauswahl elementar!

Generell gilt bei der Köderauswahl in klarem Wasser: Gute Chancen hat man bei einem vorhandenen Weißfischbestand mit den Angelköderfarben weiß oder silber, wobei man das Schuppenblitzen der Beutefische mit einem Glitter Auftrag perfekt nachahmen kann.   

4. Welche Köderfarben wählt man für Zander und Hecht in der Dämmerung oder nachts? (z.B. bei Mondschein)

Wer zu den Nachtjägern auf Hecht und Co. gehört kann mit einem rein schwarzen Köder in der passenden Formgebung seinen Fisch fangen. Gegen das Mondlicht hebt sich ein schwarzes Imitat kontrastreich ab und entspricht dem natürlichen Bild, das ein Futterfisch in dieser Situation abgeben würde. 

Modernes Fische finden – Der Zander | Kap. 6 “Umwelteinflüsse” – schwarze Köder sind bei Mondlicht besonders gut von unten zu erkennen (hier gibt es mehr Infos, wo du den Zander im Dunkeln findest.)

5. Weitere Ködertest in den unterschiedlichsten Gewässern

Jeder Angler hat sein Hausgewässer und diese sind oft sehr unterschiedlich zu beangeln. Auch die Wasserfarbe und die Trübung kann man nicht über einen Kamm scheren. Während der eine Angler ein Boot zu seiner Verfügung hat und wissen muss, welche Köder in 8-10 m Tiefe am Meisen Aufmerksamkeit bekommen, interessiert den Elbanglern nur, welche Köder in bräunlich trübem Wasser in 3-4 m Tiefe noch einiger maßen optisch zu erkennen sind.

Dieses Spiel unterschiedlicher Anforderungen können wir glaube ich ohne Ende weiter spinnen. Das was uns schon oder dieses Jahr noch zur Verfügung stehen wird, sind folgende Angel-Situationen:

Welche Farbe ist am sichtbarsten in …

  • bräunlichem Wasser in 1 m, 2 m oder 5 m Wassertiefe (bei Sonnenschein, bedecktem Himmel oder in der Dämmerung)
  • klarem Wasser mit Sichttiefen von über 4-5 m in grünlichem Wasser
  • tiefem Wasser in klaren und trüben Gewässern (auch wieder unterschiedliche Wasserfarben)
  • der Dämmerung in unterschiedlichsten Gewässern …
  • und, und, und

Wenn dich diese Informationen interessieren, schaue dir unseren Kurs an “So findest du die beste Köderfarbe“. Dort kannst du dir jetzt einen Überblick verschaffen.

Fazit:  Nach unserem jetzigen Wissensstand darf unsere KöderBox ruhig sparsam ausgerüstet sein. Sicher ist keine Jumbokollektion unterschiedlichster Farbvarianten notwendig, wie uns die Industrie gerne weiß machen möchte.

Versprechen können wir folgendes: Um Fische an den Haken zu bekommen, reicht es eine handvoll Farben in seiner Köderbox zu haben. Die Farbwahl sollte an das jeweilige Gewässer angepasst sein. Ergänzt man die passenden Köderfarben für Raubfische wie Hecht, Barsch und Zander mit kontrastintensiven Elementen, ist man für jedes Wetter, jede Tiefe und jede Wasserfarbe bestens vorbereitet.

    

Hast du noch Zeit für eine kurze Bewertung?

Würde uns echt freuen. Nur so werden wir besser.

Durchschnittliche Wertung / 5. Anzahl Bewertungen: