Der mobile Deeper-Fischfinder Pro+ ein Jahr im Test 🔎 Euphorie oder Ernüchterung? ❓ Fakt ist …

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Ja: Fakt ist, dass viel von den Machern des mobilen Fischfinder Deeper Pro+ versprochen wird. Er soll ein neues Zeitalter für uns Angler einleiten. Wir haben den Deeper nun eine ganze Zeit (ein Jahr) im Praxistest und möchten unsere Erfahrungen mit Dir teilen.

  1. Hat er wirklich die Erwartungen gehalten oder sogar übertreffen können?
  2. War es Liebe auf den ersten Blick?

Nein, das war es auf jeden Fall nicht. Eher ein knisterndes Date mit anschließender Ernüchterung und darauf folgend einer gemeinsamen Zeit, in der man sich aneinander gewöhnte.

Kurz vorab. Falls Du Dir nun vorstellst, dass Du einen mobilen, kabellosen Fischfinder kaufst, auswirfst und den Fisch der Fische in 6 Meter Entfernung siehst –  dann gemählich Deine Rute nimmst, einen schmackhaften Köder dem Fisch direkt vor das Maul wirfst und den Coup des Monats landest, dann liegst Du leider kräftig daneben. So einfach geht es dann doch nicht.

Das allerdings nicht, weil es der Deeper prinzipiell nicht könnte – sondern weil man zuerst wissen muss, wie Echolote funktionieren. Und wie demzufolge die Echolotbilder richtig zu interpretieren sind.

Ein Basiswissen über Echolote ist Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Angeltag – und das nicht nur mit dem Deeper, sondern mit jeglichem Fisch-Echolot. Wer sich hier nicht weiter bildet, hat sein gutes Geld schnell einmal einfach aus dem Fenster geworfen.

Glaub uns: Ohne Wissen über die richtige Verwendung, liegt das Echolot nach einer halben Saison ganz hinten im Schrank oder man angelt an den richtig guten Stellen locker flockig 3 Meter vorbei.

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Der erste Wurf mit dem Deeper Pro+

Oh Mann, waren wir im April 2015 aufgeregt, als das Paket endlich im Büro auf dem Tisch lag. Schnell vorweg: Hübsch und hochwertig verpackt ist das Gerät. Der erste Eindruck war wunderbar. Dann die Ernüchterung. Der Deeper musste erst mal an die Ladestation. Er hätte ja auch vorgeladen sein können.

Aber ok, also 4 Stunden warten. Vorsorglich hatten wir uns eine Rolle mit ins Büro genommen, da wir direkt hinter einem Kanal residieren. So, gegen späten Nachmittag war es dann endlich so weit – Deeper an die Angelschnur gehängt und ab ans Wasser. Wir haben ein paar Meter Schnur von der Rolle genommen und ihn wassern lassen.

Mein Gott, war das ein beklemmendes Gefühl. So ein teures Ding ins Wasser werfen. Wir waren unsicher im Wurf und hatten echt Angst, den Deeper wegzuwerfen. Dieses Gefühl hält bis heute an! Niemals zuvor zwangen wir uns so sehr bei jedem Wurf, unbedingt daran zu denken, den Rollenbügel zu öffnen.

Und das gefällt uns gar nicht. Jedem sollte immer klar sein, dass er beim Auswerfen eines mobilen Fischfinders viel Geld in Richtung Wasser wirft.

Das Gewicht des Deeper Pro Plus

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Mobile Echolote sind keine Leichtgewichte. Sie wiegen um die 100 g oder mehr. Du brauchst also schon ein mittelschweres Angelgerät, um das Gewicht zu meistern. Falls Du jemals (und das haben wohl alle Angler), einen Raubfischköder zu doll ausgeworfen hast, weißt Du wie schnell schwere Dinge vorne an der Angel wegfliegen können.

Uns tut es sehr weh, wenn ein 25 € Wobbler sich verselbstständigt. Schlimmer wäre es mit dem Deeper. Deshalb nochmal – Immer auf einen offenen Rollenbügel achten! Immer! Immer! Immer! …

Tipp: Eine angemessene Rute (Wurfgewicht 80g plus) und eine kräftige Schnur benutzen. Verwende außerdem den richtigen Knoten, um den Deeper zu befestigen!

Die Handhabung des Deepers

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So: Der Deeper ist draußen – und mit der Angel auswerfen ist um einiges besser als mit der Hand. Jetzt mussten wir irgendwie das Einholen des Deepers in Kombination mit dem Blick auf die Anzeige des Smartphones oder Tablets handhaben. Mann, ist das kompliziert.

Wir haben das iPad genutzt, da es größer ist. Doch wo lassen wir es?

  • In den Schmutz legen? Nö.
  • Haben wir einen iPad-Halter mit Standfuß? Nö.

Ok, vielleicht wären die kleinen Smartphonehalter für die Angel doch besser?

Eine solche sieht nicht nur gut aus, sondern ist darüber hinaus praktisch. Aber man muss bedenken, dass man das Smartphone vor dem Wurf nicht in die Halterung packt. Erstens verfälscht das Smartphone den Wurf. Und zweitens, kann es auch mal mit in Richtung Wasser fliegen, wenn der Wurf zu stark ist (das ist jedenfalls unsere Sorge – und wir haben keine Lust das in der Praxis zu erfahren?).

Das wäre ja schon eine zu witzige Geschichte, wenn man das Smartphone und den Deeper gleichzeitig durch einen zu starken Wurf verlieren würde. Ach, was würden die Freunde einem das zu jeder Gelegenheit vorhalten. Aber, nun wollen wir die Handhabung nicht zu schlecht reden. Wer Vorsicht walten lässt, kommt schon irgendwie klar.

Das Einholen des Deeper vom Ufer aus funktioniert reibungslos. Wir haben unser iPad schlussendlich einfach auf unseren Rucksack gelegt und hatten nach dem Koppeln vom Deeper und Smartphone einen einwandfreien Empfang.

Tipp: Das WLAN-Passwort hatten wir in der Bedienungsanleitung irgendwie nicht schnell genug gefunden. Aber mit 12345678 hatten wir beim ersten Versuch vollen Erfolg. Wir sind echte Hacker!

Die Einholgeschwindigkeit

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Ok, wie schnell holt man nun den Deeper Pro+ ein. Das ist mit der Handangel schwer abzuschätzen, da man ja im Gegensatz zu einem Boot keine Geschwindigkeitsanzeige hat. Jetzt hieß es, Einholen – auf das Tablet schauen – Einholgeschwindigkeit variieren – schauen – usw. Nach 2 Tagen hatten wir beim Stöbern im Angelkatalog dann den Einfall, mit dem es nun ganz einfach wird.

Beim Bootsangeln haben wir eine Geschwindigkeit von ca. 3 bis 5 km/h. Unsere Angelrolle zieht mit jeder Umdrehung 70 cm Schnur ein. Diesen Wert fanden wir in der Herstellerangabe von dieser.

Nun können wir rechnen: 3 km/h sind ganze 3000 Meter in der Stunde. Jetzt müssen wir wissen, wie viel mal 0,70 Meter in jede Stunde passen. 3000 / 0,70 Meter = 4.285. Eine Stunde hat weiters 3600 Sekunden. 4.285 / 3600 = 1,19 Kurbelumdrehungen je Sekunde.

Nun wissen wir, dass wir je Sekunde 1,2 Kurbeldrehungen machen müssen, um dem Deeper eine Geschwindigkeit von 3 km/h zu geben. Bei 5 km/h sind es 2 Kurbeldrehungen pro Sekunde.

Hier die Formel für Dich: Geschwindigkeit in m/h / Schnureinzug in Meter/3600 Sekunden = Anzahl der Kurbeldrehungen je Sekunde. Ergebnis: Mit unserer Rolle müssen wir also 1- 2 mal pro Sekunde einholen.

Warum? Die Bildlaufgeschwindigkeit ist in der Deeper-App wahnsinnig schnell voreingestellt. Das heißt, dass das Bild ziemlich schnell von rechts nach links wandert. Man muss die Geschwindigkeit des Echolotes dieser Bildlaufgeschwindigkeit anpassen, da man sonst nur schwer zu interpretierende Bilder erhält.

Leider lässt sich diese nicht manuell reduzieren. Also müssen wir den Deeper schneller einziehen. Beim Einholen wird jedoch recht schnell klar, dass das nicht so einfach ist. Das Gerät ist rund und hat eine ordentliche Wasserverdrängung. Zieht man ihn zu schnell ein, dann ruckelt und wackelt er förmlich durch das Wasser. Das Bild auf dem Tablet friert in weiterer Folge stetig ein.

Ist der Wellengang zu hoch, verliert der Deeper zudem öfter den Kontakt zum Smartphone oder Tablet, da er ganz in die Welle eintaucht. Wie mit jeder neuen Sache gewinnt man allerdings Stück für Stück an Erfahrung – und so hatten wir nach ein paar Tagen den Dreh heraus.

Die Anzeige des Deeper Pro+

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Mittlerweile benutzen wir den Deeper pro mit GPS – und dieses Modell tauschen wir gegen nichts auf der Welt mehr ein, da er uns mittlerweile so unglaublich wichtig ist.

  • Die Deeper-App zeichnet alles auf,
  • Du kannst die gesamten Würfe Revue passieren lassen
  • sowie nachverfolgen, wann der Deeper wo war
  • und vor allem auch, was sich zeitgleich unter Wasser abgespielt hatte.

Vergleich: Lohnt sich der Kauf des Deeper Chirp+ im Vergleich zum Deeper Pro Plus.

Nur, wer jetzt Ahnung von Echoloten hat, kann richtig einschätzen, was er unter Wasser sieht. Ohne diese, wird das schwer. Denn Fischsichel ist nicht gleich Fischsichel. Wie wir in unserem Buch „Der große Echolotratgeber – so jagt man Fische“ genauestens erläutert haben, muss für ein aussagekräftiges Echolotbild,

  1. der Fischfinder selbst die richtige Geschwindigkeit haben
  2. und gleichzeitig eine passende Bildlaufgeschwindigkeit eingestellt sein.

Wir brauchten echt eine ganze Zeit, bis wir mit dem Ergebnis auf der Tabletanzeige zufrieden waren. Zuerst konnten wir keine einzige Fischsichel auf unserer Anzeige produzieren. Nur Punkte oder Fischsymbole, wenn man diese eingestellt hat. Und sorry, wir wissen, dass Fischsymbole Murks sind und nur den Laien etwas vorgaukeln sollen. Wir wollen keine Fischsymbole.

Wir wollen Fischsicheln haben. Eine Erklärung wäre an dieser Stelle zu umfangreich. Dafür gibt es Bücher. Aber um es kurz zu machen: Wir wollen die Hotspots finden, die Fische magisch anziehen. In der App kann man zwischen zwei Modi wählen (Smart Imaging: Einfach oder Detailliert).

Hier macht aus unserer Sicht nur der „detaillierte“ Modus Sinn. Denn nur dieser zeigt die Bodenhärte an. Und ohne diese Information ist ein Echolot sinnlos, denn nur diese verrät uns, ob ein Angelplatz ein echter Hotspot ist – oder nur eine Angelstelle von vielen. Der Laie sieht hier keinen Unterschied.

  • Die Unterwasserpflanzen werden in der Deeper-App gleich in grün dargestellt.
  • Die Fischechos sind eher in orange oder gelb zu sehen.

Man kann softwareseitig somit prinzipiell gut erkennen, was Fisch ist – und was “nur” Pflanzen sind.

Aus unserer praktischen Erfahrung wissen wir, dass das so einfach dann doch wieder nicht umgelegt werden kann. Ein 2.000-Euro-Echolot bietet am Ende einfach immer noch mehr, als ein Deeper mit den begrenzten Möglichkeiten eines mobilen Fischfinders. Sprich: Pflanzen in der Anzeige werden wohl wahrscheinlich Pflanzen sein – aber geh nicht immer blind davon aus, dass das auch stimmen muss.

Die Technik des Deeper Pro+

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Jetzt stellen wir uns aber die technische Frage, wie der Deeper das wohl anstellt. Zuerst ist klar, dass die Echolotsignale von der Schwimmblase der Fische ein stärkeres Echo produzieren, als das der Pflanzen.

Trotzdem kommt es bei der Stärke des Echos auf die Größe der Schwimmblase und die Position des Fisches zum Geber an. So können natürlich auch schwache Fischechos entstehen. Doch wie unterscheidet der Deeper die Echos der Pflanzen von denjenigen der Schwimmblasen kleiner Fische? Das wird wohl ein Geheimnis bleiben.

Warum sind wir an dieser Stelle skeptisch? Man muss man sich nur die Größe der Technik bewusst machen. Der Geberkristall, der die Schallwelle erzeugt und die Echos empfängt sowie die gesamte Technik des Deepers, befinden sich allein in der unteren Hälfte des Geräts. Es ist hier für einen guten und hochwertigen Geberkristall einfach verdammt wenig Platz.

Öffnet man den Deeper ist die obere Hälfte luftleer, denn die Luft erzeugt den Auftrieb und sorgt für die Schwimmfähigkeit des Deepers. Für ein gutes Echo braucht man einen guten und wenn es geht etwas größeren Geberkristall. Besser sind sogar mehrere Kristalle, die das Schallsignal erzeugen.

Kabellose Echolote sind aber in ihrer Konstruktion eingeschränkt. Sie müssen klein und leicht genug für die Angel sein. Und vor allem müssen sie günstig sein. Der Preis des Deepers und die zeitgleiche Nutzung richtig hochwertiger Komponenten sind ein Spagat, den der Hersteller erst einmal fertigbringen muss.

Mit mehr Wissen geheime Hotspots finden

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Da uns zum Deeper monatlich etliche Mails mit vielen verschiedenen Fragen erreichen, hatten wir uns natürlich im Vorhinein schon ausführlich Gedanken zu diesem gemacht. Fragen wie

  • Wann muss man den schmalen und wann den breiten Sendekegel benutzen?
  • Wie erkenne ich große Fische auf der Anzeige?“,
  • Wie kann ich Hotspots finden und Echolotbilder interpretieren?

zeigen uns, wie kompliziert der Einsatz eines mobilen Echolots doch sein kann – zumindest als Beginner.

Wer professionell angelt, weiß in der Regel, wie er sein Echolot richtig anwendet und interpretiert. Nicht umsonst, werden ca. 80 % der Fische von nur 20 % der Angler gefangen.

Profis kennen ihren Zielfisch, ihr Gewässer und vor allem ihre Ausrüstung bis ins kleinste Detail. Was dem Freizeitangler hingegen zumeist fehlt, ist schlichtweg die notwendige Zeit, um die gleichen Erfahrungen zu machen.

Wie oft kommen wir im Jahr neben Job und Familie ans Wasser? Wohl im Durchschnitt viel zu wenig.

Wer einen Fischfinder sein Eigen nennt, hat das Potential in kürzester Zeit sein Haus- oder ein fremdes Gewässer so kennenzulernen, wie er es nie für möglich gehalten hätte. Ein solches bringt den Fisch zwar nicht an die Angel, aber Deinen Köder dahin, wo der Fisch ist.

Wenn Du möchtest, haben wir für Dich die Möglichkeit geschaffen, Dein Wissen über den Deeper in wenigen Tagen auf den Stand von echten Echolot-Profis (wie uns 😉) zu bringen.

Wie? Wir haben unser Know-How zum Fischefinden mit dem Deeper in einen Onlinekurs gepackt. Und einen sehr guten wie es scheint. Denn die ersten Nutzerresonanzen zeigen, dass wir mit diesem die Mehrheit der Fragen beantworten können, die ziemlich jedem Deepernutzer durch den Kopf schwirren.