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Angeln vom Boot

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Angelkajaks sind in: Sie passen nicht nur perfekt in den Bereich zwischen Fischer- und Belly-Boot. Es gibt außerdem kaum ein anderes Wasserfahrzeug, das beim Angeln so flexibel und vielseitig einsetzbar ist, wie ein Kajak. In diesem Beitrag haben wir für Dich deshalb die wichtigsten Informationen zu

  • den verschiedenen Bauarten,
  • unterschiedlichen Antriebsformen,
  • der grundlegenden Ausstattung sowie
  • dem wichtigsten Zubehör

für das perfekte Kajak zum Fischen zusammengetragen. Das hilft Dir dabei, Dich grundlegend zu informieren und in einem unübersichtlichen Marktangebot eine für Dich maßgeschneiderte Lösung zu finden, falls Dich die Leidenschaft für das Angeln vom Kajak gepackt hat.

1. Das perfekte Angelkajak: Wie schaut es aus?

1.1.Wann ist ein Kajak ein Angelkajak?

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Der Kajaksport hat Tradition. Ob nun im Wildwasser, beim Wasserwandern oder schlicht bei unterschiedlichen Freizeitvergnügen auf dem Wasser – das Kajak hat sich als Sportgerät und Fortbewegungsmittel auf dem Wasser bewährt.

Je nach Einsatzzweck wurde es in seiner Bauart variiert und den Schwerpunkten den Anwendungen angepasst. Schmal, schnittig und schnell für den Sportbereich – eher kippstabil und robust für andere Bereiche. Auch für den Angel- und Tauchbereich hat man die passenden konstruktiven Anpassungen vorgenommen, um dem Angler ein auf seine Bedürfnisse zugeschnittenes Wasserfahrzeug anbieten zu können. Die wichtigsten sind hierbei:

  • Die Abmessungen: Angelkajaks sind breiter.
  • Flacher Rumpf: Für mehr Stabilität.
  • Mehr Kapazität und Platz zum Verstauen von Ausrüstung als jedes andere Modell.
  • Sit-on-top-Deck-Design: Mehr Platz für Sitz und Ausrüstung.
  • Antriebssystem: Du kannst zwischen Paddel, Pedalen oder Trolling-Motor wählen.
  • Bequemer Sitz: Um auch den längsten Angeltag zu genießen.
  • Farben: Grautöne und Tarndesigns, um mit der Umgebung zu verschmelzen.
  • Umfangreiche Zusatzausrüstung: Es ist so gut wie alles erhältlich, was das Anglerherz begehren könnte.

1.1.1. Welche Vorteile bringt ein Kajak beim Fischen?

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Ein Kajak lässt sich prima auf dem Autodach transportieren, gut im Ein-Mann-Betrieb handhaben und zu Hause platzsparend lagern. Es ist also weder ein Bootsanhänger noch ein Unterstellplatz vonnöten. Eine passende Wandhalterung in der Garage reicht z.B. vollkommen aus, um ein Kajak unterzubringen.

Auf dem Wasser spielt es seine Wendigkeit aus, ist kompakt in den Ausmaßen und bringt Dich auch über größere Entfernungen zügig von einem Hotspot zum anderen. Robust und pflegeleicht sind Kajaks von Haus aus – umweltfreundlich, flexibel und sportlich ist diese Fortbewegungsart außerdem. Wissen muss man allerdings, dass Sportgeräte sicher beherrscht werden sollten. Das gilt für ein Angelkajak beim Transport und auf dem Wasser im Besonderen.

  • Das fängt mit der sicheren Handhabung von und zum Wasser an,
  • geht über die richtige Paddeltechnik
  • bis hin zu allen Handhabungen und Sicherheitsvorkehrungen auf dem Wasser im praktischen Gebrauch.
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Stehendes Angeln ist bei einem kippstabilen Angelkajak möglich - aber nur bei ruhigem Wasser und einem guten Gleichgewichtsgefühl zu empfehlen. Wie das Ganze beim Drill eines großen Fisches zu bewerten ist, lassen wir einmal unbeantwortet. Bildnachweis: https://www.de.galaxykayaks.eu/

1.1.2. Wie findest du dein ideales Modell?

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Wie findest du nun in einem unübersichtlichen Marktangebot das perfekte Angelkajak für Dich? Dazu sind in erster Linie eine Reihe von Überlegungen und Entscheidungen vor dem Kauf notwendig, die wir Dir im Folgenden aufzeigen werden. Außerdem besprechen wir beispielhafte Empfehlungen für ein Kajak zum Fischen, an welchen sich alle wichtigen Entscheidungskriterien gut darstellen lassen. Hier handelt es sich jedoch NICHT um einen Praxistest, sondern exakt darum, wie Du im „Trockenzustand“ die Vor- und Nachteile eines solchen erkennen und beurteilen kannst.

Zu guter Letzt beleuchten wir Empfehlungen für die Ausstattung mit und Montage von Fischfindern am Angelkajak im Detail. Als kleines Extra zeigen wir Dir außerdem, wie Du Deine Echolot-Batterie im DIY-Verfahren vor Feuchtigkeit schützen kannst. Zunächst aber wollen wir die bau- und ausstattungstechnischen Kriterien für ein gutes Angelkajak herausarbeiten.

 

1.2. Sitz oben auf statt mitten drin?

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Nicht erst seit der erfolgreichen Fernsehserie „Pacific Warriors“ (welche das Kajakfischen auf den Wellen vor Hawaii zeigt), wissen wir, dass Angelkajaks zu einem speziellen Konstruktionstyp gehören. Dieser wird als „Sit-on-top“ (etwa: Sitz oben auf) bezeichnet und wurde u.a. speziell für den Angel- und Tauchsport optimiert.

Der Sitz liegt in einer flachen Mulde (Sit-on-top) und ist bei diesem Modell zusätzlich etwas erhöht. Das schafft einen guten Überblick und einen raschen Zugang zu allen Angelutensilien. Bildnachweis: https://www.de.galaxykayaks.eu/

SIT-ON-TOP bezeichnet Kajaktypen, bei dem der Nutzer AUF dem Fahrzeug in einer kleinen Mulde sitzt. Der Fahrzeugsitz liegt also über der Wasserlinie und erlaubt dem Angler einen guten Überblick über sein Einsatzgebiet. Der

  • geschlossene,
  • flache und
  • mit Luftkammern gefüllte Rumpf,

welcher zusätzlich aus einem Stück gefertigt ist, ist äußerst

  • robust,
  • praktisch unsinkbar und
  • verkraftet durch seinen auftriebsstarken Schwimmkörper hohe Zuladungen.

Mit einer äußerst stabilen Schwimmlage (abhängig von der Breite) hast Du trotz der hohen Sitzposition immer ein sicheres Gefühl auf dem Wasser. So sicher, dass Du trotz Auslegung durchaus auch im Stehen angeln kannst.

Im Falle des Kenterns bist Du außerdem sofort vom Fahrzeug frei. Du musst Dich also nicht erst aus dem schwimmenden Untersatz befreien, wie es bei Wildwasserkajaks schon mal befürchtet wird, weil bei diesen der Fahrer mit dem kompletten Unterkörper im Fahrzeuginneren untergebracht ist. Übrigens geht auch das Wiedereinsteigen bei einem Sit-on-top-Modell nach Wasserung wesentlich leichter vonstatten als bei den üblichen „Sit-in-Kajaks”.

Die typische Rumpfform eines Sit-on-top-Typs hat für uns Angler jedoch noch weitere Vorteile parat.

  • Zubehör und Ausrüstung wie Rutenhalter, Echolot, Anker, Action-Cam usw. lassen sich problemlos auf der Rumpfoberseite montieren.
  • Staufächer sind nicht nur bauartbedingt bereits vorhanden, sondern darüber hinaus aus der Sitzposition heraus leicht zu erreichen.
  • Für den Hersteller ist es zudem ein leichtes, das Kajak schon in der Grundausstattung mit dem gewünschtem Zubehör auszurüsten.
  • Selbst ein Batteriekasten und eine Stromverkabelung für alles Elektrische (einschließlich dem Antrieb) ist im Lieferzustand machbar. Dabei bleibt das Oberdeck in der Praxis stauwasserfrei.
  • Sit-on-top Modelle sind darüber hinaus selbstlenzend. Eine Reihe von Abflusslöchern im Schwimmkörper führen eingetretenes Wasser automatisch ab, sobald die Stopfen entfernt werden, welche diese verschließen.

1.3. Breite vor Geschwindigkeit: Wieso das?

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Sportkajaks sind schmal und schnittig gestylt, um ein schnelles und kräfteschonendes Vorwärtskommen zu ermöglichen. Leider geht dieses Konstruktionsprinzip zu Lasten der Stabilität. Demzufolge sind diese wenig kippstabil: Ein Umstand, der für den Sportler zwar gewünscht ist – Du als Angler jedoch gar nicht gebrauchen kannst. Wer hat schon Lust, während des Drills eines Traumfisches in voller Montur baden zu gehen.

Ein Angelkajak ist deshalb breiter als die Sportverwandtschaft, sowie rumpfmäßig auf Stabilität ausgelegt – ohne dabei ein zügiges Vorwärtskommen zu stark einzuschränken. Wie gut dieser Kompromiss bei dem ein- oder anderen Modell gelungen ist, entscheidet letztlich darüber, wie zufrieden der Nutzer in der Praxis auf lange Sicht ist. Erfahrungsgemäß sind höherpreisige Modelle hier am besten aufgestellt.

Beim Händler kannst Du übrigens als einfaches Prüfmuster für die Abstimmung am Boot einmal testen, wie gut es sich noch mit dem Paddel bewegen ließe. Je breiter das Kajak, umso weniger eignet sich nämlich das Paddel als Antriebsmöglichkeit. Auch bei vorhandener Alternative (z.B. Pedalantrieb oder Elektromotor) solltest Du auf das Paddel als Reserve allerdings nicht verzichten, um jederzeit für eventuelle technische Defekte gerüstet zu sein. Es muss also beides passen:

  • Breit genug, um ausreichend stabil zu sein.
  • Schmal genug für den problemlosen Einsatz des Paddels.

In der Regel trifft dies bei Fahrzeugbreiten um die 80 – 85 cm zu.

1.4. Bootsgewicht und Zuladung: Wo liegen die Grenzen?

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Autodächer sind höher als Du vielleicht denken magst. Wenn es sich dann noch um einen SUV handelt, wird es beim Auf- und Abladen schnell ausgesprochen interessant. Denn dann macht es einen Unterschied, ob das Kajak 10 kg mehr oder weniger auf die Waage bringt. Vom Transport ans Wasser ganz zu schweigen.

Angelkajaks können je nach Ausstattung und Länge bis zu 50 kg wiegen. Ein Gewicht, das im Ein-Mann-Betrieb kaum noch zu stemmen ist. Daher ist der Blick auf das Bootsgewicht ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl. Da lohnt es durchaus sich in einer höheren Preisklasse umzusehen. Bestausgestattete Modelle der 3,50-m-Klasse können hier weniger als 30 kg wiegen, die größeren 4-m-Typen sollten noch gut unter 40 kg bleiben. Mit 30 bis 40 kg kommst Du beim Verladen und Transport mit einer Rollhilfe eigentlich noch gut zurecht.

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Nun ja: Normalerweise bewegt man ein Kajak dieser Größenordnung mit dem Rollkommando (Cartwheel) ans Wasser. Wie Du im Bild sehen kannst, geht es auch anders. Da spritzt es keinen fahrbaren Untersatz voll, welcher später mühsam gereinigt werden muss - und schneller ist diese Methode zudem. Natürlich musst Du dafür zuerst einmal die körperlichen Voraussetzungen mitbringen. Bildnachweis: https://www.de.galaxykayaks.eu/

Die mögliche Zuladung eines Angelkajaks solltest Du nicht zu eng fassen. Rechnen wir einfach einmal kurz:

  • Bei einem Körpergewicht eines kräftigen Anglers von sagen wir 100 kg,
  • einem Tretantrieb mit 10 kg
  • und zusätzlicher Ausrüstung von rund 25 kg

ist das eine oder andere Modell bereits überladen. Denn alle mit maximal 130 kg Zuladung (und das sind nicht wenige), bleiben für diesen Fall außen vor.

Eine angenommene Sicherheitsreserve von 25% solltest Du bei der Zuladung außerdem zur Verfügung haben. Mit dieser sind wir in unserer Modellrechnung bereits bei rund 165 kg an notwendiger Gewichtsaufnahme. Topmodelle liegen diesbezüglich bei rund 200 – 230 kg, das dürfte in allen Fällen auch für Schwergewichte ausreichend sein.

1.5.Antriebsarten: Paddelst Du noch - oder strampelst Du schon?

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Das Kajak ist üblicherweise ein Paddelboot. Ein Paddel als Antriebseinheit sichert

  • den Geradeauslauf,
  • ein zügiges Vorwärtskommen
  • und hilft mit der richtigen Technik exzellent beim Manövrieren und Stoppen des Bootes.

Mit dem richtigen Rhythmus kannst Du auf diese Art und Weise Dein Boot stundenlang ermüdungsarm bewegen.

Also alles im grünen Bereich? Nicht ganz! Als Angler musst Du für Rute und Rolle beide Hände frei haben. Das heißt im Ernstfall: Dein Boot ist antriebslos und kann z.B. dem Fisch im Drill nicht folgen. Die Lösung dieses Problems ist theoretisch simpel – in der technischen Umsetzung aber durchaus anspruchsvoll. Die Antriebseinheit wird in den Beinbereich verlegt.

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Das gleiche Boot mit gleicher Farbgebung. Lediglich der Antrieb ist unterschiedlich - die Funktionsweise gleich. Der E-Motor schafft scheinbar mehr Platz auf dem Kajak, dieses hat aber in Wirklichkeit durch die notwendige Batterie insgesamt weniger Stauraum zur Verfügung. Außerdem ist das E-Boot schwerer, sowie anspruchsvoller im vorbereitenden Service. Bildnachweis: https://www.de.galaxykayaks.eu/

Zu diesem Zweck wird im Boot eine Pedaleinheit – ähnlich wie bei einem Fahrrad – installiert, die eine „Schiffsschraube“ unter dem Boot antreibt. Alternativ geht das auch mit starren Flossen (Flipperantrieb), die mit einem Tretantrieb hin und her bewegt werden. Das Geniale an der Sache: Die komplette Einheit mit Pedalen und Antrieb lässt sich vor dem Sitz durch eine passende Öffnung ins Wasser lassen. Sowie durch diesen auch wieder hochfahren, sobald Du in den seichten Wasserbereich kommst.

Mit der Antriebseinheit im Beinbereich findest Du am Angelkajak ebenso eine Steuerflosse am Heck, die per Hand bedient wird. So lässt es sich nicht nur ausgezeichnet auf Kurs halten, sondern bei Bedarf in alle Richtungen (und sogar rückwärts) bewegen. Faulenzer können bei bestimmten Kajakmodellen aber auch elektrische Antriebe einsetzen. Idealerweise ersetzt man dabei ganz einfach den Tretantrieb durch eine elektrische Variante, die den gleichen Slot (Einsatz) benutzt. Ansonsten muss der Motor wie beim Angelboot mit einer passenden Halterung seitlich oder am Heck angebracht werden.

Das macht die Sache jedoch mehr als aufwändig und widerspricht zusätzlich der Kajak-Philosophie, die Einfachheit und Unkompliziertheit auf ihre Fahnen geschrieben hat. Ein weiterer Punkt der zwangsläufig dem elektrischen Antrieb folgt, ist die Batterie. Diese bringt einerseits zusätzliches Gewicht mit an Bord und muss andererseits kurzschlusssicher mit allen versorgten Komponenten verbunden werden.

Für einen 44 las Motor und mittellange Touren wird ein 100Ah-Akku empfohlen, um genügend Energiereserven bereitzustellen. Gewichtsoptimierte Lithium-Modelle dieses Typs wiegen rund 12 kg. Mit der Motoreinheit sind das um die 20 kg zusätzliches Gewicht. Wer billige Bleivertreter einsetzen will, wird rund 30 kg allein für den Energieversorger rechnen müssen. Das entspricht fast dem Gewicht des Gefährtes selbst – und sollte sich demzufolge eigentlich von selbst verbieten.

1.6. Transportoptimierte Bauarten: Was bietet der Markt?

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Wer mit seinem Angelkajak zum Transport nicht aufs Autodach möchte, hat Möglichkeiten auf transportoptimierte Modelle auszuweichen. Beide hier angesprochenen Typen passen in einen großen Kofferraum – weisen dafür aber konstruktionsbedingte Nachteile auf.

  1. Als erstes kannst Du Dir aufblasbare Kajaks anschauen. Diese sind in ein paar Minuten aufgepumpt und einsatzfähig. Auf dem Wasser werden sie i.d.R. nur mit dem Paddel bewegt. Ihre Anfälligkeit auf Schäden im Materialbereich ist hinreichend bekannt. Fahrtechnisch haben wir hier ein Schlauchboot mit schlechtem Geradeauslauf, hoher Windanfälligkeit und langsamer Fortbewegung. Und nicht zu guter Letzt ist das Anbringen von Zubehör auf den Schläuchen eine Herausforderung für sich.
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Das erste Angelkajak in modularer Bauweise vom schwedischen Hersteller Point 65°. Durch die Teilung leicht im Auto zu transportieren und problemlos ans Wasser zu tragen. Zudem äußerst stabil ausgelegt. Durch den ausgeformten Katamaran-Rumpf ist stehendes Angeln problemlos möglich. Kurbelantrieb einsetzbar, doppelseitiges Ruder zusätzlich. Preis: ca. 3150,00 €. Model: Kingfisher. Vertrieb EU und Bildnachweis: Element2 GmbH (https://element-2.de)
  1. Als zweites kannst Du Dich mit einem modular aufgebauten Kajak beschäftigen. Modular heißt, es besteht aus zwei oder mehr Teilen, die erst am Wasser zusammengefügt werden. Zum Transport passt dieses Fahrzeug zerlegt z.B. in einen Kombi – oder bei umgelegter Rückbank einen entsprechenden Hecktürer. Das ist transporttechnisch ebenso vorteilhaft wie bei der Lagerung, für die eine Kellerecke ausreicht. Du kannst die Teile außerdem einzeln leicht ans Wasser tragen. Möglichkeiten für den Tretantrieb gibt es natürlich auch – also wo ist der Haken? Nun, der liegt in der Zuladung. Selbst größere Modelle, die den Einteilern ansonsten kaum nachstehen, kommen selten über 130 kg maximale Zuladung hinaus. Das mag für den leichtgewichtigen Sportsfreund ausreichend sein. Für 100 kg Typen wird es aber knapp.

1.7. Ausrüstung und Zubehör: Wie ein Kajak zum Angeln ausrüsten?

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Die Ausrüstung eines Angelkajaks ist die eigentliche Individualisierung des Gefährts. Hier kann jeder seine Bedürfnisse an Zubehör und beweglicher Ausstattung befriedigen, sobald er sich einmal für ein bestimmtes Modell entschieden hat. Mit der Auswahl von diesem sind bestimmte Parameter nämlich bereits festgeschrieben. Das betrifft einmal

  • die vorhandenen Staufächer (offen und geschlossen),
  • die Schienen für die Zubehöraufnahme und
  • ein sehr wichtiges Detail – den Sitz.

Diesen wirst Du Dir hoffentlich im Vorhinein genau anschauen. Zum einen im Hinblick auf seine Verstellmöglichkeiten (z.B. ist die Längsverstellung wichtig für den Abstand zum Tretantrieb), zum anderen hinsichtlich seines Sitzkomforts. Für längere Touren und ein entspanntes Angeln ist das unerlässlich. Apropos Schienen: Diese nehmen üblicherweise sogenannte Starports auf. Dabei handelt es sich um sind kleine, runde Inselchen mit Halterungen für Zubehör, die auf den Schienen flexibel einsetzbar sind.

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Einige Beispiel für Starports aus dem Railblaza-Programm: Links ein Starport-Modell. Mittig eine, der auf einen solchen aufsetzbaren, Echolothalterungen. Rechts die einfachste Gebermontage an der Zubehörschiene. Über die Teleskopstange lässt sich die Wassertiefe für den Echolotgeber einstellen. Bildnachweis: https://www.railblaza.com/

Diese nehmen das passende Zubehör wie

  • Halterung für die Angelrute,
  • Echolothalterung,
  • Action Cam
  • oder Fahnensticks

auf. Hier sind dem Nutzer wenig Grenzen gesetzt, solange er die maximale Anzahl an Starports nicht überschreitet. Für die Gesamtkosten ist es naturgemäß hilfreich, wenn der Hersteller grundlegende Bedürfnisse schon in der Grundausstattung an- und eingebaut hat. Alle wünschenswerten Erweiterungen der Grundausstattung sollten beim gleichen Anbieter passgenau zu ordern sein. So kannst Du Deine Komplettausstattung in einem Zuge erledigen und die Gesamtkosten bereits vor der Bestellung berechnen. Eventuell kannst Du sogar den Gesamtpreis mit dem Lieferanten noch etwas verhandeln.

Abgesehen vom Boot und seiner Ausrüstung selbst, dürfen eine Schwimmweste und diverse Sicherungsleinen (Paddel, Angler, Boot seitlich) nicht vergessen werden. Außerdem solltest Du über eine Transporthilfe (Cart), sowie eine Aufsetzhilfe für die Heckscheibe Deines Autos nachdenken. Zweitere ist für das Auf- und Abladen des Kajaks äußerst hilfreich.

1.7.1. Die wichtigsten Auswahlkriterien

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Fassen wir die bisherigen Erkenntnisse einmal im Überblick zusammen. Die Überlegungen passen zu einem gut ausgesuchten Angelkajak, das folgende Kriterien erfüllen sollte:

  • Sit-on-top Modell,
  • Hartschale aus einem Stück,
  • kippstabil aber gut paddelbar,
  • Bootsgewicht < 40 kg,
  • Zuladung > 180 kg,
  • kompatibel mit Pedalantrieb (eventuell auch E-Motor),
  • verstellbarer Komfortsitz,
  • ausreichend Stauraum (sowohl geschlossen als auch offen),
  • umfassende Grundausstattung (einschließlich Paddel),
  • umfangreiches Zubehörangebot (vom selben Hersteller),
  • Transporthilfen.

1.7.2 Was kostet ein Angelkajak?

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Gute Angelkajaks starten bei rund 1000 € – hier musst Du allerdings mit Deiner Muskelkraft (und einem Paddel) für den notwendigen Antrieb sorgen. Denn mit einem zusätzlichen Pedalantrieb beginnt das Vergnügen bei gut 1500 €. Wer bereit ist mehr zu investieren, um gediegene Qualitätsansprüche zu befriedigen, kann auch bei 3000 € (oder mehr) einsteigen.

Bei diesen Preisen sprechen wir wohlgemerkt immer von einer Grundausstattung, die mit dem ein- oder anderen Zubehörteil ergänzt werden muss. Dabei lässt es sich sparsam walten oder aus dem Vollen schöpfen. Unverzichtbar sind Dachgepäckträger, Schwimmweste, Transportkarren (Cart) – sowie einige Anbauteile wie Starports, Halter für Deine Angelruten usw.

Wie schnell Du beim Zubehör in den Tausenderbereich kommst, hängt also weitgehend von

  • Deinen Wünschen und Ansprüchen,
  • der Basisausrüstung Deines Wunschmodells
  • inklusive dem Vorhandensein des einen oder anderen Ausrüstungsgegenstandes (z.B. Gepäckträger, Schwimmweste, Echolot)

ab. Falls Du ganz frisch einsteigst und Dir ein Angelkajak aus der 1500-Euro-Klasse holst, dann solltest Du bei eher sparsamer Herangehensweise mit 2500 € an Gesamtkosten auskommen können.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Natürlich kannst Du ein Kajak für 500,00 € kaufen, ein Paddel plus eine Angelrute einpacken und fischen gehen. Allen damit verbundenen Nachteilen aus dem Kajaktypen einerseits (z.B. Antrieb, Stabilität usw.) und dem fehlenden Zubehör (z.B. keine Schienen zur Montage vorhanden) andererseits, kannst Du trotzen und trotzdem zufrieden sein. Aber jeder, der ernsthaft an das Kajakangeln herangeht, muss für sich entscheiden, ob das ein gangbarer – und vor allem notwendiger – Weg ist.

1.8. Zwei gelungene Beispiele für Angelkajaks

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Wir wollen jetzt einmal an zwei spontan ausgewählten Angelkajaks

  • die Qualitätsmerkmale,
  • die Ausstattungsdetails sowie
  • die von uns aufgestellten Kaufkriterien

durchsprechen. Das erste an dieser Stelle vorgestellte Modell – ein Galaxy Wahoo S HV – ist unserer Meinung nach durchdacht und durchaus hochwertig ausgeführt. Vertrieben wird es (neben einer Reihe anderer Modelle) von der Firma Galaxy Commerce GmbH in 27419 Lengenbostel (www.de.galaxykyaks.eu).

Die Nummer 2 ist ein sehr kompaktes Modell von Native Watercraft: Das „SLAYER“ PROPEL 10. Dieses gehört in den höheren Preis- und Qualitätsbereich. Der europaweite Vertrieb erfolgt durch die Fa. Element2 GmbH in 24790 Schacht-Audorf (element-2.de).

1.8.1. Galaxy Wahoo S HV (mit Tret- oder Elektroantrieb)

Dieses Angelkajak erfüllt alle von uns aufgelisteten Kriterien, ist darüber hinaus flexibel in der Wahl seiner Antriebsarten und kann praktisch jeden Ausstattungswunsch mit passendem Zubehör aus dem Railblaza-Programm erfüllen. Mit 3,60 m Länge und 0,84 m Breite, sowie einer maximalen Zuladung von 180 kg erfüllt es die allermeisten Anforderungen eines kompakten Kajaks zum Fischen.

Die kielgestützte, breite Rumpfform sorgt einerseits für Stabilität sowie einen guten Geradeauslauf. Und ist andererseits trotzdem noch komfortabel zu paddeln. Mit speziell ausgebildeten Bug und Heckbereichen schneidet es glatt durchs Wasser, wobei die leicht erhöhte Bugpartie die Rauhwasserverträglichkeit optimiert.

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Das Galaxy Wahoo S HV in der Seitenansicht unten und Draufsicht oben. Die Abbildung zeigt es mit dem Elektroantrieb, der mehr Bewegungsfreiheit im Boot selbst ermöglicht. Auch die Anbauschienen für das Zubehör lassen sich besser nutzen, da die Anbauteile nicht den Bewegungsbereich der Pedale stören können. Sehr schön zu sehen sind hier die Kielausprägungen vorn und hinten, die einen guten Wellenschnitt und einen sauberen Geradeauslauf ermöglichen. Bildnachweis: https://www.de.galaxykayaks.eu/

1.8.1.1. Der Anvanti Pedal Drive

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Genial gelöst sind die möglichen Antriebsarten in Verbindung mit der vorhandenen handgesteuerten Ruderanlage. Der Avanti Pedal Drive (siehe Abbildung) ist eine 7,8 kg schwere Einheit, die in der technischen Umsetzung einem Außenborder nicht nur optisch ähnelt. Praktisch treibt das „Fahrrad“ über ein Umlenkgetriebe eine Schraube im Verhältnis 1:10 an. D.h. bei einer Kurbelumdrehung dreht sich der Propeller 10 x.

Der Pedal Drive passt in eine mittig im Kajak eingelassene Öffnung, so dass die Propellereinheit unter dem Rumpf für Vortrieb sorgen kann. In sehr flachen Bereichen oder beim Anlanden kannst Du sie mit einem Griff hochnehmen. Das funktioniert nur mit einem zweiflügeligen Propellerblatt, das im Stillstand immer die Ein- oder Ausbaustellung einnimmt. Antriebsergonomisch nicht unbedingt die optimale Lösung – aber hier meckern wir schon auf hohem Niveau.

Wichtig ist: Das Kajak lässt sich mit diesem Antrieb erstens schnell und kräfteschonend bewegen. Und der Angler hat zweitens beide Hände zur Ausübung seines Hobbies frei.

Detailaufnahmen zum Antrieb: Links der Pedalantrieb. Rechts die kompatible elektrische Antriebseinheit. Beide Einheiten können wahlweise mit wenigen Handgriffen eingebaut werden. Bildnachweis: https://www.de.galaxykayaks.eu/

1.8.1.2. Die elektrische Antriebsvariante

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Alternativ kannst Du das Galaxy Wahoo S HV aber auch elektrisch fortbewegen. Das bieten andere Modelle zwar genauso an – in diesem Fall ist der Elektroantrieb aber kein im Heckbereich angebauter Motor. Er passt nämlich in den exakt gleichen Montageslot wie der Pedalantrieb. Es wurden also lediglich die Pedale durch einen E-Motor ersetzt. Einfach – und vor allem auch einfach genial.

Die Entwickler haben diese Antriebsvariante des Weiteren zu Ende gedacht. Es gibt

  • ein geschlossenes Batteriefach hinter dem Sitz,
  • eine vorinstallierte Verkabelung und
  • eine fest angebaute Anschlussbuchse für die Stromversorgung des Motors nahebei,

die zusätzlich auch für den Echolotanschluss gerüstet ist. Auf dem Wasser brauchst Du also nur die Motoreinheit einzusetzen und den Stecker mit der Buchse zu verbinden – schon ist der Motor betriebsbereit. Was will man mehr?

Der Motor selbst ist ein 44 lbs-Modell (Schubkraft, nicht Gewicht) mit 5 Fahrstufen vorwärts und 2 rückwärts. Stromsparender wäre natürlich eine stufenlose Geschwindigkeitsregelung gewesen. Das hätte die Kosten aber in die Höhe getrieben und wäre vielleicht nicht so platzsparend zu realisieren gewesen. Nun gut, strampeln oder bequem elektrisch fahren kostet also das gleiche Geld bei der Anschaffung. Da muss man Hersteller und Anbieter für die faire Preisgestaltung loben.

Unkomplizierter in der Praxis ist der Pedalantrieb. Er ist nicht abhängig von einer Energiequelle, die transportiert, geladen und eingebaut werden muss. Eingefleischte Kajak-Enthusiasten werden bei dem Wort elektrisch zwar verschreckt die Nase rümpfen und den eigentlichen Sport vermissen. Trotzdem muss man die Vorteile einer Motorisierung anerkennen.

  1. Der Aktionsradius wird mit diesem Antrieb größer.
  2. Unbill wie Wind, Wellen und Strömung lassen sich leichter beherrschen.

Letztlich profitiert auch die Angelei. Besser als mit einem E-Motor kannst Du deine Schleppgeschwindigkeit nicht harmonisieren und auch der Drill lässt sich elektrisch deutlich entspannter genießen. Das gilt ebenso für alle längeren Strecken zwischen den angefahrenen Angelstellen. Für alle, die sich nicht entscheiden können: Man kann ja beide Antriebe kaufen. Bei einem Preis von 399 € pro Stück, ist das sicher eine überlegenswerte Option. Dann kann Du je nach Bedarf faulenzen oder deinen Körper trainieren. Das wird auch den Partner von der Doppelanschaffung überzeugen.

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Galaxy Wahoo HV Detailaufnahmen: Links die erhöhte Sitzposition mit dem Batteriekasten dahinter. Mittig der E-Antrieb mit Steckdose und drei Starports auf der Zubehörschiene. Rechts der Rumpf mit der Propellereinheit oben und der Montagevertiefung für den Echolotgeber links. Bildnachweis: https://www.de.galaxykayaks.eu/

1.8.1.3. Die weitere Ausstattung

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Zurück zur Ausstattung des Galaxy Wahoo S HV:

  • Drei geschlossene Stauräume sind vorhanden.
  • Den Batteriekasten haben wir schon erwähnt.
  • Hinzu kommen eine große Luke im Bugbereich und eine kleinere direkt vor dem Sitz. Das ist praktisch für die Aufbewahrung von Utensilien zum Fischen.
  • Im Heckbereich finden wir ein offenes Staufach für größere Gegenstände.
  • Für das Anbauen des Zubehörs gibt es vier Montageschienen (rails): Zwei große vorn, zwei kleinere hinten.

Das Zubehörprogramm von railblaza.com ist zudem sehr umfangreich. Hier kann der Angler sein Kajak individuell ausstatten. Vom Rutenhalter über die Action Cam und das Echolot bis hin zum Fahnenwimpel (Schleppfahne) ist alles machbar. Einigermaßen preiswert sind die Anschaffungen ebenfalls. Falls Du mehr wissen willst, dann wirf einfach einen Blick in den Online-Katalog des Herstellers.

Das Galaxy Wahoo ist des Weiteren mit einem Vista High Sitz ausgestattet, der eine erhöhte Sitzposition ermöglicht. Er läuft auf Schienen und ist so individuell einstellbar. Hinsichtlich seines Sitzkomforts gibt es aus den vielen Nutzerrückmeldungen keine Klagen. Das spricht für sich. Zum Schluss noch ein Wort zur Gebermontage Deines Echolotes. Das Galaxy Wahhoo S HV hat auf der Unterseite des Rumpfes eine Montagemöglichkeit in einer Vertiefung vorgesehen. Wir besprechen diese ausführlich im Echolotteil dieses Beitrags. Nur so viel sei bereits verraten: Besser geht es eigentlich nicht.

1.8.1.4. Lieferumfang, Preis und Fazit

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Im Lieferumfang des Galaxy Wahoo S HV sind enthalten:

  • 1 Paddel 2-teilig,
  • 1 Rutenhalter,
  • 2 Starports Montageinseln,
  • 2 Paddelklipps,
  • Bungees zur Ladungssicherung sowie
  • Halte- und Sicherungsleinen seitlich.
  • Der Preis: 1599 € (inklusive Pedal- oder Elektroantrieb)

Fazit: Bei einem Preis von rund 1600 € erhältst Du ein gutes Angelkajak mit flexiblem Antrieb, einer ordentlichen Grundausstattung und einem optimalen Zubehörangebot. Das Kajak ist in vielen Punkten durchdacht und für den Angeleinsatz optimiert. Am Materialeinsatz, der Verarbeitung und vielen sinnvollen Ausstattungsdetail wurde nicht gespart.

Der Stauraum ist angesichts der kompakten Bootsmaße sicher nicht üppig bemessen, reicht aber aus. Einige Details des 40 cm längeren Galaxy Supernova HV (wie beispielsweise die bündig eingelassenen Schlepprutenhalter) sind bei dem Galaxy Wahoo allerdings nicht realisiert worden – und das, obwohl es machbar gewesen wäre.

Was nicht so gut gefällt, sind die Führungsschienen. Die Echolotmontage ist hier nicht optimal zu gestalten. Entweder muss der Fischfinder in den Paddel- und Angelbereich – oder in einen Außenbereich des Boots – um nicht mit den Pedalen des Tretantriebs zu kollidieren. Dem hätte man mit zwei kleinen Querschienen vor dem Bugstauraum, wie sie bei dem Galaxy Supernova Modell vorhanden sind, leicht abhelfen können. Über eine stabilere Arretierung der beiden Antriebe könnte man des Weiteren auch einmal nachdenken.

Das Preis-Leistungsverhältnis des Galaxy Wahoo S HV ist insgesamt allerdings hervorragend. Im Marktvergleich kann man auch das Doppelte ausgeben ohne einen vollständig ausgleichenden Mehrwert dafür zu bekommen. Ab Sommer werden die Angelkajaks dieses Anbieters außerdem durchgängig mit drei Antriebsmöglichkeiten (Pedale, Flipper und E-Motor) ausrüstbar sein, die dann mit einigen Galaxy-Modellen kompatibel sind. Das erweitert die Möglichkeiten des Interessenten. Er ist nicht mehr auf einen bestimmten Kajak-Typ festgeschrieben, wenn er alle Antriebsmöglichkeiten zur Auswahl haben möchte.

1.8.2. Native Watercraft Slayer Propel 10

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In der gehobenen Preisklasse ist das Native Watercraft Slayer Propel 10 zu finden. Mit Tretantrieb werden knapp 3000 € fällig, die ein ansprechendes Qualitätsprodukt vermuten lassen. Tatsächlich ist das Kajak mit rund 3 m Länge und 0,86 m Breite ultrakompakt und bringt alles mit, was wir an Kriterien erarbeitet haben. Die Rumpfform und die Auslegungen des massiven Schwimmkörpers versprechen sehr hohe Stabilität und massig Auftrieb, der sich in einer maximalen Zuladung von 227 kg widerspiegelt. Viele Sportsfreunde, welche diesen Typ fahren, bestätigen, dass sie häufig im Stehen angeln und drillen. Das spricht für eine hervorragend stabile Auslegung des Bootskörpers.

Das kleinste Modell der Native-Marine-Slayer-Serie. Kompakt mit guter Grundausstattung und einem hervorragend konstruierten, hochqualitativen Tretantrieb der Extraklasse. Äußerst seitenstabil mit hoher Zuladung und dabei mit nur 28 kg Nettogewicht bequem zu handhaben. Bildnachweis: https://element-2.de/

Zwei Ausstattungsdetails sind die Stars des Ensembles, erklären aber auch die Preisgestaltung. Zum einen ist der Sitz hervorragend durchkonstruiert. Viele Nutzer sind gerade auf längeren Turns von seinem Sitzkomfort angetan und beschreiben die Nutzung auf dem Wasser mit einem entspannten Cruisen. Als zweites ist der Kurbelantrieb in vielen Punkten durchdacht konstruiert und praxisnah in hoher Qualität ausgeführt. Zu erwähnen sind neben vielen weiteren Details

  • seine Robustheit,
  • die leicht laufenden beweglichen Teile und
  • die stabile Führung des Antriebs über einen Skelettarm (siehe Bild oben),

der an einer drehbaren Stange vor dem Bugstauraum befestigt ist. Der Clou an der Sache: Der gesamte Antrieb lässt sich bei Bedarf über die Dreheinrichtung einfach hochklappen und vorn im Bug ablegen. Mit der Schraube nach oben ist die Antriebseinheit weiterhin sicher fixiert und liegt nicht lose herum. Das ist genial gelöst. Leider hat die Qualität des Antriebs auch ihren Preis, der mit rund 1300 € mehr als dreimal so hoch ausfällt, wie derjenige des Galaxy Wahoo.

Was uns weiter gut gefällt sind drei bündig eingelassenen Rutenhalter (zwei hinter dem Sitz, einer seitlich), die zur Grundausstattung gehören. Andere Ausstattungsdetails wie rutschfeste Auflagen im Fußbereich runden das bereits perfekte Bild noch weiter ab. Dann bleibt noch eine Sache zu erwähnen: Die einfache Handhabung des Fahrzeugs. Mit gerade einmal 28 kg Nettogewicht (ohne Sitz und Antrieb) gestaltet sich das Auf- und Abladen besonders einfach. Alle weiteren Daten zu diesem Angelkajak findest Du in der Tabelle im nächsten Kapitel.

Ebenfalls ein Native-Mariner-Slayer-Modell. Mit rund 3,80 m Länge aber nicht ganz so kompakt wie das oben vorgestellte. Bildnachweis https://element-2.de/

1.9. Wie findest Du das ideale Angelkajak für Dich?

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Dein perfektes Kajak zum Fischen kann natürlich ganz anders aussehen, als die von uns zuvor vorgestellten Modell. Einmal weil du eigene Schwerpunkte setzen möchtest – oder sich deine Preisvorstellung deutlich von unseren Vorschlägen unterscheidet. Um deine Wahl einschätzen und abschließend beurteilen zu können, ist es jedoch sicher nicht verkehrt, wenn Du Dich an unseren Kriterien orientierst und entsprechende Vergleiche zu Deinem persönlichen Favoriten ziehst.

Wir haben Dir zu diesem Zweck eine Tabelle erstellt, in der wir die wichtigsten Eigenschaften unserer beiden Empfehlungen (Galaxy Wahoo S HV und Native Mariner Slayer 10), eingetragen haben. Du brauchst jetzt nur noch in die leere Spalte

  • ein Modell Deiner Wahl einzutragen,
  • direkte Vergleiche zu ziehen,
  • das Zubehör zu kalkulieren und
  • den Endpreis festzulegen.

Danach lässt es sich gut abschätzen, wie viel Boot Du für dein Geld bekommst. Und wie gut Deine Wahl vor allem neben unseren Vorschlägen bestehen kann. Viel Erfolg bei der Suche nach Deinem perfekten Angelkajak – sowie danach beim Fischen mit diesem: Martin und Jens!

Ausrüstung Ausführung Ausstattung Galaxy Wahoo S HV Plus Kosten Native Mariner Slayer Propel 10 Plus Kosten Eigenes Modell Plus Kosten
 Materialeinsatz Hartschale PE aus einem Stück
Bauart Einteilig Einteilig
Sit-on-Top Ja Ja
Gewicht 38,5 kg 37,5 kg / 28 kg
maximale Zuladung 180 kg 227 kg
Breite 84 cm 86 cm
Länge 357 cm 305 cm
Paddelnutzung Ja Ja
Tretantrieb Möglich Möglich
Elektroantrieb Möglich Möglich (extern)
Steueranlage Handbetrieb Ja Ja
Komfortsitz Ja Ja
Verstellbar Ja Ja
Montageschienen 4 Stück: Je 2 vorne und hinten. 2 Stück: Vorn und mittig.
Stauraum geschlossen 3 Stück: 1 im Bugbereich, 1 vor dem Sitz, 1 hinter dem Sitz. 1 Stück im Bugbereich
Stauraum offen 1 im Heckbereich 1 im Heckbereich
Bungee Befestigung Ja (hinten) Ja (hinten)
Batteriefach Ja (hinter dem Sitz) Nein
Gebermulde Rumpf Ja Nein
Abdeckung für Gebermulde Ja Nein
Abflusslöcher 10 8
Verschlussstopfen Ja Ja
Mitgeliefertes Zubehör in der Grundausstattung Bungees, Paddel zweiteilig, 2 Starports, 1 Rutenhalter, 2 Paddelclips Bungees, 3 Rutenhalter bündig
Lieferbares Zubehör Komplettes Railblaza-Programm www.railblaza.com Komplettes Railblaza-Programm www.railblaza.com
Beispielkosten für Zubehör
1 Rutenhalter ab 27,95
Railmount ab 13,95
Transportwagen ab 34,95
Schwimmweste ab 34,95
Grundkosten Kajak mit Antrieb 1.599 (Pedal- oder Elektroantrieb)  1.699 (ohne Antrieb) 2999 (mit Tretantrieb)
Gesamtkosten Abhängig vom Zubehör Abhängig vom Zubehör

2. Ein Angelkajak mit Echolot und Co. ausrüsten: Was passt?

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Für den versierten Kajakangler steht ein Fischfinder-Echolot oder besser gesagt ein Kombigerät mit Plotter ganz vorn auf der Zubehör- und Ausstattungsliste.

  • Warum ein solches vorteilhaft ist,
  • worauf Du bei der Anschaffung achten solltest und
  • welche Geräte empfehlenswert sind,

das erfährst Du in diesem Anschnitt.

2.1. Die erste (und wichtigste) Frage: Welche Bildschirmgröße?

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Für Belly Boote werden häufig kleine und handliche Echolotmodelle mit 4 Zoll großen Bildschirmen empfohlen – was für diese durchaus praktisch (und somit richtig) ist. Der Betrachtungsabstand auf dem Belly liegt im Nahbereich, die visuelle Aufnahme von Details sollte daher kein Problem darstellen.

Auch für Kajaks werden mitunter Echolote aus dieser Größenklasse angeboten. Das ist aus unserer Sicht allerdings weniger sinnvoll, da der übliche Montageort des Sonargerätes im vorderen Bootsbereich liegen sollte. Ansonsten werden alle Aktivitäten im mittleren Sitzbereich (sprich das Paddeln und Angeln) möglicherweise behindert. Der Betrachtungsabstand zum Echolot auf dem Kajak ist also um einiges größer als auf dem kompakten Belly Boat. Das erfordert demzufolge ein Mehr an Bildschirmgröße und Auflösung, um alle Informationen des Gerätes deutlich wahrnehmen zu können.

Ein schöner Größenvergleich im 1:1 Maßstab eines 4-Zoll-Garmin-Echomap zu einem 7-Zoll-Gerät der gleichen Baureihe. Der Informationsgehalt bei dem kleinen Fischfinder ist im passenden Ausschnitt der gleiche, die Möglichkeit Details zu erfassen mit dem größeren Bildschirm aber schon im Nahbereich deutlich besser. Versuch es einfach einmal selbst bei einem größeren Betrachtungsabstand - Du wirst sehen, warum wir für das Kajak 7 Zoll bevorzugen.

Bei der Nutzung eines Plotters plus (selbst erstellten oder gekauften) Seekarten für die Navigation und das Anfahren bekannter Hotspots, trifft das in besonderem Maße zu, so dass wir für den Kajakbereich mindestens ein 5-Zoll- besser noch ein 7-Zoll-Modell anschaffen würden. Es spricht auch nicht viel gegen eine 9-Zoll-Variante. Falls Du schon ein Gerät in dieser Größenordnung besitzen solltest, musst Du Dir um eine Neuanschaffung also keine Gedanken machen – lediglich um das passende Montagezubehör.

2.2. Ist ein Kombigerät mit Plotter und Sonar notwendig?

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Kajaks sind nicht für die Nutzung auf dem heimischen Karpfenteich bestimmt, sondern eigenen sich eher für größere Gewässer – bis hin in den nahen Küstenbereich. Je größer das zu befahrende Wasser ist, umso wichtiger wird das Vorhandensein eines Kartenplotters mit seinen Möglichkeiten zur Navigation und Gewässererkundung.

  • Den Geländeverlauf unter Wasser kennen,
  • oder mögliche Hotspots zu lokalisieren und zielgenau anzufahren,

sind Möglichkeiten, welche Du Dir nicht entgehen lassen solltest. Ganz interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Fähigkeiten aller am Mark verfügbaren Plotter, mit Hilfe des Echolotes unbekannte Gewässer mit Tiefenlinien zu kartieren oder vorhandene Gewässerkarten zu überarbeiten. Wer weiß, wie es im Umfeld des Bootes auf dem Gewässergrund aussieht, hat auch beste Karten, die Echolotbilder richtig zu interpretieren.

Für das Echolot selbst spricht nichts dagegen, Modelle mit drei Echolotverfahren zu bevorzugen, falls es die Angelkasse zulässt.

  1. Mit dem klassischen 2D-Sonar erschließt Du Dir den Grundverlauf ebenso wie vorhandene Fischpopulationen.
  2. Mit dem Downscan-Verfahren schaust Du direkt unter das Boot und schlüsselt die Grundformation in diesem Bereich mit hohen Frequenzen auf.
  3. In der Sidescan-Ansicht erforscht Du die Bereiche links und rechts vom Fahrzeug und erhältst Informationen zum Fischstandort, die in den beiden anderen Verfahren fehlen.

In der 7-Zoll-Geräteklasse (oder höher) sind alle Modelle der bekannten Echolothersteller in dieser Hinsicht gut aufgestellt. Unterschiede in der Leistungsfähigkeit einzelner Echolotverfahren bei dem ein- oder anderen Anbieter können eher vernachlässigt werden, so dass Du Dich herstellerseits im Vorhinein nicht festlegen muss.

2.3. Der Echolotgeber: Wo kommt er hin?

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Die Geberfrage beim Kajakangeln erfordert ein genaues Hinsehen hinsichtlich seiner Größe und seinem Montageort. Entscheidend ist zunächst die Frage, ob das Echolot mit Geber mobil bleiben soll – also auch bei anderen Gelegenheiten und mit anderen Wasserfahrzeugen genutzt werden wird. Ist das der Fall, gibt es eigentlich nur eine praktikable Anbringungsmöglichkeit für den Geber. Er wird ganz einfach mit einer passenden Halterung auf der Zubehörschiene montiert. Am besten im Heckbereich, um ihn aus dem Weg zu haben.

Soll er ausschließlich im Kajak eingesetzt werden (für andere Gelegenheiten könnte man ja einen zweiten anschaffen) hast Du neben der bereits beschriebenen zwei weitere Optionen. Aus unserer Sicht die vorteilhaftere der beiden ist allerdings abhängig vom gekauften Kajakmodell. Wir sprechen hier von einer boxähnlichen Vertiefung im Rumpf, die extra diesem Montagezweck dient. Diese Vertiefung muss aber hardwareseits vorhanden sein, was lange nicht bei allen Modellen der Fall ist.

In dieser Vertiefung, die durch eine Öffnung Verbindung zum Oberdeck hat, wird der Geber montiert. Das Kabel geht durch den vorhandenen Kanal nach oben zum Echolot. Die Box kann anschließend mit einer wasserdurchlässigen Abdeckung bündig zum Rumpfverlauf geschlossen werden. Dieser Montageort ist aus mehreren Gründen optimal.

  1. Der Geber muss nicht bei jedem Einsatz des Bootes neu montiert werden. Er ist fest angebracht.
  2. Er hat zudem direkten Wasserkontakt, steht nirgendwo über und kann somit nicht beschädigt werden – selbst, wenn das Boot den Grund berührt. Das ist auch wichtig für den Transport des Kajaks zum oder vom Wasser.
  3. Die Geberlage mittig bringt außerdem die optimale Scanposition für das Echolot. Der Angler sitzt immer im Zentrum seines Sonarkegels. Das ist vorteilhaft für die Interpretation der Sonarbilder.
  4. Du hast bei dieser Anbringung auch keinen Kabelsalat an Bord, sowie ebenso kein außen geführtes Kabel. Nur eine direkte Verbindung zum Gerät.

Nicht verschweigen sollte man allerdings der Umstand, dass für die eigentliche Gebermontage in der Vertiefung teilweise ein passendes Befestigungsblech beschafft werden muss, da das mitgelieferte nicht passend ist.

Hier nochmals der Rumpf des besprochenen Galaxy-Wahoo-Bootes. Die Abflusslöcher sind mit Stopfen verschlossen. Die Gebermontage erfolgt in der mittigen Vertiefung, etwa auf der Höhe des Sitzes rechts versetzt. Der Angler befindet sich damit praktisch im Zentrum des Echolotkegels. Bildnachweis: https://www.de.galaxykayaks.eu/

Der letzte jetzt noch verbliebene Montageort wäre ein tiefgehendes Staufach, in das der Geber eingeklebt wird. Die Gebersignale gelangen dann durch den Fahrzeugboden ins Wasser. So wurde es in den Anfangsjahren der Kajakangelei häufig empfohlen. Damals wurde die Anbringung mit Kunstharz bevorzugt, das zu einer unlösbaren Verbindung führte. Heute würde man es mit Silikon versuchen.

  • Vorteil dieser Anbringung ist der optimale Geberschutz.
  • Nachteilig ist hingegen die mögliche Signalverschlechterung, weil kein direkter Wasserkontakt besteht und zusätzlich der Boden von den Pings durchdrungen werden muss.

Zusammenfassend: Die einfachste Montage des Gebers geschieht über die Zubehörschiene. Leider ist das Teil dort für Beschädigungen anfällig und muss bei jedem Einsatz wieder neu montiert werden. Mit dem richtigen Kajak hast Du mit der Montagebox im Rumpf die beste Lösung parat, musst dann aber im Vorhinein schon die passende Kaufentscheidung treffen. Die Inboard-Lösung ist die aufwendigste, sowie mit den beschriebenen Nachteilen, auch nicht die erste Empfehlung für den Montageort.

2.4. Wohin mit der Stromversorgung?

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Ein Fischfinder benötigt eine passende Stromversorgung, die auf Deinem Angelkajak untergebracht werden muss, falls Du nicht auf einen Elektroantrieb setzt. Dessen Akku kann nämlich auch das Echolot versorgen. In unserem ausführlichen Testbericht findest Du alles Wissenswerte zum Thema Echolot-Akku.

Für die Verwendung am Kajak ist eine wassergeschützte Unterbringung des Akkus erste Anglerpflicht. Das vermeidet mögliche Kurzschlüsse. Falls Dein Kajak ein passendes und zudem abgedecktes Staufach mitbringt, ist die Unterbringung schnell erledigt. Falls nicht, solltest Du über die Anschaffung eines wasserdichten Outdoor-Koffers nachdenken. Die Anschlüsse am Koffer müssen dabei ebenfalls wasserdicht sein, so dass auf dem Weg zum Echolot nichts anbrennen kann. Wie wir einen solchen selbst hergestellt haben, stellen wir Dir im 3. Teil dieses Beitrags ausführlich vor. Zunächst aber unsere Geräteempfehlungen für die besten Fischfinder für ein Angelkajak.

2.5. Drei Fischfinder-Empfehlungen für Dein Angelkajak

2.5.1. Garmin Echomap Plus 62cv

fischfinder-garmin-62sv-kajak

Ein hochauflösender und 6 Zoll großer Bildschirm, seine Chirp-Fähigkeiten sowie flexiblen Einsatzmöglichkeiten auf unterschiedlichen Gewässertypen sind die Stärken dieses Garmin-Fischfinders. Technisch sind 2D-Chirp und DownScan (Downvü) mit an Bord. Ein Kartenplotter mit einem 5 Hz GPS und WLAN komplettieren die Ausrüstung. 

Das EchoMap Plus 62cv ist mit der Garmin-CHIRP-Technologie ausgestattet und kombiniert diese mit Garmin-ClearVü-Echolotfunktionen. Mit dem passenden Chirp-Geber werden klare und differenziert Bilder erzeugt, die letztlich auch zu Erfolg beim Angeln und somit zu mehr Fisch führen. 

Wer Wert auf exzellente Echolot-Bilder im 2D-Bereich legt, sollte das Gerät allerdings direkt mit dem High-Chirp-Geber-GT22 ausrüsten.

Hauptmerkmale des Garmin Echomap Plus 62cv:

  • Chirp-Technologie,
  • 2D-Chirp und ClearVü-Echolotverfahren,
  • Quick-Draw-Contours-Kartographie,
  • Tastaturbedienung,
  • Garmin-GT20-Geber, 
  • 6-Zoll-Display mit 800×480 Pixel,
  • Sendeleistung 500 W,
  • microSD-Kartensteckplatz,
  • GPS mit Kartenplotter
  • und Garmin-G3-Bluechart-Gewässerkarten.
  • Preis mit Geber GT20: ca. 480

2.5.2. Lowrance Hook Reveal 7 mit Triple-Shot-Geber

In der dritten Hook-Generation wurden die Geräte und HDI-Geber grundlegend überarbeitet. Im Ergebnis verfügen wir hier nun über Chirp parallel zu Down- und SideScan. Ein besonderes Schmankerl ist die Reveal-Funktion. Im Reveal-Verfahren werden die Fischsicheln aus 2D als Leuchtbögen in das DownScan-Bild eingepasst, so dass direkt eine optimale Darstellung der erkannten Fischpopulation zur Verfügung steht. 

Dieses Lowrance-Echolot nimmt Anpassungen und Feineinstellungen automatisch vor. Für erstklassige Bilder ist daher keine manuelle Justierung nötig – perfekt für den Einsatz am Angelkajak. Fische finden kann so einfach sein mit dem richtigen Echolot.

Hauptfunktionen des Lowrance Hook Reveal 7:
  • FishReveal,
  • Genesis-Live-Echtzeit-Kartographie,
  • automatisches Feintuning,
  • Triple-Shot-Geber mit CHIRP, Down- und Sidescan, 
  • 7-Zoll-SolarMAX-Display mit 800×480 Pixel,
  • Sendeleistung 500 W,
  • Tastaturbedienung mit Schnellzugriff,
  • microSD-Kartensteckplatz,
  • GPS mit Kartenplotter,
  • sowie außerdem Kartierungsoptionen wie C-MAP, C-MAP Genesis oder Navionics.
  • Preis mit Geber : ca. 500,00 €

2.5.3. Raymarine Element 7sv mit HV100 Geber

fischfinder-raymarine-element-angelkajak

Die neue Element-Modell-Reihe von Raymarine hat es in sich. Mit Chirp, Down- und SideScan sowie RealVision-3D sind gleich 4 Echolotverfahren integriert, die vom neuentwickelten Geber HV-100 all-in-one umgesetzt werden. Mit der Neuentwicklung setzt der Hersteller aber noch einen drauf. Hypervision heißt das Stichwort: Gemeint ist damit die hochauflösende Darstellung aller 4 Scantechniken mit 1200 kHz. Das erzeugt extra präzisiere und detailreiche Bilder in allen Verfahren mit einem Mehr an Struktur und eindeutig identifizierbaren Fischsignalen.

Zwar geht das etwas auf Kosten der Tiefenreichweite – die Vorteile für den Flachwassereinsatz liegen jedoch auf der Hand. Man muss kein Prophet sein, um dieser Modellreihe Markterfolg vorherzusagen. Schon alleine der empfohlene Preis der 7-Zoll-Variante (inklusive des HV-100-Gebers) von 898€ ist ein echtes Preis-Leistungs-Schmankerl, das der Konkurrenz zu schaffen macht. Zumal integrierte 3D-Funktionen in dieser Preisklasse woanders eher nicht zu finden sind.

Natürlich hat der aktuelle Ladenpreis von unter 800€ auch einige Abstriche als Folge. Das Touchscreen mit der Glasoberfläche der Axiom-Reihe fällt weg, um einer Option mit Tastaturbedienung Platz zu machen. Das mag man einerseits bedauern, wird sich aber andererseits freuen, dass dadurch der Kartenschacht wieder von vorn zu bedienen ist. Auch das gediegene Lighthouse-3-Betriebssystem ist vereinfacht wordenund heißt nun Lighthouse Sport, das spezieller auf die Angelgemeinde zugeschnitten ist. Auch fehlt die Digital-Sonar-Option der Axiom-Reihe bei 200 und 50 kHz.

Ansonsten ist die Ausstattung dieses Raymarine-Fischfinders auch hardwaremäßig (kleinerer Arbeitsspeicher) mit der Axiom-Reihe vergleichbar. Einmal von der fehlenden Marine-Netzwerkeinbindung abgesehen. Die Schlankheitskur der Element-Geräte ist gelungen. Die Abstriche lassen sich in Anbetracht des Gesamtpaketes verschmerzen. Vor allem mit Blick auf den Einstandspreis. Falls Dich noch weitere Details interessieren, kannst Du diese in unserem gesonderten Testbericht zum Raymarine Element 7 HV nachlesen.

Raymarine Element 7sv – Schlüsselfunktionen:
  • Betriebssystem: Lighthouse Sport.
  • Bildschirm: 800 x 480 Bildpunkte WVGA.
  • Bedienung: Tastatur.
  • Echolot: Eingebauter CHIRP-Sonar, DownVision (Standard und Hyper), SideVision (Standard und Hyper), RealVision™-3D (Standard und Hyper).
  • Erreichbare Tiefen: CHIRP Sonar = 274 m (900 Fuß),
    DownVision™ Standard = 183 m (600 Fuß) | DownVision™ Hyper = 30 m (100 Fuß),
    SideVision™ Standard = 91 m (300 ) | SideVision™ Hyper = 30 m (100 Fuß),
    RealVision™ 3D Standard = 91 m (300 Fuß) | RealVision™ 3D Hyper = 30 m (100 Fuß).
  • Voll ausgebauter Plotter
  • Kartenoptionen: Raymarines LightHouse NC2, Navionics, C-MAP-Essentials (Basisausrüstung) , C-MAP 4D MAX+. Kompatibel mit allen Karten, die im Karten-Store von Raymarine aufgelistet sind.
  • SD-Karten-Slot: 1
  • Netzwerk: NMEA2000-Anschluss.
  • Verbindungen: Wlan, Bluetooth.
  • Interner Speicher: 8GB SSD.
  • Geber: 4-in-1-Geber HV-100
  • Das Raymarine Element 7sv ist erhältlich ab 779,00 €.

Weitere Details zu diesen und anderen Fischfindern findest Du in unserem großen Echolot-Test 2021.

3. Eine wasserdichte DIY-Stromversorgung für das Kajak

3.1. Wichtige Hinweise und Haftungsausschluss

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Alle elektrotechnischen Arbeiten und Installationen sollten nur von befähigten Personen ausgeführt werden, welche die notwendigen Fachkenntnisse besitzen, solche Arbeiten sachgerecht ausführen zu können. 12V-Batterien bzw. -Akkus sind kein Spielzeug und bei fehlerhaftem Umgang eine ernstzunehmende Gefahrenquelle für schwerwiegende Personen- und Sachschäden.

Haftungsausschluss: Dieser Beitrag ist lediglich eine Beschreibung eines von uns durchgeführten Projektes zum Aufbau einer wasserdichten Stromversorgung für den persönlichen Bedarf. Es ist keine Bauanleitung für ein solches (oder ähnliches Vorhaben) und darf auch nicht als eine solche verstanden werden. Da unsere eigene Sicherheit uns sehr am Herzen liegt, haben wir dieses Projekt mit der erforderlichen Sorgfalt und nach bestem Wissen durchgeführt – sowie vor dem eigentlichen Einsatz praktisch erprobt. Wir übernehmen keine Haftung oder Gewährleistung für die Schlüssigkeit der Planung, des Aufbaus und der Funktionssicherheit des Endproduktes. Wer diese Beschreibung zum Nachbau eines ähnlichen Projektes nutzt, tut das auf eigene Gefahr. Eine Haftung unsererseits, die aus der Verfolgung des Planes abgeleitet wird, ist ausgeschlossen.

3.2. Den Akku wasserfest einbetten

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Die Idee ist ebenso simpel wie nachhaltig wasserdicht:

  1. Du packst Deine Echolot-Batterie in einen kleinen wasserdichten Outdoor-Koffer,
  2. setzt oben zwei ebenso wasserdichte Anschlussbuchsen
  3. sowie einen Ein-Aus-Schalter mit LED auf,
  4. verkabelst innen alle Bauteile

und schon kannst Du sorgenfrei die Stromversorgung auf deinem Kajak nutzen.

Ideal: Die Stromverbindung kann jederzeit mit dem Schalter unterbrochen werden. Alle Verbindungen sind wasserdicht, der Koffer selbstredend auch.

Die Kabellänge der Stromverbindung sollte ausreichen, um vom Batteriekasten zum Echolot zu führen. Wenn das nicht der Fall ist, fertigst Du ein extra Kabel mit wasserfestem Stecker und Buchse, kürzt das Stromkabel des Fischfinders und bringst einen Stecker für die Verbindung der beiden Kabel an.

3.3. Der Bauplan

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Als erstes werfen wir einen Blick auf den Verdrahtungsplan. Dieser zeigt, wie die Verbindungen zwischen den einzelnen Bauteilen hergestellt werden. Die notwendigen Teile sind in der Liste weiter unten aufgeführt. Es gibt drei Arten von Verbindungen:

  1. Flachstecker-,
  2. Löt- und
  3. Schraubverbindungen.

Die 3 mm große LED muss für 12V vorbereitet sein. Ist sie das nicht, lötest Du einen passenden Widerstand und entsprechende Kabelverbindungen an.

Diese Skizze stellt keinen der üblichen genormten Schaltpläne, sondern eher eine Mischung aus Verdrahtungsplan und Bauteilevorschlag, dar. Wichtig für uns war lediglich die Anschaulichkeit des Vorhabens.

3.4. Schritt-für-Schritt: Die Bauanleitung

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  • Zunächst lötest Du 0,5 m lange Kabelstücke an die beiden Buchsen an. Rot geht auf Pin 1, schwarz auf Pin 2. Die Lötstellen werden mit Schrumpfschlauch 3 mm überzogen (vergleiche die Abbildung weiter unten).
  • Jetzt bohrst Du vier Löcher in den Deckel des Outdoor-Koffers. 10 mm für die beiden Buchsen, 8 mm für den Schalter und 5 mm für die LED. Sind die Öffnungen zu knapp (was bei den Buchsen der Fall ist), kannst Du sie leicht mit einer Schere (einführen und drehen) weiten.
  • Nun setzt Du die Buchsen, den Schalter und die LED ein und verkabelst das Ganze nach dem vorliegenden Schaltplan. Es müssen mehrere Kabelenden zusammengeführt und mit Flachstecker (Quetschverbindung) verbunden (schwarze Kabel) oder verlötet (rote Kabel im Schaltereinlass) werden.
angelkajak-wasserdichte-stromversorgung-batteriebehaelter
Rechts haben wir die verwendeten wasserdichten Stecker und Buchsen abgebildet, die bei unserem Vorhaben eingesetzt wurden. Für den Druckschalter ist eine schützende Gummikappe notwendig, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Die LED wird von unten mit Heißkleber abgedichtet, damit die Kontakte geschützt sind. Der Kabelverlauf und die Anordnung der Bauteile auf dem Koffer kannst Du der Abbildung entnehmen. Der Akku muss zwingend mit doppeltem Klettband gesichert werden, um Beschädigungen zu vermeiden.
  • Den Kabelverlauf (siehe Abbildung des Koffers) sicherst Du mit den Klebesockeln. Zu guter Letzt bringst Du noch Kabelschuhe für den Akkuanschluss auf. Zuvor hast Du allerdings schon die Kabelsicherung zwischengeschaltet (wird einfach mit Kabelstecker und Buchse versehen und an das stromführende rote Kabel angesetzt).
  • Das war es schon. Nun setzt Du den Akku ein und befestigst ihn mit einem DUO-Klettband mit Kleberückseite mittig auf dem Kofferboden.

Den fertigen Koffer kannst Du natürlich auch für einen mobilen Fischfinder verwenden. Dann fehlen nur noch vier Bohrungen für die Halterung von diesem auf dem Deckel. Der fertige Outdoor-Pack passt auf Deinem Angelkajak entweder

  1. hinter den Sitz,
  2. unter den Sitz oder
  3. in ein offenes Staufach (mit Bungee-Sicherung).

3.5. Welche Bauteile werden gebraucht?

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Dies ist die vollständige Liste der Komponenten, die wir verwendet haben, um unsere eigene wasserdichte DIY-Stromversorgung für ein Angelkajak zu bauen:

  • 1 Stück Outdoorkoffer Tomcase XT 235H105,
  • Alle Stecker / Buchsen in der 13-mm-Version:
  • 2 Stück Buchsen 2-polig wasserdicht,
  • 2 Stück Stecker 2-polig wasserdicht,
  • 1 Stück Stecker für das Ladegerät,
    Evtl. 2 Stecker + 1 Buchse für die Kabelverlängerung,
  • 1 Stück Druckschalter (von Omas Nachtischlampe) 6A,
  • 1 Stück Abdeckung für Schalter,
  • 1 Stück LED rot schwach leuchtend 12V,
  • 1 Stück Einbaurahmen für LED,
  • 1,2 m KFZ-Litze rot 1,5 mm,
  • 1,2 m KFZ-Litze schwarz 1,5 mm,
    1 Kabelsicherung 3A,
  • 6 Stück Klebesockel 20 x 20 mm,
  • 6 Stück Kabelbinder 100 x 3 mm,
  • 0,5 m Klettband doppelt 20 mm mit Kleberückseite,
  • 10 cm Schrumpfschlauch 3 mm und 6 mm,
  • 1 Flachstecker + Buchse 4,5 mm blau,
  • Flachsteckerbuchsen 7,5 mm rot.

Damit sind wir am Ende unseres ausführlichen Ratgebers zum Thema “Kajak zum Fischen: Welches ist das beste Angelkajak?” angelangt. Hast Du Fragen, Ergänzungen oder Kommentare, dann hau in die Tasten: Wir freuen uns auf Deine Rückmeldung – Jens und Martin!

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