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Angeln

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Wer große Hechte angeln möchte, sollte sich gut darauf vorbereiten. Entgegen der landläufigen Meinung, dass ein “Petri Heil” für einen gelungenen Fang ausreicht, kommt es beim Hecht angeln auf viele verschiedene Faktoren an. In den unterschiedlichsten Foren, gibt es unzählige Antworten von morgens, abends, immer oder zwischen 11- 15 Uhr im Herbst. Wir alle wissen, dass diese Antworten sehr subjektiv sind und auch manchmal das ein oder andere Anglerlatein mit drinnen steckt. Gehen wir also die ultimative Frage, wann es sich lohnt zum Hecht angeln loszuziehen, wissenschaftlich an. Hierzu gab es schon die ein oder andere Studie.

Angler nutzen die Wissenschaft – Das sind die besten Tage zum Hecht angeln

Die Studie von Kuparinen, Klefoth und Arlinghaus beschäftigte sich mit der Fragestellung, inwieweit die Umwelt die Fangrate beim Hecht angeln beeinflusst. Also, welche Einflüsse zu mehr oder wenigen Fängen von Hechten führte. Während der Studie wurden Hechte im “Kleinen Döllnsee” in Deutschland beobachtet. Der Schwerpunkt der Studie lag darin, die Auswirkungen von Tageszeiten und Umwelteinflüssen wie Tageslänge, Wassertemperatur, Mondphase und Windgeschwindigkeit etc. auf die Fangrate beim Hecht zu untersuchen. Der See selbst ist ein mesotrophischer See, 25 ha groß und hat eine maximale Tiefe von 7,8 m.

Wer Umwelteinflüsse beachtet, kann seine Fangrate immens steigern. Im Freizeit-Angelbereich werden werden diese Erkenntnisse bis heute kaum eingesetzt. Die weit verbreiteten Wissenslücken sind darauf zurückzuführen, dass kaum brauchbare Datensätze und Analysen zu dem Thema vorliegen. In der gemeinschaftlichen Studie wurden im Jahr 2005 am “Kleiner Dölnsee” erstmalig zuverlässige Daten aufgenommen und analysiert. Die Wissenschaftler handelten im Auftrag der finnischen Universität Helsinki sowie der deutschen Institute “Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei” und dem “Department für Nutzpflanzen- und Tierwissenschaften”. Eines der interessantesten Ergebnisse der wissenschaftlichen Studie lag in der Erkenntnis, dass das Beißverhalten von Hechten durch Mondphasen stark beeinflusst wird.


Die Hechtfänge von 25 Anglern mit 94 Angeltagen wurden in die Studie aufgenommen und ausgewertet


– 544 Hechte insgesamt im “Kleinen Dölnsee”

– Verwendung von künstlichen Ködern

– freie Angelplatzwahl

Hier nun die Ergebnisse:


Zu welcher Tageszeit lohnt es sich ans Wasser zu gehen?

Die meisten Hechte wurden während der Neu- und Vollmondphasen sowie der Dämmerung (morgens und abends) gefangen. Die Wissenschaftler vermuten, dass sich die Beutefische in der Dämmerung im offenen Wasser blicken lassen und der Hecht daher höhere Chancen auf einen erfolgreichen Angriff hat. Die hohe Fangrate in der Dämmerung könnte auch damit erklärt werden, dass der Hecht als visuelles Raubtier in der Dunkelheit Schwierigkeiten hat, den Köder von einem echten Beutefisch zu unterscheiden und aus diesem Grund mehr Hechte an den Haken gingen.

Eine verblüffende Erkenntnis lag darin, dass Hechte in Mondphasen extrem gut anbeißen. Viel besser als bei Halbmondphasen. Dies könnte daran liegen, dass die veränderte Beleuchtung der Umgebung die Aktivität von Beutefischen und Zooplankton beeinflusst und der Hecht von der veränderten Aktivität seiner Beute beeinflusst wird.

Welche Temperatur bietet den größten Erfolg?

Das Wetter hat immense Auswirkungen auf die Wassertemperatur, wodurch die Fangrate ebenfalls beeinflusst wird. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass Hechte wechselwarme Tiere sind, die keine konstante Körpertemperatur aufweisen. Die Wassertemperatur verändert Bewegungsgeschwindigkeit und Metabolismus der Tiere. Die Forscher fanden heraus, dass die Fangrate außerhalb der Laichzeit bei Wassertemperaturen zwischen 15 und 17°C am besten zum Hecht angeln geeignet sind. Sobald die Wassertemperatur 19 bis 20°C erreichte, ebbte die Aktivität der Hechte stark ab. Hechte entwickeln bei niedrigen Temperaturen unter 20°C ein Maximum an Aktivität. Die Wissenschaftler schlossen nicht aus, dass ihre Köder bei wärmeren Temperaturen in Konkurrenz mit “natürlichen Ködern” standen. Das überhöhte Futterangebot führte daher logischerweise zu verringerten Fängen von Hechten.

Kurz nach der Laichzeit im Frühjahr lag die optimale Wassertemperatur zum Hecht angeln bei ca. 14°C, denn zu dieser Zeit suchten die Hechte verstärkt nach Nahrung, um ihre strapazierten Reserven wieder aufzufüllen.

Viele Angler auf dem See

Die Fangrate sinkt, wenn Gewässer stark beangelt werden. Der Grund ist, dass Hechte auch ein Erinnerungsvermögen besitzen und teilweise oft genutzt Köder meiden. In Catch & Release Seen konnte das sogar wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Grundsätzlich gilt, dass die Fangrate davon abhängt, ob die Hechte gesättigt sind, d.h. wie viel Futter ihnen zur Verfügung steht. Wenn das Gewässer Nahrung im Überfluss aufweist, sind die Hechte übersättigt und beißen weniger. Die Tage zum Hecht angeln sind also immer dann gut, wenn es wenig Futter gibt. Auch sollte man anders an das Hechtangeln heran gehen als die Mehrheit der Angler im jeweiligen Gewässer.

Wind und Wetter

Die Fangrate beim Hecht angeln stieg ab einer Windgeschwindigkeit von 10 km/h an. Je stärker der Wind pfiff, desto wahrscheinlicher wurden die Hechtfänge. Der Wind führt zu einer Trübung des Wassers und die Beutefische können den Hecht schlechter erkennen.

Angler können diese Erkenntnisse für sich nutzen und sollten auf jeden Fall bei optimalen Wetterbedingungen zum Hecht angeln aufbrechen. Ist es trüb und windig, verspricht das Wetter beste Tage zum Hecht angeln. An sonnigen und windstillen Tage gibt es wohl andere Beschäftigungen, als auf Hecht zu angeln. Man könnte es auch anders ausgedrückten – Wer an wunderschönen sonnigen Tagen Hechte fängt, ist ein wahrer Meister seines Faches!

Merke

So, nun wisst ihr wann es sich richtig lohnt, dem Hecht nachzustellen. Hier noch mal eine kurze Zusammenfassung aller Tipps der wissenschaftlichen Studie. Diesen 7 Tipps sollten deine Fangchancen auf Hechte steigern:

  1. -angele bei Neumond und Vollmond
  2. -nutze die aufkommende Dämmerung
  3. -es lohnt sich bei Windgeschwindigkeiten ab 10 km/h und trübem Wetter
  4. -bei Wassertemperaturen zwischen 14 und 17°C fühlt der Hecht sich wohl
  5. -nach der Laichzeit kommt der Hunger
  6. -im Juli sinkt der Appetit – niedrigste Fangraten
  7. -Ende Mai und im September versprechen die höchsten Fangraten

Wer einen Hecht angeln möchte, sollte die oben genannten Voraussetzungen berücksichtigen. Zusätzlich und das ist wohl allen klar, muss die richtige Köderfarbe her, oder?

In diesem Artikel haben wir uns ausführlich mit der Frage, was ist die beste Köderfarbe beschäftigt und besonders spannend ist, welche Köderfarbe in in grünlichem Wasser in 10 m Tiefe überhaupt noch sichtbar ist. Du wirst überrascht sein ?


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