Tipp 1 – Der Hecht und seine Beute – Wie jagt er Rotaugen?

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Rotaugen oder Plötze sind in vielen Gewässern die Topbeute für die Hechte. Es scheint so, als ob die Jagdstrategie des Hechtes sehr gut an diese Beute angepasst ist. Wer diese Strategie versteht, kann seine Hechtfänge durch eine bessere Köderführung steigern. Rotaugen halten sich in der Uferzone über und innerhalb der Vegetation auf. Auch in vegetationslosen Bereichen sind sie anzutreffen.

Unabhängig von der Struktur gilt

Bevor wir spezifischer werden, sei noch ein paar Allgemeinheiten angemerkt, die auf die meisten Rotaugen zutreffen. Rotaugen haben einen schlanken Körperbau, was ihnen Schnelligkeit verleiht. Sie ergreifen zügig die Flucht, sobald ein Räuber ihnen zu nahe kommt. In Aufzeichnungen konnte beobachtet werden, dass Rotaugen aus dem Ruhezu-stand in einer Sekunde eine Strecke von 2 Meter zurücklegten. Das ist doch mal eine An-sage. Man kann sich kaum vorstellen, wie es der viel größere Hecht schafft, seinen dicken Körper nur annähernd so schnell zum Angriff zu beschleunigen.

Blubbern an der Oberfläche

Die Verteidigung der Rotaugen gegen die Angriffe eines Räubers ist sehr häufig die Schwarmbildung. Rotaugen fliehen als Schwarm im Uferbereich häufig Richtung Oberflä-che. Greift ein Räuber den Schwarm direkt an, teilt der sich in zwei Teile und kommt hinter dem Räuber sofort wieder zusammen. In der erneuten Schwarmbildung sind sie so gut, dass nur sehr wenige Fische vereinzelt werden. Dem Hecht fehlt für den nächsten Angriff das Überraschungsmoment, was einige Hechte aber nicht davon abhalten wird, je nach Situation einen zweiten Angriff zu starten.

Die Wasseroberfläche scheint bei Gefahr eine magische Anziehungskraft für die Rotaugen darzustellen. Dabei schwimmen sie teilweise direkt auf der Wasserlinie der Oberfläche. Warum genau dieses Verhalten zur Verteidigung dient, weiß man nicht genau. Vermutet wird, dass die Schwimmgeschwindigkeit noch mal gesteigert werden kann, wenn ein Teil des Körpers aus dem Wasser guckt, oder dass Räuber die Jagd dicht an der Oberfläche meiden, um nicht selbst als Beute von Vögeln oder Tieren zu enden.

Bleibt den Rotaugen keine andere Fluchtmöglichkeit, nutzen sie einen Sprung aus dem Wasser, um ihren Angreifern zu entkommen. Es konnten mehrere aufeinanderfolgende Sprünge einzelner Rotaugen in diversen Experimenten nachgewiesen werden. Und noch was Wichtiges: Ein Springen aus dem Wasser wurde ohne die Anwesenheit eines Räubers nicht beobachtet! Wir sehen also in dieser Situation ein Blubbern an der Oberfläche. Zugegeben, das Beitragsbild ist ein wenig übertrieben aber einen Schmunzler wert.

Merke

Sind wir also am Wasser unterwegs und erblicken Rotaugen, die scheinbar spielend aus dem Wasser hüpfen, wissen wir nun, was da wahrscheinlich wirklich abgeht. Wir können getrost davon ausgehen, dass
1. sich ummittelbar darunter ein Räuber befindet,
2. der gerade aktiv auf Beutezug ist.

Auf diese zwei Faktoren haben wir gewartet. Ein besseres Anzeichen für einen tollen An-geltag werden wir wohl kaum finden. Wenn wir dieses Verhalten an der Wasseroberfläche sehen, müssen wir schnell sein. Es ist die richtige Zeit und der richtige Ort, um seinen Kö-der gezielt zu platzieren. Der oder die Räuber stehen jetzt nahe der Oberfläche und sind beißwütig. Unser Köder sollte also Weißfische imitieren und flach zu führen sein. Auch Weißfischpopper können wir jetzt einsetzen.

Wie viel Zeit haben wir? Wenig! Wir erinnern uns, dass der Hecht nur 1–3 Beutefische jagt, bevor er sein Fressen wieder einstellt? Dafür braucht er aber mehrere Angriffe, da nicht jeder erfolgreich sein wird. Uns werden wahrscheinlich wenige Minuten bleiben, bis diese Chance vorbei sein wird. Solange die Oberfläche brodelt, haben wir Zeit.

Tipp 2 jetzt lesenIn 10 Minuten zum Hecht

 


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