Tipp 7 – Wie angelt man Hechte bei unterschiedlichen Sichtweiten und Wasserfarben?

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Hechtbuch angeln 3.1 - Blickfeld HEcht

Kapitel 4.5.2 Hechtangeln bei unterschiedlichen Sichtweiten und Wasserfarben

Wann der Hecht die besten Jagdbedingungen hat, unterscheidet sich, je nachdem wo er jagt. Kann man ein Gewässer als polytroph bezeichnen, liegt die Sichtweite oft nur bei wenigen Zentimetern. Die geringe Sichtweite reduziert aber für den Sichträuber die Wahrscheinlichkeit auf einen guten Fang. So kann es leicht passieren, dass er mehr Energie bei der Jagd verbraucht, als er durch seine Beute aufnehmen kann.

Der Hechtbestand kann in diesen Gewässern nach und nach zurückgehen, wenn man ihn nicht künstlich aufstockt. Ein gutes Beispiel ist hier der Große Müggelsee bei Berlin, der seit den 60er immer trüber wurde, weil er eutrophierte. Abwässer und die Landwirtschaft verursachten einen hohen Nährstoffgehalt, der wiederum zu einem vollständigen Absterben der Unterwasservegetation führte. Das Wasser war jahrelang so trüb, dass es gar keinen Klarwasserzustand mehr gab. Erst seit Ende der 90er Jahre gibt es wieder eine kurze Klarwasserperiode im Jahresverlauf und ein paar Unterwasser-pflanzen konnten einen sehr kleinen Teil des Sees zurückerobern. Erst das hat wieder zu einer geringen Fischpopulation geführt.

Ist ein Gewässer als meso- oder oligotroph einzustufen, liegt die Sichtweite bei über ca. 2 m. Dort kann der Hecht seine Beute früh und gut erkennen. Da die erfolgreiche Jagd für den Hecht in vielen Fällen direkt von seiner Sichtmöglichkeit und seiner Tarnung abhängt, findet er in klaren Gewässern optimale Jagdbedingungen in der Dämmerung. Die Tarnung in einem Versteck ist hier erhöht und seine eigene Sicht ist für Angriffe auf kurze Distanz gut. Seine Instinkte geben ihm dabei immer Hinweise, ob und wann sich ein Angriff bzw. eine Verfolgung der Beute für ihn lohnt.

Tipp

Dieser Artikel ist ein Auszug aus aus dem ultimativen Hotspotbuch für Hechte “Modernes Fische Finden – Der Hecht

Modernes Fische finden - Der Hecht

Wir erinnern uns aus Kapitel 3.1., dass die Jagd mehrere Schritte beinhaltet. Zu Beginn einer erfolgreichen Jagd muss immer die Aufmerksamkeit des Hechtes geweckt werden. Im Anschluss sollte die Beute ein leichtes Ziel für den Hecht darstellen, damit dieser sich für einen möglichen Angriff entscheidet.

Aufmerksamkeitsentfernung

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen verschiedenen für uns wichtige Entfernungen. Zum einen ist wichtig, wann der Hecht auf unsere Köder aufmerksam wird – wann er schlussendlich auf eine anwesende mögliche Beute irgendwie reagiert. Bei der Entfernung, bei der der Hecht auf seine Beute bzw. unseren Köder das erste Mal reagiert, können wir von Folgendem Ausgehen:

  • Bei einer Sichtweite von unter einem Meter liegt sie immer leicht über der jeweiligen Sichtweite (Beispiel: Sichtweite 60 cm | Reaktion auf Beute ca. 70 cm)
  • Bei einer Sichtweite von über einem Meter liegt sie immer leicht unter der jeweiligen Sichtweite (Beispiel: Sichtweite 2 Meter | Reaktion auf Beute ca. 1,5 Meter)

Merke

Die Sichtweite hat einen Einfluss darauf, wann der Hecht sich für seine Beute inte-ressiert. Allerdings heißt Interesse hier noch nicht Angriff! Erst wenn es für den Hecht eine realistische Chance auf Beute gibt, dass er sie auch erreichen kann, wird sie für ihn ins „Beuteschema“ passen.

Studien haben ergeben, dass 1,5 Meter scheinbar die maximale Entfernung ist, in der irgendeine Reaktion auf eine mögliche Mahlzeit seitens des Hechts erfolgt. Bei allen Abständen darüber zwischen Beute und Hechte, gab es wenige Reaktionen seitens der Hechte.

Für uns heißt das, dass wir mit unserem Köder verdammt dicht an den Hecht heran müssen, um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Je nach Art der typischen Beute ist ein noch geringerer Abstand besser. Bei der Aufmerksamkeitsentfernung müssen wir einmal den horizontale und den vertikalen Abstand von unserem Köder zum Hecht beachten. Genauso wenn nicht mehr spannend ist jedoch, ab welchem Abstand von Beute zu Hecht oder Köder zu Hecht, ein Angriff erfolgt. Dazu mehr im folgenden Abschnitt des Buches.

Angriffsentfernung

 

Tipp

Dieser Artikel ist ein Auszug aus “Modernes Fische Finden – Der Hecht”

In diesem Buch geht es auf über 280 Seiten nur um das Ausspüren des Hechtes? Keine “beste Köderaufzählung” und auch keine “aufgewärmten Angeltaktiken”. Das Buch setzt viel früher an – Immer nach dem Motto: ”Was bringt die beste Angeltechnik, wenn du an der falschen Stelle angelst?”

  • warum er wo und wann jagt und
  • welchen Einfluss Wind und Wetter auf die Beißzeiten haben
  • wann er welche Beute oder Köder wie bevorzugt
  • welche Hotspots zu welcher Jahreszeit am vielversprechendsten sind
  • und, und, und
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