Die besten Tipps – wie man große Hechte angelt? Jetzt lesen!

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Die besten Tipps – wie man große Hechte angelt? Jetzt lesen!
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Grundlegendes Wissen und Tipps zum Hechte angeln

Der Hecht ist einer der größten und angriffslustigsten Raubfische auf der nördlichen Halbkugel. Das Hechte angeln ist nicht nur in Deutschland populär. Im englischsprachigen Raum heißt er Pike oder Water Wolf. Wenn nichts dazwischen kommt wird der Räuber bis zu 12 Jahre alt und erreicht dann außergewöhnliche Größen. Wir in Europa haben Glück. Denn hier wachsen Hechte besonders gut. Einer der schwersten je gefangenen Hechte wurde 1822 in Irland mit 41,73 kg gemessen. Ein ordentlicher Brocken. Der deutsche Rekordhecht mit über 31 kg wurde 1850 im Rhein gefangen. Doch wo stehen die Hechte und vor allem, wo findet man die Großen?

Was findest Du hier in diesem Artikel?

In diesem Artikel geht es nicht nur um das Hechte angeln, sondern auch um das Finden der Hotspots der Hechte. Wir sind fest überzeugt, dass nicht die Köderauswahl und die Köderführung allein für den Erfolg beim Hechte angeln verantwortlich sind.
Nein, viel überzeugender klingt für uns, dass du erst mal an der richtigen Stelle angeln musst, wo es auch Hechte gibt, damit du einen dicken Hecht landen kannst.

Dieser Artikel wird im Laufe unserer Arbeit an unserem neuen Buch „Modernes Fische finden – Der Hecht“ Stück für Stück erweitert. Nach und nach werden Themen, die wir sehr detailliert im Buch beschreiben, in diesem Artikel und/ oder in kleineren Einzelartikeln in der Kategorie „Hechte angeln“ kürzer beschrieben veröffentlicht.

Warum ist es so wichtig mehr über den Hecht und sein Verhalten zu wissen?

Das Hechte angeln ist deshalb so populär und beliebt, da der Räuber sich an die verschiedensten Lebensbedingungen anpassen kann. Hechte kann man in tiefen kalten Seen und in flachen warmen trüben „Pfützen“ angeln. Er ist nicht von einer Beute abhängig, sondern kann sich von heute auf morgen auf eine völlig neue Beute einstellen.

Eine Studie vom 12 ha großen „Großer Vätersee“ verdeutlicht diese Anpassungsfähigkeit des Hechtes sehr deutlich. Hier raubte er als Spitzenräuber bis ins Jahr 1997 ohne Konkurrenz. Seine Hauptmahlzeit setze sich wie folgt zusammen:

Beuteverteilung 1997
  • ca. 60% Kamberkrebse
  • ca. 20% Barsche
  • ca. 10% kleine Rotaugen
Top Hechtköder Kamberkrebs_spiny-cheek_crayfish_Orconectes_limosus_male
Kamberkrebse sind für einige Hechte eine wichtige Beute.

Echt 60% – Krebse? Ob das die lokalen Angler dort wussten? Krebse bedeute nämlich dass Hechte sie am Boden jagen. Wie viele Plastikköder und Gummifische werden die Hechte wohl bis dahin ignoriert haben, weil die meisten wohl keine Kerbs-Imitate und auch eher im Ober- und Mittelwasser als am Grund dem Hecht nachstellten.


Nachdem 2001 und 2002 insgesamt 1.083 Zander in den „Großer Vätersee“ eingeführt wurden, gab es bei den Hechten eine gravierende Veränderung. Vor dem Zanderbesatz waren sie hauptsächlich am Ufer in 1 – 3 m Tiefe zu Hause. Das änderte sich nach dem Zanderbesatz nicht.
Was sich für die Hechte aber änderte war die Beuteverfügbarkeit. Die kleinen Rotaugen und Barsche, die sonst auch im Freiwasser zu Hause waren, suchten in der Uferzone Schutz vor den Zandern.
Das bedeutete für die Hechte ein Schlaraffenland an Beutefischen. Sie änderte sich ihre Vorliebe im Jahr 2002 wie folgt:

Beuteverteilung 2002
  • ca. 54% Barsche
  • ca. 7% Rotaugen
  • ca. 1% Kamberkrebse
  • ca. 27% andere Fische (kleine Hechte, Kaulbarsche, andere Weißfische als Rotaugen, Zander etc.)

Beeindruckend ist wirklich, das Krebse die Hauptmahlzeit in vielen Jahren darstellen und von heute auf morgen so gut wie gar nicht mehr als Beute für den Hecht in Frage kamen. Dies zeigt deutlich, wie schnell sich der Hecht auf neue Gegebenheiten in einem Lebensraum einstellen kann. Ich bin mir sicher, dass die wenigsten Angler sich an diesem See bewusst waren, wie die Nahrung des Hechtes sich zusammensetzte geschweige denn, ihre Köder danach auswählen konnten.

Auch aus diesem Grund ist es wichtig, das Verhalten und die unterschiedlichen Lebensräume der Hechte zu verstehen, wenn man erfolgreich Hechte angeln möchte. Der Lebensraum bestimmt den Hotspot und die Beute! Und die Beute bestimmt den Köder und die Köderführung.

Merke

Nicht jeder Köder ist in jedem Gewässer fängig. Egal wie stark er beworben wird!


Um erfolgreich Hechte zu angeln besteht unsere Herausforderung nun daraus, folgende Fragen zu beantworten:

  • Welche Köder bevorzugen Hechte in deinem Gewässer?
  • Wie musst du deine Köder am besten führen?
  • Wo sind die Hotspots in deinem Gewässer?
  • oder besser Wo sind die Hotspots zu welcher Tages- und Jahreszeit in deinem Gewässer?

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Der Hecht mag kühles Wasser

Der Hecht liebt kühles Wasser. Die ideale Wassertemperatur zum Hechte angeln liegt vor, wenn das Oberflächenwasser eine Temperatur von ca. 18 °C besitzt. Jetzt ist der Hecht am aktivsten und beißfreudig. Diese optimalen Bedingungen haben wir zwei mal im Jahr. Einmal im Frühjahr und einmal im Herbst, wenn das Wasser sich wieder abkühlt. Wer diese Zeit abpasst, wird wenig Schneidertage beim Hechteangeln haben.

Ist das Wasser wärmer beginnen zuerst die richtig großen Hechte sich ein kühleres zu Hause zu suchen. Es strengt sie ungeheuer an, ihre dicken Leiber abzukühlen. Es ist ein Teufelskreis, denn das Abkühlen bedeutet, das sie Energie dafür aufwenden müssen. Um diese Energie wieder reinzuholen, müssen sie fressen, was aber ihre Aktivität wieder steigert. Also tauchen die großen Hechte bei warmen Wasser in die Tiefe ab, um dem Temperaturstress zu entkommen. Auch kann ein Hecht mehrere Tage ohne fressen auskommen.

Jüngere und kleine Hechte halten sich fast das ganze Jahr in der Nähe des Ufers auf. Sie vertragen die Hitze im Sommer viel viel besser. Der Hotspot für Hechte wird durch das Angebot an Futter bzw. Beute bestimmt. In ihrer Nähe halten sich die Hechte auf.

Wer die Beute findet, findet die Hechte.

Merke

An heißen Tagen findet man große Hechte in der Tiefe. Mit der Navionics Webapp kann man in seinem Gewässer tiefe Stellen schnell ausfindig machen.

Schön zu erkennen sind die Tiefen unterhalb von 9 Meter in weiß. Das Gebiet haben wir in 3 Bereiche aufgeteilt. Das Wasser unterhalb von 9 Metern ist kühl genug für die großen Räuber. Die rote Linie markiert die subjektive Kante zwischen tief und flach, auf der sich die größeren Hechte am wahrscheinlichsten aufhalten.

A – dieser Bereich wäre unsere zweite Wahl für das Angeln auf große Hechte bei höheren Wassertemperaturen. Der Bereich zum Ufer hin bietet einer mittleren Anzahl von Kleinfischen Platz zum Fressen.

B – ist “the best of” für mittlere Hechte. Der Uferbereich ist sehr groß und das Gelände fällt langsam ab. Zu erkennen ist das durch den breiten Abstand der Tiefenlinien. Der ausladende Uferbereich ist voller Pflanzen, der viele kleine Fische anzieht. Die großen Hechte können sich so in der Tiefe abkühlen und haben einen großen Bereich zum Fressen. Große Hechte fressen viel.

C – an dieser Stelle würden wir zum Schluss nach großen Hechte suchen. Die stark abfallenden Kanten (dicht aufeinander folgende Tiefenlinien) bieten wenig Platz für einen üppigen Pflanzenbewuchs, so dass die Versteckmöglichkeiten für den Hecht begrenzt sind. Aber die großen Räuber haben einen kurzen Weg in der Dämmerung zu ihrer Beute. 


Wo sind die Hotspots für das Hechte angeln im See?

Um die Hotspots in einem See ausfindig zu machen, muss man wissen, welche Eigenheiten der See hat. Als wichtigstes Kriterium ist die Tophiestufe des Gewässers in Erfahrung zu bringen.

Klar oder trüb? Welche Auswirkungen hat das Wasser?

Der Trübungsgrad des Wassers hat einen großen Einfluss auf die Köderwahl und die Köderführung. Er wird häufig durch den Trophiestatus beschrieben. Wenn man es umgangssprachlich und kurz beschreibt, erfahren wir durch den Trophiestatus, wie klar oder trüb bzw. nährstoffarm oder nährstoffreich ein Gewässer ist. 

Der Trophiestatus in Kürze

oligotrophe Seen sind nährstoffarm, klar und meist tief

Oligotrophe Gewässer sind nährstoffarm, meist tief, haben Sichtweiten von über 10 Meter. Die Landwirtschaft ist in der Umgebung meist nicht stark ausgeprägt. Der Pflanzenbewuchs aufgrund des geringen Nährstoffgehaltes nicht sehr stark ausgeprägt. Der Hecht kann seine Beute aus großer Entfernung optisch erkennen. Aber auch die Beute kann den Hecht gut sehen. Schnelligkeit ist für die Hechte ein Muss, um erfolgreich Fische zu jagen. Aus diesem Grund können auch Köder eher schnell als langsam geführt werden. Funkelnde und blitzende Köder sind hier die richtige Wahl.

mesotrophe Seen sind reicher an Nährstoffen und nicht mehr klar.

Mesotrophe Gewässer sind mittelmäßig mit Nährstoffen angereichert. Die Gewässer haben oft eine Tiefe von 5 bis 40 Meter. Die Sichtweite liegt bei ca. 3 bis 7 Meter. Die Landwirtschaft ist normal in der Umgebung des Gewässers ausgeprägt. Der Pflanzenbewuchs ist gut ausgeprägt. Das Ufer bietet vielen fischen Nahrung und Schutz. Hechte können sich optimal an ihre Beute anschleichen oder auf sie lauern. Durch schnelles Vorstoßen wird die Beute gepackt. Wer hier den Köder mal schnell oder mal langsam führt, kann beim richtigen Hotspot nicht viel falsch machen.

Eutrophe Seen sind oft sehr flach, warm und trüb.

Eutrophe Gewässer sind trüb. Die Sichtweite unter Wasser beträgt in dem meist bis zu 5 Meter tiefen Gewässern, teils nur wenige Zentimeter bis einem Meter. Die Landwirtschaft ist stark in der Umgebung ausgeprägt. Der Pflanzenbewuchs ist stark ausgeprägt und nicht auf das Ufer begrenzt. Hechte können sich sehr nah an ihre Beute heranschleichen. Sie sind auch gut getarnt und können im reichlich von Pflanzen bedeckten Grund auf ihre Beute warten, bis zu vorbeikommt. Da die Sichtweite nur sehr begrenzt ist, spielt das optische Erkennen der Beute eine untergeordnete Rolle. Köder mit einer hohen Vibration oder Rasseln sollten in diesen trüben Seen ganz oben in der Köderbox liegen.

Hechte angeln am Ufer

Weitere Hotspots für das Angeln auf große Hechte befinden sich an stark abfallenden Kanten des Uferbereiches. Große Hechte stehen meist unter diesen Kanten und warten auf Fische, die sich in der langsamen Strömung der sogenannten Scharkanten aufhalten.

Warum stehen die meisten Hechte unterhalb dieser Scharkante?

Der Hecht hat nach oben gerichtete Augen, so dass er perfekt für einen Angriff von unten angepasst ist. Unterhalb der Kante kann er nach oben schnellen und die überraschte Beute jagen.

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Hechte angeln im Freiwasser eines Sees

Das Hechtangeln im Freiwasser ist nicht ohne und bedarf einer genauen Kenntnis vom Verhalten der Hechte, seiner Technik (Boot und Echolot) und das in Abhängigkeit der Jahreszeit und Wetterverhältnisse. Diesem umfangreichen Thema haben wir uns in unserem Hechtbuch in zahlreichen Kapiteln gewidmet.

  • Die Beute (Kapitel 3.4.2 Rotaugen)
  • Die Sprungschicht (Kapitel 4.3. Hechte in der Sprungschicht)
  • Lebensräume für jedes Alter (Kapitel 5.4. endlich erwachsen)
  • Echolote (Kapitel 5.2 Echolote für Bootsangler)
  • Das Jahr des Hechtes – Hotspots nach der Laichzeit (Kapitel 6.5)
  • Das Jahr des Hechtes – Hotspots zum Ende des Frühjahrs (Kapitel 6.6)
  • Das Jahr des Hechtes – Hotspots im Sommer (Kapitel 6.6)
  • Das Jahr des Hechtes – Hotspots im Spätsommer (Kapitel 6.9)
  • Das Jahr des Hechtes – Hotspots im Winter (Kapitel 6.11)
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Wo sind die Hotspots für das Hechte angeln im Fluss?

Die besten Hotspots im Fluss sind immer die, an denen die Strömung sehr langsam ist. Auch klares Wasser bevorzugen die Hechte, da sie ihre Beute mit den Augen erspähen. Sie sind Sichträuber. Die Strömung in einem Fluss unterliegt physikalischen Grundlagen und wer diese kennt, kann auf gute Hotspots schliessen. Die Strömung ist in einem Fluss nicht überall gleich stark. Dieses Wissen ist für uns Angler elementar!

An welchen Stellen fliesst das Wasser am langsamsten in einem Fluss?

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Der Hecht jagt in langsam fließendem Wasser.

Wenn wir uns nun einmal den Querschnitt eines Flusses anschauen, ergibt sich für uns ein klares vorstellbares Bild, wie es um die Strömung im Fluss gestellt ist. Sehr langsam fliesst das Wasser in Ufernähe und am Grund des Flusses. Hier wird das strömende Flusswasser durch die Reibung am Grund verlangsamt. Aus diesem Grund befinden sich die meisten Fische, ob Räuber oder Beute eher am Ufer oder am Grund eines Flusses als in der starken Strömung, dem Fahrwasser.

Hechte suchen sich eher das ruhige Wasser am Ufer. Durch den starken Pflanzenbewuchs wird die Fliessgeschwindigkeit nochmals reduziert. An Buhnen sitzen die Hechte zwischen den Buhnen. Sie sind nicht die Futterkonkurrenten des Zanders, der sehr gerne dicht an der starken Strömung steht. Während der Zander die Beutefische jagt, die von der Strömung vorbeigerissen werden, bevorzugt der Hecht die Beute, die im ruhigen Wasser Schutz vor der starken Strömung gesucht haben.

Wie kann man die Scharkante in einem Fluss finden?

Auch hier nutzen wir wieder die WebApp von Navionics. Das freie Onlinetool lässt und sehr gut erkennen, an welchen Stellen der Uferbereich abfällt. Liegt die Kante nah am Ufer, können wir die großen Hechte auch von Ufer aus erreichen.

Hechte angeln im Fluss - Hotspots und Scharkante finden fischfindertest
Die Scharkante ist der ins Tiefe abfallende Bereich.

Wir haben bei der Navionics Webapp den Tiefenbereich auf 3 m  eingestellt (blauer Pfeil). Alles was tiefer ist wird nun weiß dargestellt.

Der Bereich D ist für den Frühling einer des besten Hotspots für das Hechte angeln. Hier erwärmt sich das Wasser am schnellsten und zieht viele Fische magisch an! Zum Sommer hin, wenn die Wassertemperatur sich der 20 °C nähert, halten sich Hechte gerne im Bereich des Flusseinlaufs (unterhalb Punkt D) auf.  Im Hauptfluss selbst, suchen die Hechte sich ruhige Bereiche aus. Zwischen Buhnen stehen sie dicht am Ufer (Punkte C) und im Hauptstrom, oft an der flacheren Uferseite (Punkte A).

Je größer die Hechte sind, desto attraktiver werden die Scharkanten werden (grüne Linien). 

weitere Infos folgen zu

  • Angelstrategien
  • Besonderheiten
  • Köderwahl

Warum man Hindernisse im Fluss suchen muss?

Hindernisse im Fluss deuten immer auf eine Veränderung der Strömung hin. In ihrer Umgebung gibt es immer ruhige strömungsarme Stellen, an denen sich das Hechtangeln lohnt. Brückenpfeilern sind eine dieser beliebten Stellen für Hechte. Hier verwirbelt das Wasser hinter den Brückenpfeiler, so dass sich der Boden langsam abträgt. Das Wasser strömt nun schlagartig in diese Bodenvertiefungen und trägt mehr und mehr Sedimente ab. Doch inmitten dieser entstandenen Löchern fliesst das Wasser viel ruhiger als in der Hauptströmung. Große Räuber können sich in den Löchern nun verstecken, das ruhige Wasser am Grund genießen und auf flüchtende oder vorbei treibende Beute warten.


Deeper Pro beim Angeln
www.fischfindertest.de Der Deeper ist ein mobiles Echolot für die Angel. Die Bilder des Echolotes kann man sich auf seinem Smartphone oder Tablet anschauen.

Ebenfalls nützlich ist der Deeper. Ein mobiles Echolot für die Angelrute. Man wirft den Deeper Richtung Flussmitte aus und kann auf seinem Smartphone nicht nur große Fischsicheln erkennen, sondern auch die Tiefenveränderung des Flussbettes. Die Strömung hält den Deeper übrigens in Bewegung, so dass wir einen weiten Bereich des Flusses abchecken können. Um die abfallende Kante zu finden, müssen wir den Deeper wieder einholen, während wir den Bildschirm beobachten. Nutzt man den Deeper Pro GPS zum Hechte angeln, kann man auf der GPS-Karte auch später noch die abfallende Kante ortsbezogen finden.

Bilder: Karte Deeper – an einer Buhne. Man erkennt die Struktur rund um die Buhne.

Wo kann man Hechte das ganze Jahr über angeln?

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Hechte angeln zu jeder Jahreszeit

Hotspots im Frühjahr

Das Frühjahr ist bei Hecht angeln von der Laichzeit geprägt. Die Hechte und vor allem die Großen, bereiten sich auf ihre Fortpflanzung vor. Während kurz nach dem Jahresstart noch gefressen wird, reduziert sich die Nahrungsaufnahme zum März hin auf ein absolutes Minimum. In der Laichzeit kommen die großen Hechtdamen aus den Tiefen des Freiwassers ganz nah an da Ufer, wo sich die meist kleineren Hechtmännchen zur Brautschau bereit stehen.
In den meisten Gewässern wir der Hecht bis in den April hinein Schonzeit haben. Erst nach dem anstrengendem Laichgeschäft, werden sie wieder anfangen zu fressen.

Hecht angeln - Hotspots im Frühjar

Zu Beginn des Jahres, wenn die Eisdecke bricht zieht es die meisten Fische in die flachen Zonen eines Sees. Je flacher desto besser ist es. Schmale dünne Seitenarme, die zudem windgeschützt sind, sind bei Sonnenschein und tollem Wetter die ersten Plätze, für das Angeln auf Hechte. Sie stehen dann auch gerne mal in 1m tiefem Wasser, denn hier ist es mollig warm zum Rest des Sees. Der Punkt B ist hierbei die erste Wahl (flach, schmal und windgeschützt). 

Die besten Hotspots zu Beginn des Frühjahrs, wenn die Wassertemperatur sich auf ca. 10 °C erhöht hat, befinden sich Nahe der Laichplätze an den Scharkanten (Punkt C), also den ins Tiefe abfallenden Kanten eines Gewässers. Naht die Laichzeit, zieht es die Hechte in flache Buchten. Hier finden viele Hechte Platz für das Laichgeschäft. Die Bucht A verspricht ausreichend Platz für viele viele Hechte. Nie wieder im Jahr findet man so viele Hechte an einem Ort. Ein gutes Pflanzenwachstum wird im fortschreitendem Jahr dem Hechtnachwuchs Schutz und Nahrung bieten. 

Ist das Lachgeschäft beendet, werden sich einige Hechte noch in der Bucht A ausruhen, während andere schon Richtung tieferes Wasser gezogen sind. Die Kante an Punkt C bietet  für größere Hechte einen guten Rastplatz, bevor sie ins Freiwasser in der Mitte des Sees ziehen.

Die Schilfkanten werden im Laufe des Jahres den kleinen und mittleren Hechten gut Jagd- und Versteckmöglichkeiten bieten.

Der Bereich um Punkt C ist weniger attraktiv, da hier der Pflanzenbewuchs nicht so stark ausgebildet ist. Das bedeutet weniger Beute und damit weniger Hechte.

Wie führt man den Köder nach der Laichzeit?

Langsam ist die Devise. Die Hechte sind noch in der Erholungsphase vom Laichgeschäft. Sie greifen nicht schnell an. Um ihre volle Aktivität zu erreichen braucht es noch Zeit. Zu oft verpasst man mit einer schnellen Köderführung viele Bisse.

Welche Köder bevorzugt der Hecht im Frühjahr?

Viele kleine Beutefische gibt es so früh im Jahr noch nicht, so dass Hechte egal ob groß oder klein nicht wählerisch sind in ihrer Beutewahl. Sie fressen die eigenen Artgenossen und zum Ende des Frühjahrs, eigentlich alles was sich im und auf dem Wasser bewegt. Aus diesem Grund gibt es mit Mäusen, Enten, Ratten und Schlangen auch bei keinem anderen Raubfisch eine so große Ködervielfalt über die klassischen Fischimitate hinaus. Der Hecht ist ein absoluter „Spitzenräuber“ in unseren Gewässern.

Bei der Köderwahl kann man nun gerne auch mal Hechtimitate ausprobieren. Gerade jetzt, wenn die Gewässer noch nicht von Millionen Beutefischen strotzen, sind eigene Artgenossen oft eine erste Wahl bei großen Hechten.

Hotspots im Sommer

Große Hechte haben echten Stress im heißen Sommer. Der Hecht gilt als „coolest of the coolest“. Er ist ein Kaltwasserfisch und liebt Wassertemperaturen zwischen 10 bis 18 Grad. Wird es wärmer muss er versuchen seine Körpertemperatur abzukühlen. Große Hechte haben hierbei größere Probleme, da ihr Körper mehr dafür tun muss, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Ihnen bleibt die Flucht in die Tiefe oder sie werden versuchen sich so wenig wie möglich zu bewegen. Der Hintergrund ist ganz einfach. Wer sich wenig bewegt, muss auch nicht so viel jagen. Denn die Jagd, das Fressen und das Verdauen der Beute ist anstrengend und erhöht die Körpertemperatur. Ein Hecht kann mehrere Tage ohne Nahrung auskommen und von dieser Fähigkeit macht er im Sommer sehr oft Gebrauch. Je länger es kühl bleibt, desto besser stehen unsere Chancen beim Hechte angeln.

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Hechte zu angeln ist während einer heißen Periode also nicht so einfach, wenn man es auf die großen Hechte abgesehen hat. Hier ist bei den Hechtanglern einfach Geduld und Ausdauer gefragt. Köder müssen langsam präsentiert werden. Köder die die Stellung halten oder sich nur langsam bewegen versprechen den größten Erfolg. Für den Hecht bedeuten Köder, die sich langsam bewegen – einfache Beute. Ein großer Hecht weiß, dass er mit einer einfachen Beute weniger Energie verschwendet.

Hechte sind doch nicht oberflächlich, oder?

Na, wer weiß schon welche Charaktereigenschaften sie wirklich haben aber im Sommer kann man ihnen sehr gut an der Oberfläche nachstellen. Die Oberflächenköder oder auch Popper genannt, versprechen an sonnigen Tagen einen nachhaltigen Erfolg. In klaren Seen, kann man manchmal Hechte ganz dicht unter Seerosenfelder oder anderen Wasserpflanzen beobachten. Auch herabhängende Bäume ziehen die Hechte magisch an.
Der Sommer ist der Monat, in dem die Hechte häufig sehr dicht unter der Oberfläche stehen. Wir unterschieden bei den Hechten aber ganz klar, die am Ufer lebenden und im Freiwasser lebenden und jagenden Hechte. Beide Lebensräume sind sehr unterschiedlich und verlangen einen andere Lebensweise und damit auch andere Jagdstrategien großer Hechte.

Oberflächenköder sind also nur für die Hechte in Ufernähe gedacht. Die Popper werden beim Hecht angeln Stück für Stück mit einem kurzen aber kräftigen Schlag in die Rutenspitze eingeholt. Der Popper türmt durch seine Konstruktion das Wasser vor ihm mit einem Plop zu einem Schwall auf. Mit diesem Köder werden für die Hechte an die Oberfläche springende Fische imitiert. Die Oberflächenköder sind deshalb so reizend für faule Hechte, da sie durch laute Geräusche und durch starke Bewegung im Wasser auf sich aufmerksam machen.

Walk the dog oder was hat Gassi gehen mit Angeln zu tun?

Neben den Popper haben wich Kunstköder ohne Tauchschaufel für das Angeln auf Hecht bewiesen. Diese Köder werden unter der Oberfläche den höher stehenden Hechten präsentiert. Mangels Tauchschaufel wandern die Wobbler nicht nach unten, sondern verbleiben im Oberflächenwasser. Beim Einziehen ist der Köder so gebaut, dass er sich in einem Zick Zack Kurs bewegt und einen wandernden Fisch imitiert. Ein großer Vorteil der Walk-the-dog Köder ist, dass man einen sehr großen Bereich der Oberfläche absuchen kann und sie ohne Hängergefahr über Krautbänke hinwegziehen kann.

Die im Kraut kauernden Hechte stürzen sich dann auf den vorbei marschierenden Kunstköder. Einen Walk-the-dog Köder kann auch auf einer Stelle verharren und so sehr lange im Sichtfeld des Hechtes bleiben. Durch kurze Ausschläge der Rutenspitze, ähnlich wie beim Jerken, können auch Ausschläge des Köders provoziert werden.

Merke: Sich sehr langsam bewegende Köder können einen größeren Teil des Wassers absuchen und befinden sich zudem sehr lange im Blickfeld des Hechtes.

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Hotspots im Herbst

Die Zeit der großen Hechtjagden beginnt. Wenn die Außentemperaturen das Wasser abkühlen, regt sich Bewegung in den großen Hechtkörpern. Jetzt ist ihre Zeit gekommen. Der Herbst ist die Zeit, in der sich alle Fische für den kalten Winter rüsten müssen. Fressen sie sich zu wenig Speck an, werden viele einen kalten und vor allem langem Winter nicht überstehen.

Von den Millionen im Frühjahr geschlüpften Fischen haben es nur 20% bis 30% in den Herbst geschafft. Alle anderen endeten zum großen Teil im Laufe ihres kurzen Lebens als Beut. Die unterjährigen Fische, die das Glück hatten, allen Widrigkeiten zu trotzen, haben schon eine ordentliche Größe erreicht. Für Hechte und andere Räuber heißt das nun, dass sie mit jeder Beute ordentlich zu fressen bekommen.

Beim Hechtangeln muss man nun darauf achten, dass die eigenen Köder eher größer als zu klein sind. Die 20 cm Plus Köder sollten für große Hechte nun ganz oben in der Köderbox liegen. Auch die eigenen Artgenossen stehen nun ganz oben auf der Speisekarten.
Während zu Beginn des Herbstes noch fleißig in Ufernähe geangelt werden kann, wird man je kälter es wird, seine Köder weiter in die Tiefe der Gewässer platzieren müssen. Die Pflanzen die den Hecht als Schutz dienten sterben nach und nach ab, so dass sich Hechte nicht mehr ohne weiteres an ihre Beute heranschleichen können.

Ihre Deckung ist quasi aufgeflogen. Das gleiche gilt auch für die Beutefische, die sich nicht mehr verstecken können. Auch sie müssen sich nun einen neuen Lebensraum suchen, der Schutz bietet. Dieser Lebensraum wird nun Stück für Stück die Dunkelheit der Tiefe unter Wasser sein.
Wenn das Wasser stark abkühlt, sammeln sich die meisten Fische in den tiefen Löchern der Seen und Flüsse. Hier ist die Temperatur mit 4 bis 8 Grad am höchsten, während die Oberfläche schon auf 1 bis 5 Grad abgekühlt sein kann.

Wie findet man die tiefen Löcher?

Entweder man kennt sein Revier oder man nutzt technische Hilfsmittel. wir setzen auch hier wieder den Deeper ein, wenn wir von Land aus angeln. Bei der Hotspotsuche von zu Hause aus, werfen wir immer einen Blick auf die Navionics WebApp. Je nach Gewässer kann man sehr ufernahe Vertiefungen aufspüren.

Hotspots im Winter

Im Winter ist nun alles anders. Die Fischkörper sind nun auf Energiesparen eingestellt. Das gilt für Beute oder Räuber wie den Hecht. Jede unnötige Bewegung bedeutet, dass wieder Energie aufgenommen werden muss. Alle Fische werden große Bewegungen vermeiden, so dass auch unsere Köder öfter mal wieder langsamer geführt werden sollten. Der Hecht muss eine große und leichte Beute hinter unserem Köder vermuten.

Wenn gar nichts läuft, kann man den Köder auch ab und zu zackig führen, um mögliche Verteidigungsinstinkte beim Hecht zu wecken. Ein Erfolg beim Angeln auf Hecht im Winter muss man sich hart erarbeiten.

Die Ausrüstung – die besten Hecht-Köder

Wir unterschieden beim Hecht angeln zwei Arten von Ködern. Köder die sich schnell bewegen und den Hecht reizen und Köder die sich sehr langsam bewegen und eine leichte Beute versprechen.

Langsam zu führende Köder

In diese Kategorie fällt auf jeden Fall der tote Köderfisch. Er befindet sich lange im Blickfeld des Räubers und zielt auf umherstreunende Hechte ab.

Bei den künstlichen Ködern sind Plastikköder erfolgsversprechend, die am besten schwebend sind (floating). Beim Anziehen werden die Wobbler durch ihre Tauchschaufel in die Wobblerspezifische Tiefe gezogen. Stoppt man das Einholen des Köders verweilen die Hardplastikköder in der Tiefe. Bei einigen Ködern bedeutet floating auch schwimmend. Diese Plastikköder steigen dann zur Oberfläche auf. Mit dieser Köderwahl sucht man die oberen Wasserschichten ab.
Andere Köder sinken in die Tiefe ab. Nimmt man Köder die mit leicht sinkend (slow sinking) betitelt sind, kann man die unteren Wasserschichten Stück für Stück absuchen.

Schnell zu führende Köder

Schnell zu führende Köder sollen den Jagdtrieb oder den Revierverteidigungstrieb des Hechtes animieren. Der Hecht schnappt ohne großes Beobachten zu. Der Anbiss kommt sehr abrupt – mitten in der aktiven Köderführung.

Köderarten für das Hecht Angeln:

Der tote Köderfisch – Der tote Köderfisch muss optisch nicht an einen erinnern, denn er ist ein Fisch. Hechte sind Augen Räuber und so gibt es an einem toten Köderfisch fast nichts, was beim Hecht mißtrauen erwecken kann. Zusätzlich wird der Hecht vom Geruch des toten Fisches angelockt. da bekannt ist, dass der Hecht auch ein Aasfresser ist, fällt der tote Köderfisch voll in sein Beuteschema. Beim Hecht angeln ist der tote Köderfisch bei vielen Anglern auch die erste Wahl.

Gerade wer das Ansitzangeln und die Ruhe liebt, favorisiert diesen Köder beim Hecht angeln. Der tote Köderfisch wird an einer Posen- oder Grundmontage dem Hecht angeboten. Die Pose ist ein wenig größer, da sie den Köderfisch halten muss. Der Köder wird dann beim Hecht angeln unter der Oberfläche, im Mittelwasser oder über Grund angeboten. Wo genau ist abhängig von der Jahreszeit und von der Tiefe des Flusses oder Sees. Im Fluss wird die Pose mit dem Fisch auch häufig einfach getrieben gelassen.

Der Blinker – Ein Klassiker

Unter den Kunstköders ist der Blinker der Uropa. Er ist der Vorfahre aller Kunstköder. Während der Blinker zur Zeit der ersten Spinnruten noch selbst aus Löffeln gebaut wurde, ist er heute zu einem Klassiker avanciert. Echt mal, wer ist nur auf die Idee gekommen, an einem Löffel einen Haken anzuschweißen? Genial.
Der Blinker taumelt beim Einholen durch das Wasser und funkelt und blitzt verblüffend echt, bei starkem Sonnenschein. Ist das Wasser klar und scheint die Sonne zieht das Aufblitzen des Blinkers viele Räuberaugen auf sich. Der Blinker ist ideal um weite Strecken schnell abzusuchen und er setzt darauf, dass auch müde Hechte aus ihrer Reserve gelockt werden.

Der Spinner

Spinner folgen stehen den Blinkern, was das Blitzen angeht in nichts nach. Doch durch das rotierende Spinnerblatt erzeugen sie große Druckwellen, die sich weit ausbreiten. Die Hechte sind durch ihr Seitenlinienorgan sehr empfindlich, was Druckwellen angeht. Denn obwohl sie hauptsächlich auf ihre Augen bei der Jagd setzen, können sie die Wellen, die zappelnde Fische erzeugen in vielen Metern Entfernung wahrnehmen. Der Spinner macht Hechte aus großer Entfernung auf sich Aufmerksam. gerade, wenn es ein wenig dunkler oder das Wasser trüber ist, sind Spinner eine gute Wahl.

Der Wobbler

Die Moderne hat begonnen. Während man bei Blinkern und Spinnern nur die Tiefe durch die Einholgeschwindigkeit bestimmen konnte, änderte sich die Köderführung mit den Wobblern. Ausgestattet mit einer Tauchschaufel kann der Wobbler kurz unter der Oberfläche oder auch in 9 bis 12 Metern Tiefe geführt werden.

Wobbler ermöglichen es den Köder in einer bestimmten tiefe zu halten und diese weiträumig abzufischen. Da die Drillinge der Wobbler beim Hechtangeln an der Unterseite befestigt sind, muss man die Grundstruktur des Gewässers gut kennen. Wählt man einen Wobbler mit einer falschen Tiefe kann es ganz leicht passieren, dass der Wobbler beim Anziehen quasi in den Boden gestampft wird und die Drillinge irgendwo an Baumresten oder in Pflanzen hängen bleiben. Da Wobbler und gerade Hecht-Wobbler aufgrund ihrer Größe gerne man 15 bis 30 Euro kosten, ist ein Verlust immer schmerzhaft. Zumal er in den meisten fällen wirklich vermeidbar gewesen wäre.

Wie kann man sich vor Hängern schützen?

Wer viel mit mit Kunstködern angelt, sollte sich evtl. eine Wobbler Retter zulegen. Dieser wird auf die Schnur gesetzt wenn der Wobbler fest steckt und dann zum Kunstköder heruntergelassen. Die Schlingen des Wobbler-Retters verfangen sich dann in den Drillingen und nun kann der Wobbler mit einen kräftigen Zug manchmal geborgen werden.

Wir verwenden beim Angeln zwischen Seerosenfeldern oder im Kraut, sogenannte Spinnerbaits. Durch die Fransen und die Spinnstange mit dem Spinnerblatt kann sich der Haken nicht so leicht an Hindernissen verfangen. Die Spinnerbaits kann man übrigens mitten in das Kraut werfen!!! Einfach dann einigermaßen vorsichtig einholen.

Crank Baits

Dabei handelt es sich um Wobbler mit einem ausgewachsenem schönen runden Bauch. Durch diese spezielle Form kann der Wobbler oder Crank seine speziellen Laufeigenschaften voll ausspielen. Die Führung ist für Anfänger sehr einfach, da man den Crankbait einfach einholt. Wirklich, den Wobbler einfach gleichmäßig einholen und das war es auch schon. Schaut euch gerne mal das ein oder andere YouTube Video oder auch die Laufeigenschaft eurer Köder an, bevor ihr sie weit hinaus in Richtung große Hechte werft. Große Crankbaits haben eine lange Tauchschaufel, so dass man den Köder auch über den Grund aufschlagen lassen kann. Hänger gibt es auch durch die Grundberührung recht wenig, da der hintere Teil des Crankbaits immer nach oben steht.

Jerk Baits

Hier ist anspruchsvolles Angeln oder jerken angesagt. Ein Jerkbait muss vom Angler bewegt werden, damit er sich verführerisch für den Hecht bewegt. Ein Jerkbait ist oft schmal aber dafür hochrückig. Die richtige Führung muss geübt werden, aber wenn man das einmal drauf hat, kann das Jerken den ein oder anderen großen Hecht überlisten. Die Natur hat an alles gedacht und so fressen Räuber nicht nur kleine, sondern auch schwache und kranke Tiere.

Genau hier setzt das Jerken an. Durch ruckartige Bewegungen der Rute aus dem Handgelenk raus, reißt der Jerkbait nach links und recht aus und imitiert einen sterbenden oder kranken Fisch. Der Hecht als Spitzenräuber weiß, dass dieser Fisch eine leichte Beute ist und verfolgt den Köder auch gerne mal über eine längere Zeit. Die Ruckartigen Ausschläge verführen den Hecht und vor allem große Hechte schlussendlich zum hammerharten Anbiss.

Zur Ausrüstung müssen wir allerdings noch ein kurzes Statement abgeben. Jerkbaits für große Hechte sind groß und schwer. Das bedeutet, dass wir diese Gewicht auch werfen müssen. Außerdem müssen wir ständig mit dem Handgelenk die Rute ausschlagen lassen, was mit der Zeit auf die Knochen gehen kann. Die Rute muss und nicht soll, leicht und kurz sein. In dieser Kombination kann mit einer kurzen Rute reichen schon kleine Ausschläge, um den Köder Leben einzuhauchen. Man sollte immer bedenken, dass man ja nicht nur einmal auswirft, sondern eher über 2 bis 3 Stunden.

Für das Angeln mit schweren Jerks, empfehlen wir erst recht die Verwendung einer Baitcast-Rute und Rolle. Wer mit einer normalen Spinnrolle bei jedem Wurf die Schnur über den Zeigefinger flitzen lässt, hat spätestens nach 60 Minuten die ersten Wehwehchen am Finger. Bei einer Baitcastrolle macht sich jetzt das entspannte Bremsen mit dem Daumen bemerkbar. Keine Schwerzen, keine Wunden und das Beste – 2 bis 3 Stunden kann man sich einfach auf das Angeln konzentrieren.

Wir benutzen zum Werken übrigens diese Rute und die Rolle „Impulse” von D.A.M. Beide haben eine gute Qualität und die Kosten halten sich im Rahmen von stationäre Rollen und entsprechende Ruten.

Gummifische immer dabei

Der Gummifisch kommt nackig daher. Während alle anderen Kunstköder schon voll montiert, dass heißt mit Haken und möglichen Gewichten versehen sind, muss man am Gummifisch selbst Hand anlegen. Das erfordert ein Mindestmaß an Geschick aber bietet auch völlige Freiheit, was die Ködergestaltung angeht.

Welche Haken und Hakengröße soll man montieren?

Nutz man einen Jigkopf am Gummifisch, dann kann der Angsthaken am Gummifisch etwas kleiner als der Haupthaken des Bleikopfes. Gängige Hakengrößen beim Hechtangeln sind
(klein -> groß) 2, 1/0, 2/0, 3/0, 4/0. Der Angsthaken wird mit einem kleinen Stahldraht (Stahlvorfach oder Titanium) am Jigkopf befestigt und entweder an die Seite oder Unterseite des Gummifisches befestigt.

Wenn man den Gummifisch ohne Jigkopf benutzt, befestigt man am Gummifisch eine doppelte Drillings-Hakenmontage. Beide Haken werden wieder aus einem sehr reißfestem Material verbunden. Wir nutzen Klassischerweise dünne Stahlvorfächer oder welche aus Titanium.

Wie angelt man mit einem Gummifisch in unterschiedlichen Tiefen?

Wählt man zum Angeln auf Hecht nur den Gummifisch und möchte ihn im Ober- oder Mittelwasser anbieten, braucht man je nach Tiefe und Strömung gar keinen Jigkopf als Gewicht. Ein schwerer Hechtködern von 20 cm Länge, taucht aufgrund seines Eigengewichtes schon langsam in die Tiefe ab. Zieht man wieder kurz an, steigt er sodann auch wieder auf.

Unterschiedlich schwere Jigköpfe werden in der kalten Jahreszeit oder im Freiwasser wichtig, da man nun auf Tiefe gehen muss. Je schwerer der Jigkopf, desto schneller erreicht man die gewünschte Tiefe. Sind wir mit dem Boot im Freiwasser unterwegs, haben unsere Jigköpfe für mindestens 20 cm lange Gummifische regelmäßig ein Gewicht von 30 g bei wenig Wind und ruhigem Wasser. Ist der Wind stark (20 km/h aufwärts) brauchen wir schon mal die großen Kugeln von 65 g bis 100 g.

Welche Köder- und Ködergrößen sind die besten?

Diese Frage können wir gleich mal gar nicht eindeutig beantworten. Große Hechte, ach was, Hechte allgemein verändern ihr Fressverhalten im Laufe eines Jahres gewaltig. Wie jeder Raubfisch wird sich an die Umgebung und den jeweiligen Lebensraum angepasst. Viele Angler betrachten ihre Köderbox viel zu allgemein bzw. wissen nicht, welche Köder wann den größten Erfolg versprechen. Hat man einen Hecht mit dem Köder XYDZ gefangen, wird dieser als gängig tituliert und das gesamte Jahr benutzt. Doch ganz so einfach verhält es sich mit großen Hechten nicht. Durch ein wenig Basiswissen, was das Verhalten des Hechtes angeht, kann man seine Erfolgsquote teils beträchtlich erhöhen.

Welche Ködergröße ist optimal?

Dies variiert von Jahreszeit zu Jahreszeit. Während man im Frühjahr mit eher kleinen Ködern starten kann, wachsen die Köder mit dem größer werden der Beutefische an, bis man beim Angeln auf große Hechte im Herbst und Winter sogar die 30 cm Plus Marke bei den Hechtködern erreicht. Große Köder bedeuten auch besondere Ansprüche an die Rute. Eine weiche Zauderte ist mag zwar für das Hecht angeln auch gut sein, aber die Grenze ist erreicht, wenn die Köder die 20 cm Plus erreichen. Dann gilt es sich die Zusammensetzung seiner Ausrüstung noch mal anzuschauen und evtl. auf das Angeln von großen Hechten anzupassen.

Welche Köder sind am erfolgreichsten?

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, da Hechte in unterschiedlichen Gewässern unterschiedliche Beute bevorzugen. Und es kann sein, dass sich die Vorliebe für eine Beute, von Jahr zu Jahr ändert. Wenn wir also mit einem Plan aus einem erfolgreichen Hechtjahr gehen, heißt das noch lange nicht, dass dieser Plan auch im folgenden Jahr wieder aufgeht. Wir wissen von Gewässern, wie z.b. dem „großen Stechlinsee“, dass in einem Jahr Krebse zu über 70% auf der Speisekarte von Hechten standen und im darauffolgenden Jahr nur noch zu unter einem Prozent.

Fakt ist aber, dass die Art der Köder auch in den Jahreszeiten variieren sollte. Während man im Frühjahr viel mit Mäusen, Fröschen oder Vogeljungen experimentieren kann, steht zum Ende des Jahres immer mehr der Fisch auf der Speisekarte. Der tote Köderfisch am Grund oder an der Pose ist mit Sicherheit einer der erfolg versprechendsten Köder beim Hechte angeln.


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